Kliniken für Neurologie und Logopädie: Ein umfassender Überblick

Die enge Zusammenarbeit zwischen Neurologie und Logopädie ermöglicht eine umfassende Versorgung von Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen, insbesondere solchen, die Sprach-, Sprech-, Stimm- oder Schluckstörungen verursachen. Diese Störungen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, daher ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung von entscheidender Bedeutung.

Diagnostik von Schluckstörungen (Dysphagie)

In der Klinik für Neurologie wird in Kooperation mit der Logopädie eine individuelle Diagnostik und Behandlung von Schluckbeschwerden angeboten. Dabei werden die Ergebnisse verschiedener klinischer und instrumenteller Untersuchungsverfahren ausgetauscht und Befunde erstellt. Ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik ist die funktionelle endoskopische Evaluation des Schluckens (FEES). Bei dieser Untersuchung wird die obere Schluckstraße mit einem Endoskop untersucht. Die Klinik für Neurologie verfügt über die erforderlichen Ausbildungskriterien für diese Untersuchung, und Herr Preine (Oberarzt Neurologie) und Herr Wiesweg (Logopädie) sind zertifizierte Ausbilder.

Therapeutische Möglichkeiten in der Logopädie

Die Logopädie bietet ein breites Spektrum an therapeutischen Möglichkeiten für Menschen mit neurologisch bedingten Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen.

Schlucktherapie

Schluckstörungen (Dysphagien) können in unterschiedlichen Schweregraden auftreten und sich im Verlauf einer Parkinson-Erkrankung entwickeln. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung sind daher besonders wichtig, um einer möglichen Verschlechterung entgegenzuwirken. In der Therapie stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, um den Problemen erfolgreich entgegenzuwirken.

Stimmtherapie

Viele Menschen mit Parkinson oder ihre Angehörigen bemerken oft, dass die Stimme leiser wird, was die Verständlichkeit beeinträchtigen kann. In der Stimmtherapie werden Methoden, wie zum Beispiel das Lee Silverman Voice Training (kurz: LSVT), verwendet, um die Sprechlautstärke aber auch die Sprachmelodie zu verbessern.

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Sprechtherapie

Eine undeutliche Aussprache kann ebenfalls die tägliche Kommunikation erschweren. Daher zielt die Sprechtherapie darauf ab, die Verständlichkeit zu verbessern. Dafür werden Übungen zur klaren Aussprache, zur richtigen Atmung und zur kontrollierten Nutzung der Stimme durchgeführt. Sowohl die Stimmtherapie als auch die Sprechtherapie ermöglichen eine bessere Teilnahme an Gesprächen.

Sprach- und Kognitionstherapie

Es kann passieren, dass Betroffene sich häufiger an Wörter nicht erinnern können oder das Gefühl haben, Sätze nicht mehr so mühelos zu formulieren wie früher. Manchmal ist es auch herausfordernd zu verstehen, was der Gesprächspartner sagt. Im Bereich Sprache und Kognition erhalten Sie gezielte Unterstützung, beispielsweise durch spezielles Wortfindungstraining.

Logopädie bei Parkinson-Erkrankung

Im Verlauf einer Parkinson-Erkrankung können bei den meisten Patientinnen und Patienten Schwierigkeiten bei der Kommunikation oder beim Schlucken auftreten. Es ist wichtig zu wissen, dass diese häufig ein Teil der Erkrankung sind. Diese Sprach-, Sprech-, Stimm- oder Schluckstörungen beeinträchtigen Lebensqualität und Gesundheit der Patientinnen und Patienten und sollten dringend durch logopädische/sprachtherapeutische Therapie behandelt werden. Insbesondere die mit Kommunikation und Schlucken verbundenen Symptome lassen sich durch Medikamente kaum beeinflussen. Intervallbehandlungen sind oft sinnvoll, damit genügend Zeit für andere Therapien (Physiotherapie, Ergotherapie, Neuropsychologie) bleibt. So sind Sie nicht kontinuierlich, sondern in festgelegten Abständen immer wieder in logopädischer oder sprachtherapeutischer Behandlung.

Die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Logopädie, Pflege, Medizin, Ergo- und Physiotherapie ist essenziell, insbesondere in der Akutversorgung nach einem Schlaganfall. Nur gemeinsam können wirksame Behandlungskonzepte entwickelt werden - individuell, flexibel und effizient. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit läuft sehr gut und ist für die Patienten essenziell. Besonders in der Akutversorgung nach einem Schlaganfall ist das Zusammenspiel von Logopädie, Pflege, Medizin, Ergo- und Physiotherapie entscheidend. Wir arbeiten im engen Austausch - sowohl in den täglichen Visiten als auch in regelmäßigen Teamsitzungen.

Logopädie in der neurologischen Rehabilitation

Logopädie ist ein zentraler Bestandteil in der neurologischen Rehabilitation - besonders in der Frühphase nach einem Schlaganfall oder Intensivversorgung. Unser Alltag ist geprägt von engem Austausch mit Pflege, Medizin und anderen therapeutischen Bereichen. Nur gemeinsam entwickeln wir wirksame Behandlungskonzepte - individuell, flexibel und effizient.

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Logopädie in verschiedenen Kliniken und Einrichtungen

Fachkliniken Wangen

Die Klinik für Neurologie gehört zu den Fachkliniken Wangen, einer von 12 Waldburg-Zeil Kliniken. In unserer Klinik kümmern sich Ärztinnen/Ärzte, Therapeutinnen/Therapeuten und Pflegefachkräfte mit viel Wissen und Erfahrung um ihre Patientinnen und Patienten. "Der Patient steht bei uns im Mittelpunkt“.

St. Barbara-Hospital

Im St. Barbara-Hospital arbeiten wir interdisziplinär wertschätzend und ohne starre Hierarchien zusammen. Gemeinsam gehen wir neue Wege und entwickeln uns stetig weiter. Wir suchen einen sicheren Job mit starkem Teamgeist und Raum für deine Ideen? Wir arbeiten mit Herz, Ehrgeiz und Motivation - für unsere Patient*innen - aber auch füreinander. Wir sind ein interdisziplinäres Team, welches sich stets mit Respekt und auf Augenhöhe begegnet.

Sauerlandklinik Hachen

Auf den Internetseiten der Sauerlandklinik Hachen können Sie sich über die fachliche Kompetenz unserer Ärzte und Mitarbeiter, unsere Behandlungsmethoden und Ihren Aufenthalt in der Sauerlandklinik Hachen informieren. Die Sauerlandklinik Hachen ist als Akutkrankenhaus im Krankenhausplan des Landes Nordrhein-Westfalen enthalten. Vorrangiges Ziel ist es, das Fortschreiten der MS-Erkrankung zu bremsen und die Symptome und Begleiterkrankungen zu lindern. Durch neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose können Störungen des Sprechens, der Stimme, des Schluckens und der Sprache entstehen.

MEDIAN Rehakliniken

Jede Kommunikation beruht auf Interaktion. Ist diese Kommunikationsfähigkeit allerdings eingeschränkt, bedarf es einer logopädischen Behandlung. Je nach Ausprägung kann die Sprach- beziehungsweise Sprechstörung in einer stationären Reha für Logopädie behandelt werden. Häufig ist ein Aufenthalt in Rehakliniken für Logopädie notwendig, nachdem es zu neurologischen Erkrankungen bei der oder dem Erkrankten kam, wie beispielsweise nach einem Schlaganfall, multipler Sklerose, Schädel-Hirn-Trauma, Hirnblutung oder einer Gesichtsverletzung. In einer Reha mit Sprachtherapie werden Patientinnen und Patienten mit Dsyphagie (Schluckstörung), Dysarthrie/ Dysartophonie (Sprechstörungen), Aphasie (Sprachstörung), Dsyphonie (Stimmstörung) und Fazialisparese (Gesichtsnervlähmung) behandelt. Zusätzlich dazu finden häufig Angehörigenberatungen statt. In einer Rehaklinik für Logopädie wird die Patientin oder der Patient je nach Erkrankung mittels verschiedener Therapien behandelt. Beispielsweise wird an der Haltung, Atmung, Wahrnehmung und der Sensibilisierung des Gesicht- und Mundraumes gearbeitet. Somit werden in einer Sprach-Rehaklinik unter anderem die Muskelkraft- und -koordination verbessert und die Schlucktechniken erarbeitet.

Aufgaben der Logopäden

Die Logopäden sind für Sie da, wenn:

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  • die Sprachfunktionen aufgrund einer Hirnschädigung gestört ist. Die häufigste akute Sprachstörung ist die Aphasie. Hierbei kann es zu Wortfindungsstörungen, Wortverwechslungen, Satzbaustörungen, Störungen beim Lesen und Schreiben sowie zu Störungen im Verstehen von Sprache kommen.
  • sich das Sprechen verändert hat. Patienten mit einer Sprechstörung haben Schwierigkeiten im Hinblick auf die Bewegungsausführung der Lippen, Zunge, des Gaumensegels und des Kiefers beim Sprechen. Häufig sind auch der Stimmklang, die Körperhaltung und die Grundspannung des Körpers betroffen. Ursache einer zentralen Sprechstörung, auch Dysarthrie genannt, kann ebenso eine Hirnschädigung sein. Auch nach tumorchirurgischen Eingriffen kann es zu einer Sprechstörung (z.B. Dysglossie, Rhinophonie) mit Defiziten hinsichtlich der Artikulation und Stimmgebung kommen.
  • Sie aufgrund einer Apraxie unter einer Störung in der Steuerung der Sprech- und Schluckorgane ohne zugrundeliegende Lähmung leiden.
  • Sie unter Schluckbeschwerden leiden. Schluckstörungen (Dysphagien) können sowohl hirnorganisch als auch tumorchirurgisch bedingt sein. Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme. Hier kann es beim Kauen und Transportieren der Nahrung sowie bei der Auslösung des Schluckvorgangs zu Problemen kommen.
  • Ihr Stimmklang pathologisch verändert ist. Eine Dysphonie kann funktionell, also ursächlich durch falschen Stimmgebrauch, oder organisch bedingt sein.
  • eine Lähmung der Gesichtsmuskulatur auftritt. Während eine zentrale Fazialisparese oft nur eine Lähmung der Mundpartie mit sich führt, ist bei einer peripheren Gesichtsnervenlähmung häufig die gesamte Gesichtshälfte betroffen.

Zu den Aufgaben der Logopäden zählen neben der Aufklärung der Patienten außerdem die Beratung Ihrer Angehörigen sowie die Vermittlung an niedergelassene Therapeuten im Anschluss an den klinischen Aufenthalt. Um eine optimale und individuell angepasste Behandlung zu gewährleisten, nehmen wir regelmäßig an Weiterbildungen teil.

Diagnostische Verfahren in der Logopädie

Zur Diagnostik von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen stehen verschiedene standardisierte Verfahren zur Verfügung, wie z.B.:

  • Aachener Aphasie Test
  • Aphasie-Check-Liste
  • Lexikon Modellorientiert Aphasietherapie (z.B. patientenorientierte Diagnostik und Therapie mit Blick auf Grunderkrankung (zentrale oder periphere Störung)
  • Frenchay Dysarthrie Untersuchung
  • Untersuchung Neurologischer Sprechstörungen

Therapieansätze in der Logopädie

Die Therapieansätze in der Logopädie sind vielfältig und richten sich nach dem individuellen Bedarf des Patienten. Einige Beispiele sind:

  • Artikulationstherapie
  • Therapie von Redeflussstörungen
  • Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation bei u.a. Fazialisparese

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