Krampfanfälle bei Alkoholentzug: Ursachen und Behandlung

Epileptische Anfälle, die durch Alkoholentzug ausgelöst werden, sind ein wichtiges Thema, da sie eine erhebliche Anzahl von Menschen betreffen, die an Alkoholismus leiden. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsstrategien für Krampfanfälle im Zusammenhang mit Alkoholentzug.

Was sind Epilepsien?

Epilepsie umfasst eine Vielzahl von chronischen Erkrankungen des zentralen Nervensystems, die aufgrund einer Überaktivität der Nervenzellen im Gehirn auftreten. Wenn Nervenzellen übermäßig aktiv sind, können sie anfallsartige Funktionsstörungen auslösen. Diese reichen von kaum merklichen geistigen Abwesenheiten (z. B. Absencen bei Kindern oder kognitive Anfälle bei Erwachsenen) über Wahrnehmungsstörungen bis hin zu schweren Krampfanfällen mit Bewusstseinsverlust. Es gibt generalisierte Anfälle (Grand Mal), bei denen das gesamte Gehirn beteiligt ist, und fokale Anfälle (Petit Mal), die nur in einem Teil des Gehirns entstehen. Epileptische Anfälle sind in der Regel sehr kurz. Meistens dauern sie nicht länger als 2 Minuten. Wenn ein Anfall länger als 5 Minuten anhält, handelt es sich um einen Status epilepticus. Auch wenn sich 2 oder mehr Anfälle kurz hintereinander ereignen, ohne dass sich der*die Betroffene dazwischen erholen konnte, spricht man von einem Status epilepticus. Einzelne epileptische Anfälle können auch bei Menschen ohne Epilepsie auftreten. Auslöser dieser Gelegenheitsanfälle sind dann zum Beispiel akute Erkrankungen, Verletzungen oder Fieberkrämpfe bei Kindern. Um eine Epilepsie handelt es sich nur, wenn man ohne ersichtlichen Grund mindestens zwei epileptische Anfälle hatte, die im Abstand von mehr als 24 Stunden auftraten oder nach einem ersten Anfall ohne bekannten Auslöser eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass innerhalb der nächsten 10 Jahre weitere Anfälle auftreten. Letzteres kann z. B. angenommen werden, wenn die Krankheit in der Familie bereits häufiger diagnostiziert wurde.

Ursachen und Risikofaktoren von Krampfanfällen bei Alkoholentzug

Viele Menschen, die regelmäßig große Mengen Alkohol trinken, würden ihren chronischen Alkoholmissbrauch gern stoppen. Doch sie haben Angst vor den möglichen Alkohol-Entzugserscheinungen. Alkohol ist eine psychoaktive Substanz, die im Gehirn des Menschen wirkt. Dort beeinflusst sie die Funktion verschiedener Rezeptoren - unter anderem die GABAA-Rezeptoren und die Glutamatrezeptoren. Dadurch werden Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter, nicht mehr richtig aufgenommen, ausgeschüttet oder weitergeleitet - das chemische Gleichgewicht im Gehirn verändert sich. Im Fall von Alkohol hat das einen hemmenden Effekt. Wird der Alkoholkonsum chronisch, stellt sich das Gehirn dauerhaft auf die Zufuhr der Substanz ein und passt sich entsprechend an. Eine Unterbrechung des Konsums hat demnach zur Folge, dass die chemische Balance erneut durcheinandergerät: Die hemmenden Effekte fallen weg, und das Gehirn gerät in einen Zustand der Übererregung.

Krampfanfälle bei Alkoholentzug sind eine der schwerwiegendsten Komplikationen des Alkoholentzugssyndroms. Nach verschiedenen Übersichten leiden zwischen 5 und 35 Prozent der Alkoholiker an fast ausschließlich generalisierten Anfällen, überwiegend aber nicht ausschließlich im Kontext des Alkoholentzugssyndroms. Geht man von mindestens zwei, eventuell sogar vier Millionen Alkoholkranken in Deutschland aus, so ergibt sich bei der Annahme einer Prävalenzrate von 15 Prozent, dass 300 000 bis 600 000 alkoholkranke Patienten epileptische Krampfanfälle erleiden - und dies ausschließlich im Erwachsenenalter.

Die Ursachen der Epilepsie sind noch nicht vollständig geklärt. In vielen Fällen ist eine Form der Epilepsie schon früher in der Familie aufgetreten, was für eine erbliche Veranlagung spricht. In einigen Fällen kann man Veränderungen im Erbmaterial (Genmutation) erkennen. Manche Anfälle können sich in Folge von Unfällen (posttraumatisch) oder als Reflexantwort ereignen. Bei anderen Anfällen können Veränderungen in der Gehirnstruktur (z. B. eine fokale kortikale Dysplasie) ursächlich sein.

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Mehrere Faktoren können das Risiko für Krampfanfälle bei Alkoholentzug erhöhen:

  • Langjähriger und starker Alkoholkonsum: Je länger und intensiver der Alkoholkonsum, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit von Entzugserscheinungen, einschließlich Krampfanfällen.
  • Vorherige Entzugserscheinungen: Wer bereits früher Entzugserscheinungen erlebt hat, hat ein höheres Risiko, erneut welche zu entwickeln.
  • Begleitende Erkrankungen: Bestimmte medizinische Bedingungen, wie z. B. Lebererkrankungen, können das Risiko für Krampfanfälle erhöhen.
  • Gleichzeitiger Konsum anderer Substanzen: Der Konsum anderer Drogen oder Medikamente in Kombination mit Alkohol kann das Risiko für Entzugserscheinungen verstärken.
  • Genetische Faktoren: Es scheint bestimmte Gene zu geben, die das Risiko für die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit erhöhen und auch die Entwicklung bestimmter Folgeerkrankungen, wie Leberzirrhose, beeinflussen. Zudem beeinflussen psychosoziale Faktoren wie zum Beispiel traumatische Erlebnisse in der Kindheit, ungeeignete Strategien zur Stressbewältigung und Persönlichkeitsmerkmale das Risiko, eine Alkoholabhängigkeit zu entwickeln. Menschen, die wissen, dass enge Verwandte, Eltern oder Geschwister an Alkoholismus erkrankt sind, sollten mit Anzeichen für eine Sucht besonders sensibel umgehen.

Symptome eines epileptischen Anfalls

Ein epileptischer Anfall dauert meist nur 1 bis 2 Minuten. Einen Anfall, der länger als 5 Minuten anhält, bezeichnet man als Status epilepticus. Einem epileptischen Anfall kann eine sogenannte Aura vorausgehen. Bei der Aura können Wahrnehmungsstörungen, Halluzinationen und Schwindelgefühle auftreten. Allgemeine Symptome bei epileptischen Anfällen können sein:

  • Bewusstseinsveränderungen, geistige Abwesenheit (Absence), Bewusstseinsverlust
  • Wahrnehmungsstörungen: Sehstörungen, Geschmacks- und Geruchshalluzinationen
  • Schwindelgefühle
  • Übelkeit und Unwohlsein
  • Kribbeln in den betroffenen Körperteilen
  • ungewöhnliche Muskelaktivität, Muskelzuckungen und Krämpfe im Sinne tonisch-klonischer Entäußerungen (s. Symptome bei einem generalisierten Anfall)
  • unwillkürliche Laute

Je nach Art des Anfalls sind die Betroffenen in der Regel zwischen den Anfällen beschwerdefrei und weisen keine neurologischen Symptome auf.

Phasen der Alkoholabhängigkeit

Voralkoholische Phase: In dieser Phase ist der oder die Betroffene weder körperlich noch seelisch abhängig. Die Kontrolle über das Trinkverhalten ist noch vorhanden. Alkohol wird bei gesellschaftlichen Anlässen getrunken, aber zunehmend eingesetzt, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Das Trinken bekommt eine psychische Funktion, wie zum Beispiel Entspannung, Belohnung oder Frustabbau.

Anfangsphase: Den Betroffenen wird klar, dass ihr Alkoholkonsum sich vom normalen, gesellschaftlich-akzeptierten Trinkverhalten unterscheidet. Die sogenannte Toleranzentwicklung setzt ein: Es muss immer mehr konsumiert werden, um die erhoffte Wirkung zu erzielen. Der Konsum wird verheimlicht und verharmlost.

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Kritische Phase: Kontrollverlust und Entzugssymptome kennzeichnen diese Phase. Während für Außenstehende der krankhafte Charakter längst offensichtlich ist, versucht der Abhängige, die Sucht vor anderen und sich selbst zu verleugnen.

Chronische Phase: Die Abhängigkeit zeigt sich deutlich durch Vernachlässigung von Körper und Gesundheit. Alkohol lässt den Körper schneller altern: Als potentes Zellgift schädigt er das Gehirn und zerstört Nervenzellen. Auch äußerlich beschleunigt Alkohol den Alterungsprozess: Er entzieht dem Körper - und damit auch der Haut - Wasser. Sie kann sich dadurch schlechter regenerieren, und es entstehen zunehmend Falten. Durch die Erweiterung der kleinen Blutgefäße im Gesicht entwickelt sich die typische "Schnapsnase". Denn Alkohol erweitert die Blutgefäße und fördert Entzündungen. Da Alkohol viele Kalorien hat und den Fettabbau bremst, entwickeln Betroffene den typischen Bierbauch, das heißt der Körper lagert zunehmend Fett ein. Alkohol schädigt auch den Zahnschmelz.

Verhalten bei einem epileptischen Anfall

Wenn man Zeug*in eines epileptischen Anfalls bei einer anderen Person wird, ist es sehr wichtig, ruhig und besonnen zu bleiben. Vor allem sollte man überlegen, wie man die Person vor Verletzungen schützt. Alles andere hängt von der Stärke und der Art der Anfälle ab.

Leichte epileptische Anfälle mit wenigen Symptomen: Bei kurzen Absencen oder Muskelzuckungen besteht keine unmittelbare Gefahr. Danach können sich die Betroffenen unsicher fühlen und Unterstützung benötigen.

Anfälle mit eingeschränktem Bewusstsein oder Verhaltensänderungen: Wenn Menschen mit einem epileptischen Anfall verwirrt wirken, ist es wichtig, sie vor Gefahren zu schützen (z. B. im Straßenverkehr). Gehen Sie dabei mit der Person ruhig um und fassen Sie sie nicht hart an. Hektik, Zwang oder Gewalt können zu starken Gegenreaktionen führen. Versuchen Sie dem oder der Betroffenen Halt und Nähe zu vermitteln.

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Große generalisierte epileptische Anfälle: Bei einem großen generalisierten Anfall verkrampft der ganze Körper und die Person verliert das Bewusstsein. In diesen Fällen sollten Sie Folgendes tun:

  • Ein epileptischer Anfall kann verschiedene Ursachen haben und das Symptom eines lebensbedrohlichen Notfalls sein. Wählen Sie daher immer den Notruf 112 und rufen Sie professionelle Hilfe.
  • Sorgen Sie für Sicherheit, indem Sie z. B. gefährliche Gegenstände beiseite räumen.
  • Polstern Sie den Kopf des*r Betroffenen ab.
  • Nehmen Sie seine/ihre Brille ab.
  • Lockern Sie enge Kleidung am Hals, um die Atmung zu erleichtern.
  • Bitten Sie Menschen, die in der Situation nicht helfen können, weiterzugehen.
  • Viele Epileptikerinnen haben eine „Notfalltablette“ dabei, die einen längeren Anfall beenden kann. Diese Tablette sollte demr Betroffenen jedoch von geschulten Hilfspersonen verabreicht werden. Wenn Sie selbst nicht darin geschult sind, warten Sie bis professionelle Hilfe angekommen ist.
  • Bleiben Sie nach dem Anfall bei der Person und bieten Sie Ihre Unterstützung an.
  • Wenn die Person nach dem Anfall erschöpft ist und einschläft, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage.

Das sollten Sie in keinem Fall tun:

  • Dieden Betroffenen festhalten oder zu Boden drücken
  • der betroffenen Person etwas in den Mund schieben - auch wenn sie sich in die Zunge beißt

Diagnose

Die Diagnose von Krampfanfällen bei Alkoholentzug basiert in der Regel auf der Anamnese des Patienten, den beobachteten Symptomen und den Ergebnissen verschiedener Untersuchungen. Dazu gehören:

  • Körperliche Untersuchung: Um den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten zu beurteilen und andere mögliche Ursachen für die Symptome auszuschließen.
  • Neurologische Untersuchung: Um die Gehirnfunktion zu überprüfen und Anzeichen für neurologische Schäden zu erkennen.
  • Blutuntersuchungen: Um den Alkoholspiegel im Blut zu bestimmen, Elektrolytstörungen festzustellen und andere medizinische Probleme auszuschließen.
  • EEG (Elektroenzephalogramm): Um die elektrische Aktivität des Gehirns zu messen und Anzeichen für epileptische Aktivität zu erkennen.
  • Bildgebende Verfahren: In einigen Fällen können bildgebende Verfahren wie CT (Computertomographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie) des Gehirns erforderlich sein, um andere Ursachen für die Krampfanfälle auszuschließen.

Behandlung von Krampfanfällen bei Alkoholentzug

Die Behandlung von Krampfanfällen bei Alkoholentzug zielt darauf ab, die Anfälle zu kontrollieren, die Entzugserscheinungen zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Die Behandlung kann ambulant oder stationär erfolgen, abhängig von der Schwere der Entzugserscheinungen und dem Vorliegen anderer medizinischer Probleme.

  • Medikamentöse Behandlung:
    • Benzodiazepine: Diese Medikamente werden häufig eingesetzt, um Entzugserscheinungen zu lindern und Krampfanfälle zu verhindern. Sie wirken beruhigend und reduzieren die elektrische Aktivität im Gehirn.
    • Antikonvulsiva: In einigen Fällen können Antikonvulsiva wie Carbamazepin oder Valproinsäure eingesetzt werden, um Krampfanfälle zu verhindern. Vorbeugend werden Krampfanfälle bei den dazu neigenden Patienten (falls bekannt) mit Tegretal behandelt.
    • Clomethiazol: Bei Patienten mit schwerer Entzugssymptomatik haben sich Medikamente aus der Gruppe der Benzodiazepine sowie Clomethiazol bewährt. Um das Suchtverlangen der Patienten unter Kontrolle zu bringen, empfiehlt sich die Gabe von Acamprosat oder Naltrexon. Leichtere Alkoholentzugserscheinungen können meist ohne Benzodiazepine behandelt werden.
  • Flüssigkeitszufuhr und Elektrolytausgleich: Alkoholentzug kann zu Dehydration und Elektrolytstörungen führen. Daher ist es wichtig, den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen und die Elektrolyte zu normalisieren.
  • Vitamin B1 (Thiamin): Alkoholmissbrauch kann zu einem Mangel an Vitamin B1 führen, was zu neurologischen Komplikationen wie dem Wernicke-Korsakow-Syndrom führen kann. Daher wird häufig Vitamin B1 verabreicht, um diesen Mangel auszugleichen. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, ein Vitamin B1-Präparat zu verabreichen, um die Ausbildung einer Wernicke-Enzephalopathie zu verhindern.
  • Überwachung und Unterstützung: Patienten mit Alkoholentzug müssen engmaschig überwacht werden, um Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Psychosoziale und pflegerische Maßnahmen sind von großer Bedeutung, um Unruhe, Desorientierung und Angst zu mildern, z. B. eine ruhige, gut beleuchtete Umgebung und ein regelmäßiger Tag-Nacht-Rhythmus.
  • Behandlung von Begleiterkrankungen: Viele Menschen mit Alkoholabhängigkeit haben auch andere medizinische oder psychische Probleme, die behandelt werden müssen.

Prävention von Krampfanfällen bei Alkoholentzug

Die beste Methode zur Verhinderung von Krampfanfällen bei Alkoholentzug ist die Vermeidung von Alkoholmissbrauch. Für Menschen, die bereits alkoholabhängig sind, ist ein kontrollierter und medizinisch überwachter Entzug die sicherste Option.

  • Frühzeitige Erkennung und Behandlung von Alkoholproblemen: Je früher Alkoholprobleme erkannt und behandelt werden, desto geringer ist das Risiko für Komplikationen wie Krampfanfälle.
  • Medizinisch überwachter Entzug: Ein Entzug unter ärztlicher Aufsicht ermöglicht eine sichere und kontrollierte Entgiftung mit Medikamenten zur Linderung von Entzugserscheinungen und zur Verhinderung von Krampfanfällen.
  • Psychotherapie und Suchtberatung: Psychotherapie und Suchtberatung können helfen, die Ursachen der Alkoholabhängigkeit zu erkennen und Strategien zur Rückfallprävention zu entwickeln.
  • Selbsthilfegruppen: Selbsthilfegruppen wie die Anonymen Alkoholiker bieten Unterstützung und Gemeinschaft für Menschen, die mit Alkoholproblemen zu kämpfen haben.

Die Bedeutung der professionellen Hilfe

Die professionelle Betreuung durch eine Klinik ist unbedingt empfehlenswert für jeden, der mit dem Trinken aufhören möchte. Alkohol wirkt sich auf mehrere Körperfunktionen aus. In erster Linie beeinflusst übermäßiger Alkoholkonsum das zentrale Nervensystem. Sobald der Organismus vom Alkohol abhängig ist, braucht er immer mehr von diesem Nervengift, um das Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Radikaler Alkoholentzug führt nun dazu, dass die Neurotransmitter nicht mehr durch den Alkohol verlangsamt werden.

Die Nebenwirkungen des Alkoholentzugs sind von Person zu Person unterschiedlich. Viele Menschen zögern, mit dem Trinken aufzuhören, weil sie der Gedanke ängstigt, möglicherweise unangenehme oder sogar gefährliche Entzugserscheinungen zu erleben. Tatsächlich erlebt rund die Hälfte aller Alkoholabhängigen Symptome des Alkoholentzugs, wenn sie ihren Alkoholkonsum stark reduzieren oder vollständig einstellen. Die meisten Menschen, die sich einem Alkoholentzug unterziehen, erleben eher milde Symptome. Dazu zählen Gefühle von Angst, Unruhe, Kopfschmerzen und das Verlangen nach Alkohol. Bei ungefähr jedem fünften Patienten jedoch führt radikaler Alkoholentzug zu schwerwiegenderen Symptomen.

Wer schwerere Symptome befürchtet oder bereits darunter leidet, dem empfiehlt sich ein stationärer Alkoholentzug, wo der Entzug und seine Begleiterscheinungen genau überwacht und sogar gelindert werden können.

Während manche Menschen nur sehr wenige Entzugserscheinungen haben, können andere unter schwerwiegenderen Nebenwirkungen leiden. Alkoholentzugssymptome treten in der Regel in den ersten Wochen, in einigen Fällen jedoch bereits ein paar Stunden nach dem letzten Getränk auf. Der Begriff „akutes Alkoholentzugssyndrom“ bezieht sich auf Entzugserscheinungen, die bei starken Trinkern auftreten können, wenn sie nach längerem starken Alkoholkonsum plötzlich ihre Trinkmenge reduzieren oder vollständig aufhören. Während dieser Zeit besteht die größte Gefahr, vorübergehend das Bewusstsein zu verlieren, Krampfanfälle zu bekommen und ein Delirium tremens zu entwickeln.

Wegen der lebensbedrohlichen gesundheitlichen Komplikationen, die während eines akuten Alkoholentzugs auftreten können, wird empfohlen, niemals auf eigene Faust zu versuchen, mit dem Alkohol aufzuhören. Ratsamer ist es, sich stattdessen in einem Krankenhaus oder einer spezialisierten Reha-Einrichtung einer medizinisch unterstützten Alkohol-Entgiftung zu unterziehen.

Spezialisierte Reha-Einrichtungen bieten viele Vorteile im Kampf gegen die Alkoholabhängigkeit. Fachgerechte medizinische Hilfe kann beispielsweise die schmerzhaftesten Entzugssymptome zumindest teilweise lindern und während der gesamten Phase der gesundheitlichen Wiederherstellung rund um die Uhr Unterstützung bieten. Stationäre Einrichtungen bieten ein sicheres, überwachtes Umfeld für Patienten, die mit Alkoholabhängigkeit zu kämpfen haben. Mit einer 24-Stunden-Betreuung ist dies die intensivste Form der Behandlung und umfasst in der Regel 30-, 60- oder 90-Tage-Programme. Bei einer ambulanten Reha können die Patienten ihren täglichen Pflichten nachgehen, während sie sich erholen.

Um die unangenehmen Entzugssymptome zu lindern, bieten viele Behandlungsprogramme eine medikamentengestützte Therapie an. Psychotherapeuten, Sozialpädagogen und andere Berater in einer Alkohol-Reha unterstützen die Patienten während der Höhen und Tiefen des Alkoholentzugs. Die Arbeit an der Genesung geht auch lange nach dem Entzug weiter. Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, Behandlungsziele und Herausforderungen mit anderen Menschen zu besprechen, die ebenfalls alkoholabhängig sind. Nach der Alkoholentzugsphase empfiehlt es sich, zu weiteren Therapien, Aktivitäten und Programmen überzugehen.

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