Viele Menschen, die mit chronischen Schmerzen leben, kennen das Gefühl, nachts kein Auge zubekommen zu können. Dieses Phänomen, oft als "Painsomnia" bezeichnet, beschreibt die Kombination aus Schmerzen und Schlaflosigkeit, die das Leben vieler Betroffener beeinträchtigt. Besonders bei Erkrankungen wie der Trigeminusneuralgie, die als eine der schlimmsten Schmerzerkrankungen gilt, wird der Schlaf zur Qual. Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge zwischen chronischen Schmerzen, Schlaflosigkeit und den Herausforderungen, mit denen Betroffene konfrontiert sind.
Chronische Schmerzen und Schlaflosigkeit: Ein weit verbreitetes Problem
Es ist ein weit verbreitetes Problem: Chronisch kranke Menschen finden nachts keine Ruhe. Studien belegen, dass Frauen mit Fibromyalgie nachts doppelt so häufig wach werden wie gesunde Frauen. Auch bei rheumatoider Arthritis geben 70 Prozent der Betroffenen Schmerzen als Hauptgrund für ihre Schlafstörungen an.
"Painsomnia": Mehr als nur eine "schlechte Nacht"
Viele chronisch kranke Menschen erleben, dass sich ihre Schmerzen nachts noch verstärken. Dies kann an der fehlenden Ablenkung oder der nachlassenden Wirkung von Schmerzmitteln liegen. Die 22-jährige Olivia, die an Fibromyalgie leidet, beschreibt, dass ihr Kopf sich weigert einzuschlafen, weil sie solche Schmerzen hat. Oft zögert sie die Schlafenszeit hinaus, um sich nicht ohne Ablenkung ins Bett legen zu müssen.
Das Gefühl, morgens "verkatert" aufzuwachen
Viele Betroffene wachen morgens auf, als hätten sie die Nacht durchgetanzt, obwohl sie sich zu krank fühlen, um überhaupt eine Party zu besuchen. Dieses Gefühl der Erschöpfung und des Mangels an Erholung ist eine brutale Ironie, mit der viele chronisch Kranke leben müssen.
Die medizinische Perspektive und die "ignorierte Schlaflosigkeit"
Obwohl Schlafstörungen bei chronisch kranken Patienten ärztlich anerkannt sind, gilt "Painsomnia" nicht als offizielle Diagnose. Megan Rose, 21 Jahre alt und mit dem Ehlers-Danlos-Syndrom lebend, berichtet, dass ihre Ärzte sich nicht darum zu kümmern scheinen, dass sie nicht schlafen kann. Sie erzählt, dass es immer dringendere Dinge zu geben scheint als ihr Schlaf.
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Altersdiskriminierung in der Schmerzbehandlung
Die 25-jährige Emma hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Nachdem sie ein Medikament gefunden hatte, das sowohl gegen die Schmerzen als auch gegen die Schlaflosigkeit half, wurde ihr von ihren Ärzten gesagt, sie sei "zu jung, um das dauerhaft einzunehmen". Sie weigerten sich, ihr das Mittel erneut zu verschreiben. Diese medizinische Altersdiskriminierung ist ein Problem, mit dem viele Betroffene immer wieder konfrontiert sind.
Die Auswirkungen von Schlaflosigkeit auf chronische Schmerzen
Die dauernden Schmerzen, die Betroffene einer chronischen Krankheit oft erleben, werden durch die regelmäßige Schlaflosigkeit oft noch verschlimmert. Nächtliche Schmerzen sprechen oft nicht auf verschreibungspflichtige Medikamente an, die tagsüber eingenommen werden. "Painsomnia" unterscheidet sich von "normaler" Schlaflosigkeit dadurch, dass überwältigende körperliche Schmerzen einen nachts aus dem Schlaf reißen.
Die Herausforderung der Schmerzkommunikation
Oft fehlt die richtige Sprache, um Schmerzen so präzise zu beschreiben, dass andere sie verstehen können. Schmerz wird oft als etwas Akutes wahrgenommen, wie ein blauer Fleck oder ein gebrochenes Bein. Chronische Schmerzen hingegen sind ein ständiger Begleiter, der das Leben der Betroffenen massiv beeinträchtigt.
Die "Suizidkrankheit" und unerträgliche Schmerzen
Melissa, die mit Trigeminusneuralgie lebt, beschreibt ihre Schmerzen als unerträglich. Die Trigeminusneuralgie wird oft als "Suizidkrankheit" bezeichnet, weil sie Betroffenen so unerträgliche Schmerzen zufügt. Sie sagt: "Es gibt zu viele von uns, die jede Nacht mit unerträglichen Schmerzen wach liegen und genau wissen, dass die Schmerzen auch morgen wiederkommen werden - und manchmal gar keine Pause einlegen. Konstanter körperlicher Schmerz belastet dich auch mental."
Die Folgen von Schlafmangel und die Notwendigkeit der Anerkennung
Schlafentzug wird als Foltermethode eingesetzt, um Gefangenen ein Geständnis zu entlocken. Die Gesellschaft weiß also genau, welche körperlichen und mentalen Schäden Schlafmangel verursachen kann. Die meisten Ärzte und Schlafforscher empfehlen sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht. Regelmäßiger schlechter Schlaf soll auch das Risiko für Langzeiterkrankungen wie Herzleiden, Diabetes und Depressionen erhöhen.
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Schmerzbedingte Schlaflosigkeit als unsichtbares Leiden
Schmerzbedingte Schlaflosigkeit ist ein weiteres, scheinbar unsichtbares Leiden, mit dem chronisch Kranke zu leben haben. Manchmal fühlt sich dieses Begleitsymptom an wie Folter. Ärzte ignorieren oft die Beschwerden, und andere verharmlosen sie einfach als "schlecht geschlafen". Den meisten fällt das Leiden aber gar nicht erst auf - sie erkennen es höchstens an immer dunkler werdenden Augenringen oder daran, dass man mittags zwischen zwei Meetings einen Powernap braucht.
Kühlpacks bei Trigeminusneuralgie und Schlaf
Die Trigeminusneuralgie ist eine besonders schmerzhafte Erkrankung, die oft den Schlaf erheblich beeinträchtigt. Betroffene suchen nach Wegen, die Schmerzen zu lindern und somit ihren Schlaf zu verbessern.
Die Anwendung von Kälte
Einige Betroffene der Trigeminusneuralgie empfinden Kühlpacks als hilfreich, um die Schmerzen zu lindern. Die Kälte kann die Nervenaktivität reduzieren und somit die Schmerzintensität verringern. Es ist jedoch wichtig, darauf zu achten, dass die Kühlpacks nicht zu kalt sind, um lokale Erfrierungen zu vermeiden.
Weitere Hausmittel gegen Nervenschmerzen
Neben Kühlpacks gibt es weitere Hausmittel, die bei Nervenschmerzen helfen können:
- Kräuter und Tee: Einige Kräuter, wie die Teufelskrallenwurzel, können schmerzlindernde Eigenschaften haben. Auch Tees wie Brennnessel- oder Ingwertee können entzündungshemmend und schmerzstillend wirken.
- Wärme: Wärme kann die Muskeln entspannen und somit die Nerven entlasten. Hierfür eignen sich Wärmepflaster oder warme Kompressen.
- Chili: Der Wirkstoff Capsaicin in Chili kann in Salbenform oder als Schmerzpflaster wärmend, schmerzlindernd und durchblutungsfördernd wirken.
- Johanniskraut: Johanniskrautöl kann bei Nervenschmerzen im Rückenbereich Linderung verschaffen. Auch Johanniskrauttee oder -tabletten können entzündungshemmend und beruhigend wirken.
- Pfefferminzöl: Pfefferminzöl wirkt kühlend und krampflösend und kann somit Nervenschmerzen reduzieren.
- Olivenöl: Oleocanthal in Olivenöl wirkt entzündungshemmend und blutverdünnend, was sich positiv bei einer Nervenentzündung auswirken kann.
Psychische Folgen der Nervenschmerzen
Nervenschmerzen können auch psychische Symptome wie Unruhe, Aggressivität oder Depressionen verursachen. Hier können Johanniskraut oder Baldriantee Linderung verschaffen. Auch Entspannungsverfahren wie Meditationen, autogenes Training oder die progressive Muskelentspannung können helfen, die psychischen Beschwerden zu reduzieren.
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Bewegung bei Nervenschmerzen
Obwohl es paradox klingt, kann Bewegung helfen, die Symptome von Nervenschmerzen zu lindern. Spezielle Übungen können die Nervenschmerzen lindern, Verspannungen lösen und Schonhaltungen korrigieren.
Weitere Ursachen für Nervenschmerzen und mögliche Behandlungen
Nervenschmerzen können verschiedene Ursachen haben, wie z. B.:
- Bandscheibenvorfall: Ein Bandscheibenvorfall kann auf einen Nerv drücken und Nervenschmerzen verursachen.
- Gürtelrose: Die Gürtelrose wird durch im Körper schlummernde Windpocken-Viren ausgelöst und kann Nervenschmerzen verursachen.
- Komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS): Das CRPS ist eine chronische Schmerzkrankheit, die nach Verletzungen oder Operationen auftreten kann.
- Multiple Sklerose (MS): Schmerzen bei MS können durch die neurologische Erkrankung an sich oder durch Folgeschäden entstehen.
Die Behandlung von Nervenschmerzen hängt von der Ursache ab. In der Regel werden mehrere Therapiebausteine kombiniert, wie z. B.:
- Medikamente: Klassische Schmerzmittel, Opioide, Antidepressiva oder Antiepileptika können zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.
- Physiotherapie: Regelmäßige, angepasste Bewegung kann die Nervenschmerzen lindern, Verspannungen lösen und Schonhaltungen korrigieren.
- Operation: In seltenen Fällen ist eine Operation zur Entlastung des Nervs erforderlich.
- Psychologische Behandlung: Verhaltenstherapie kann helfen, mit den Schmerzen umzugehen und die Lebensqualität zu verbessern.
Die Bedeutung der Schmerzklinik Kiel
Die Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel bietet eine spezielle Therapie für verschiedene Schmerzerkrankungen an, darunter Migräne, Kopfschmerzen, Nervenschmerzen und Rückenschmerzen. Die Klinik bietet sowohl stationäre als auch ambulante Behandlungen an und arbeitet mit verschiedenen Krankenkassen zusammen.
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