Lavendel und seine Wirkung auf das Nervensystem: Ein umfassender Überblick

Lavendel, bekannt für seinen beruhigenden Duft und seine tiefblaue Farbe, ist seit Jahrhunderten ein beliebtes pflanzliches Heilmittel. Besonders seine Wirkung auf das Nervensystem wird geschätzt, um Entspannung und Schlaf zu fördern. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Anwendungsbereiche und Wirkungsweisen von Lavendel im Zusammenhang mit dem Nervensystem.

Lavendel: Eine Pflanze mit langer Tradition

Seit vielen Jahrhunderten ist Lavendel eine beliebte Heilpflanze zur Behandlung verschiedener Beschwerden. Der Name leitet sich von „Lavare“, dem lateinischen Begriff für „waschen“, ab - da Lavendel gerne als Badezusatz verwendet wurde. Es gibt über 30 verschiedene Lavendelarten, aber besonders der Echte Lavendel (lat. Lavandula angustifolia P. Miller) gilt als gesund und wird als Heilpflanze eingesetzt. Der kleine Strauch mit den typischen violetten Blüten und graugrünen Blättern ist im Mittelmeerraum beheimatet. Vor allem die Provence in Frankreich ist als Anbaugebiet bekannt.

Die beruhigende Wirkung von Lavendel

Lavendel hat eine beruhigende und entspannende Wirkung, was den Schlaf fördern kann. Bereits in der griechisch-römischen Antike war die wohltuende Wirkung des Echten Lavendels bekannt. Auch heute noch wird in der modernen Medizin die zart duftende, lilafarbene Heilpflanze aus dem Mittelmeergebiet genutzt. Innere Unruhe, Schlaflosigkeit oder Angstzustände werden damit erfolgreich behandelt. Der erfolgreiche Einsatz von Lavendel ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien bestätigt. Seine beruhigende und entspannende Wirkung hilft vor allem, Ängste zu lösen, mit Stress besser umzugehen, Schlafstörungen zu bessern oder innere Unruhe auszugleichen. Diese entstehen immer dann, wenn zu viele Informationen und Reize gleichzeitig und über längere Zeit auf uns einprasseln. In der richtigen Dosierung eingenommen, verbessert das Öl des speziellen Arzneilavendels die Filterfunktion des Nervensystems für äußere Reize. Im stressigen Alltag hilft die entspannende Wirkung der Pflanze, wieder Ruhe zu finden.

Wie Lavendel auf das Nervensystem wirkt

Seine tiefblau-violette Farbe fasziniert das Auge, sein ätherisches Öl beruhigt das zentrale Nervensystem. Der Lavendel hat eine entspannende Wirkung auf den ganzen Körper. Die Bestandteile des Lavendelöls helfen uns bei nervöser Unruhe, Schlafstörungen, Verkrampfungen, aber auch Herz-Kreislauf-Problemen oder Verdauungsbeschwerden. Die regulierende Wirkung der uralten Heilpflanze bringt Körper und Seele wieder in Balance, wenn wir nach einem hektischen Tag nach Ausgleich suchen. Wer abends nur schwer abschalten kann, sollte ein Bad oder eine Dusche mit Lavendelduft und eine kurze Massage mit Lavendel-Entspannungsöl probieren. So kommt die nötige Bettschwere von ganz allein.

Lavendel beeinflusst die Psyche, beruhigt und Studien geben Hinweise darauf, dass Lavendel einen angstlösenden und antidepressiven Effekt hat. Es sind die ätherischen Öle, die dämpfend auf das zentrale Nervensystem wirken können.

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Es wird angenommen, dass Lavendel eine Wirkung auf das limbische System des Gehirns hat, das die Stimmung, den Antrieb, Gedächtnis und Emotionen steuert. Außerdem erhöht er die Aktivität des parasympathischen Nervensystems, was die Stressreaktion des Körpers verringern könnte. Lavendel hemmt vermutlich die spannungsabhängigen Kalziumkanäle (VDCC) und mildert so eine unangemessene Stressreaktion im zentralen Nervensystem ab. Es scheint auch eine Auswirkung auf den 5HT1A-Rezeptor (Serotoninrezeptor) zu haben, der bei Angstzuständen eine Rolle spielt. Eine verringerte Bindung an diesen Rezeptor könnte die anxiolytischen Wirkungen von Lavendel erklären. Lavendel erhöht auch die Menge an Serotonin im System, indem er die Serotonintransporter (SERT) blockiert, wodurch dem Gehirn mehr extrazelluläres Serotonin zur Verfügung steht. Die beruhigende Wirkung von Lavendel hat auch einen schlaffördernden Effekt zur Folge.

Anwendungsformen von Lavendel

Lavendel findet in unterschiedlicher Form Verwendung. Sie können die Heilpflanze sowohl äußerlich als Einreibung oder Badezusatz als auch innerlich, etwa als Tee, nutzen:

  • Lavendelöl im Diffuser: Gib ein paar Tropfen Lavendelöl in einen Diffuser und lass es 30 Minuten vor dem Schlafengehen im Schlafzimmer verteilen.
  • Lavendelkissen: Platziere ein Lavendelkissen auf deinem Bett oder neben dem Kopfkissen. Duftkissen mit Lavendel riechen nicht nur angenehm, sie haben auch eine wohltuende, entspannende und schlaffördernde Wirkung.
  • Lavendelöl auf den Schläfen: Verdünne einige Tropfen Lavendelöl mit einem Trägeröl (z. B. Mandelöl) und massiere es sanft auf deine Schläfen oder Handgelenke.
  • Lavendelbad: Nimm vor dem Zubettgehen ein warmes Bad mit ein paar Tropfen Lavendelöl. Bei Stress als Badezusatz: 20 bis 100 Gramm getrocknete Lavendelblüten oder ein bis drei Gramm Lavendelöl in ein Vollbad geben.
  • Lavendeltee: Arzneitee mit Lavendelblüten beruhigt den Körper und Geist von innen. Schlafen Sie schlecht? Dann trinken Sie vor dem Zubettgehen eine Tasse frischen Lavendelblütentee. Bei Schlafstörungen als Tee: 1,5 Gramm Lavendelblüten pro Tasse mit abgekochtem, leicht abgekühltem Wasser (etwa 80 Grad Celsius) aufgießen und zehn Minuten ziehen lassen. Erwachsene und Jugendliche sollten nicht mehr als drei Tassen pro Tag trinken. Für die optimale Dosierung den Hausarzt oder die Hausärztin ansprechen. Ja, Lavendeltee hilft dir genauso wie Kapseln beim Einschlafen.
  • Lavendelkapseln: Pflanzliche Präparate mit Öl aus speziell gezüchteten Arznei-Lavendelblüten lassen Sie wieder zur Ruhe kommen. Nimmt man sie in Form von Kapseln ein, hilft das Öl bei Ängsten, Schlafproblemen, Überforderung und posttraumatischen Störungen. Nach und nach lassen Anspannung, Unruhe und Angstgefühle nach - und auch der Schlaf verbessert sich. Die Weichkapseln machen tagsüber nicht müde und auch nicht abhängig.
  • Lavendelwickel: Für eine entspannende Massage oder einen Brustwickel erhalten Sie ein fertiges zehnprozentiges Lavendelöl. Es kann direkt auf die Haut eingerieben oder für einen Wickel verwendet werden. Dazu ein postkartengroßes Baumwolltuch mit etwa 10 Tropfen Öl beträufeln, in fettabweisendes Butterbrotpapier einschlagen und zwischen zwei Wärmflaschen anwärmen. Den Wickel mit der Ölseite auf den Brustkorb legen, mit einem weiteren Tuch befestigen und wirken lassen, bis die Wärme nachlässt.
  • Lavendelsäckchen: Ein Lavendelsäckchen im Kleiderschrank hält nicht nur lästige Motten fern - es sorgt auch für einen angenehmen Duft. Sie haben Lavendel im eigenen Garten? Dann schneiden Sie zum Trocknen die Blütenstände samt Stiel ab und bündeln sie. Anschließend hängen Sie den Lavendel kopfüber an einem trockenen und dunklen Ort auf. Dort darf kein Sonnenlicht eindringen. Achten Sie auch darauf, dass die aufgehängten Bündel etwas Abstand zueinander haben. Nach etwa einer Woche sind die Blüten getrocknet.
  • Entspannung für die Haut: Lavendelhaltiges Pflegeöl, zum Beispiel auf Basis von Mandelöl, löst Verspannungen. Zudem hält es die Haut weich und geschmeidig. Genießen Sie beim Einmassieren den frischen Duft!
  • Zur Beruhigung einnehmen: ein bis vier Tropfen Lavendelöl in Wasser einnehmen. Für Erwachsene mehrmals täglich geeignet.
  • Gegen Mücken als Repellent: Lavendelöl unverdünnt oder mit Alkohol (Mischverhältnis 1:1) auf die Haut auftragen.
  • Zur Schmerzlinderung einreiben: Lavendelöl entweder pur oder als fünfprozentige Mischung zum Beispiel mit einem Basisöl wie Mandelöl auf der Haut verteilen.

Weitere Vorteile und Anwendungen von Lavendel

Der besondere Duft des Lavendels wirkt beruhigend und fördert einen erholsamen und guten Schlaf. Der betörende Duft vertreibt Insekten. Das Lavendelöl wird aus den Blüten und Blättern der Lavendelpflanze gewonnen. Es wirkt nachweislich beruhigend auf das zentrale Nervensystem und wirkt so bei Unruhe, Nervosität oder Angst.

Lavendelöl ist zudem schlaffördernd, leistet aber auch einen Beitrag zur Steigerung der Konzentration. Im Öl befindet sich ein sehr hoher Linaloolgehalt mit seinen antimikrobiotischen, antiseptischen und antibakteriellen Eigenschaften. Dank des hohen Kampfergehalts im Lavendelöl wird die Durchblutung der Haut angeregt und so die Selbstheilungskräfte sowie die Zellneubildung gefördert. Zusätzlich enthält es Antioxidantion mit einer entgiftenden Wirkung.

Aufgrund der beruhigenden Wirkung auf das vegetative Nervensystem harmonisiert sich auch die Bildung der Magensäure, der Stoffwechsel, Atmung, Blutdruck und Herzschlag ebenfalls.

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Es kann die Wundheilung fördern und das Immunsystem anregen und gilt als antiviral und antibakteriell. In der Volksmedizin gilt Lavendel bereits seit dem 16. Jahrhundert als Heilpflanze. Traditionell wird er vor allem bei nervösen Magen-Darm-Beschwerden, wie Blähungen, oder bei Krämpfen eingesetzt. Zudem wird er bei Wunden, etwa Verbrühungen verwendet, um die Heilung zu fördern. Lavendelöl gilt darüber hinaus als natürliches Hausmittel, um Insekten wie etwa Stechmücken abzuwehren.

Die Lavendel-Herz-Auflage ist eine sanfte, naturheilkundliche Behandlungsmethode, die speziell auf die Beruhigung des Körpers und die Förderung von Entspannung abzielt. Lavendel ist für seine beruhigenden, krampflösenden und entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt. In der Herzregion angewendet, wirkt das Lavendelöl beruhigend auf das sympathische Nervensystem, was zu einer tiefen Entspannung führt. Durch die kühlende Wirkung des anfänglich kalten Tuchs in Kombination mit Lavendelöl wird die Körperwärme auf sanfte Weise stimuliert. Dies führt zu einer natürlichen Erwärmung des Bereichs und regt die Durchblutung an. Die beruhigenden Effekte des Lavendels reduzieren Stress und können innere Unruhe und Ängste lindern.

Mögliche Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

Lavendel kann unerwünschte Wirkungen haben. Wenn Sie Vorerkrankungen haben oder Lavendel bei Kindern einsetzen wollen, sollten Sie das vorab ärztlich abklären.

  • Atemprobleme bei Überdosierung: Eine hohe Dosierung von Lavendelöl im Raum kann bei empfindlichen Menschen unter Umständen zu Kopfschmerzen oder Atembeschwerden führen. Daher solltest du darauf achten, das Öl in Maßen zu verwenden.
  • Allergische Reaktionen: Die einzige mögliche Gefahr besteht in seltenen Fällen bei Menschen, die empfindlich auf Lavendel oder ätherische Öle reagieren.
  • Für Lavendelöl gilt: Lavendelöl ist für Säuglinge und Kleinkinder unter vier Jahren nicht empfohlen. Eine Anwendung, vor allem im Gesicht, kann einen sogenannten Stimmritzenkrampf auslösen und im schlimmsten Fall zu einem Atemstillstand führen. Auch Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten kein Lavendelöl einnehmen, auch hier fehlen eindeutige Erkenntnisse zur Sicherheit. Bei empfindlichen Personen können durch das Lavendelöl Hautreizungen, allergische Reaktionen oder - bei innerlicher Anwendung - Magen-Darm-Beschwerden auftreten.
  • Auf ein Vollbad mit Lavendel sollten Personen mit folgenden Erkrankungen verzichten: offene Wunden, großflächige Hautentzündungen, Fieber, Kreislaufbeschwerden, Herzinsuffizienz.

Ersetzen Sie nicht eigenmächtig eine ärztlich verordnete Behandlung durch Echten Lavendel, etwa Lavendelöl. Entscheiden Sie gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin, ob der begleitende Einsatz von Lavendel sinnvoll sein kann. Eventuell unterstützt er weitere Therapien.

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