Lisa und Lena: Kritik und neue Wege der Social-Media-Stars

Lisa und Lena Mantler, einst gefeierte Teenager-Stars im Internet, haben in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen. Von Lipsync-Videos zu religiöser Verkündung und Solokarrieren - die Zwillinge haben sich neu erfunden und dabei sowohl Bewunderung als auch Kritik erfahren.

Der kometenhafte Aufstieg von Lisa und Lena

Lisa und Lena Mantler erlangten im Teenageralter als "Lisa und Lena" immense Popularität. Ihre kurzen Lipsync-Videos zu englischsprachigen Pop-Hits begeisterten Millionen Menschen und machten sie zu gefeierten Social-Media-Stars. Die beiden jungen Frauen moderierten sogar an der Seite von Thomas Gottschalk bei "Wetten, dass..?".

Die Welt, die sie in ihren Videos präsentierten, schien stets perfekt und sorgenfrei. Doch hinter den Kulissen sah es anders aus. Die Zwillinge machten kein Geheimnis daraus, dass sie als Babys adoptiert wurden.

Trennung und Neuanfang

Im Jahr 2023 verkündeten Lisa und Lena Mantler ihre berufliche Trennung. Lena übernahm den gemeinsamen Instagram-Account mit Millionen von Followern, während Lisa sich zunächst aus der Öffentlichkeit zurückzog.

Lena erklärte in einem Video, dass sie sich auseinandergelebt hätten. "Es gibt Boyband-Breakups, und wir haben unseren Boyband-Breakup auch. Wir machen das schon so lange zusammen und vergessen manchmal, dass wir erst 21 sind. Durch die ganzen Erfahrungen haben sich unsere Interessen so unterschiedlich entwickelt. Wir hatten eine Zeit, da sahen wir glitzegleich aus. Wir sind zwar Zwillinge, aber haben unterschiedliche Talente."

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Ein Insider verriet gegenüber BILD: „Lena hat sich mehr und mehr unwohl gefühlt und wollte nicht das dritte Rad am Wagen sein. Sie hatte Angst, dass sie in den Videos immer nur noch Nebensache ist und komplett untergeht. Lisa und Lena sind so verschiedene Persönlichkeiten und mussten sich ehrlich gesagt trennen, damit beide weiter glücklich sein und Geld verdienen können.“

Lisas Hinwendung zur Religion

Nach ihrer Auszeit kehrte Lisa Mantler als christliche Influencerin zurück. Sie engagiert sich in der Freikirche Vive Frankfurt und wirbt für deren Aktivitäten. In einem Video des ICF (International Christian Fellowship Karlsruhe) spricht sie offen über ihren Glauben und ihre persönliche Beziehung zu Gott.

Lisa Mantler sitzt lässig auf einem Barhocker auf einer ausgeleuchteten Bühne. Sie trägt einen schwarzen Pulli mit „Jesus“-Aufschrift, lacht herzlich und erzählt von ihrem neuen Leben mit Mann und Kind. „Ich wollte immer Mama sein und einen gut aussehenden Ehemann haben“, sagt die Influencerin. Sie vergleicht ihr Leben mit dem Gleichnis des verlorenen Sohnes und betont die Bedeutung von Demut und Gottes Liebe.

"Ich bin der Meinung, dass Jesus bestimmt Social Media genutzt hätte", erklärt Lisa Mantler offen.

Kritik an Lisas religiösem Engagement

Lisa Mantlers Hinwendung zur Religion und ihre Zusammenarbeit mit Freikirchen stießen auf Kritik. Martin Fritz, wissenschaftlicher Referent der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin, bezeichnet die Vive Church und den ICF als "neocharismatische Lifestyle-Kirchen". Diese Kirchen würden sich "hipp, urban und antiinstitutionell" geben, aber eine besonders konservative Auslegung der Bibel vertreten.

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Fritz warnt vor einer "gewissen religiösen Übergriffigkeit" innerhalb solcher Kirchen. Menschen würden dazu aufgefordert, ihr Leben zu ändern, und es gebe die Überzeugung, dass der Heilige Geist direkt zu auserwählten Menschen spreche. Jeglicher Zweifel gelte als gottlos und dämonisch und werde auf diese Weise tabuisiert.

Lenas Weg zur Selbstfindung

Lena Mantler konzentriert sich nach der Trennung von ihrer Schwester auf ihre eigene Karriere. Sie lebt in New York und arbeitet als Model für namhafte Modehäuser wie Miu Miu und Dior. Lena spricht offen über den Druck der Öffentlichkeit, insbesondere in Bezug auf ihr Privatleben und ihre Sexualität.

Immer wiederkehrende Fragen nach ihrem Privatleben und Anspielungen auf ihre Sexualität in den Kommentarspalten ihrer Social-Media-Accounts führten dazu, dass sie sich unter Druck gesetzt fühlte. "Ich war schon immer burschikoser, habe aber über Jahre versucht, so zu sein wie Lisa. Als ich irgendwann begann, Oversized-Klamotten zu tragen und meine kurzen Haare anders zu stylen als Lisa, gingen die Spekulationen los. Aus Panik hab ich dann meine Oversized-Klamotten auf Vinted gestellt, wollte meine Mützen verkaufen, weil ich einfach nicht damit klargekommen bin, dass Menschen wegen meines Aussehens sofort eine Schublade aufmachen und mich reinquetschen. Die Leute haben sich das Recht rausgenommen, darüber zu entscheiden, was ich will."

Lena betonte, dass ihre Sexualität nicht ihre Identität sei und dass jeder Mensch lieben dürfe, wen er oder sie lieben wolle. Sie möchte sich nicht unter ein Label stellen und befindet sich noch in einem Prozess der Selbstfindung.

Offenbarung über sexuellen Missbrauch

In einem emotionalen Video auf Instagram offenbarte Lena Mantler, dass sie in jungen Jahren sexuell missbraucht wurde. "Ich habe erlebt, dass mich jemand ausgenutzt hat, in einem sehr jungen Alter. Ich wurde vergewaltigt", erzählte sie unter Tränen.

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Diese Erfahrung habe sie dazu gebracht, ihren Kleidungsstil zu ändern und sich von femininen Styles abzuwenden. Die Gerüchte um ihre Sexualität und das Drängen auf ein Coming-out machten ihr zu schaffen.

Lena möchte mit ihrer Geschichte Mut machen und zeigen, dass man niemanden vorverurteilen sollte, dessen Geschichte man nicht kennt.

Die Familie Mantler: Unterstützung und Zusammenhalt

Trotz der Herausforderungen und Veränderungen in ihrem Leben können sich Lisa und Lena Mantler auf die Unterstützung ihrer Familie verlassen. Ihre Mutter, Lilli Mantler, begleitete die Mädchen während ihrer Social-Media-Karriere und gab ihren Job als Erzieherin auf, um für sie da zu sein.

Lilli Mantler betont, wie wichtig es sei, den Mädchen Halt zu geben und sie vor negativen Einflüssen zu schützen. Sie ermutigt sie, authentisch zu sein und ihren Glauben offen zu teilen. Gleichzeitig mahnt sie zur Vorsicht und rät, Angebote kritisch zu hinterfragen.

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