Muskelkrämpfe in der Schwangerschaft können für die werdende Mutter zwar belastend werden, Auswirkungen auf das Baby sind damit jedoch nicht verbunden. Hier finden Sie umfassende Informationen zu Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Vorbeugungsmaßnahmen.
Was sind Muskelkrämpfe?
Ein Muskelkrampf (Spasmus) ist eine unwillkürliche und schmerzhafte Muskelanspannung. Übergreifend geht es bei einem Muskelkrampf um eine Störung der Reizleitung von den Muskeln zum Gehirn. Eine Krampfattacke kann sich zu jedem Zeitpunkt melden, Beinkrämpfe treten jedoch am häufigsten nachts oder im Ruhezustand auf. Viele Frauen leiden in der Schwangerschaft an Wadenkrämpfen. Besonders in der zweiten Schwangerschaftshälfte reißen die stark ziehenden Schmerzen werdende Mütter oft unsanft aus dem Schlaf. Denn die Verkrampfungen, die nicht nur die Beine, sondern auch die Füße und das Gesäß betreffen können, treten meist nachts auf, und meist wirken sie durch Verhärtungen der Muskulatur noch bis in den Tag hinein nach. Leider ist auch während der Stillzeit oft noch nicht Schluss mit den Krämpfen in der Wadenmuskulatur. Denn jetzt kommen weitere Faktoren hinzu, die die Neigung zu Wadenkrämpfen begünstigen können.
Ursachen von Krämpfen in der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft wirken sich möglicherweise auch hormonelle Faktoren aus.
Magnesiummangel: Eine häufige Ursache für Muskelkrämpfe ist ein Magnesiummangel. Schwangere haben einen erhöhten Mineralstoffbedarf, zum Beispiel was Magnesium, Kalzium oder Kalium angeht. Gleichzeitig scheidet ihr Körper über häufigeres Schwitzen und durch das ständige Auf-Toilette-Müssen auch mehr dieser wichtigen Elektrolyte aus. Vor allem der Mineralstoff Magnesium spielt für eine geschmeidige Muskulatur eine große Rolle, weil es die Funktion von Muskel- und Nervenzellen ermöglicht. Ein bekanntes Symptom von Magnesiummangel ist daher die Neigung zu Muskelkrämpfen.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt schwangeren Frauen die Einnahme von 310 Milligramm Magnesium am Tag. Für nichtschwangere Frauen zwischen 25 und 51 Jahren liegt die empfohlene Tagesmenge bei 300 Milligramm.
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Kalziummangel: Krämpfe, die im Ruhezustand auftreten, werden oft durch einen Mangel an Kalzium verursacht.
Hormonelle Faktoren: In der Schwangerschaft wirken sich möglicherweise auch hormonelle Faktoren aus.
Weitere Faktoren: Expert:innen gehen jedoch davon aus, dass zusätzlich auch Bewegungsmangel und die damit verbundenen Durchblutungsstörungen, genauso wie eine zu starke Beanspruchung der Muskulatur Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft begünstigen.
Je größer der Babybauch wird, desto schwerer wird es, eine gute Liegeposition zu finden. Deshalb wirst du dich nachts weniger umdrehen und bewegen, was die Muskulatur automatisch ein wenig lockern würde. Hinzu kommt: In der Nacht fällt der Magnesiumspiegel natürlicherweise etwas ab. Nicht immer ist es zu wenig MagnesiumNeben einem Magnesiummangel können sich auch andere Faktoren ungünstig auf die Neigung zu nächtlichen Wadenkrämpfen in der Schwangerschaft auswirken:Ein eingeklemmter Nerv oder DurchblutungsstörungenKörperliche Überanstrengung ebenso wie BewegungsmangelEine ungünstige SchlafpositionMineralstoffmangel, neben Magnesium auch Calcium, Kalium und NatriumEin Mangel an Vitamin E oder DFlüssigkeitsmangel, verstärktes Schwitzen und zunehmender HarndrangGewichtszunahme und damit eine Überbelastung der MuskelnVenenentzündung oder geschwollene Krampfadern (Achtung Thrombosegefahr!; hier ist in jedem Fall ein Arzt aufzusuchen)
Körperliche Ursachen: In seltenen Fällen kann Muskelkrämpfen in der Schwangerschaft auch eine bisher nicht erkannte Venenentzündung zugrunde liegen. Auch die Bänder der Wirbelsäule lockern sich.
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Arten von Krämpfen in der Schwangerschaft
Muskelkrämpfe in der Schwangerschaft befallen meist die Beinmuskulatur, bei einigen Frauen ist auch der Gesäßmuskel davon betroffen.
- Beinkrämpfe: Typisch für das letzte Schwangerschaftsdrittel sind Wadenkrämpfe - neben der körperlichen Belastung durch die Schwangerschaft und Durchblutungsstörungen der Beinmuskulatur wirkt sich hier möglicherweise auch ein Mineralstoffmangel aus. Zwar können sich die Krämpfe in den unteren Extremitäten in der Schwangerschaft zu jedem Zeitpunkt melden, ihre Häufigkeit nimmt ab der 20.
- Bauchkrämpfe: Ein Sonderfall sind Bauchkrämpfe in der Schwangerschaft. Auch hormonbedingte Verstopfungen in der Schwangerschaft können zu krampfartigen Unterleibsschmerzen führen.
Was können Schwangere gegen Wadenkrämpfe unternehmen?
Meist sind die Wadenkrämpfe harmlos und lassen sich durch einfache Maßnahmen, wie Bewegung und Massagen, schnell wieder lösen. Dennoch ist es ratsam, und für die werdende Mutter sicherlich auch beruhigend, bei häufigen und länger dauernden Wadenkrämpfen einen Arzt aufzusuchen, um eine seltenere Ursache und ein Thromboserisiko auszuschließen. Der Kampf gegen den Krampf kann schon beginnen, bevor er entsteht - mit vorbeugenden Maßnahmen.
Akute Maßnahmen
Massage: Die erste Maßnahme gegen akute Krämpfe in den Beinen besteht in einer knetenden Massage - Erleichterung bringt diese allerdings nicht sofort, vielmehr wird der verkrampfte Muskel zunächst stärker schmerzen.
Wärme: Ein weiteres bewährtes Hausmittel gegen Muskelkrämpfe ist Wärme - nach oder zeitgleich mit der Massage kommen eine Wärmflasche, Kirschkernkissen oder ein Heizkissen auf den verkrampften Muskel. Auch warme Kompressen können hier gute Dienste leisten.
Dehnung: Bei einem Krampf zieht sich die Muskulatur unwillkürlich zusammen. Die beste Gegenmaßnahme ist es deshalb, den schmerzenden Bereich zu dehnen, also die verhärteten Muskelstränge wieder auseinanderzuziehen. Das gelingt dir auf verschiedenen Wegen:
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- Im Liegen das Bein anheben und den Fuß flexen, also die Zehen Richtung Schienbein ziehen (wie auf dem Sportplatz, mit oder ohne helfende Hand).
- Im Sitzen die Fußsohle fest gegen die Wand drücken.
- Im Stehen vorsichtig das Bein belasten und etwas bewegen.
Weitere Gegenmaßnahmen: Ist der Krampf erstmal da ist, heißt es Gegenmaßnahmen ergreifen, um die ziehenden Schmerzen so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Die Dehnung der Wadenmuskulatur ist eine erste hilfreiche Maßnahme. Auch aufstehen und hin und her laufen kann Entspannung bringen. Mit sanften Massagen, Wärme (in Form einer Wärmflasche) und Entspannungsübungen kann die Muskulatur gelockert werden.
Vorbeugende Maßnahmen
Wechselduschen: Zur Vorbeugung gegen Beinkrämpfe bieten sich durchblutungsfördernde kalte und warme Wechselduschen an.
Ruhepausen: Regelmäßige Ruhepausen sind während der Schwangerschaft auch im Hinblick auf die Beine wichtig.
Dehnübungen und Massagen: Regelmäßige Dehnübungen oder Fußreflexzonenmassagen beugen Krämpfen vor. Solche Massagen werden auch von vielen Hebammen angeboten.
Magnesium: Die Einnahme von Magnesium als Nahrungsergänzungsmittel bringt die Krämpfe oft nachhaltig zum Verschwinden. Viele Frauenärzte plädieren inzwischen dafür, werdenden Müttern bereits ab dem vierten Schwangerschaftsmonat grundsätzlich zusätzliche Magnesiumgaben zu verordnen.
Ernährung: Setzen Sie vermehrt magnesiumreiche Lebensmittel auf den Speiseplan. Dazu gehören beispielsweise Vollkornprodukte, Nüsse, Haferflocken, Erbsen und Bananen. So unterstützen Sie nicht nur den Stoffwechsel Ihrer Muskulatur, sondern auch die Entwicklung Ihres Kindes.
Dafür braucht das Kind u. a. Magnesium:Zellteilung und Herstellung von EiweißStoffwechsel und KörperwachstumAufbau und Entwicklung des Nervensystems
Bewegung: Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung und tut den Muskeln gut. Spazieren gehen, schwimmen oder mit den Beinen durchs Wasser stapfen, aber auch kleinere Radtouren reichen aus, um die Wadenmuskulatur zu stärken und Wadenkrämpfen vorzubeugen. Schlaf- und Sitzpositionen, in denen die Muskulatur überstreckt oder eingeklemmt wird, wie zum Beispiel beim Beineübereinanderschlagen, sollten vermieden werden. Und im Sommer kann es für die Füße entspannend sein, auch mal die engen Schuhe wegzulassen und barfuß zu gehen.
Weitere vorbeugende Maßnahmen:
- Vermehrt magnesiumreiche Lebensmittel
- Regelmäßige Bewegung und Barfußlaufen (im Sommer)
- Ungünstige Schlaf- und Sitzpositionen vermeiden
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Das Vorgehen bei häufigen Muskelkrämpfen sollten schwangere Frauen jedoch auch mit ihrer Hebamme oder ihrem Arzt besprechen.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt:
- Wenn die Muskelkrämpfe häufig auftreten oder oft minutenlang anhalten
- Sich diese auch mit den angewandten Maßnahmen nicht lösen lassen
- Wenn Sie Mineralien ergänzen möchten und eine Behandlung mit Magnesiumpräparaten oder eine andere Therapie in Betracht ziehen
- Um Thrombose und Venenentzündungen auszuschließen
- Bei Lähmungserscheinungen im Bein, Kribbeln und Taubheitsgefühlen (Notfall!)
Was sollten Schwangere vermeiden?
- Chinin: Medikamente, die Chinin enthalten, können die Entwicklung des Ungeborenen beeinträchtigen und frühzeitig Wehen auslösen. Sie sind in der Schwangerschaft unbedingt zu vermeiden. Da Chinin auch in die Muttermilch übergeht, dürfen Medikamente mit diesem Wirkstoff auch in der Stillzeit nicht eingenommen werden.
- Ätherische Öle: Zu den ätherischen Ölen, die gänzlich vermieden werden müssen, gehören Anis, Fenchel, Rosmarin, Kampfer, Thymian, Thymol, Gewürznelke, Oreganum, Salbei, Zimt, Thuja, Basilikum, Eisenkraut (Zitronenverbene) und Kardamom. Sie können stark anregende oder durchblutungsfördernde Verbindungen enthalten oder wirken sogar wie Hormone und können frühzeitig Wehen auslösen. Auch in der Stillzeit sollten Sie zwei Stunden vor dem Stillen auf hohe Dosierungen jeglicher Essenzen in Massageölen, Bädern und Inhalationen verzichten.
Bauchschmerzen in der Schwangerschaft
Bauchschmerzen in der Schwangerschaft können werdende Mütter schnell verunsichern, dabei sind die Ursachen oft harmlos. Eigentlich wolltest du dich über deinen wachsenden Babybauch freuen, die Schwangerschaft voller Freude genießen. Doch dann? Schmerzen! Im Bauchraum! Bei vielen Frauen wächst dann die Besorgnis, dass mit dem Baby etwas nicht stimmen könnte oder gar eine Fehlgeburt droht. Dabei sind Bauchschmerzen in der Schwangerschaft in einem gewissen Rahmen ganz normal und kein Grund zur Beunruhigung. Bauchschmerzen in der Schwangerschaft: Sie begleiten Dich und sind je nach Fall aber mehr oder weniger stark. Manche spüren sie als leichtes oder mittelschweres Ziehen, andere haben mit Krämpfen zu kämpfen. In den meisten Fällen musst Du Dich aber nicht sorgen: Die Bauchschmerzen in der Schwangerschaft sind oft auf die wachsende Belastung durch die Schwangerschaft zurückzuführen. Aber wann sollte ärztliche Hilfe aufgesucht werden, um Krankheiten und Schwangerschaftskomplikationen auszuschließen?
Ursachen von Bauchschmerzen
Werdende Mütter sind oft verunsichert und voller Besorgnis, wenn plötzlich Bauchschmerzen in der Schwangerschaft auftreten. Die Schmerzen variieren zwischen einem Stechen, Ziehen oder Pochen und können stumpf oder als Krämpfe im Unterleib auftreten. Der Uterus stellt sich auf die Schwangerschaft ein. Diesen Umbauprozess spüren schwangere Frauen im ersten Trimester, also in der Frühschwangerschaft, häufig in Form von Bauchschmerzen. Ein bisschen Ruhe und Entspannung helfen dann meist und die Schmerzen lassen nach. Wie schon gesagt: Leichte Bauchschmerzen sind besonders in der Frühschwangerschaft normal und sogar ein gutes (!) Zeichen. Dein Körper arbeitet auf Hochtouren: Muskeln, Bänder und Organe sind jetzt viel mehr beansprucht, die Gebärmutter wird größer - dadurch kann es zu ziehenden und stechenden Schmerzen im Unterbauch und der Leistengegend kommen. Vielleicht hast du auch schon mal von den Mutterbändern gehört, die die Gebärmutter am Beckenknochen halten. Während der Schwangerschaft dehnen sich die Mutterbänder - der Schmerz fühlt sich ähnlich an, als würde die Periode bald beginnen. Manche Frauen nehmen sie auch als Rückenschmerzen in der Frühschwangerschaft wahr. Eine weitere mögliche Ursache für Bauchschmerzen könnten Verdauungsprobleme wie Blähungen und Verstopfung sein. Fast die Hälfte aller Schwangeren leidet besonders in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten - also im 1. Trimester - darunter. Das Sexualhormon Progesteron sorgt nämlich dafür, dass sich die glatte Muskulatur im ganzen Körper entspannt; leider auch im Darm. Die Folge: Eine trägere Verdauung, die zu einer Verstopfung in der Schwangerschaft führen kann. Hinzu kommt eine Veränderung in der Produktion von Enzymen aus dem Magen, die für die Verdauung gebraucht werden. Dies führt oft zu einem unangenehmen Völlegefühl, Blähungen oder aber Bauchschmerzen. Später in der Schwangerschaft auch möglich: Dein mittlerweile größeres Kind verursacht mit seinen kräftigen Tritten und munteren Turnübungen oder aber ganz einfach mit seiner Position Schmerzen in deinem Bauch. Wenn Du ein leichtes Ziehen im Unterleib spürst, kann dies ein erstes Anzeichen für eine Schwangerschaft sein. Der Grund dafür ist logisch: Das Wachstum von Uterus und Kind belastet Muskeln, Bänder und Organe. Diese Belastung wird größer, je weiter Deine Schwangerschaft fortschreitet. Ziehende Schmerzen an den Mutterbändern (zwei flexible Muskelfaserbänder, die die Gebärmutter am Becken verankern und deren Lage stabilisieren) gehören zu den typischen Beschwerden während einer Schwangerschaft. Sie können sich in manchen Fällen auch als Krämpfe äußern. Je näher die Geburt rückt, desto mehr werden die Mutterbänder beansprucht. Das spürst Du meist als Schmerzen auf beiden Seiten des Bauches sowie als Rückenschmerzen. Kreuz- und Leistenbänder schmerzen und Du scheinst so etwas wie Unterleibsschmerzen zu spüren, die sich ähnlich wie Menstruationsbeschwerden oder Muskelkater anfühlen. Ebenfalls nicht ungewöhnlich: Für Bauchschmerzen in der Schwangerschaft kann auch eine Verstopfung verantwortlich sein. Der Körper produziert während des neuen Umstands große Mengen des Hormons Progesteron. Das sorgt zum Beispiel für eine verlangsamte Darmbewegung und die Schmerzen in der Bauchregion.
Schwangerschaftskomplikationen als Ursache
Leider sind Bauchschmerzen in der Schwangerschaft nicht immer ungefährlich. Sie können auch ein Anzeichen für Schwangerschaftskomplikationen sein. Gerade zu Beginn Deiner Schwangerschaft können (starke) Bauchschmerzen Hinweis auf eine frühe Fehlgeburt (bis zur 12. Schwangerschaftswoche) sein. Diese geht mit Blutungen und krampfartigen Schmerzen im unteren Bereich des Bauches einher. Aber auch eine sogenannte extrauterine (außerhalb der Gebärmutter befindliche) Schwangerschaft, oftmals eine Eileiterschwangerschaft, kann in einem solchen Fall vorliegen. Eine unbemerkte Eileiterschwangerschaft geht mit Blutungen und starken Schmerz-Zuständen einher. Sie beginnen auf der Seite, auf der sich der Embryo befindet. Später breiten sie sich gar im gesamten Bauch aus. Wichtig: In beiden Fällen ist die ärztliche Hilfe dringend notwendig! Nicht nur zu Beginn der Schwangerschaft solltest Du mögliche Schmerzen ernst nehmen. Im zweiten Trimester können krampfartige Bauchschmerzen in der Schwangerschaft ein Hinweis auf eine späte Fehlgeburt (von der 13. bis 23. Schwangerschaftswoche) sein. Glücklicherweise kommt dieser Fall statistisch gesehen selten vor. Solltest Du jedoch neben starken Schmerzen im Bauch auch Blutungen oder Ausfluss haben, solltest Du sofort einen Arzt aufsuchen und Dich untersuchen lassen. Eine Frühgeburt zwischen der 24. und 37. Schwangerschaftswoche kann sich ebenfalls durch Bauchschmerzen, Becken- oder Rückenschmerzen ankündigen. Sollten diese unnormal heftig sein, solltest Du direkt ins Krankenhaus fahren. So könnte sich der verfrühte Geburtsbeginn noch verzögern oder stoppen lassen.
Wehen erkennen
Wenn die zweite Hälfte Deiner Schwangerschaft begonnen hat, wirst Du sicherlich auch öfter sogenannte Übungswehen (sogenannte Braxton-Hicks-Kontraktionen) spüren. Dabei zeigt die Gebärmuttermuskulatur leichte Kontraktionen und Dein Bauch wird hart. Ab der 32. Schwangerschaftswoche ist der gesamte Uterus von diesem Phänomen betroffen. Diese Übungswehen bemerkst Du meist in unregelmäßigen Abständen. Sie hören auch meist nach maximal einer Minute wieder auf. Schmerzhaft ist das Ganze für Dich eigentlich nicht. Sogenannte Vorwehen beginnen in vielen Fällen etwa in der 36. Schwangerschaftswoche. Sie verweisen, wie auch die Übungswehen, auf die nahende Geburt. Auch wenn diese noch etwas dauert. Sie sind für Dich ebenfalls nicht sehr schmerzhaft, verschwinden schnell wieder und treten nicht in regelmäßigen Abstanden auf. Deine echten Wehen tun dies dagegen sehr wohl. Regelmäßige und sich verkürzende Intervalle sind ein Hinweis darauf. Auch Deine Schmerzen steigern sich immer mehr. Solltest Du vor der 36. Schwangerschaftswoche Wehen mehr als drei Mal pro Stunde mit stärkeren Schmerzen spüren und eventuell auch wässrigen oder blutigen Ausfluss beobachten, solltest Du auf jeden Fall zum Arzt und die Symptome einschätzen lassen. Dies gilt sowieso, wenn Du nicht sicher bist, worum es sich bei Deinen Schmerzen handelt oder sie sich völlig anders anfühlen als zuvor. Gehe lieber ein Mal zu viel als ein Mal zu wenig zum Arzt!
Wann ist ärztliche Hilfe notwendig?
Sehr starke und/oder anhaltende Bauchschmerzen in der Schwangerschaft sind immer ein Grund, um sich von einem Arzt untersuchen zu lassen. Aber nicht nur Schwangerschaftskomplikationen können dahinter stecken. Auch andere Erkrankungen, wie eine Blinddarm- oder Blasenentzündung, Nieren- oder Gallensteine, können Gründe für Deine Beschwerden sein. Solltest Du zusätzlich zu den Bauchschmerzen weitere Symptome spüren, ist ebenfalls ärztliche Hilfe notwendig.
Mögliche Anzeichen für Erkrankungen sind:
- Fieber oder Schüttelfrost
- Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
- Blutungen und/oder auffälliger Ausfluss
- Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
Was hilft gegen Bauchschmerzen?
Sollten Deine Bauchschmerzen in der Schwangerschaft nicht auf die körperliche Belastung zurückzuführen sein, sondern auf Verstopfungen, kannst Du gut dagegen ankämpfen. Hier hilft es, viel zu trinken und auf eine ballaststoffreiche Ernährung zu achten. Viel Bewegung in Form von längeren Spaziergängen oder anderen geeigneten Sportarten können ebenfalls Abhilfe schaffen. Sollten Deine Schmerzen auf eine ungünstige Kindslage zurückzuführen sein, kannst Du einmal testen in den Vierfüßlerstand zu gehen. Dein Kind hat durch die Schwerkraft in dieser Stellung mehr Platz und wird eventuell dazu angeregt, sich zu bewegen und eine für Dich angenehmere Position einzunehmen. Weitere Mittel können Abhilfe gegen Bauchschmerzen schaffen: Bauchmassagen mit wohltuendem Öl (etwa mit Kümmel oder Lavendel) zum Beispiel. Auch Wärmflaschen oder Kirschkernkissen können Deine Schmerzen lindern. Bauchtücher oder Stützbänder sind in einem fortschreitenden Stadium der Schwangerschaft hilfreiche Mittel, um gegen die Schmerzen vorzugehen. Solltest Du aber wirklich einmal nicht ohne Tabletten auskommen, kannst Du Medikamente mit dem Wirkstoff Paracetamol verwenden. Ohne Rücksprache mit Deinem Arzt solltest Du so etwas aber nicht einnehmen. Sichere Dich am besten immer vorher ab und lass Dich bei ungewöhnlichen Schmerzen immer untersuchen.
Medikamente gegen Bauchschmerzen
Bauchschmerzen sind immer unangenehm und in der Schwangerschaft sind Schmerzen eine zusätzliche Belastung, die jede werdende Mutter natürlich vermeiden möchte. Ein paar Wirkstoffe nehmen Schwangere aber nach Möglichkeit besser nicht ein. Dazu gehören etwa das bei Krämpfen und Bauchschmerzen helfende Butylscopolamin oder auch Acetylsalicylsäure (ASS, in vielen gängigen Schmerzmitteln enthalten, etwa Aspirin). Wenn es wirklich nicht ohne Tablette geht, kannst du gegen die Schmerzen Medikamente mit dem Wirkstoff Paracetamol verwenden. Bei Ibuprofen gilt: bitte nur im 1. und 2. Trimester. Grundsätzlich: Nimm keine Medikamente ohne Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ein!
Fazit
Die Ursachen für Bauchweh während der Schwangerschaft sind zwar meist harmlos, sollten aber trotzdem immer ärztlich untersucht werden, um Komplikationen auszuschließen. Ganz besonders dann, wenn neben den Beschwerden weitere Symptome wie Fieber, Durchfall, Schmerzen beim Wasserlassen oder Blutungen in der Schwangerschaft auftreten oder aber die Schmerzen krampfartig in Bauch oder Unterleib auftreten. Die Bauchschmerzen müssen nicht zwangsläufig in Zusammenhang mit deiner Schwangerschaft stehen. Möglich ist schließlich auch, dass Nierensteine, eine Blasen- oder Blinddarmentzündung die Schmerzen verursachen. Deshalb solltest du auf jeden Fall deinem Arzt, deiner Ärztin oder deiner Hebamme von den Schmerzen berichten. Nur sie können beurteilen, ob du nur unter normalen Schwangerschaftsbeschwerden leidest, oder ob doch noch ernstere Ursachen dahinterstecken.
Magnesiumbedarf in der Stillzeit
Nach der Geburt ist der Magnesiumbedarf noch höherDas Neugeborene wird nach der Geburt über die Muttermilch mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgt. Dazu gehören Antikörper und Vitamine, Zucker und Eiweiß, aber auch Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium. Die stillende Mutter muss also in dieser Zeit nicht nur ihren eigenen Bedarf decken, sondern auch einen nicht unerheblichen Teil an ihr Kind weitergeben. Das ist einer der Hauptgründe, warum ihr Tagesbedarf an Magnesium sogar noch höher liegt als in der Schwangerschaft. Auch in der Stillzeit auf erste Signale achten:In der Stillzeit steigt der tägliche Magnesiumbedarf (von 310 Milligramm in der Schwangerschaft) um 30 % auf 390 Milligramm. In 100 ml Muttermilch sind durchschnittlich 3 Milligramm Magnesium enthalten.1 Auch stillende Frauen sollten daher auf die ersten Signale eines Magnesiummangels, wie z. B. Muskelkrämpfe, achten, um die eigene und die Magnesiumversorgung ihres Kindes sicherzustellen.