Kuklinski-Therapie bei Nervenschmerzen: Ein umfassender Überblick

Die Kuklinski-Therapie, benannt nach Dr. Bodo Kuklinski, zielt darauf ab, die Ursachen von Nervenschmerzen und anderen chronischen Beschwerden zu behandeln, anstatt nur die Symptome zu unterdrücken. Ein zentraler Aspekt dieser Therapie ist die Berücksichtigung von Halswirbelsäulen-Traumata (HWS-Traumata) und deren Auswirkungen auf den Körper.

Einführung

Chronische Schmerzen und neurologische Probleme können viele Ursachen haben, oft bleiben diese aber unerkannt. Ein HWS-Trauma, beispielsweise durch einen Unfall verursacht, kann weitreichende Folgen haben, die über Nackenschmerzen hinausgehen. Dr. Kuklinski und andere Experten haben erkannt, dass solche Traumata zu einer Kaskade von Problemen führen können, die Nervenschmerzen und andere Symptome verursachen.

Die Rolle des HWS-Traumas

Ein HWS-Trauma entsteht häufig durch Unfälle im Haushalt, beim Sport oder im Straßenverkehr, bei denen die Haltebänder des Genicks überdehnt werden. Dies wird oft als Schleudertrauma bezeichnet. Die Folgen eines solchen Traumas können vielfältig sein:

  • Einklemmung von Blutgefäßen: Eine falsche Bewegung des Nackens kann Blutgefäße einklemmen, was zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff und Nährstoffen führt. Dies kann Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Wahrnehmungsstörungen verursachen.
  • Reizung von Gehirnnerven: Ein instabiler Nacken kann verschiedene Gehirnnerven reizen. Dr. Kuklinski und Dr. Anja Schemionek listen in ihrem Buch "Schwachstelle Genick" eine Reihe von Symptomen auf, die in solchen Fällen auftreten können und typisch für Angststörungen sind.
  • Schwindel und Tinnitus: In etwa 40 % der Fälle sind Schwindelattacken und Tinnitus auf Probleme mit der Halswirbelsäule zurückzuführen. Hierbei ist oft der Nervus Vagus betroffen.

Der Teufelskreis der Nervenreizung

Eine länger anhaltende Reizung des Nervus Sympathicus infolge eines HWS-Traumas kann einen Teufelskreis in Gang setzen. Oft werden dann jahrelang nur die Symptome der Nervenreizung behandelt, während die eigentliche Ursache unbehandelt bleibt.

  • Mineralstoffmangel: Bei wiederholter Reizung des Sympathicus scheidet der Körper vermehrt Magnesium, Kalium und Zink über den Urin aus. Dies kann zu Muskelkrämpfen, Herzrhythmusstörungen, Nachtblindheit und Verdauungsstörungen führen.
  • Zinkmangel: Ein Zinkmangel kann weitere Erkrankungen verursachen, da er die Vitamine B1 und B6 beeinträchtigt, den Schutz des Körpers gegen freie Radikale vermindert, die Bildung von Östrogen steigert und die Wirksamkeit von Verdauungsenzymen im Darm reduziert.

Es ist wichtig, einen vermeintlichen Mangel an diesen Stoffen nicht auf eigene Faust zu regulieren, da Kombipräparate oft nicht den tatsächlichen Bedarf decken.

Lesen Sie auch: Hüft-TEP und Nervenschmerzen

Mitochondriale Medizin als Therapieansatz

Dr. Kuklinski hat den Zusammenhang zwischen HWS-Traumata, Medikamenten, Umweltgiften, Fehlernährung und dem daraus resultierenden Nitrostress erkannt und erforscht. Dies führte zur Entwicklung der mitochondrialen Medizin, die eine zunehmende Bedeutung gewinnt.

Mitochondrien: Die Kraftwerke der Zellen

Mitochondrien sind die "Kraftwerke der Zellen" und für die Energiegewinnung in unseren Körperzellen verantwortlich. Sie benötigen bestimmte Vitalstoffe, sogenannte Mitoceuticals®, um optimal zu funktionieren. Eine Schlüsselsubstanz ist Ubiquinol Q10.

Mitochondriale Dysfunktion und chronische Erkrankungen

Die medizinische Forschung zeigt immer mehr Zusammenhänge zwischen mitochondrialer Dysfunktion und chronischen Erkrankungen. Störungen der Energiegewinnung können bei einer Vielzahl von Erkrankungen eine wesentliche Rolle spielen. Dazu gehören:

  • Adipositas
  • Autoimmunerkrankungen
  • Burn-out
  • Chronic Fatigue Syndrom (CFS)
  • Chronische Hypoglykämie
  • Diabetes
  • Erschöpfung
  • Fibromyalgie
  • Krebs
  • Multiple Chemikalien-Sensitivität
  • Stress
  • Erkrankungen der Augen, des Atmungstrakts, des Bewegungsapparates, der Haut, von Herz und Gefäßen, von Nerven, Gehirn und Psyche (einschließlich Neurodegeneration) sowie des Urogenital- und des Verdauungstrakts.

Diagnostik und Therapie

Dr. Kuklinski bietet in seinem Buch "Mitochondrien - Symptome, Diagnose, Therapie" eine gut verständliche Einführung in die relevanten Stoffwechselprozesse von Mitochondrien und Körperzellen. Er beschreibt praxisgerechte Methoden zur Diagnostik mitochondrialer und zellulärer Dysfunktionen und gibt detaillierte Angaben zur mitochondrialen Therapie im Allgemeinen und im Speziellen bei vielen Erkrankungen.

Ein Nitrostressprofil aus dem Urin kann erhöhte Citrullinwerte (Nitrostress), erhöhte Methylmalonsäurewerte (Vitamin-B12-Mangel) sowie erhöhte Cystathionin-Werte (Vitamin-B6-Mangel) aufzeigen. Ein Mikronährstoffprofil aus dem Blut ist für die Bestimmung der Mineralstoffe notwendig.

Lesen Sie auch: Nervenschaden nach Zahnbehandlung: Symptome und Therapie

Vitamin B12-Mangel

Ein Vitamin B12-Mangel kann zu einem Zusammenbruch des Energiehaushaltes der Zelle führen. Bereits ein geringer Mangel kann die Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit im Alltag verringern. Längere Unterversorgung kann zu Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Depressionen, Taubheitsgefühlen und Unsicherheit beim Gehen führen.

Vitamin B12 ist lebensnotwendig für die Bildung der roten Blutkörperchen, die Funktion der Nerven und den Fett- und Eiweißstoffwechsel. Ursachen für den Mangel können eine zu geringe Aufnahme über die Nahrung oder die Einnahme von Medikamenten wie Metformin und Pantoprazol sein.

Praktische Umsetzung der Kuklinski-Therapie

Die Kuklinski-Therapie umfasst verschiedene Ansätze, um die Halswirbelsäule zu schonen, die Mobilität und Stabilität wiederherzustellen und den Körper mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen.

Schonung des Nackens

Es ist wichtig, eine potentielle Reizung des Nackens nicht noch schlimmer zu machen. Sportarten, bei denen die Wirbelsäule oder der Kopf durch Schläge oder Stöße stark belastet werden, sollten vermieden werden, bis die Haltebänder im Genick wieder vollständig genesen sind.

Dennoch ist ausreichend Bewegung wichtig, um das BDNF-Protein zu produzieren, das für die psychische Gesundheit unerlässlich ist. Sanftere Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren sind empfehlenswert.

Lesen Sie auch: Medikamentenfreie Schmerzlinderung bei Nervenschmerzen

Wiederherstellung der Mobilität und Stabilität

Behutsame isometrische Übungen können helfen, die Mobilität und Stabilität der Halswirbelsäule wiederherzustellen.

Vermeidung von Halskrausen

Das Tragen einer Halskrause wird von vielen Medizinern kritisch gesehen, da sie zwar ein weiteres Überdehnen der Haltebänder verhindert, aber auch zu einem Rückgang der Muskulatur an Hals und Nacken führt, die für den Schutz und die Stabilisierung des Nackens wichtig ist. Es ist wichtig, den Kopf weiterhin normal zu bewegen.

Mikronährstoffversorgung

MS-Patienten weisen oft massive intrazelluläre Defizite an Vitaminen (B1, B2, Nikotinamid, B5, B6, Folsäure und B12), Carotinoiden, Kalium, Magnesium, Zink und Selen auf. Diese Mikronährstoffe müssen in sinnvoller Reihenfolge und Dosierung nach einem bestimmten Schema zugeführt werden. Eine wahlloses Einnehmen aller Substanzen auf einmal bleibt wirkungslos oder kann sogar schädigend sein.

Weitere Faktoren

  • Vermeidung von zusätzlichen Mitochondrienschädigungen: Chemikalien wie Formaldehyd und Toluol, Medikamente wie Betablocker, Potenzmittel, Säureblocker, Cholesterinsenker und Impfstoffe sowie stark nitratbelastete Lebensmittel sollten vermieden werden.
  • Behandlung von Vitamin-B6- und Zinkmangel: Diese Nährstoffe sind Gegenspieler der Glutamatrezeptoren und für die Funktion der GABA-Rezeptoren notwendig.
  • Behandlung von Selenmangel: Selen senkt die Glutamat-Rezeptoraktivität und gehört daher zur MS-Therapie.
  • Behandlung von Vitamin-D-Mangel: Die MS-Krankheitsaktivität ist umso höher, je niedriger der Vitamin-D-Spiegel ist.

Kritik und Kontroversen

Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Kuklinski-Therapie und insbesondere die mitochondriale Medizin nicht unumstritten sind. Einige Aspekte, wie die pauschale Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, werden von Kritikern hinterfragt. Es ist ratsam, sich umfassend zu informieren und die Therapie mit einem erfahrenen Arzt oder Therapeuten zu besprechen.

tags: #kuklinski #nervenschmerzen #therapie