MDMA (Ecstasy): Risiken und Auswirkungen auf Epilepsie

MDMA, besser bekannt als Ecstasy, ist ein synthetisches Psychostimulans, das als Amphetamin-Derivat aus Safrol, dem ätherischen Öl der Muskatnuss, gewonnen werden kann, meistens jedoch synthetisch hergestellt wird. Es ist ein weißliches Pulver, das oft in Tablettenform oder als MDMA-Kristalle angeboten wird und gelutscht, in Getränken gelöst oder geschnupft werden kann. Häufig ist Ecstasy mit anderen Substanzen gestreckt. MDMA flutet etwa 30 Minuten nach der Einnahme ins zentrale Nervensystem. Die übliche Dosis liegt bei etwa 80 bis 150 Milligramm.

Wie wirkt MDMA?

MDMA durchdringt leicht die Blut-Hirn-Schranke. Im zentralen Nervensystem führt MDMA zur Freisetzung von Botenstoffen aus den Nervenzellendigungen in den synaptischen Spalt, hauptsächlich von Serotonin, aber auch Noradrenalin und Dopamin. Dies geschieht im Gegensatz zu anderen psychoaktiven Substanzen auch ohne vorangegangenen Nervenimpuls. Zusätzlich zur Freisetzung blockiert MDMA die Wiederaufnahme der ausgeschütteten Botenstoffe in die Zelle und reduziert die für die Wiederaufnahme verantwortlichen Transportstrukturen. So kommt es innerhalb der Zellen zu einem starken Serotoninmangel.

Etwa 30 bis 45 Minuten nach der Einnahme von MDMA setzt die Wirkung ein. Das Herz schlägt schneller, Blutdruck und Körpertemperatur steigen. Gleichzeitig kommt es zu Euphorie, gesteigertem Selbstvertrauen und einem intensiven Mitteilungsbedürfnis. Die körperliche Leistungsfähigkeit steigt, weshalb Ecstasy-Konsumenten auf Partys häufig ausdauernd tanzen. Es kann zu veränderter Wahrnehmung von Tönen und Farben, bei sehr hohen Dosen auch zu leichten Halluzinationen kommen. Ecstasy wirkt als so genanntes Entaktogen, das heißt, es lässt die eigenen Emotionen intensiver erscheinen. Das fördert die Bereitschaft und die Fähigkeit, sich mit den eigenen Problemen zu beschäftigen, aber auch das Gefühl von Nähe zu anderen ("Empathogen"). MDMA schränkt zugleich die Wahrnehmung von körperlichen Alarmsignalen wie Durst, Hunger, Müdigkeit und Schmerzen stark ein.

Risiken und Nebenwirkungen von MDMA

MDMA schädigt die Zellen, es kann zu Gedächtnisstörungen, Depressionen und psychotischen Episoden führen, durch exzessive körperliche Aktivität zu Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten, durch letzteres zu epileptischen Anfällen und Herzrhythmusstörungen, auch mit Todesfolge. Oft werden Ecstasy-Pillen mit günstigen Zusatzstoffen gestreckt, die bisweilen giftig sein können. Bei zu hohen Dosen werden Konsumenten zunehmend unruhig. Sie schwitzen stark, der Blutdruck steigt stark an und das Herz rast. Typisch sind auch Muskelkrämpfe, besonders im Bereich des Kiefers. Die höchste Gefahr liegt in Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlusten durch exzessive körperliche Betätigung wie zum Beispiel ausdauerndes Tanzen, die zu Körpertemperaturen über 41°C, zum Zusammenbruch und zum Tod führen können. Dies gilt besonders, wenn MDMA in Kombination mit Alkohol eingenommen wird. Menschen mit Herzschwäche, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Epilepsie und Grünem Star haben hierbei ein erhöhtes Risiko. Die Elektrolytverluste können zu epileptischen Anfällen führen. Da der Effekt durch Östrogen verstärkt wird, betrifft dies häufiger Frauen als Männer. Auch Herzrhythmusstörungen können auftreten. Es kann, wenn auch seltener, zu akutem Leberversagen kommen, zur Auflösung quergestreifter Muskelfasern oder zu einer Störung der Blutgerinnung mit Neigung zu Blutungen. Da sich mit dem akut erhöhten Serotoninspiegel die Blutgefäße verengen, kann das die Versorgung der Nervenzellen mit Nährstoffen erschweren und somit zum Niedergang der Nervenzellen führen. MDMA schädigt auch direkt Nervenzellen, die Serotonin als Botenstoff nutzen, indem es die Strukturen zur Wiederaufnahme von Serotonin verändert.

Langzeitwirkungen und Gedächtnisstörungen

Mehrere Studien, die das Gedächtnis untersuchten, wiesen bei MDMA-Konsumenten Störungen in der mittelfristigen Merkfähigkeit und der Lernleistung nach. Diese Beeinträchtigungen hingen mit der Dauer und der Häufigkeit des MDMA-Konsums zusammen. Allerdings könnten auch Gelegenheitskonsumenten davon betroffen sein. Zwei neue Studien geben Hinweise darauf, dass Ecstasykonsum besonders schädlich ist für Nervenzellen im Bereich des Hippocampus, einer Gehirnregion, die wichtig ist für das Gedächtnis. Bei Personen, die weiter Ecstasy konsumierten, war der Hippocampus in der Nachuntersuchung weniger aktiv als zum ersten Messzeitpunkt. Hingegen hat die Aktivität der Nervenzellen im Hippocampus bei abstinenten Personen im Vergleich zur Ersterhebung zugenommen.

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MDMA und Epilepsie: Eine gefährliche Kombination

Menschen mit Epilepsie haben ein erhöhtes Risiko bei der Einnahme von MDMA. Die Elektrolytverluste, die durch exzessive körperliche Aktivität und die Wirkung von MDMA verursacht werden, können epileptische Anfälle auslösen. Studien haben gezeigt, dass bei Epilepsiepatienten das Risiko für Anfälle im Zusammenhang mit Alkohol und Drogenkonsum, einschließlich MDMA, erhöht ist. Es ist daher besonders wichtig, dass Menschen mit Epilepsie die Risiken im Zusammenhang mit Alkohol und Drogen kennen und auf den Konsum verzichten.

Studienlage zum Konsumverhalten von Epilepsiepatienten

Eine Studie untersuchte das Konsumverhalten von 310 Patienten mit Epilepsie. Die Datenerhebung erfolgte durch semi-strukturierte Patienteninterviews. Die Ergebnisse zeigten, dass Epilepsie im Vergleich zur Gesamtbevölkerung vierfach erhöht ist. Ein riskantes Trinkverhalten sollte von Epilepsiepatienten vermieden werden.

Psychedelika und Psychotherapie

Psychedelika sind bewusstseinsverändernde Substanzen, die zunehmend in der Behandlung von Depressionen, Angststörungen und posttraumatischen Belastungsstörungen zur Augmentierung der Psychotherapie eingesetzt werden. Zu den bedeutendsten Psychedelika gehören Lysergsäurediethylamid (LSD), Psilocybin, 3,4-Methylendioxy-N-Methylamphetamin (MDMA), Dimethyltryptamin (DMT) und Meskalin. Klassische Psychedelika entfalten ihre psychoaktiven Effekte hauptsächlich über ihre Wirkung als Agonisten an Serotonin-5-HT2A-Rezeptoren.

Praktische Ratschläge für Konsumenten

Falls Drugchecking nicht möglich ist, sollte als Anfangsdosis nicht mehr als ein Drittel einer Tablette eingenommen werden. Sollte zur erwarteten Zeit nicht die erwartete Wirkung eintreten, darf man nicht gleich nachdosieren, sondern muss mindestens zwei Stunden (nach Einnahme der ersten Dosis) warten. Unter Umständen wird MDMA verzögert vom Körper aufgenommen. Manchmal enthält Ecstasy hochgefährliche Stoffe wie PMA oder PMMA, deren volle Wirkungen erst nach zwei Stunden wahrgenommen werden. Nachzulegen bedeutet eine besonders starke Belastung für den Körper. MDMA hemmt seinen eigenen Abbau, so dass der Blutspiegel von MDMA beim Nachlegen übermäßig ansteigt. Nebenwirkungen verstärken sich. Andererseits leeren sich die Serotonin-Speicher im Gehirn, so dass die beim Nachlegen wahrgenommene Wirkung nicht mehr der der ersten Dosierung entspricht. Durch einen regelmäßigen Konsum und hohe Dosierungen steigt das Risiko schädlicher Wirkungen für das Gehirn und die angestrebte psychoaktive Wirkung lässt nach. Um Austrocknung und Überhitzung zu vermeiden, sollte man auf ausreichende aber nicht übermäßige Flüssigkeitszufuhr (kein Alkohol) achten. Unter dem Einfluss von psychoaktiven Substanzen darf man nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, weil man sich und andere gefährdet. Bemerkst du Auffälligkeiten, geh sofort zum Arzt.

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