Kopfschmerzen und geschwollener Sehnerv: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Kopfschmerzen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Während die meisten Kopfschmerzen spontan auftreten und von selbst wieder verschwinden, können regelmäßige oder anhaltende Kopfschmerzen auf ernsthafte Ursachen hinweisen, die möglicherweise die Augen betreffen. Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass Augenprobleme oder -erkrankungen Kopfschmerzen verursachen können, obwohl dies ein häufiges Phänomen ist. Es ist wichtig, dies nicht zu unterschätzen, da zwischen den Augen und dem Gehirn eine enge Verbindung besteht, nämlich der Sehnerv. Beschwerden in diesem Bereich können Schmerzen verursachen, die nicht nur lokal, sondern auch in der näheren Umgebung auftreten. Daher ist es wichtig, die verschiedenen Ursachen von Kopfschmerzen im Zusammenhang mit den Augen zu verstehen und zu wissen, wann ein Arzt aufgesucht werden sollte.

Augenprobleme als Ursache von Kopfschmerzen

Oftmals nehmen Betroffene mit Kopfschmerzen nicht wahr, dass die Schmerzen eigentlich von den Augen ausgehen. Eine Augenerkrankung kann zu Beschwerden führen, die als Schmerzen in der Stirn, in den Ohren oder an den Zähnen wahrgenommen werden. Einige Augenerkrankungen verursachen zunächst Irritationen in den Nervenfasern, was zu Kopfschmerzen führen kann.

Es ist wichtig zu beachten, dass Kopfschmerzen nicht unbedingt mit den Augen zusammenhängen müssen, aber es ist ratsam, Augenprobleme auszuschließen, um die tatsächliche Ursache und die geeignete Therapie zu finden.

Häufige Ursachen von Kopfschmerzen im Zusammenhang mit den Augen

Es gibt verschiedene Augenprobleme, die Kopfschmerzen verursachen können. Zu den häufigsten gehören:

Trockene Augen

Trockene Augen sind in der heutigen Gesellschaft weit verbreitet, oft verursacht durch längere Bildschirmarbeit. Weitere Ursachen sind Wind, trockene Luft oder Rauch. Trockene Augen entstehen, wenn der natürliche Tränenfilm gestört ist oder zu wenig Tränenflüssigkeit produziert wird. Dies führt zu einer unzureichenden Befeuchtung der Augenoberfläche und erhöht das Risiko von Irritationen. Betroffene verspüren oft ein "Fremdkörpergefühl", Schmerzen oder Brennen im Auge, das sich auf die angrenzende Umgebung und somit auch den Kopf auswirken kann.

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Zur Linderung der Beschwerden können künstliche Tränenflüssigkeit und regelmäßige Bildschirmpausen helfen.

Überanstrengung der Augen durch Sehfehler

Wenn die Augen, beispielsweise aufgrund von Kurz- oder Weitsichtigkeit, überanstrengt sind, treten vor allem abends Kopfschmerzen auf. Dies ist oft der Fall, wenn Brille oder Kontaktlinse nicht die richtige Stärke haben. Auch Lesen, Nähen, langes Arbeiten am Bildschirm und zu geringe oder zu intensive Beleuchtung können Schmerzen verursachen.

Eine Augenuntersuchung kann die Ursache der Fehlsichtigkeit feststellen und ein "verstecktes Schielen" ausschließen. In den meisten Fällen kann die Stärke der Brille oder Kontaktlinsen entsprechend angepasst werden.

Augenentzündungen

Verschiedene Augenentzündungen können ebenfalls Kopfschmerzen verursachen. Eine Hornhautentzündung kann starke Schmerzen verursachen, die den gesamten Kopfbereich betreffen. Meist ist die Hornhaut verletzt, was zur Austrocknung sowie Schädigung durch Keime und UV-Strahlen führen kann. Auch andere Augenentzündungen, wie Entzündungen der Augenlider, der Tränensäcke oder -drüsen sowie der Leder- oder Regenbogenhaut, können Kopfschmerzen verursachen.

Akuter Glaukomanfall

Ein akuter Glaukomanfall, bei dem der Augeninnendruck besonders stark ansteigt, kann ebenfalls zu starken Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen führen. Die Sehkraft ist gemindert. In einigen Fällen kann es nach einigen Tagen oder Wochen plötzlich zum Verlust der Sehkraft auf einem Auge kommen. Betroffen sind häufig ältere Personen.

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Riesenzellarteriitis

Die Riesenzellarteriitis ist eine Entzündung der großen und mittelgroßen Arterien, die vor allem ältere Menschen betrifft. Sie kann pulsierende Kopfschmerzen verursachen, die oft beim Kauen auftreten.

Augenmigräne

Eine Migräne muss nicht zwangsläufig mit Kopfschmerzen einhergehen. Bei der Augenmigräne stehen visuelle Störungen im Mittelpunkt. Dazu gehören beispielsweise Gesichtsfeldausfälle (Skotome), Flimmern vor den Augen oder Lichtblitze. Die Augenmigräne wird auch als ophthalmische Migräne bezeichnet und kann für Betroffene aufgrund der Symptome anfangs besorgniserregend sein. Im Normalfall entstehen jedoch keine Folgen oder Komplikationen.

Symptome der Augenmigräne

  • Ein Flackern oder Flimmern im Auge, manchmal auch bei geschlossenen Augen
  • Gesichtsfeldausfälle (Skotom, der Wahrnehmungsbereich des Auges ist verkleinert)
  • Lichtblitze im Auge mit Gesichtsfeldausfällen (auch als Flimmerskotom bezeichnet)
  • Kurzzeitiger Sehverlust auf einem Auge

Flimmerskotome können in verschiedenen Varianten erscheinen, beispielsweise als Lichtblitze oder Zickzacklinien, die sich in Form eines Halbkreises weiter ausbreiten. In der Regel benötigen diese visuellen Erscheinungen 10 bis 30 Minuten von der Entstehung bis hin zum Maximum und weisen eine Frequenz von 8 bis 12 Flimmerbewegungen pro Sekunde auf.

Zusätzlich können Begleitsymptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Lichtempfindlichkeit auftreten.

Ursachen der Augenmigräne

Die genauen Ursachen der Augenmigräne sind bis heute nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass Durchblutungsstörungen im Bereich der Sehrinde oder ein Ungleichgewicht von Hemmung und Erregung in den Nerven, die mit dem Sehnerv verbunden sind, eine Rolle spielen.

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Was tun bei Augenmigräne?

  • Zieh dich in ein ruhiges und abgedunkeltes Zimmer zurück.
  • Leg ein kühles Tuch auf dein Gesicht.
  • Versuch, dich zu entspannen. Dafür empfiehlt es sich, ein Entspannungsverfahren wie die Muskelentspannung nach Jacobson zu lernen.

In der Regel vergehen die Beschwerden wie Flimmerskotome oder Flackern im Auge von allein wieder, sodass die Behandlung einer Augenmigräne ohne Medikamente auskommt. Sollten die Beschwerden jedoch häufig und intensiv sein, halt Rücksprache mit deinem Arzt. In manchen Fällen kannst du auf ein Schmerzmittel zurückgreifen. Möglicherweise eignen sich Arzneimittel, die auch bei der Migräne-Therapie zum Einsatz kommen, bei Augenmigräne.

Weitere mögliche Ursachen

Neben den oben genannten Ursachen gibt es noch weitere Faktoren, die Kopfschmerzen im Zusammenhang mit den Augen verursachen können:

  • Verspannungen der Halsmuskulatur: Verspannungen der Halsmuskeln oder Veränderungen an den Halswirbeln können ebenfalls Kopfschmerzen verursachen, die oft im Bereich der Augen, Stirn und Schläfen liegen.
  • Nebenhöhlenentzündung und Erkältung: Entzündungen der Nasennebenhöhlen können ebenfalls zu Kopfschmerzen hinter den Augen führen.
  • Erhöhter Augendruck: Ein erhöhter Augendruck, der den Sehnerv belastet, kann Symptome eines Glaukomanfalls sein und im schlimmsten Fall zur Erblindung führen.
  • Augenflimmern: Der plötzliche Ausfall eines Teils des Gesichtsfeldes, umrahmt von einem flimmernden, zickzackförmigen Rand, wird auch als Flimmerskotom bezeichnet und kann Begleitsymptom einer Migräne mit Aura sein.
  • Augenzucken: Das Zucken der Augenlider (auch Myokomie genannt) ist ein alle paar Sekunden auftretender unwillkürlicher Krampf der Augenlidmuskeln und kann Begleitsymptom von Netzhautmigräne oder Clusterkopfschmerzen sein.
  • Asthenopie: Überbelastung der Augen durch Computerarbeit kann zu Asthenopie führen, deren Symptome Kopfschmerzen, verschwommene Sicht und eine Verschlechterung des Sehvermögens sind.
  • Grüner Star (Glaukom): Ein Symptom des Glaukoms ist ein von außen eingeengtes Sichtfeld, verbunden mit heftigen Schmerzen im Auge und auf der gleichen Seite des Kopfes.
  • Trigeminusneuralgie: Der Begriff steht für Gesichtsschmerzen, die durch den Drillingsnerv (Nervus trigeminus) verursacht werden und zur Stirn und zu Ober- und Unterkiefer reichen.
  • Hirnaneurysma: Eine sackartige Ausbuchtung an den Gehirnarterien kann, wenn sie reißt, extrem starke Kopfschmerzen, Augenschmerzen und Nackensteifigkeit verursachen.
  • Halswirbelprobleme: Verschiebungen des Atlas-Wirbels (erster Halswirbel) oder das Zervikalsyndrom können ebenfalls Augenschmerzen verursachen.
  • Verspannte Kiefermuskeln: Verspannte Kiefermuskeln können ebenfalls Augenschmerzen verursachen, da die Muskelbereiche von Augen und Kiefer miteinander verbunden sind.
  • Cluster-Kopfschmerz: Typisch ist, dass die Schmerzen in, hinter oder um ein Auge herum liegen, üblicherweise linksseitig oder rechts, also nur auf einer Seite des Kopfes. Sie können in den Hals ausstrahlen. Der Schmerz wird oft als durchdringend, scharf und brennend beschrieben.

Der Sehnerv und seine Erkrankungen

Der Sehnerv (Nervus opticus) ist einer der 12 Hirnnerven und leitet die Informationen von der Netzhaut des Auges zum Gehirn. Es gibt eine Vielzahl von Sehnervenerkrankungen, die sich in der Regel durch Gesichtsfeldausfälle und eine Sehverschlechterung manifestieren. Je nach Lokalisation unterscheidet man eine Entzündung des Sehnervenkopfes (Papillitis) von einer Entzündung im hinteren Sehnervenabschnitt (Retrobulbärneuritis). Dabei kann ein breites Spektrum von Symptomen auftreten, zum Beispiel Kopfschmerzen, Druckschmerzen und Augenbewegungsschmerzen bis hin zu Farbsehstörungen und Sehverlust.

Stauungspapille

Bei einer Stauungspapille kommt es in der Regel beidseits zu einer Schwellung des Sehnervenkopfes, was zu einer randunscharfen Begrenzung führt. Sie tritt häufig symptomlos auf und geht erst im Verlauf mit Kopfschmerzen, Gesichtsfeldeinschränkungen und Sehverschlechterung einher. Ursächlich ist in der Regel ein multifaktoriell bedingter erhöhter Hirndruck.

Ischämische Optikusneuropathie (AION)

Die AION ist eine häufige Ursache für eine plötzliche Sehverschlechterung bei Patienten über fünfzig. Die Ursache für diese Erkrankung ist der Ausfall der Blutversorgung des Sehnervs, was zu einer Schädigung der Nervenfasern führt. Symptome sind eine schmerzlose, sich verschlechternde Sehfähigkeit (die Sicht ist verschwommen, verschattet und dunkel, Farben wirken abgeblasst) mit Gesichtsfeldausfällen.

Man unterscheidet eine entzündliche Genese (aAION), die sogenannte Riesenzellarteriitis (Arteriitis temporalis) von einer nichtentzündliche Genese (nAION). Zu den nAION zählen Gefäßversschlüsse (Embolien) durch Arterienverkalkungen, sowie nächtliche Blutdruckabfälle. Symptomatisch für eine aAION sind neben einer plötzlichen Sehverschlechterung Schläfenkopfschmerz, sowie Kauschmerz.

Optikusatrophie

Die Optikusatrophie beschreibt das irreversible Absterben der Nervenfasern, was symptomatisch mit Gesichtsfeldeinschränkungen und einer Sehverschlechterung einhergehen kann. Die Optikusatrophie ist Folge einer vorangegangenen Erkrankung (z. B. Glaukom, Sehnervenentzündung, Sehnerveninfarkt).

Diagnose von Kopfschmerzen im Zusammenhang mit den Augen

Bei häufigen oder länger andauernden Kopfschmerzen ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen und sich auch augenärztlich untersuchen zu lassen, um die Ursache zu finden und eine Grunderkrankung (wie einen bösartigen Tumor oder einen augenärztlichen Notfall) auszuschließen.

Zur Diagnose von Kopfschmerzen im Zusammenhang mit den Augen können verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden:

  • Anamnese: Der Arzt wird ausführlich nach der Krankheitsgeschichte fragen, um Informationen über die Art, Häufigkeit und Dauer der Kopfschmerzen sowie Begleitsymptome zu erhalten.
  • Augenärztliche Untersuchung: Diese umfasst Sehtests, Augeninnendruckmessungen und Untersuchungen des Augenhintergrundes, um Augenprobleme wie Fehlsichtigkeit, Entzündungen oder Glaukom auszuschließen.
  • Neurologische Untersuchung: Bei Verdacht auf neurologische Ursachen, wie Migräne oder Hirntumore, kann eine neurologische Untersuchung mit bildgebenden Verfahren wie MRT durchgeführt werden.
  • Weitere Untersuchungen: Je nach Verdacht können weitere Untersuchungen wie Blutuntersuchungen, Liquorpunktion oder Elektrophysiologische Untersuchungen (ERG, EOG und VEP) erforderlich sein.

Behandlung von Kopfschmerzen im Zusammenhang mit den Augen

Die Behandlung von Kopfschmerzen im Zusammenhang mit den Augen richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache.

  • Korrektur von Sehfehlern: EineBrille oder Kontaktlinsen mit der richtigen Stärke können Kopfschmerzen lindern, die durch Überanstrengung der Augen verursacht werden.
  • Behandlung von Augenentzündungen: Augenentzündungen werden je nach Ursache mit Antibiotika, Virostatika oder entzündungshemmenden Medikamenten behandelt.
  • Senkung des Augeninnendrucks: Bei einem Glaukomanfall muss der Augeninnendruck umgehend gesenkt werden, um Schäden am Sehnerv zu verhindern.
  • Migräneprophylaxe: Zur Vorbeugung von Augenmigräne können Medikamente wie Magnesium und Vitamin B12 eingesetzt werden.
  • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie Muskelentspannung nach Jacobson, Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen und Kopfschmerzen zu lindern.
  • Schmerzmittel: Bei Bedarf können Schmerzmittel zur Linderung von Kopfschmerzen eingenommen werden.
  • Weitere Maßnahmen: Je nach Ursache können weitere Maßnahmen wie Physiotherapie, Akupunktur oder eine Operation erforderlich sein.

Tipps zur Vorbeugung von Kopfschmerzen im Zusammenhang mit den Augen

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die helfen können, Kopfschmerzen im Zusammenhang mit den Augen vorzubeugen:

  • Regelmäßige Pausen bei Bildschirmarbeit: Achten Sie auf regelmäßige Pausen und entspannen Sie Ihre Augen, indem Sie in die Ferne schauen.
  • Richtige Beleuchtung: Sorgen Sie für eine ausreichende und blendfreie Beleuchtung am Arbeitsplatz.
  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Achten Sie auf einen ergonomischen Arbeitsplatz, der Ihren Körper und Ihre Augen entlastet.
  • Ausreichend trinken: Trinken Sie ausreichend Wasser, um trockene Augen zu vermeiden.
  • Stress reduzieren: Vermeiden Sie Stress und sorgen Sie für ausreichend Entspannung.
  • Regelmäßige Augenuntersuchungen: Lassen Sie Ihre Augen regelmäßig untersuchen, um Sehfehler oder andere Augenprobleme frühzeitig zu erkennen und behandeln zu lassen.
  • Vermeiden von Triggern: Identifizieren Sie Ihre individuellen Trigger für Augenmigräne und vermeiden Sie diese.

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