Die August-Bier-Klinik in Bad Malente, Schleswig-Holstein, ist ein Fachzentrum für neurologische Erkrankungen. Direkt am See gelegen und mitten im Naturpark »Holsteinische Schweiz«, bietet sie sowohl Akut- als auch Rehabilitationsbehandlungen an. Als Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität zu Lübeck behandelt die Klinik verschiedene neurologische Krankheitsbilder. Die Meinungen über die Klinik sind jedoch geteilt, wie eine Analyse verschiedener Erfahrungsberichte zeigt.
Positive Aspekte der August-Bier-Klinik
Viele Patienten berichten von positiven Erfahrungen in der August-Bier-Klinik.
Freundliche Aufnahme und Organisation
Die Aufnahme in der August-Bier-Klinik wird als sehr freundlich und ausgesprochen gut organisiert beschrieben. Die Übergabe an die Station 3 (Neurologie) erfolgte direkt im Anschluss. Einige Patienten erhielten ohne Wartezeit ein sauberes und gemütliches Zimmer mit Seeblick. Der Empfang und der weitere Umgang wurden als sehr nett empfunden.
Kompetentes Ärzteteam und Pflegepersonal
Das Ärzteteam der Klinik wird als ausgesprochen kompetent, professionell und sehr nett beschrieben. Sowohl der Chefarzt als auch die Oberärztin oder die Stationsärztin sind stets für die Patienten präsent und ansprechbar. Die medizinische Aufnahme einschließlich Anamnese erfolgte oft durch die Stationsärztin, die sehr freundlich, kompetent und präzise alle Fragen beantwortet hat. Auch das Pflegepersonal wird mehrheitlich als sehr kompetent, gewissenhaft und stets sehr freundlich beschrieben.
Individuell abgestimmte Reha-Maßnahmen
Die Reha-Maßnahmen (Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Physikalische Therapie) sind perfekt auf den einzelnen Patienten abgestimmt und sehr gut organisiert. In der Physiotherapie arbeiten engagierte und kompetente Therapeuten daran, die Schwächen der Patienten zu bearbeiten, so dass sie sich sicher bewegen können. In der Ergotherapie werden Patienten herzlich an viele interessante Möglichkeiten herangeführt, um ihre Defizite aufzuholen.
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Hervorragende Verpflegung
Das Essen aus der klinikeigenen Küche wird als unübertroffen gut, sehr abwechslungsreich und unglaublich lecker beschrieben. Man hat täglich die Wahl zwischen mehreren Gerichten, bei denen auch Diäten oder Allergien des jeweiligen Patienten berücksichtigt werden. Auch kleine Änderungswünsche werden vom freundlichen Küchenpersonal gerne berücksichtigt. Besonders hervorgehoben wird, dass die Verpflegung Top ist und es jederzeit Änderungs- und Auswahlmöglichkeiten gibt.
Erfolgreiche Behandlung und Vorbereitung auf die Entlassung
Viele Patienten fühlen sich in den 3 Wochen der stationären Behandlung sehr gut auf die Entlassung durch körperliches und geistiges Training vorbereitet. Die ärztliche und pflegerische Betreuung wird als hervorragend beschrieben. Auch auf Vorerkrankungen wird sorgsam eingegangen und die medikamentöse Einstellung vorbildlich bewerkstelligt, sodass Patienten mit nahezu vollständiger Wiederherstellung des Gesundheitszustandes ohne Seh- und Gleichgewichtsstörungen entlassen werden können.
Fortschritte während der Rehabilitation
Einige Angehörige konnten mit großer Freude beobachten, welch wunderbare Fortschritte ihre Familienmitglieder während des Aufenthalts in der August-Bier-Klinik machen konnten. Besonders die Logopädinnen, Ergo- und Physiotherapeutinnen werden für ihre unermüdliche und erfolgreiche Arbeit gelobt.
Angenehme Atmosphäre und Lage
Die Lage der Klinik wird als idyllisch und gut mit Bahn und Auto zu erreichen beschrieben. Man trifft sich, plaudert oder sitzt auf der herrlichen Terrasse und schaut auf den Dieksee. Die Unterbringung direkt am Dieksee (Zimmer z.T. mit Seeblick) ist sehr ansprechend und hat Urlaubscharakter.
Negative Aspekte der August-Bier-Klinik
Trotz vieler positiver Rückmeldungen gibt es auch kritische Stimmen zur August-Bier-Klinik.
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Empathieloses Pflegepersonal
Einige Patienten und Angehörige berichten von frechem und empathielosem Pflegepersonal. Techniken der Pflege werden als fragwürdig empfunden. Es gibt Berichte über grobes, arrogantes und freches Verhalten des Pflegepersonals. Die Intimsphäre der Patienten wurde nicht immer respektiert, beispielsweise beim Waschen ohne Sichtschutz und geöffneter Tür zum Flur.
Mangelnde Empathie und Motivation
Einige Patienten haben den Eindruck, dass die Klinik mit Empathie wirbt, davon aber wenig zu spüren ist. Es gibt Berichte über Pfleger, die ihre Patienten nicht motivieren oder aufbauen, sondern eher das Gegenteil bewirken.
Verschlechterung des Zustands und fragwürdige Behandlung
In einigen Fällen hat sich der Zustand der Patienten während des Aufenthalts in der Klinik verschlechtert. Es gibt Berichte über massive Durchfälle und Austrocknung. Ein Patient erhielt Unmengen an Tabletten, was zu einer gravierenden Verschlechterung seines Zustands führte.
Abschiebungsversuche in die Kurzzeitpflege
Einige Angehörige berichten, dass ihre Familienmitglieder nach Schlaganfällen einfach in die Kurzzeitpflege abgeschoben werden sollten. Die Aussage, dass die Therapie ja ambulant weitergehen kann, wird kritisiert, da die besten Fortschritte am Anfang erzielt werden.
Mangelnde Individualisierung in der Ergotherapie
Die Ergotherapie wird in einigen Fällen als nicht produktiv beschrieben, da 6-7 Leute in einem Raum sitzen und eine Therapeutin für alle zuständig ist. Es wird kritisiert, dass die Ergotherapeuten den Patienten vorwerfen, zu schnell aufzugeben und sich keine wirkliche Mühe zu geben.
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Unzureichende Reinigung
Die Klinikleitung sollte schnellstmöglich die Problematik "Putzen" lösen. Speziell während der Bauphase und an den Wochenenden müssen die Toiletten im EG sehr viel häufiger gereinigt werden.
Ignoranz gegenüber naturheilkundlichen Ansätzen
Einige Angehörige, die naturheilkundliche Ansätze verfolgen, stoßen auf Widerstand und engstirnige Sichtweisen seitens der Ärzte. Es wird ein Miteinander vermisst, stattdessen herrscht Ignoranz und Arroganz.
Fehlende Ernährungsberatung für Schlaganfallpatienten
Es wird kritisiert, dass es keinen Diätplan für Schlaganfallpatienten gibt. Das Essen sei zu süß und salzlastig, was fatal sein kann. Es findet keine professionelle Ernährungsberatung statt.
Einschränkungen der Bewegungsfreiheit
Einige Patienten durften die Klinik eine Woche lang nicht verlassen, nicht mal um frische Luft zu schnappen. Als ein Patient eigenmächtig einen Spaziergang unternahm, konnte er nicht wieder in die Klinik hineinkommen, weil die Tür von draußen nicht zu öffnen war.
Kritik an der Klinik als Arbeitgeber
Einige Mitarbeiterbewertungen auf Kununu geben Einblicke in die Arbeitsbedingungen. Es wird positiv hervorgehoben, dass die Klinik ein kleineres Haus ist, in dem man die meisten kennt. Allerdings wird auch kritisiert, dass Dynamik fehlt und jeder nur seinen Bereich macht. Der Umgang mit älteren Kollegen wird teilweise als Tuscheln oder Hiebe hinterm Rücken beschrieben. Die Arbeitsbedingungen werden als beengt kritisiert, mit zu kleinen Zimmern und Sammelduschen wie in einer Jugendherberge. Es wird bemängelt, dass das Haus mit Patienten vollgestopft wird, ohne mehr Personal bereitzustellen.
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