CBD-Öl bei Migräne für Kinder: Eine umfassende Betrachtung

Cannabidiol (CBD) hat in den letzten Jahren aufgrund seiner potenziellen gesundheitlichen Vorteile grosse Aufmerksamkeit erlangt. Viele Eltern fragen sich, ob CBD-Öl eine geeignete Option zur Linderung von Migräne bei ihren Kindern sein könnte. Dieser Artikel untersucht die aktuelle Forschungslage, Bedenken und Anwendungsmöglichkeiten von CBD-Öl bei Migräne für Kinder, um Eltern eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten.

Einführung in CBD und seine potenziellen Anwendungen

CBD, oder Cannabidiol, ist ein aus der Hanfpflanze extrahierter Inhaltsstoff, der im Gegensatz zu Tetrahydrocannabinol (THC) keine psychoaktiven Wirkungen hat. Das bedeutet, dass CBD keine berauschende Wirkung verursacht. CBD wird für seine potenziellen therapeutischen Eigenschaften geschätzt, darunter schmerzlindernde, entzündungshemmende und beruhigende Effekte. Es wird zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt, darunter chronische Schmerzen, Angstzustände, ADHS und Epilepsie.

Ist CBD für Kinder geeignet? Eine Abwägung

Die Frage, ob CBD für Kinder geeignet ist, ist komplex und erfordert eine sorgfältige Abwägung. Eltern greifen zunehmend zu CBD für Kinder, um ihren Liebsten zu helfen, sich zu konzentrieren, zu schlafen oder sich zu beruhigen. Es gibt jedoch auch Bedenken und Risiken im Zusammenhang mit der Verwendung von CBD bei Kindern, da es bisher wenig Forschungsergebnisse gibt, welche die Forschung von CBD bei Kindern unterstützen.

Bedenken bei der Anwendung von CBD für Kinder

  • Mangelnde Forschung: Es gibt nur begrenzte wissenschaftliche Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von CBD bei Kindern.
  • Dosierung: Es gibt keine etablierten Dosierungsrichtlinien für Kinder, was die Bestimmung der richtigen Menge erschwert.
  • Produktqualität: CBD-Produkte können in ihrer Qualität variieren und möglicherweise nicht die angegebene Menge an CBD enthalten oder schädliche Verunreinigungen aufweisen.
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten: CBD kann mit anderen Medikamenten interagieren, die ein Kind einnimmt.

Positive Aspekte und Forschungsergebnisse

  • Epilepsie: Forschungen zeigen, dass CBD bei Epilepsie positive und krampflösende Wirkungen aufweisen kann. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat festgestellt, dass mehrere klinische Studien eine Wirksamkeit bei Epilepsie zeigen konnten. Auch Kinder, die am Dravet-Syndrom (einer Form der Epilepsie) leiden, haben im Rahmen einer solchen Studie erfolgreich CBD verabreicht bekommen.
  • Angstzustände: Eine Forschergruppe unter der Leitung von Esther Blessing, PhD, von der New York University untersuchte das Potenzial von CBD zur Behandlung von Angstzuständen. Die Beweise aus Tierstudien zeigen schlüssig die Wirksamkeit von CBD bei der Verringerung von Angstverhalten, das für mehrere Störungen relevant ist.
  • Autismus: Eine Gruppe israelischer Forscher hat den Einsatz von CBD zur Verringerung problematischer Verhaltensweisen bei Kindern aus dem Autismus-Spektrum untersucht. Eine Durchführbarkeitsstudie mit 60 Kindern ergab eine erhebliche Verbesserung der Verhaltensausbrüche, der Angst und der Kommunikationsprobleme sowie der von den Eltern angegebenen Stresswerte.

CBD-Öl und Migräne bei Kindern

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit. Migräne kann die Lebensqualität von Kindern erheblich beeinträchtigen und zu Schulfehlzeiten und Beeinträchtigungen im täglichen Leben führen.

Wie CBD bei Migräne wirken könnte

CBD interagiert mit dem Endocannabinoid-System (ECS), einem komplexen Netzwerk von Rezeptoren und Neurotransmittern, das eine wichtige Rolle bei der Regulierung verschiedener Körperfunktionen spielt, darunter Schmerzempfindung, Entzündung und Stimmung. Durch die Beeinflussung des ECS könnte CBD potenziell:

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  • Schmerzen lindern: CBD hat schmerzlindernde Eigenschaften, die dazu beitragen könnten, Migränekopfschmerzen zu reduzieren.
  • Entzündungen reduzieren: Entzündungen spielen eine Rolle bei Migräne. Die entzündungshemmenden Eigenschaften von CBD könnten helfen, Entzündungen im Gehirn zu reduzieren.
  • Muskeln entspannen: Verspannungen in Nacken- und Schultermuskeln können zu Migräne beitragen. CBD könnte helfen, diese Muskeln zu entspannen.
  • Stress reduzieren: Stress ist ein bekannter Auslöser für Migräne. CBD könnte helfen, Stress abzubauen und das Wohlbefinden zu verbessern.
  • Serotoninspiegel erhöhen: Bei Migräne-Patienten herrscht oft ein Ungleichgewicht an eben jenem Hormon Serotonin. CBD soll für eine Erhöhung des Serotoninspiegels sorgen, was in der Theorie das Auftreten von Migräne-Anfällen reduziert.

Aktuelle Forschungslage

Die Forschung zur Verwendung von CBD bei Migräne ist noch begrenzt, insbesondere bei Kindern. Einige Studien deuten darauf hin, dass CBD bei Erwachsenen mit Migräne helfen könnte, die Häufigkeit und Intensität von Anfällen zu reduzieren. Es sind jedoch weitere Studien erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen und die optimale Dosierung und Anwendungsweise zu bestimmen. In einer Studie der Europäischen Akademie für Neurologie im Sommer 2017 konnte die Zahl der Migräneanfälle durch CBD auf 55 % gesenkt werden.

Erfahrungsberichte von Anwendern

Zahlreiche Nutzer berichten von spürbaren Erleichterungen nach der Einnahme von CBD. Manche berichteten, durch CBD seien die Schmerzen vollständig verschwunden. Andere hingegen äußerten, dass die regelmäßige Dosis von CBD die Zahl der Anfälle drastisch reduziert habe.

Auswahl des richtigen CBD-Öls für Kinder

Wenn Sie in Erwägung ziehen, Ihrem Kind CBD-Öl gegen Migräne zu geben, ist es wichtig, ein hochwertiges Produkt von einem seriösen Hersteller auszuwählen. Hier sind einige wichtige Faktoren, die Sie berücksichtigen sollten:

  1. Hanfquelle: Achten Sie auf CBD-Öl, das aus biologisch angebautem Hanf stammt, um sicherzustellen, dass es frei von Pestiziden und anderen schädlichen Chemikalien ist.
  2. Extraktionsmethode: Die CO2-Extraktion ist eine schonende Methode, die saubere und wirksame Extrakte liefert, ohne schädliche Chemikalien zurückzulassen.
  3. Vollspektrum-CBD-Öl oder Isolat?: CBD-Vollspektrum-Öl enthält alle Phytonährstoffe des Hanfs, darunter Cannabinoide (mit Spuren von THC), Terpene, Flavonoide und ätherische Öle. Studien belegen, dass CBD-Öl, das aus dem vollen Spektrum der Hanfpflanze gewonnen wird, einen größeren therapeutischen Wert hat, als Produkte auf Isolatbasis.
  4. Hanfanalyse-Tests durch unabhängiges Labor: CBD-Öle sollten immer Informationen über Tests durch Dritte enthalten. Umso besser ist es, wenn die tatsächlichen Laborergebnisse diesen Informationen beigefügt sind.
  5. THC-Gehalt: Stellen Sie sicher, dass das Produkt einen THC-Gehalt von weniger als 0,2 % aufweist, um psychoaktive Wirkungen zu vermeiden.
  6. Zertifikate: Achten Sie auf Zertifikate von unabhängigen Laboren, die die Qualität und Reinheit des Produkts bestätigen.

Dosierung und Anwendung von CBD-Öl bei Kindern

Es gibt keine allgemeingültige Dosierungsempfehlung für CBD-Öl bei Kindern. Die richtige Dosis hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter das Alter, das Gewicht und der Schweregrad der Migräne. Es ist ratsam, mit einer sehr niedrigen Dosis zu beginnen und diese langsam zu steigern, bis die gewünschte Wirkung erreicht ist.

Empfehlungen zur Dosierung

  • Beginnen Sie mit einem oder zwei Tropfen eines niedrig konzentrierten CBD-Öls (z. B. 3 %) unter der Zunge.
  • Beobachten Sie die Reaktion Ihres Kindes sorgfältig.
  • Erhöhen Sie die Dosis bei Bedarf schrittweise alle paar Tage, bis eine Linderung der Symptome eintritt.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um die optimale Dosierung für Ihr Kind zu bestimmen.

Anwendungsmethoden

CBD-Öl kann auf verschiedene Arten angewendet werden:

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  • Sublingual: Tropfen Sie das Öl unter die Zunge und lassen Sie es dort für etwa 60 Sekunden, bevor Sie es schlucken. Dies ermöglicht eine schnelle Aufnahme in den Blutkreislauf.
  • Oral: Mischen Sie das Öl in ein Getränk oder eine Mahlzeit. Beachten Sie, dass die Wirkung bei oraler Einnahme möglicherweise langsamer eintritt.
  • Topisch: Tragen Sie CBD-Cremes oder -Salben direkt auf die Haut auf, um lokale Schmerzen und Entzündungen zu lindern.

Mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

CBD gilt im Allgemeinen als sicher, aber es können Nebenwirkungen auftreten, insbesondere bei hohen Dosen. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören:

  • Müdigkeit
  • Schläfrigkeit
  • Trockener Mund
  • Appetitveränderungen
  • Durchfall

CBD kann auch mit bestimmten Medikamenten interagieren, insbesondere solchen, die von der Leber verstoffwechselt werden. Es ist wichtig, Ihren Arzt über alle Medikamente zu informieren, die Ihr Kind einnimmt, bevor Sie mit der Einnahme von CBD beginnen.

Rechtliche Aspekte

In Deutschland ist CBD legal, solange es aus Nutzhanf gewonnen wurde und weniger als 0,2 % THC enthält. Kinder dürfen CBD zwar nicht eigenständig erwerben, aber eine Einnahme ist auch für Mädchen und Jungen unter 18 Jahren erlaubt. Es ist wichtig, sich vor dem Kauf gründlich über den Anbau, die Extraktion und den THC Gehalt zu informieren!

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es ist wichtig, umgehend ärztliche Hilfe zu suchen bei:

  • Plötzlich einsetzenden, sehr starken Kopfschmerzen
  • Anhaltendem Fieber oder Nackensteife
  • Neurologischen Ausfällen (z. B. Lähmung, Sprachstörungen, Sehstörungen)
  • Kopfschmerzen nach Kopfverletzung
  • Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

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