Parkinson ist eine Krankheit, die viele Facetten hat und nicht nur den Betroffenen selbst, sondern auch sein gesamtes Umfeld betrifft. Humor kann dabei eine wichtige Rolle spielen, um mit den Herausforderungen der Krankheit umzugehen. Doch hinter der Fassade des Humors verbergen sich oft auch Verzweiflung, Ängste und der Kampf um ein normales Leben. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen verschiedener Persönlichkeiten mit Parkinson und zeigt, wie sie mit der Krankheit umgehen - von komischen Momenten bis hin zu den dunklen Seiten des Lebens mit Parkinson.
Markus Maria Profitlich: "Parkinson hat man nicht allein"
Der Comedian Markus Maria Profitlich spricht offen über seine Parkinson-Erkrankung und deren Auswirkungen auf sein Leben und das seiner Familie. Im Gespräch mit dem Magazin "Bunte" schildert er, wie die Krankheit seine Ehe mit Schauspielerin Ingrid Einfeldt und das Zusammenleben mit seiner Tochter beeinflusst.
Profitlich betont, dass Parkinson nicht nur den Betroffenen, sondern die ganze Familie belastet: "Parkinson hat man nicht allein, das hat die ganze Familie." Er schildert, wie er sich immer wieder motivieren muss, um aus Tiefs herauszukommen, und wie sehr ihn die Krankheit deprimiert, wenn er nicht in der Lage ist, seine Familie zu ernähren und für sie da zu sein.
Die Corona-Pandemie verschärfte die Situation zusätzlich, da Stress sich negativ auf Parkinson auswirkt. Profitlich nimmt wöchentlich 192 Tabletten und muss sich immer wieder motivieren. An guten Tagen kann er ohne große Schmerzen aufstehen, an schlechten Tagen schleppt er sich durch den Tag.
Trotz aller Schwierigkeiten betont Profitlich, wie wichtig der Zusammenhalt in seiner Familie ist. Seine Frau steht ihm zur Seite, und er ist dankbar für dieses "Gottesgeschenk".
Lesen Sie auch: Humor und Alzheimer
Ottfried Fischer: Zwischen Karneval und Krankheit
Ottfried Fischer, bekannt für seinen bayerischen Humor, erhielt den Orden wider den tierischen Ernst. Doch hinter der Fassade des lustigen Kabarettisten verbirgt sich ein Mann, der mit Parkinson kämpft.
Bei der Ordensverleihung wirkte Fischer abgekämpft und erschöpft. Sein Tagesprogramm war zu anstrengend, und die vielen Termine hatten ihn ausgelaugt. Während der Veranstaltung musste er stundenlang Witze über sich ergehen lassen, bevor er selbst auf die Bühne durfte.
Seine Rede zur Entgegennahme des Ordens verlief konfus und zusammenhanglos. Fischer nuschelte und brachte die Sätze durcheinander. Im Publikum herrschte Ratlosigkeit, und den Ordensverleihern gefror das Lächeln.
Später räumte Fischer ein, dass der Auftritt nicht optimal gelaufen sei. Er habe Schwierigkeiten, sich auszudrücken und den Faden nicht zu verlieren.
Die letzten Jahre waren für Ottfried Fischer von persönlichen und gesundheitlichen Problemen geprägt. Trennung, Affären, Krankenhausaufenthalte und schließlich die Parkinson-Diagnose - all das hat Spuren hinterlassen.
Lesen Sie auch: Beispiele für lustige Geschichten für Senioren mit Demenz
Fischer versucht, mit der Krankheit umzugehen, indem er sich ruhige Momente gönnt und Therapien macht. Er hat 22 Kilo abgenommen und versucht, sich von den Strapazen zu erholen.
Trotz der Krankheit will Fischer nicht kürzertreten. Er hat das Gefühl, dass er das Geld braucht, um sich die Krankheit leisten zu können. Außerdem will er seinem Vater gedenken, der die Verleihungen jedes Jahr im Fernsehen verfolgt hat.
Fischer hat lange Zeit versucht, die Boulevardmedien zu kontrollieren, indem er mit ihnen kooperiert hat. Doch er musste feststellen, dass dies ein Fehler war. Die Schlagzeilen und Berichte über sein Privatleben haben ihm und seiner Familie geschadet.
Heute würde er jedem raten, nichts mit der Bild-Zeitung zu machen. Er glaubt, dass die Zeitung nicht nur Macht über die Köpfe der Leser hat, sondern auch Familien vergiftet.
Trotz aller Schwierigkeiten hat Fischer seinen Humor nicht verloren. Er begegnet seiner Parkinson-Erkrankung mit Galgenhumor und versucht, das Beste aus seiner Situation zu machen.
Lesen Sie auch: Gehirn und Humor: Eine lustige Kombination
Michael J. Fox: Optimismus trotz unheilbarer Krankheit
Michael J. Fox, bekannt aus "Zurück in die Zukunft", lebt seit über 20 Jahren mit Parkinson. Trotz der unheilbaren Nervenkrankheit hat er seinen Humor und seine Lebensfreude nicht verloren.
Fox betont, dass es wichtig ist, die komischen Aspekte der Krankheit zu entdecken und mit anderen Menschen zu teilen. Er findet nichts Entsetzliches an einem Menschen mit einer zitternden Hand und betrachtet die Krankheit als frustrierend und lustig zugleich.
In seiner NBC-Sitcom "The Michael J. Fox Show" spielt er einen an Parkinson erkrankten Journalisten und regt damit auch seine Zuschauer an, über die Krankheit zu lachen.
Fox engagiert sich auch in der Parkinson-Forschung und wurde für seinen Einsatz mit einem Ehren-Oscar geehrt. Er betont, dass die Medizin mit Blick auf Parkinson-Diagnosen "wahrscheinlich zu spät" ist und dass man Patienten mit dem Risiko einer Erkrankung früher entdecken muss.
Fox rät, auf Frühsymptome wie Schlafstörungen oder einen verminderten Geruchssinn zu achten und das frühzeitig abklären zu lassen. Er betont auch, wie wichtig Sport, gute Ernährung und Stressreduktion sind, um das Risiko einer Erkrankung zu reduzieren.
Trotz der Krankheit hat Fox seinen Optimismus nicht verloren. Er schöpft Kraft aus seiner Familie und versucht, das Beste aus seinem Leben zu machen.
Frühe Warnsignale: Parkinson beginnt Jahre vorher
Eine internationale Studie der Michael J. Fox Foundation zeigt, dass Parkinson nicht erst mit muskulären Problemen beginnt, sondern dass Patienten schon viele Jahre vor Ausbruch ganz andere Symptome aufweisen können.
Brit Mollenhauer, Chefärztin der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel, betont, dass die Medizin mit Blick auf Parkinson-Diagnosen "wahrscheinlich zu spät" ist. Daher versuche man jetzt, Patienten mit dem Risiko einer Erkrankung früher zu entdecken, um Parkinson zu verhindern.
Bereits 20 Jahre vor den eigentlichen Symptomen können nicht-motorische Symptome auftreten, etwa spezifische Schlafstörungen oder ein verminderter Geruchssinn.
Ein weiteres Frühsymptom kann eine Störung des Traumschlafs, der REM-Schlaf-Phase sein. Statt dass die Muskeln entspannen, beginnen Patienten sich heftig zu bewegen.
Mollenhauer möchte wachrütteln, Patienten sollten auf solche Signale achten und das frühzeitig abklären. Sie betont, dass auch viele Ärzte diese Symptome nicht kennen und dass es wichtig ist, darüber aufzuklären.
Bisher können Medikamente die Symptome von Parkinson nur lindern, ihren Verlauf aber nicht aufhalten. Mollenhauer hofft, dass man mit einer frühzeitigen Diagnose die Krankheit in Zukunft sogar stoppen kann.
Die Geschichte von Frau R.: Leben mit einem Parkinson-kranken Ehemann
Frau R. schildert ihren Alltag mit ihrem Parkinson-kranken Ehemann. Sie erzählt, wie sich die Krankheit schleichend entwickelte und das Leben der beiden veränderte.
Ihr Mann hatte schon lange vor der Diagnose Alpträume und Verfolgungsängste. Er weigerte sich, auf der Hochzeit ihrer Nichte zu tanzen, und hatte Schwierigkeiten beim Fahrradfahren.
Nach der Diagnose musste ihr Mann Medikamente nehmen. Zunächst schien alles wie immer, aber dann bemerkte Frau R. kleine Unachtsamkeiten und Wahnvorstellungen.
Ihr Mann verkaufte sein geliebtes Auto und musste alles zu Fuß erledigen. Die Krankheit nahm schleichend zu, und er konnte nichts mehr tragen.
Frau R. musste die Einkäufe allein bewältigen und sich um Bank-, Krankenkasse- und Amtsgeschäfte kümmern. Immer öfter kamen Wahnvorstellungen hinzu.
Das Laufen wurde immer schwieriger, und schließlich musste sich das Paar einen Rollstuhl anschaffen. Sie zogen in eine barrierefreie Wohnung mit Aufzug.
Seitdem sitzt ihr Mann nur noch im Rollstuhl. Er kann fast nichts mehr alleine tun und ist auf die Hilfe seiner Frau und eines Pflegedienstes angewiesen.
Frau R. findet Kraft im Gebet und versucht, ihrem Mann Zuspruch zu geben. Sie geht jeden Nachmittag mit ihm in die Stadt und plant mit ihm Urlaube und Besuche bei Verwandten.
Sie wünscht sich mehr Unterstützung und würde gerne einmal 2 - 3 Wochen mit ihrem Mann Urlaub machen, in dem er versorgt wird und sie mal nichts tun muss.
Frau R. findet es gut, dass die Parkinson-Forschung unterstützt wird und hofft, dass man feststellen kann, wodurch Parkinson entsteht und dass man früh genug gezielt etwas dagegen unternehmen kann.