Das Sehen ist von Geburt an ein wesentlicher Bestandteil der kindlichen Wahrnehmung, auch wenn das Sehvermögen zunächst noch eingeschränkt ist. Babys sehen zunächst noch unscharf und nehmen ihre Umgebung nur schemenhaft wahr. Dennoch spielt das Sehen - der sogenannte Gesichtssinn - von Geburt an eine wichtige Rolle in der Wahrnehmung und Entwicklung des Säuglings.
Die ersten visuellen Fähigkeiten von Neugeborenen
Bereits das Neugeborene kann unterschiedliche Helligkeiten, Muster und Formen und insbesondere Hell-Dunkel-Kontraste wahrnehmen und unterscheiden. Es zeigt besonderes Interesse für das menschliche Gesicht: Es betrachtet und mustert mit Vorliebe das Gesicht von Vater oder Mutter und sucht den Blickkontakt mit ihnen. Die beste Sehschärfe liegt zunächst in einem Abstand von 20 bis 25 cm vom Auge. Dies entspricht in etwa der Entfernung, die Eltern häufig intuitiv mit ihrem Gesicht einnehmen, wenn sie sich ihrem Kind zuwenden, sich mit ihm austauschen und wenn es gestillt bzw. gefüttert wird.
In der frühsten Lebensphase sind die Sehfähigkeiten noch eingeschränkt, entwickeln sich jedoch rasant. Hier sind einige grundlegende visuelle Fähigkeiten, die Säuglinge von Geburt an mitbringen:
- Fokussierung auf nahe Objekte, besonders in einem Abstand von 20 bis 30 cm - etwa die Distanz zum Gesicht der Mutter beim Stillen oder Halten.
- Bevorzugte Wahrnehmung von Gesichtern und gesichtsähnlichen Mustern
- Unterscheidung zwischen Helligkeit und Dunkelheit sowie hoher Kontrastmuster.
- Reflexartiges Blinzeln als Reaktion auf helles Licht oder schnelle Annäherung eines Objektes.
- Verfolgen von sich langsam bewegenden Objekten mit den Augen, allerdings noch sehr begrenzt.
Doch nicht nur im Miteinander und gegenseitigen Austausch spielt das Sehen eine wesentliche Rolle. Auch die motorische, die geistige und die sprachliche Entwicklung erhalten über das Sehen wichtige Anreize: So wachsen mit zunehmender Sehfähigkeit zum Beispiel auch die Neugier und das Interesse des Babys für seine Umwelt.
Die Entwicklung der Sehkraft im ersten Lebensjahr
Im ersten Lebensjahr reift das Sehvermögen entscheidend heran und entwickelt sich enorm. Über die optischen Sinnesreize lernt das Gehirn, die über die Augen gelieferten Informationen zu verarbeiten, und entwickelt die hierfür notwendigen Nervenverbindungen. Insbesondere die Sehschärfe nimmt im ersten Lebensjahr eine enorme Entwicklung: Während das Neugeborene noch unscharf sieht, besitzt das einjährige Kind bereits 50 Prozent der Sehschärfe eines Erwachsenen.
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Hier sind einige der visuellen Entwicklungsschritte, die typischerweise Monat für Monat zu erwarten sind:
- 1. Lebensmonat: Das Baby fängt an, Objekte in seiner direkten Nähe zu fokussieren. Dies sind oft Gesichter - besonders das der Eltern - oder hochkontrastreiche Muster. Diese ersten Versuche der Fokussierung sind wesentlich für die Verbindungsaufnahme und den Bindungsaufbau.
- 2. Monat: Die Tracking-Fähigkeiten verbessern sich. Das Kleine wird versuchen, sich bewegende Objekte mit den Augen zu verfolgen, oft noch unkoordiniert, aber zunehmend gezielter. Diese Phase ist ideal für sanfte "Flieger-Spiele", bei welchen ein Spielzeug langsam vor den Augen Ihres Babys hin und her bewegt wird.
- 3. Monat: Es kommt zu einer bemerkenswerte Verbesserung in der Augenkoordination. Eltern werden feststellen, dass ihr Baby nicht nur Bewegungen besser verfolgt, sondern auch beginnt, Muster, Formen und Gesichter zu erkennen und länger zu fixieren. Diese Zeit ist perfekt für Spiele, die es ermutigen, sein Sehfeld zu erweitern und in Interaktion zu treten.
- 4. Monat: Die Tiefenwahrnehmung des Babys macht einen Sprung nach vorne. Es beginnt, Entfernungen und die räumliche Zuordnung von Objekten in Relation zu seinem eigenen Körper besser einzuschätzen. Dies unterstützt die Entwicklung der Motorik und die Vorbereitung auf das Greifen von Gegenständen.
- 5. und 6. Monat: Diese Monate zeichnen sich durch die wachsende Fähigkeit aus, weit entfernte Objekte zu sehen und zu fokussieren. Das Baby beginnt aktiv, die Welt um sich herum zu erkunden, Farben zu unterscheiden und auf feinere Details zu reagieren. Die Augen-Hand-Koordination entwickelt sich weiter und es wird offensichtlich, dass das Baby gezielter nach Spielzeugen greift und diese untersucht.
- Mit etwa drei bis vier Monaten entwickelt sich das farbige sowie das beidäugige Sehen. Die von beiden Augen gelieferten Informationen verschmelzen nun zu einem Bild. Damit beginnt das räumliche Sehen. Das Baby kann nun auch etwas entferntere Gegenstände sehen und Bewegungen mit den Augen verfolgen. Seine Welt wird farbig.
- Mit etwa sechs Monaten können Babys alle Farben sehen, und das Kontrastsehen ist weitgehend ausgebildet. Gegenstände können anhaltend fixiert werden (z. B. um dorthin zu krabbeln).
- Mit etwa sieben bis acht Monaten zeigt das Kind deutliches Interesse für seine Umgebung. Es erkennt nun Dinge außerhalb seiner Reichweite und streckt gezielt die Hände danach aus. Die hand-Auge-Koordination verbessert sich.
Die Entwicklung der Hand-Augen-Koordination
Während der ersten Lebensmonate entwickelt sich neben der Sehkraft auch die Koordination von Hand- und Augenbewegungen. Sie werden feststellen, dass das Baby beginnt, seine Hände gezielt zu bewegen und nach Gegenständen zu greifen, die es sieht. Dieser Prozess spiegelt eine signifikante Entwicklung im Gehirn des Kindes wider und ist ein Schlüssel zur physischen Interaktion mit seiner Umgebung.
Um die Hand-Augen-Koordination eines Babys zu unterstützen, können Sie einfache Aktivitäten durchführen, wie zum Beispiel:
- das sanfte Bewegen von bunten Spielzeugen vor den Augen, um die Verfolgungsbewegungen zu fördern.
- das Anbieten von leicht greifbaren Spielzeugen, um das gezielte Greifen zu üben.
- Spiele, bei denen das Baby Gegenstände von einer Hand in die andere wechseln und damit die Koordinationsfähigkeit stimulieren kann.
Die Entwicklung der Farbwahrnehmung
Die Entwicklung der Farbwahrnehmung ist ein schrittweiser Prozess, der eine spannende Reise durch eine sich entfaltende Welt voller Farben darstellt. In den ersten Lebensmonaten nimmt ein Baby Farben meist als gedämpfte Töne wahr. Mit fortschreitendem Alter beginnt die Wahrnehmung des Kindes sich zu verändern und es kann Farben immer intensiver und unterschiedlicher erleben.
Die Stadien der Farbwahrnehmungsentwicklung umfassen typischerweise die folgenden:
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- Anfänglich sehen Säuglinge Farben nur in starken Kontrastverhältnissen, da die Farbrezeptoren in ihren Augen noch nicht voll entwickelt sind.
- Im Alter von etwa zwei Monaten beginnen Babys, Rot und Grün zu unterscheiden.
- Mit vier Monaten verbessert sich die Fähigkeit, zusätzlich zu den vorherigen Farben auch Blau und Gelb wahrzunehmen.
- Im sechsten Monat erkennen Babys ein breiteres Spektrum an Farbtönen und können ähnliche Farben wie Orange von Rot oder Blaugrün von Blau unterscheiden.
In der Anfangsphase des Lebens ist die Fähigkeit eines Babys, Farben zu sehen, noch sehr begrenzt. Aus diesem Grund sind Spielzeuge und Objekte mit hohen Kontrasten unerlässlich, da sie helfen, die visuelle Aufmerksamkeit zu wecken und die Sehfähigkeit zu schulen.
Strabismus (Schielen) bei Babys
Strabismus, auch als Schielen bekannt, ist eine Sehstörung, bei der die Augen eines Babys nicht richtig ausgerichtet sind und somit nicht gleichzeitig auf dasselbe Objekt fokussieren können. Dies kann die Entwicklung des Binokularsehens beeinträchtigen, eine Fähigkeit, die für die räumliche Wahrnehmung notwendig ist.
Wichtige Anzeichen für Strabismus, die Sie beobachten sollten, sind:
- ein Auge, das regelmäßig in eine bestimmte Richtung abweicht, sei es nach innen, außen, oben oder unten.
- Schielen, das auch nach den ersten drei Lebensmonaten anhält, da ein gelegentliches Schielen bei Neugeborenen bis zu diesem Alter normal sein kann.
- Schwierigkeiten beim Fokussieren oder offensichtliche Anstrengung, wenn das Baby versucht, seine Augen auf ein Objekt zu richten.
Wenn eines dieser Symptome beim Nachwuchs auftreten, ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung von Strabismus kann helfen, die Sehkraft zu korrigieren und langfristige Sehprobleme zu vermeiden.
Visuelle Entwicklung bei Frühgeborenen
Die visuelle Entwicklung bei Frühgeborenen erfordert besondere Aufmerksamkeit, da diese Kinder ein höheres Risiko für bestimmte Sehstörungen haben. Elternteile eines frühgeborenen Babys sollten sich dieser potenziellen Risiken bewusst sein und wissen, welche spezielle Betreuung und Vorsichtsmaßnahmen erforderlich sind.
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Zu den häufigen Augenerkrankungen, die bei Frühgeborenen auftreten können, gehören:
- Frühgeborenen-Retinopathie, eine Erkrankung, die die Netzhaut betrifft.
- strukturelle Augenanomalien, die von der Norm abweichen.
- Schwierigkeiten bei der Entwicklung des Binokularsehens, das für die räumliche Wahrnehmung wichtig ist.
- optische Wahrnehmungsstörungen, die die Fähigkeit beeinträchtigen können, Formen, Größen und die räumliche Anordnung von Objekten zu erkennen.
Die Retinopathie bei Frühgeborenen (ROP) ist eine ernsthafte Bedrohung für das Sehvermögen, die vor allem bei Kindern auftritt, die deutlich vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt kommen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Entwicklung der Blutgefäße im Auge eines Frühgeborenen noch nicht abgeschlossen ist und durch die neuen Lebensbedingungen außerhalb des Mutterleibs beeinträchtigt werden kann.
Eine frühzeitige Diagnose von ROP ist ausschlaggebend, da die Krankheit in frühen Stadien beträchtlich bessere Behandlungsaussichten hat. Die Behandlungsmethoden variieren je nach Schweregrad der Erkrankung und können von einfachen Überwachungen des Fortschritts bis hin zu medizinischen Interventionen wie Lasertherapie reichen, welche die ausufernde Wachstum der retinalen Blutgefäße korrigiert.
Die Bedeutung einer sicheren Umgebung für die Augenentwicklung
Zuhause ist der erste Entdeckungsraum eines Babys und als solcher sollte es ein sicherer Ort sein, der die Gesundheit und die Entwicklung der Augen des Kindes fördert. Es gibt verschiedene Vorsichtsmaßnahmen, die Sie ergreifen können, um Verletzungen zu vermeiden und die Augen des Neugeborenen zu schützen:
- Achten Sie darauf, dass scharfe Ecken und Kanten von Möbeln abgedeckt sind, um Verletzungen zu verhindern.
- Halten Sie kleine Gegenstände, die leicht vom Baby ins Auge gefasst oder in den Mund genommen werden können, außer Reichweite.
- Überprüfen Sie Spielzeuge sorgfältig auf lose Teile oder abblätternde Farbe, die ins Auge gelangen können.
- Verwenden Sie Sonnenschutzmittel wie Hüte oder Babyschutzbrillen, um die empfindlichen Augen vor starker UV-Strahlung zu schützen.
- Sorgen Sie dafür, dass die Beleuchtung im Zuhause angemessen ist - weder zu dunkel noch zu grell - um die Augen des Babys nicht zu belasten.
Die Augenfarbe von Neugeborenen
Die Augenfarbe eines Neugeborenen ist oft nicht das dauerhafte Blau, Braun, Grün oder eine andere Farbe, die es schließlich haben wird. Die endgültige Augenfarbe hängt von der Melaninmenge ab, die sich mit der Zeit in der Iris des Auges ansammelt. Dieser Prozess kann sich über mehrere Monate hinziehen. Die Veränderung der Augenfarbe ist in der Regel kein Grund zur Sorge, es sei denn, Sie bemerken eine ungewöhnliche Färbung oder Muster im Auge, die auf eine mögliche Gesundheitsstörung hinweisen könnten. In solchen Fällen ist es empfehlenswert, einen Kinderarzt oder Augenarzt für eine professionelle Einschätzung aufzusuchen.
Regelmäßige Augenvorsorgeuntersuchungen für Kinder
Das Sehvermögen des Neugeborenen ist ein kostbares Gut, dessen Schutz und Entwicklung oberste Priorität haben sollte. Regelmäßige Augenvorsorgeuntersuchungen für Kinder durch einen Facharzt sind unerlässlich, um eine gesunde Entwicklung zu gewährleisten und eventuelle Sehprobleme frühzeitig zu erkennen. Bei solchen Terminen können präventive Maßnahmen ergriffen und die Basis für ein lebenslang gutes Sehvermögen geschaffen werden.
Hier eine Checkliste für die augenärztlichen Untersuchungen, die Sie berücksichtigen sollten:
- Terminvereinbarung: Vereinbaren Sie den ersten Augenarzttermin für das Baby im Alter von 6 Monaten.
- Sehverfolgung und Reaktionsprüfung: Ihr Arzt wird prüfen, wie gut der Nachwuchs Blickkontakt hält und auf visuelle Reize reagiert.
- Pupillenreaktionstests: Diese testen die Reaktion der Augen auf Licht und können Hinweise auf die generelle Augengesundheit geben.
- Augenmuskelkoordinationstests: Hier wird beurteilt, wie gut die Augen in verschiedenen Richtungen und zusammen bewegt werden können.
- Informationen zu Entwicklungsschritten: Ihr Augenarzt kann Ihnen wichtige Entwicklungsmeilensteine nennen, auf die Sie achten sollten.
- Besprechung von Vorsorgemaßnahmen: Lernen Sie, wie Sie die Augengesundheit des Babys zu Hause unterstützen können.
Angeborenes Glaukom im Kindesalter
Unter dem Begriff der angeborenen oder kindlichen Glaukome (genauer: entwicklungsbedingte Glaukome) werden verschiedene Erkrankungen zusammengefasst, bei denen der Augendruck bei Geburt oder erst im Kindesalter erhöht ist. Ein chronisch erhöhter Augendruck führt zu einer Schädigung der Sehnervenfasern mit einem Verfall des Gesichtsfeldes und anschließender Erblindung, wenn die Behandlung nicht rechtzeitig erfolgt. Schlimmer noch: Im kindlichen Lebensalter schreitet die Schädigung wesentlich rascher voran als im Erwachsenenalter.
Ursachen und Erkennung des angeborenen Glaukoms
Die Häufigkeit des angeborenen Glaukoms liegt in Deutschland bei ca. 1:15.000. Am häufigsten liegt ein primäres Glaukom vor, d.h. das Glaukom tritt (angeboren oder erst im Kindesalter) ohne erkennbare Begleiterkrankungen und -ursachen auf. Meist liegt eine Fehlentwicklung des Kammerwinkels (= dem Abflussbereich des Augenwassers) vor. Dieser ist entweder nicht richtig entwickelt und/oder es liegt eine zusätzliche Membran im Sinne eines Abflusshindernisses davor. Sekundäre kindliche Glaukome treten mit Fehlbildungen von anderen Augenabschnitten oder Syndromen auf. Es gibt noch zahlreiche weitere seltene Ursachen.
Schwere angeborene Glaukome zeichnen sich durch ein deutlich vergrößertes, hartes und meist dunkles Auge aus (Buphthalmus, Ochsenauge). Schwieriger zu erkennen sind leichtere Fälle mit nur gering ausgeprägter Augendruckerhöhung. Ein zu großer Augapfel kann auf ein angeborenes Glaukom hindeuten, denn ein chronisch erhöhter Augendruck führt aufgrund des noch weichen und elastischen Gewebes beim Fötus bzw. Säugling zu einer Vergrößerung des Augapfels. Besonders große Augen bei einem Neugeborenen sollten Sie daher umgehend bei einem niedergelassenen Augenarzt abklären! Ältere Kinder (ab dem 2.-3. Lebensjahr) entwickeln diese Augapfel-Vergrößerung nicht mehr, weil das Gewebe fester ist.
Vorsicht ist geboten bei "schönen großen" Augen. Ein vergrößerter Hornhautdurchmesser bei Neugeborenen (Buphthalmus) kann Zeichen eines angeborenen Glaukoms sein. Auch verstärktes Tränen und Lichtscheu bei Neugeborenen können indirekte Hinweise sein.
Diagnose und Behandlung des angeborenen Glaukoms
Bei Verdacht auf ein angeborenes oder kindliches Glaukom wird eine umgehende Untersuchung empfohlen. Eine exakte Befunderhebung ist bei Säuglingen und Kleinkindern nur in Kurznarkose möglich. Die Narkoseuntersuchung wird meist ambulant durchgeführt und ist sehr schonend auch für Neugeborene.
Anders als beim Erwachsenen-Glaukom lassen sich angeborene und kindliche Glaukome sehr gut und mit hoher Erfolgsrate operativ korrigieren. Die wirksamste Therapie ist die Trabekulotomie, bei der eine Spezialsonde von außen in den Abflusskanal (Schlemm’scher Kanal) eingeführt und der Kammerwinkel nach innen eröffnet wird. Diese schonende Methode zeigt auch in Langzeitstudien nachhaltig gute Ergebnisse mit einer Drucksenkung auf durchschnittlich 17.9 mmHg beim primären Glaukom (mit 19.5 mmHg etwas schlechter beim sekundären Glaukom) über einen Zeitraum von 18 Jahren (Ikeda et al. Arch Ophthalmol 2004; 122:1122-1128).
In schwierigen Fällen muss eine stärkere Ableitung des Augenwassers erfolgen. Dabei ist man spezialisiert auf die mikro-invasive Glaukomchirurgie. Statt der Anlage eines künstlichen Ausflusses nach außen zielen die sog. nicht-penetrierenden Verfahren auf die Verbesserung der natürlichen Abflusswege (interne Ableitung). Vorteil ist eine deutlich schonendere Operationsweise, eine höhere Erfolgsrate und ein wesentlich kürzerer Heilverlauf. Mit einer abgestuften Behandlungsstrategie steht ein Behandlungskonzept bereit, das für leichte, mittlere und schwere kindliche Glaukome individuelle mikro-invasive Lösungen bietet.
Wenn der Augendruck erfolgreich reguliert wird, wird damit das Fortschreiten des Sehverlustes aufgehalten. Obwohl sich die Sehnerven-Aushöhlung wieder deutlich bessert (nur bei Kindern), ist es kein Zeichen für eine Regeneration der Sehnervenfasern.
Zu vermeidende Behandlungsverfahren
Es sind immer noch ältere Verfahren bei der Behandlung von kindlichen Verfahren verbreitet, die man nicht mehr oder nur noch in Ausnahmefällen verwendet. Die Trabekulektomie wird immer noch in vielen Kliniken angewendet. Bei Kindern liegt die Erfolgsrate jedoch unter 50%. Die Zyklophotokoagulation gilt als relativ schonend. Sie wirkt bei Kindern jedoch meist nicht ausreichend und muss deshalb häufig wiederholt werden.
Unbedingt beachten: Niemals den Wirkstoff Brimonidin bei Kindern verwenden. Bereits ein einziger Augentropfen kann lebensbedrohliche Komplikationen bewirken!
Förderung der visuellen Entwicklung im Alltag
Die Förderung der Sehkraft eines Säuglings muss nicht kompliziert oder teuer sein. Dafür kann man sparsam mit alltäglichen Gegenständen oder grundlegenden Baby-Accessoires umgehen. Ihr Design orientiert sich an der Natur und der Wahrnehmung des Kindes. Die intensiven Farben und Muster unterstützen die kognitive Entwicklung des Kindes. Auch ein bunt gestreiftes T-Shirt oder andere Alltagsgegenstände eignen sich gut, um die Reaktionen deines Kindes zu beobachten!
Scheue dich nicht, deiner Kreativität freien Lauf zu lassen und dir lustige und originelle Ideen einfallen zu lassen, um die Sehkraft deines Neugeborenen zu fördern. Mit einer weißen Tafel und schwarzer Farbe kannst du deine eigenen Stimulationswerkzeuge herstellen. Zeichne große Kreise oder Streifen, die die Aufmerksamkeit des Kindes auf sich ziehen. Wähle Muster und Formen in kontrastierenden Farben, die das Sehvermögen am besten anregen.
Leicht kann man in die Falle tappen, viele Spielsachen und Accessoires für die Entwicklung des Kindes oder im Gegenteil für seine Beruhigung zu kaufen. Doch die Natur um uns herum hat viel zu bieten. Geh spazieren, lass das Verdeck des Kinderwagens herunter (wenn das Wetter es zulässt) und lass dein Kind die Welt um sich herum entdecken: Bäume, Vögel, die am Himmel fliegen, Wolken, interessante Gebäudefassaden und vieles mehr. Der Aufenthalt an der frischen Luft ist nicht nur eine reichhaltige Quelle von Stimulanzien für das Gehirn deines Kindes, sondern er hilft ihm auch, besser zu schlafen.
Achte auf deine Gefühle und lerne, auch dein Kind zu beobachten. Das Neugeborene wird in den ersten Lebenstagen ständig stimuliert, weil alles außerhalb des Mutterleibs neu für es ist. Deshalb ist jeder Augenblick für es eine Lernerfahrung. Dabei ist es wichtig, das richtige Maß an Reizen und Empfindungen für dein Kind beizubehalten, damit es nicht überreizt wird. Wenn dein Kind reizbar oder geistesabwesend wirkt, ist es möglicherweise überreizt.
Wichtig ist, dass die Sehkraft deines Kindes von deinem Kinderarzt oder Hausarzt überwacht wird, um sicherzustellen, dass die Sehentwicklung deines Kindes gut verläuft. Wenn die Eltern Sehprobleme haben, sollten die regelmäßigen Untersuchungen häufiger durchgeführt werden.