Lars von Trier und seine Parkinson-Erkrankung: Ein Leben zwischen Filmkunst und gesundheitlichen Herausforderungen

Der dänische Regisseur und Drehbuchautor Lars von Trier, bekannt für seine provokanten und stilistisch einzigartigen Filme, lebt seit einigen Jahren mit der Parkinson-Krankheit. Nachdem er seine Diagnose im Jahr 2022 öffentlich gemacht hatte, gab seine Produktionsfirma Zentropa nun bekannt, dass er zurzeit von einem Pflegezentrum unterstützt wird, das ihm die notwendige Behandlung und Pflege zukommen lässt. Diese Unterstützung ergänzt seinen privaten Wohnsitz.

Die Parkinson-Diagnose und erste Symptome

Lars von Trier machte seine Parkinson-Diagnose im Sommer 2022 öffentlich. Erste Symptome des Parkinson-Syndroms traten bereits während der Dreharbeiten zu "The Kingdom: Exodus" (2022) auf, der dritten Staffel seiner Kultserie "Hospital der Geister" (1994 und 1997). In einem Gespräch mit dem "The Hollywood Reporter" beschrieb er das Zittern als besonders unangenehm. Die öffentliche Bekanntmachung seiner Diagnose empfand er als Erleichterung.

Aktueller Gesundheitszustand und Unterstützung

Nachdem dänische Medien kürzlich berichtet hatten, dass der 68-Jährige in ein Pflegezentrum umgezogen sein soll, veröffentlichte Louise Vesth (51), Sprecherin seiner Produktionsfirma Zentropa, ein Statement auf Instagram. Darin stellte sie klar, dass Lars von Trier derzeit in Kontakt mit einem Pflegezentrum steht, das ihm die Behandlung und Pflege bietet, die sein Gesundheitszustand erfordert. Es handele sich dabei um eine Ergänzung zu seiner eigenen Privatunterkunft. Laut Vesth geht es Lars von Trier "den Umständen entsprechend gut". Sie bat im Namen von Lars von Trier darum, seine Privatsphäre zu respektieren und keine weiteren Kommentare abzugeben.

Was ist Parkinson?

Parkinson ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die langsam fortschreitende Krankheit führt zum Absterben von Nervenzellen im Gehirn, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Dies beeinträchtigt die Steuerung von Körperbewegungen und verursacht unter anderem das typische Zittern von Betroffenen. Die Erkrankung beginnt meist jenseits des 50. Lebensjahres. Parkinson ist eine nervenbedingte Bewegungsstörung. Ursache für die Krankheit ist das Absterben von Nervenzellen im Gehirn.

Lars von Triers Karriere und Kontroversen

Lars von Trier gilt als einer der profiliertesten Filmemacher des europäischen Autorenkinos. Bereits sein Debütfilm „The Element Of Crime“, ein komplexes Neo-Noir-Experiment, erregte international Aufmerksamkeit. Zu seinen bekanntesten Werken gehören "Melancholia", "Nymphomaniac" und "The House That Jack Built". Im Jahr 2000 gewann er in Cannes die Goldene Palme für "Dancer in the Dark" mit der isländischen Musikerin Björk in der Hauptrolle.

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Immer wieder hat der Regisseur mit seinen Filmen große Kontroversen ausgelöst. Manche warfen ihm ein misogynes Weltbild vor, weil in vielen seiner Filme Frauen verletzt, gedemütigt oder getötet werden. Auch die Arbeit mit ihm bereitete vielen Schauspielerinnen und Schauspielern Probleme. 2017 warf ihm Björk vor, dass er sie während der Dreharbeiten sexuell belästigt haben sollte. 2011 wurde er wegen umstrittener Nazi-Äußerungen zur unerwünschten Person erklärt worden war.

Neues Filmprojekt "After" in Planung

Trotz seiner Erkrankung scheint Lars von Trier an einem neuen Film zu arbeiten. Das geht aus einer Übersicht des dänischen Filminstituts über Fördermittelzuteilungen für das Jahr 2024 hervor. Der Film trägt den Arbeitstitel "After" und befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Er erhält Fördermittel in Höhe von 1,3 Millionen dänischen Kronen (rund 175.000 Euro). Wovon das Werk handeln soll, wann es veröffentlicht wird und welche Schauspieler darin zu sehen sein werden, geht aus der Auflistung nicht hervor.

Bereits seit einiger Zeit gibt es in der Filmszene Spekulationen über einen neuen Film des Regisseurs. "After" wird als Drehbuchautor und Regisseur eines Films genannt. Leider lassen sich in dieser Liste keine weiteren Details zum neuen Projekt finden - weder zur Handlung noch zu einer möglichen Besetzung. Wann der Film tatsächlich erscheint und ob Lars von Trier ihn noch fertigstellen kann, bleibt abzuwarten.

"The Kingdom Exodus" und frühere Werke

Derzeit steht der 66-Jährige für die dritte und letzte Staffel seiner erfolgreichen Mini-Horrorserie "Hospital der Geister" hinter der Kamera. Die Staffel mit dem Titel "The Kingdom Exodus" soll bis Ende des Jahres in Dänemark ausgestrahlt werden. Die Produktionsfirma teilte mit, dass sie die Staffel "wie geplant" beenden werde. Zuletzt hatte der Regisseur mit „Geister - Exodus“ im Jahr 2022 eine Fortsetzung seiner preisgekrönten „Geister-Serie aus den 90ern vorgelegt, die sowohl Fans des Formats als auch Kritiker begeisterte.

Seinen bislang letzten Spielfilm, den Horror-Thriller "The House That Jack Built", hatte von Trier 2018 auf dem Filmfestival von Cannes vorgestellt.

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