Die Neurologie ist ein komplexes Feld, das sich mit der Struktur, Funktion und den Erkrankungen des Nervensystems befasst. Ein fundiertes Lexikon, das sowohl deutsche als auch englische Fachbegriffe abdeckt, ist daher unerlässlich für Mediziner, Forscher und Studenten. Dieser Artikel bietet einen Überblick über wichtige neurologische Konzepte und Terminologien, wobei bestehende Definitionen erweitert und in einen umfassenden Kontext gestellt werden.
Grundlagen der Neurologie
Das Nervensystem besteht aus dem Gehirn, dem Rückenmark und den peripheren Nerven. Es steuert und koordiniert alle Körperfunktionen. Neurologische Erkrankungen können vielfältige Ursachen haben, darunter genetische Faktoren, Infektionen, Verletzungen und degenerative Prozesse.
Anatomie des Nervensystems
- Gehirn: Das Gehirn ist das Kontrollzentrum des Körpers und besteht aus dem Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm. Die Großhirnrinde wird in vier Lappen gegliedert: Frontallappen, Parietallappen, Temporallappen und Okzipitallappen. Der Parietallappen ist hauptsächlich für die Verarbeitung von sensorischen Informationen zuständig.
- Hirnstamm: Der Hirnstamm ist ein Teil des Gehirns, welcher zwischen Großhirn und Rückenmark lokalisiert ist. Die Abschnitte des Hirnstamms enthalten Kerngebiete, die für das motorische (Bewegung), sensible (Berührung) und sensorische (z.B. Geschmack) zuständig sind.
- Kleinhirn: Sie versorgt die oberen Abschnitte des Kleinhirns und die mittleren Abschnitte des Kleinhirns.
- Hirnhäute (Meningen): Das Gehirn sowie das Rückenmark wird von drei Hirnhäuten, den Meningen umhüllt. Ganz außen ist die Dura mater, die harte Hirnhaut. Zwischen den beiden weichen Hirnhäuten befindet sich ein flüssigkeitsgefüllter Raum, der Subarachnoidalraum.
- Hirnnerven: Als Hirnnerven bezeichnet man zwölf besondere Nerven, die direkt aus dem Gehirn entspringen.
Wichtige Gefäße des Gehirns
Mehrere Arterien versorgen das Gehirn mit Blut. Zu den wichtigsten gehören:
- Arteria carotis (Halsschlagader): Oft sind Äste der Arteria carotis betroffen, wie die A. Temporalis superficialis.
- A.basilaris: Der Pons kann durch einen Verschluss oder ein Aneurysma der blutversorgenden Gefäße (Äste der A.basilaris) geschädigt werden.
Häufige neurologische Erkrankungen und ihre Terminologie
Schlaganfall (Apoplex)
Ein Schlaganfall ist eine plötzliche Durchblutungsstörung des Gehirns, die zu einer Schädigung des Hirngewebes führt. Es gibt zwei Haupttypen:
- Ischämischer Schlaganfall: Wenn zu wenig arterielles Blut das Gehirn erreicht, wird das Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Dies führt zur Beeinträchtigung der Hirnfunktion und schlussendlich zur Nekrose, dem Untergang von Gewebe in Teilen des Gehirns. Ursachen für eine Ischämie können Veränderungen an den Arterien selbst, zum Beispiel durch eine Verengung bei Arteriosklerose sein. Da Angiopathien in den meisten Fällen zu Verengungen (Stenosen) oder gar Verschlüssen von Arterien führen, verursachen sie Schlaganfälle.
- Hämorrhagischer Schlaganfall: Eine Blutung in die Gehirnsubstanz. Im Laufe der Zeit vergrößern sich die Angiome, die beteiligten Gefäße werden weiter, die Gefäßwände dünner und vor allem die überlasteten Venen können reißen und Hirnblutungen verursachen. Die Einblutung in die Gefäßwand ist meist schmerzhaft und führt zu Schmerzen am Hals, im Nacken, Hinterkopf und Gesicht, verursacht aber vor allem eine zunehmende Verengung der Gefäße. In vielen Fällen kommt es sogar zu einem Verschluss der Arterie im befallenen Segment.
Behandlung: Das Ziel dieser Therapie besteht darin, den Verschluss aufzuheben und somit die Blutversorgung zu normalisieren. Daher ist es so wichtig, bei dem Verdacht auf einen Schlaganfall schnellstmöglich durch Rufen des Rettungsdienstes in ein Krankenhaus zu gelangen. Die Behandlung erfolgt durch eine systemische Lysetherapie und/oder eine mechanische Entfernung des Thrombus (Thrombektomie) aus dem Gefäß. Mit der Lysetherapie ist das Risiko von Blutungen verknüpft.
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Rehabilitation: Übungen im Rahmen eines physiotherapeutischen Bewegungstrainings anschaulich darstellen. Auch zum Ausgleich von Wahrnehmungsstörungen und sowie auf die Behandlung von Schluck-, Sprach-, Sprech- und Kognitionsstörungen sowie weitere Symptome wie z.B. Ataxie, Spastik, Depression, Angststörungen u.ä. geht der Ratgeber fundiert ein und bietet neben hilfreichen Tipps zahlreiche Traingsübungen, wobei auch Spezialfälle wie die Halbseitenvernachlässigung (Neglect), das Pusher-Syndrom und die Halbseitenblindheit (Hemianopsie) im Besonderen angesprochen werden.
Epidemiologie: Ein Beispiel: Im Jahr 2019 lebten in Deutschland ca. 1,3 Millionen Menschen, die einen Schlaganfall erlitten und überlebt haben.
Migräne
Bei einer Migräne leiden Betroffene unter wiederkehrenden, anfallsartigen, oft einseitigen, starken pulsierenden Kopfschmerzen. Es kann außerdem zu sogenannten den Kopfschmerzen vorangehenden Auraphänomenen kommen. Es gibt bekannte Triggerfaktoren, die eine Migräneattacke auslösen können. Bei einer Migräneattacke sollten PatientInnen von äußeren, auslösenden Faktoren abgeschirmt werden. Zusätzlich können je nach Ausmaß der Schmerzen unterschiedliche Schmerzmittel eingenommen werden sowie Medikamente gegen die Übelkeit.
Demenz
Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen des Gehirns, die mit einem fortschreitenden Verlust der kognitiven Fähigkeiten einhergehen.
Morbus Parkinson
Der erste Abschnitt zum Thema „Parkinson: Die Erkrankung verstehen“ gibt einen breitgefächerten Überblick über die Symptomatik und die aktuellen Möglichkeiten der Diagnostik des Morbus Parkinson auch im Frühstadium. Darüber hinaus werden die Bedeutung der Genetik und bekannter Risikofaktoren für die Erkrankung und - sehr speziell - Hilfestellungen für die Abgrenzung einzelener Parkinson-Syndrome erörtert. Der Hauptteil des Ratgebers widmet sich der Parkinson-Behandlung. Hier erhält der Leser detaillierte Empfehlungen zur Medikation, zur Möglichkeit der Tiefen Hirnstimulation (THS), zur unbedingt angeratenen Bewegungs-, Sprech-, Sprach- und Atemtherapie sowie zu Entspannungstechniken.
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Weitere wichtige neurologische Begriffe
- Ätiologie: Die Ätiologie ist die Lehre von den Krankheitsursachen. Auch Schlaganfälle können sehr unterschiedliche Ursachen haben.
- Genese: Ein medizinischer Fachausdruck für „Entstehung“ bzw. Im Unterschied zur Ätiologie, der Krankheitsursache, beschreibt die Genese die Entstehung einer Erkrankung bzw.
- Intrakraniell: Intrakraniell bedeutet “innerhalb des Schädels gelegen”.
- Innervation: Umgangssprachlich bedeutet Innervation die Versorgung von Geweben und Organen durch Nervenzellen oder Nervenfasern.
- Letalität: Die Letalität ist das Verhältnis aus der Anzahl der an einer bestimmten Krankheit Verstorbenen und der Anzahl der akut an dieser Krankheit Erkrankten.
- Apraxie: Eine Apraxie ist eine Störung der Ausführung willkürlicher und zielgerichteter Bewegungen. Patienten mit buccofazialer Apraxie (Gesichtsapraxie) haben Schwierigkeiten Gesichts- und Zungenbewegungen sowie Geräusche zu imitieren. Der Betroffene wird aufgefordert seine Zunge herauszustrecken. Er versteht die Aufforderung, seine Muskeln, die dies ermöglichen, sind intakt.
- Apathie: Die Apathie beschreibt einen Zustand der Teilnahmslosigkeit mit Verringerung des zielgerichteten Handelns.
- Dysdiadochokinese: Dysdiadochokinese beschreibt, dass gegenläufige Bewegungen nicht mehr so schnell ausgeführt werden können wie normal. Dafür können verschiedene Erkrankungen verantwortlich sein. Bei neurologischen Ursachen ist die Koordination des Schluckaktes gestört.
- Neglect: Definitionsgemäß betrifft der Neglect meist mehrere Sinneswahrnehmungen gleichzeitig (Hören, Sehen, Sensibilität) wobei die eigentliche Wahrnehmung erhalten ist.
- Nystagmus: Bei Störungen des Gleichgewichtssinns im Innenohr oder im Gehirn kommt es zu Drehschwindel und Nystagmus.
Stoffwechsel und Neurologie
- Cholesterin: Cholesterin ist eine wachsartige fett-ähnliche Substanz. Es wird in der Leber gebildet und über die Nahrung aufgenommen. Es gibt zwei Haupttypen des Cholesterins: das LDL- (low density lipoprotein) und HDL- (high density lipoprotein) Cholesterin. Das LDL wird auch als schlechtes Cholesterin bezeichnet. Es transportiert das Cholesterin von der Leber zu den Zellen. Zu hohe LDL-Spiegel tragen zur Entwicklung von Arteriosklerose bei.
- Lipoprotein: Das Wort Lipoprotein setzt sich aus den Wörtern Lipid (“Fett”) und Protein (“Eiweiß”) zusammen.
- Triglyceride: Triglyceride sind die am häufigsten vorkommende Art von Fett im Körper. Die Aufgabe der Triglyceride stellt die Speicherung von überschüssigen Fetten aus der Ernährung dar.
- Glykämischer Index (GI): Der Glykämische Index (GI) ist ein Maß für den Effekt verschiedener Nahrungsmittel auf die Blutzuckerkonzentration im Vergleich zu reiner Glukose (Traubenzucker).
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