Krampfanfälle bei Mädchen in der Pubertät: Ursachen und Zusammenhänge mit der Menstruation

Die Pubertät ist eine Zeit großer Veränderungen im Körper eines Mädchens. Hormonelle Schwankungen können verschiedene Symptome auslösen, darunter auch Krampfanfälle. Es ist wichtig zu verstehen, welche Ursachen hinter diesen Anfällen stecken können, insbesondere im Zusammenhang mit der Menstruation.

Was ist ein Krampfanfall?

Ein Krampfanfall, medizinisch auch als Synkope bezeichnet, ist ein plötzlicher Bewusstseinsverlust von kurzer Dauer. Synkopen treten bei Kindern und jungen Erwachsenen häufig auf und können unterschiedlichen Ursprungs sein. Bei einem Ohnmachtsanfall (Synkope) tritt ein vorübergehender Bewusstseinsverlust auf, der in der Regel dazu führt, dass die Betroffenen zusammenbrechen oder umfallen. Synkopen treten plötzlich auf und haben in der Regel eine kurze Dauer von 30-60 Sekunden bis max. 5 Minuten. Manchmal wird der Bewusstseinsverlust von Krämpfen begleitet. Ursache ist eine vorübergehende Minderversorgung des Gehirns mit Blut. Die Minderversorgung kann unterschiedlichen Ursprungs sein. Anschließend kehrt das Bewusstsein von alleine wieder zurück.

Synkopen treten bei Kindern und jungen Erwachsenen häufig auf. 15 % aller Kinder unter 18 Jahren erleben mindestens einen Ohnmachtsanfall. Typischerweise sind Kinder und Jugendliche im Alter von 10-21 Jahren und Mädchen häufiger als Jungen betroffen. Eine Ohnmacht kann vielerlei Ursachen haben. Zugrunde liegt eine vorübergehend unzureichende Blutversorgung des Gehirns. Dabei ist die Ohnmacht eine Art Schutzmechanimus: Wenn die betroffene Person ohnmächtig wird und auf den Boden sinkt, wird das Gehirn in der waagerechten Lage wieder besser durchblutet als im Stehen.

Häufige Ursachen von Krampfanfällen bei Mädchen in der Pubertät

Reflexsynkope

Eine häufige Art der Synkope bei Kindern ist die Reflexsynkope. Sie tritt bei Kleinkindern als sog. „Affektkrampf" auf, bei dem ein Schreck oder eine emotionale Belastung Auslöser sein kann. Affektkrämpfe können in drei Unterformen eingeteilt werden. Bei einer Form des Affektkrampfes führt heftiges Schreien zum Blauanlaufen (Zyanose) des Kindes mit vorübergehendem Atemstillstand und anschließender Bewusstlosigkeit. Bei einer anderen Form bleibt das Schreien meist aus oder beschränkt sich auf einen kurzen Aufschrei. Das Kind wird blass, anschließend ohnmächtig und kann Krämpfe zeigen. Zusätzlich gibt es auch Mischformen.

Bei größeren Kindern und Jugendlichen (meist 10-21 Jahren) werden Reflexsynkopen z. B. durch Schmerzen, den Anblick von Blut oder einen unerträglichen Geruch ausgelöst. In der Mehrzahl der Fälle ereignen sich Reflexsynkopen nach längerem Stehen. Sie kündigen sich meist durch Schwindelgefühle, Schwarzwerden vor den Augen, Augenflimmern, verschwommenes Sehen, Hitze- oder Kältegefühl, Schweißausbrüche oder Übelkeit an. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen sacken dann üblicherweise zusammen. Die Bewusstlosigkeit hält nur kurz an. Beim Erwachen wissen die Kinder und Jugendlichen, wo sie sich befinden und erinnern sich in der Regel an den Beginn des Sturzes. Betroffene können sich allerdings noch mehrere Stunden abgeschlagen und unwohl fühlen. Situationssynkopen, die auch zu den Reflexsynkopen gezählt werden, treten z. B. beim Wasserlassen, Husten, Niesen oder Lachen auf.

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Orthostatische Synkope

Ein anderer häufiger Grund für eine Synkope ist ein schneller Lagewechsel vom Liegen oder Sitzen zum Stehen: Steuert der Herzmuskel nicht sofort dagegen und pumpt verstärkt Blut, kann der Blutdruck plötzlich abfallen (orthostatische Hypotension, d. h. Blutdruckabfall durch Lagewechsel). Das Blut „versackt" in der unteren Körperhälfte. Dadurch wird das Gehirn einige Sekunden lang zu wenig mit Blut versorgt. Flüssigkeitsmangel kann das Auftreten von orthostatischen Synkopen begünstigen.

Menstruationsbeschwerden (Dysmenorrhö)

Der Begriff Dysmenorrhö bezeichnet krampf- oder kolikartige Schmerzen während der Menstruation. Bis zu 80 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter leiden darunter; allerdings variieren die Krankheitsraten in der Literatur erheblich (1). Oft strahlen die Schmerzen bis in den Rücken aus und sind mit Übelkeit, Erbrechen und/oder Durchfall verbunden. Bei Heranwachsenden sind Menstruationsbeschwerden der häufigste Grund für einen Arztbesuch und für die Einnahme von Schmerzmitteln. Sie leiden meist an primärer Dysmenorrhö - das heißt, die Beschwerden haben im ersten Jahr nach der Menarche begonnen, und es ist keine organische Ursache feststellbar. Von einer sekundären Dysmenorrhö spricht man, wenn die Frau plötzlich an Monatsbeschwerden leidet, die sie früher nicht hatte. Oft sind Endometriose oder Myome die Ursachen. Zyklische oder nicht-zyklische Unterleibsschmerzen können jedoch viele weitere Gründe haben: entzündliche Prozesse im Bauchraum, zum Beispiel an der Gebärmutter (Endometritis), den Eileitern oder Eierstöcken (Salpingitis, Oophoritis) oder am Darm (Appendizitis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), Zysten an den Eierstöcken oder auch Harnwegsinfekte. Verantwortlich für die Schmerzen bei primärer Dysmenorrhö ist vermutlich eine erhöhte Produktion von Prostaglandinen und Leukotrienen, die zu verstärkten Gebärmutterkontraktionen und einer schmerzhaften Minderdurchblutung (Ischämie) der Uterusschleimhaut führt. Auch eventuelle Begleitsymptome wie Übelkeit, Diarrhö und Kopfschmerzen lassen sich durch den Einfluss der Prostaglandine erklären. Zu den Risikofaktoren für eine primäre Dysmenorrhö zählen eine frühe Menarche, Rauchen und eine schlanke Figur (BMI unter 20 kg/m2). Auch körperliche und/oder sexuelle Gewalterfahrungen scheinen die Erkrankungsgefahr zu vergrößern.

Für junge Mädchen ist es nur ein kleiner Trost, dass Menstruationsbeschwerden im Lauf der Jahre tendenziell abnehmen. Doch obwohl Dysmenorrhö sehr weit verbreitet ist, ist sie keinesfalls eine »normale« Begleiterscheinung des weiblichen Hormonzyklus oder eine Bagatelle. Medizinisch zählt sie zu den chronischen Schmerzzuständen, die frühzeitig und ausreichend therapiert werden sollten, um ein Schmerzgedächtnis zu vermeiden. Studien zeigen, dass Menstruationsschmerzen zudem das Risiko für nicht-zyklische Beckenschmerzen, Depressionen und Angsterkrankungen erhöhen (7). Auch die Schmerzempfindlichkeit und die zentralnervöse Schmerzverarbeitung sind oft verändert. Viele junge Mädchen versorgen sich bei Regelschmerzen auf eigene Faust mit Analgetika aus der Apotheke oder erhalten diese von ihrer Mutter. In Studien haben sich nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) im Vergleich zu Paracetamol als wirksamer erwiesen (3). NSAR hemmen die Prostaglandin-Synthese über eine Inhibition der daran beteiligten Cyclooxygenase-Enzyme COX-1 und COX-2. Als Mittel der ersten Wahl gelten Naproxen und Ibuprofen. Laut Cochrane-Review (3) liegen keine Daten vor, die die Überlegenheit eines Präparats hinreichend belegen würden. Auch selektive COX-2-Hemmer zeigten gegenüber den traditionellen NSAR keine bessere Wirksamkeit oder Verträglichkeit. Bei starken Krämpfen wird gelegentlich das Spasmolytikum Butylscopolamin empfohlen, das auch in Kombination mit Paracetamol erhältlich ist. Bei Herzrhythmusstörungen, Engwinkelglaukom oder Muskelschwäche ist es kontraindiziert. Acetylsalicylsäure (ASS) scheint bei primärer Dysmenorrhö ebenfalls effektiv zu sein, kann aber die Blutung verstärken. Wenn die Schmerzreduktion durch Analgetika nicht ausreicht oder die Frau ohnehin eine Verhütung wünscht, verordnet der Arzt häufig kombinierte orale Kontrazeptiva. Im Vergleich zu Placebo erwiesen sie sich bei der primären Dysmenorrhö als signifikant wirksamer (4). Auch hier fand sich kein Beleg, dass ein Präparat effektiver ist als andere. Die Anwendung im Langzyklus ohne monatliche Einnahmepause hat den Vorteil, dass Abbruchblutungen und die damit verbundenen Schmerzen ausbleiben. Traditionell werden häufig auch pflanzliche Mittel bei Regelschmerzen eingesetzt. Bewährt haben sich hier beispielsweise Frauenmantel (Alchemilla vulgaris), Mönchspfeffer oder Keuschlamm (Vitex agnus castus), Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa), Schafgarbe (Achillea mille­fo­lium) und Gänsefingerkraut (Potentilla anserina). Manche Frauen machen gute Erfahrungen mit Nahrungsergänzungen oder alternativen Therapien. Omega-3-Fettsäuren können regulierend auf die Prostaglandin-Synthese wirken und dadurch Menstruationsschmerzen lindern (5). Die Versorgung lässt sich durch regelmäßige Fischmahlzeiten oder Nahrungsergänzungsmittel verbessern. Auch die Einnahme von Magnesium kann helfen, Krämpfen der Uterusmuskulatur vorzubeugen. Wärme wirkt entspannend und durchblutungsfördernd. Die meisten Patientinnen empfinden sie als wohltuend. Helfen kann beispielsweise ein heißes Vollbad, eine Wärmflasche, ein Kirschkernkissen oder ein spezielles Wärmepflaster aus der Apotheke, das auf Bauchhöhe in den Slip geklebt wird. Ein Arztbesuch ist vor allem dann notwendig, wenn die Unterleibsschmerzen sehr stark sind oder plötzlich schlimmer werden. Von einer sekundären Dysmenorrhö sprechen Mediziner, wenn die Regelblutung früher ohne Beschwerden verlief. Meist entwickelt sich eine sekundäre Dysmenorrhö erst nach dem 25. Lebensjahr, ist aber auch bei jungen Mädchen nicht ganz auszuschließen. Schmerzursache Nr. Schätzungen zufolge leiden 5 bis 15 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter an Endometriose. Je nachdem, wo sich die Endometriose-Herde befinden, können die Symptome ganz unterschiedlich ausgeprägt sein.

Seltene Ursachen

Herzerkrankungen, z. B. Herzrhythmusstörungen oder angeborene Herzfehler, können ebenfalls ursächlich für Synkopen sein (Kardiale Synkope). Kommt es infolge von körperlicher Anstrengung oder in Rückenlage zu einer Synkope, kann dies für eine kardiale Ursache sprechen.

Abgrenzung zu anderen Ursachen für Bewusstlosigkeit

Es ist wichtig, Synkopen von anderen Erkrankungen abzugrenzen, bei denen es zur Bewusstlosigkeit kommt. Hierzu zählen neurologische Erkrankungen, z. B. die Epilepsie. Bei Stoffwechselerkrankungen kann ein zu niedriger Blutzucker (Hypoglykämie) oder eine Elektrolytstörung zu Bewusstlosigkeit führen. Psychische Erkrankungen wie Panikstörungen können mit einer Hyperventilation einhergehen, die zur Ohnmacht führt.

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Katameniale Epilepsie

In Deutschland leben etwa 400.000 Frauen mit Epilepsie, welche oftmals lebenslang auf die Einnahme von Medikamenten angewiesen sind. In Studien konnte nachgewiesen werden, dass Sexualhormone Einfluss auf die neuronale Erregbarkeit und somit auf die Auslösung epileptischer Anfälle haben. Östrogene scheinen dabei anfallsbegünstigend zu wirken, während Progesterone und deren Abkömmlinge eher anfallsmindernd wirken. Mit dem Eintritt in die Pubertät treten die ersten relevanten hormonellen Veränderungen auf, die zu einem allmählichen Anstieg der Östrogene im Blut führen.

Auch während des menstruellen Zyklus kann, bedingt durch die hormonellen Veränderungen, die Anfallsfrequenz variieren. Man bezeichnet dies als katameniale Epilepsie. Definitionsgemäß ist damit die Verdoppelung der täglichen Anfallsfrequenz in einer bestimmten Zyklusphase in sechs aufeinanderfolgenden Monaten gemeint. So lassen sich beispielsweise in der Mitte des Zyklus(Tag 10 bis 13) infolge des Östrogenmaximums Anfallshäufungen nachweisen, ebenso wie am Zyklusende um die Monatsblutung (ab Tag 25), bedingt durch den Progesteronabfall (Abb. Ein sorgfältig geführter Anfallskalender, der gleichzeitig die Dokumentation der Monatsblutung mit einschließt, kann hier die Diagnosestellung erleichtern.

Die Angaben über das Vorkommen einer katamenialen Epilepsie variieren stark und werden zwischen 10 und 78 % angegeben. Therapeutisch lässt sich nur bedingt eingreifen. Durch die Langzeiteinnahme eines hormonellen Kontrazeptivums (Pille) versucht man den menstruellen Zyklus zu unterdrücken, und die Anfallsfrequenz zu senken. Allerdings ist die Anwendung einer östrogen-haltigen Pille nicht in Kombination mit jedem Antiepileptikum möglich.

Bei Frauen mit Epilepsie treten Störungen der Fruchtbarkeit häufiger auf als in der Normalbevölkerung. Ca. 15 - 20 % der Epilepsie-Patientinnen weisen Störungen des Menstruationszyklus wie Zwischenblutungen, Ausbleiben der Regelblutung oder Zyklen ohne Eisprung auf. Gehäuft treten diese Phänomene auf, wenn die Epilepsie den Schläfenlappen betrifft. Auch Antiepileptika, wie zum Beispiel die Valproinsäure, können durch einen Abfall des Östradiolspiegels Zyklusunregelmäßigkeiten bedingen.

Das Thema der Empfängnisverhütung spielt bei Frauen mit Epilepsie eine besondere Rolle, da die Auswahl der Verhütungsmethode stets in Abhängigkeit von Wechselwirkungen mit den eingenommenen Antiepileptika getroffen werden sollte. So bewirken stark enzyminduzierende Antiepileptika eine verminderte Sicherheit der klassischen östrogenhaltigen Pille. Ergänzend ein wichtiger Hinweis zum Wirkstoff Lamotrigin: Die Anwendung einer östrogenhaltigen Pille senkt den Serumspiegel um bis zu 50 %. Sollte die Kombination Lamotrigin und Pille dennoch erwogen werden, ist eine engmaschige Kontrolle des Serumspiegels, gegebenenfalls auch eine Dosisanpassung durchzuführen.

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Eine Schwangerschaft sollte bei Frauen mit Epilepsie in besonderer Weise vorbereitet und betreut werden. Die Häufigkeit epileptischer Anfälle ändert sich bei der Hälfte der betroffenen Frauen in der Schwangerschaft nicht. Bei 25 % der Frauen nimmt sie zu, bei 25 % verringert sie sich. Bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft sollte mit dem betreuenden Neurologen Rücksprache über ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko bedingt durch die antiepileptische Medikation genommen werden. Die verschiedenen Antiepileptika unterscheiden sich in Hinsicht auf Fehlbildungsrisiko für das Un-geborene erheblich. Als günstige Wirkstoffe haben sich Lamotrigin und Leve-tiracetam erwiesen, während z .B. Valproinsäure und Topiramat eher eine hohe Fehlbildungsrate aufweisen (s. a. Epilepsie und schwanger? Generell sollte eine Monotherapie in möglichst niedriger Dosierung angestrebt und Kombinationstherapien vermieden werden. Prophylaktisch wird die Einnahme von 5 mg Folsäure empfohlen. Bei Lamotrigin ist zu beachten, dass eine engmaschige Kontrolle des Serumspiegels im Verlauf der Schwangerschaft erforderlich ist, um das Absinken des Wirkspiegels frühzeitig zu erfassen und entsprechend durch Dosisanpassungen entgegenzuwirken. Dosisanpassungen sind unter Therapie mit Lamotrigin ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zu erwarten.

Die Menopause markiert die letzte Menstruation, auf die keine weitere Regelblutung mehr folgt. Als Perimenopause wird die Lebensphase ein bis zwei Jahre vor und nach der Menopause bezeichnet. In diesem Lebensabschnitt endet die Fruchtbarkeit der Frau aufgrund der nachlassenden Funktion der Eierstöcke. Das durchschnittliche Lebensalter bei Erreichen der Menopause beträgt 51 Jahre. Bei Frauen mit Epilepsie ist dieser Zeitpunkt häufig deutlich vorverlegt, im Mittel sind die Frauen 40 Jahre alt. In der Perimenopause gerät das zyklische Gleichgewicht des anfallssteigernden Östrogens und des anfallsmindernden Progesterons durcheinander. Zwar reifen in dieser Phase weiterhin östrogenproduzierende Follikel heran, durch ein gehäuftes Ausbleiben des Eisprungs wird jedoch weniger Progesteron freigesetzt. Somit kommt es zu einem „Östrogenüberschuss“, welcher in dieser Lebensphase eine Zunahme der Anfallsaktivität bedingen kann. Bei etwa 15 % der Epilepsie-Patientinnen manifestiert sich die Epilepsie in der Perimenopause.

Endometriose

Bei der Endometriose liegen ähnliche Zellen wie in der Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter vor und können Beschwerden verursachen. Oft sind solche sogenannten Endometrioseherde in der gesamten Bauchhöhle verteilt, so dass sowohl das Bauchfell, die Scheidenwand, der Darm als auch die Eierstöcke betroffen sein können. Solche „verirrten“ oder versprengten Gebärmutterschleimhautzellen, bereiten manchmal gar keine Beschwerden. Die versprengten Endometrioseherde reagieren auf den Hormonzyklus und wachsen daher ebenso wie die Gebärmutterschleimhaut. In der Folge können während des Menstruationszyklus verstärkte und krampfartige Schmerzen auftreten - verbunden mit chronischen Bauch- und Rückenschmerzen. Endometrioseherde bluten bei jeder Menstruation mit. Da das Blut nicht abfließen kann, können sich Blutansammlungen und Zysten bilden. Zwar wird das Blut langsam vom umliegenden Gewebe aufgenommen und abgebaut, jedoch verursachen die monatlich wiederkehrenden Blutansammlungen außerhalb der Gebärmutter kontinuierlich Reizungen und Entzündungen. Langfristig führt dies zu Verwachsungen und nicht umkehrbaren Veränderungen in den betroffenen Bereichen. Staut sich das Blut in einem Organ auf, führt dies beispielsweise an den Eierstöcken zu sogenannten „Schokoladenzysten": mit geronnenem, altem Blut gefüllte Hohlräume, die bräunlich erscheinen und flüssiger Schokolade ähneln. Nicht jede Endometriose verursacht Beschwerden. außerhalb der Genitale: z. B. Betroffene Frauen leiden häufig unter einer Reihe von Beschwerden, die teils ihren privaten und beruflichen Alltag beeinträchtigen und die Lebensqualität mindern. Manche Frauen können aber auch frei von Beschwerden sein. Typischerweise schwankt die Intensität Endometriose bedingter Beschwerden mit dem Zyklus. Der Höhepunkt liegt dabei ein bis drei Tage vor dem Einsetzen der Periodenblutung. Mit dem Nachlassen der Menstruation nehmen auch die Beschwerden wieder ab - und können dann vollständig abflauen. Je nach Lokalisation der Endometrioseherde können die Symptome aber auch dauerhaft bestehen bleiben. Meist ist dies der Fall, wenn schon Verwachsungen mit dem umliegenden Gewebe vorliegen. Möglich ist auch, dass die Beschwerden nur beim Geschlechtsverkehr oder während der Darmentleerung auftreten. Eine leichte Endometriose ist nur selten die Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch. Jedoch kann eine ausgeprägte Endometriose Eileiter und Eierstöcke derart „verkleben“ oder schädigen, dass dies zur Unfruchtbarkeit führt: die Eizelle kann nicht befruchtet werden bzw. danach in die Gebärmutter gelangen. In einem solchen Fall ist bei Kinderwunsch die Therapie in einem reproduktionsmedizinischen, sogenannten Kinderwunschzentrum erforderlich.

Was tun bei einem Krampfanfall?

Nach einer erstmaligen Synkope, bei Synkopen aus unerklärlichen Gründen sowie bei Synkopen nach körperlicher Anstrengung, nach Herzrasen oder bei wiederkehrenden Synkopen sollten Sie bzw. Ihr Kind zeitnah ärztliche Hilfe aufsuchen, um die Ursachen abzuklären. Bestehen Fieber, Atemnot, eine lang anhaltende Bewusstlosigkeit oder andere Symptome, sollten Kinder direkt durch den Notdienst, im Krankenhaus oder von niedergelassenen Kinder- oder Jugendärzt*innen untersucht werden.

Die Ursache eines Ohnmachtsanfalls kann mithilfe der Krankengeschichte (Anamnese) und einer ärztlichen Untersuchung eingegrenzt werden. Teilweise reicht dies schon zur Diagnosestellung aus, da einige Synkopen charakteristische Merkmale zeigen. Für die Abklärung einer Synkope ist die Krankengeschichte besonders wichtig. Sie kann helfen, die Synkope von einem epileptischen Anfall oder anderen Ursachen für die Bewusstlosigkeit abzugrenzen.

Es wird eine allgemeine körperliche Untersuchung durchgeführt. Insbesondere werden Puls und Blutdruck gemessen und das Herz abgehört. Durch eine Blutdruckmessung beim Lagewechsel kann die Anpassung des Blutdrucks untersucht werden. In der Regel wird ein EKG durchgeführt. In vielen Fällen sind das EKG und die oben aufgeführten Maßnahmen ausreichend, um eine Synkope abzuklären. In manchen Fällen ist eine Blutuntersuchung erforderlich. Besteht der Verdacht z. B. auf eine Herzerkrankung oder eine neurologische Erkrankung, werden weitere spezielle Untersuchungen durchgeführt.

Wenn Sie bemerken, dass Ihr Kind droht, in Ohnmacht zu fallen, vermeiden Sie, wenn möglich, einen Sturz und legen Sie Ihr Kind flach auf den Rücken. Überprüfen Sie während der Bewusstlosigkeit die Atmung, indem Sie Ihr Ohr über den Mund des Kindes halten und dabei in Richtung Brustkorb blicken: Sie können den Atemstrom somit hören, sehen (Brustkorb hebt und senkt sich) und fühlen. Bei einem Atemstillstand sollten Sie sofort mit der Wiederbelebung beginnen und den Notruf (112) alarmieren. Atmet das Kind, versuchen Sie die Blutzufuhr zum Gehirn zu verbessern, indem Sie die Beine gestreckt anheben. Lockern Sie einengende Kleidung und sorgen Sie für frische Luft.

Behandlung und Vorbeugung

Die Prognose für Reflexsynkopen und orthostatische Synkopen ist sehr gut. Meist verschwinden die Synkopen im Verlauf von alleine, können aber auch wiederholt auftreten. Nur selten ist eine Therapie (z. B. durch Medikamente) erforderlich. Liegt eine kardiale Synkope vor, orientiert sich die Therapie an der zugrunde liegenden Herzerkrankung.

Bei einer drohenden Reflex- oder orthostatischen Synkope kann es helfen, die Position zu ändern, z. B. hinlegen oder aufsetzen. Es kann hilfreich sein, die Bein- und Gesäßmuskeln anzuspannen. Eine ausreichende Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme, ausreichend Schlaf sowie Ausdauersport können vorbeugend wirken. Um mögliche Auslöser herauszufinden und in Zukunft zu meiden, kann ein Synkopen-Tagebuch geführt werden.

Behandlung von Menstruationsbeschwerden

Viele junge Mädchen versorgen sich bei Regelschmerzen auf eigene Faust mit Analgetika aus der Apotheke oder erhalten diese von ihrer Mutter. In Studien haben sich nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) im Vergleich zu Paracetamol als wirksamer erwiesen (3). NSAR hemmen die Prostaglandin-Synthese über eine Inhibition der daran beteiligten Cyclooxygenase-Enzyme COX-1 und COX-2. Als Mittel der ersten Wahl gelten Naproxen und Ibuprofen. Laut Cochrane-Review (3) liegen keine Daten vor, die die Überlegenheit eines Präparats hinreichend belegen würden. Auch selektive COX-2-Hemmer zeigten gegenüber den traditionellen NSAR keine bessere Wirksamkeit oder Verträglichkeit. Bei starken Krämpfen wird gelegentlich das Spasmolytikum Butylscopolamin empfohlen, das auch in Kombination mit Paracetamol erhältlich ist. Bei Herzrhythmusstörungen, Engwinkelglaukom oder Muskelschwäche ist es kontraindiziert. Acetylsalicylsäure (ASS) scheint bei primärer Dysmenorrhö ebenfalls effektiv zu sein, kann aber die Blutung verstärken. Wenn die Schmerzreduktion durch Analgetika nicht ausreicht oder die Frau ohnehin eine Verhütung wünscht, verordnet der Arzt häufig kombinierte orale Kontrazeptiva. Im Vergleich zu Placebo erwiesen sie sich bei der primären Dysmenorrhö als signifikant wirksamer (4). Auch hier fand sich kein Beleg, dass ein Präparat effektiver ist als andere. Die Anwendung im Langzyklus ohne monatliche Einnahmepause hat den Vorteil, dass Abbruchblutungen und die damit verbundenen Schmerzen ausbleiben. Traditionell werden häufig auch pflanzliche Mittel bei Regelschmerzen eingesetzt. Bewährt haben sich hier beispielsweise Frauenmantel (Alchemilla vulgaris), Mönchspfeffer oder Keuschlamm (Vitex agnus castus), Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa), Schafgarbe (Achillea mille­fo­lium) und Gänsefingerkraut (Potentilla anserina). Manche Frauen machen gute Erfahrungen mit Nahrungsergänzungen oder alternativen Therapien. Omega-3-Fettsäuren können regulierend auf die Prostaglandin-Synthese wirken und dadurch Menstruationsschmerzen lindern (5). Die Versorgung lässt sich durch regelmäßige Fischmahlzeiten oder Nahrungsergänzungsmittel verbessern. Auch die Einnahme von Magnesium kann helfen, Krämpfen der Uterusmuskulatur vorzubeugen. Wärme wirkt entspannend und durchblutungsfördernd. Die meisten Patientinnen empfinden sie als wohltuend. Helfen kann beispielsweise ein heißes Vollbad, eine Wärmflasche, ein Kirschkernkissen oder ein spezielles Wärmepflaster aus der Apotheke, das auf Bauchhöhe in den Slip geklebt wird.

Behandlung der katamenialen Epilepsie

Durch die Langzeiteinnahme eines hormonellen Kontrazeptivums (Pille) versucht man den menstruellen Zyklus zu unterdrücken, und die Anfallsfrequenz zu senken. Allerdings ist die Anwendung einer östrogen-haltigen Pille nicht in Kombination mit jedem Antiepileptikum möglich.

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