Eisen ist ein essentielles Spurenelement, das für zahlreiche Körperfunktionen unerlässlich ist. Ein Mangel kann sich vielfältig äußern und bedarf einer sorgfältigen Diagnostik. Der Neurologe Eisentest ist ein diagnostisches Verfahren, das in bestimmten Fällen zur Abklärung von Eisenmangelzuständen eingesetzt werden kann, wobei alternative Analysemethoden oft bevorzugt werden.
Einführung in die Eisenmangeldiagnostik
Die Diagnose eines Eisenmangels stützt sich auf verschiedene Parameter. Während der Serum-Eisen-Wert allein wenig aussagekräftig ist, liefern andere Messgrößen wie Ferritin, CRP, Transferrinsättigung, der Anteil hypochromer Erythrozyten, der lösliche Transferrin-Rezeptor (sTfR) und der Hämoglobingehalt der Retikulozyten wichtige Informationen. Der Neurologe Eisentest wird vor allem dann in Betracht gezogen, wenn der Verdacht auf eine Eisenresorptionsstörung besteht.
Der Neurologe Eisentest im Detail
Testdurchführung
Der Testablauf gestaltet sich wie folgt:
- Blutentnahme basal: Zunächst erfolgt eine Blutentnahme im nüchternen Zustand am Morgen.
- Eisen (0 min): Direkt nach der ersten Blutentnahme wird der Ausgangswert des Eisens bestimmt.
- Orale Eiseneinnahme: Anschließend nimmt der Patient 200 mg Fe²⁺ oral ein.
- Blutentnahme nach 2h und 4h: Nach zwei und vier Stunden werden weitere Blutproben entnommen, um die Eisenkonzentration zu messen.
Bewertung der Ergebnisse
Die Interpretation der Ergebnisse erfolgt anhand folgender Kriterien:
- Unauffälliger Befund: Der Ausgangswert liegt im Referenzbereich, und es kommt zu einem Anstieg der Eisenkonzentration um etwa 40 % nach der Eiseneinnahme.
- Eisenmangel: Der Ausgangswert ist erniedrigt, und der Anstieg nach der Eiseneinnahme beträgt mehr als 100 %.
Alternative Messparameter zur Eisenmangeldiagnostik
Ferritin: Der wichtigste Parameter für die Eisenspeicher
Ferritin ist ein Protein, das Eisen speichert und im Serum gemessen werden kann. Es ist die wichtigste Messgröße zur Beurteilung der Eisenspeicher. Ein niedriger Ferritinwert deutet auf einen Eisenmangel hin, während ein erhöhter Wert auf eine Eisenüberladung oder Entzündung hindeuten kann. Das Ferritin-Molekül kann bis zu 4500 Eisenmoleküle beinhalten.
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Normwerte für Ferritin
Die Normwerte für Ferritin sind laborabhängig. In der Regel liegt der untere Normwert zwischen 10 ng/ml und 20 ng/ml, der obere Normwert zwischen 250 ng/ml und 500 ng/ml. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die gängigen unteren Normwerte möglicherweise zu niedrig angesetzt sind. In der amerikanischen Literatur wird ein Ferritinwert von 40 ng/ml als untere Grenze für einen latenten Eisenmangel angesehen. In Einzelfällen können bereits bei Werten um 70 ng/ml erste Eisenmangelsymptome auftreten.
Ursachen für zu niedrige Ferritinwerte
Zu niedrige Ferritinwerte können verschiedene Ursachen haben:
- Gestörte Eisenaufnahme: Erkrankungen wie Sprue (Zöliakie) oder entzündliche Darmerkrankungen können die Eisenaufnahme beeinträchtigen.
- Fehl- oder Mangelernährung: Alkoholkonsum, der Verzicht auf tierische Produkte oder starkes Übergewicht können zu einem Eisenmangel führen.
- Eisenverlust: Blutungen, beispielsweise durch Verletzungen, Magen-Darm-Geschwüre, Darmpolypen, Erkrankungen der Gebärmutter oder der Harnwege, können einen Eisenmangel verursachen.
- Erhöhter Eisenbedarf: Schwangerschaft, Stillzeit und Wachstumsphasen erhöhen den Eisenbedarf.
- Eiweißverlust: Nierenerkrankungen können zu einem Eiweißverlust und damit zu einem Eisenmangel führen.
- Chronischer Stress: Chronischer Stress kann ebenfalls zu einem Eisenmangel beitragen.
Ursachen für zu hohe Ferritinwerte
Erhöhte Ferritinwerte können folgende Ursachen haben:
- Eisenüberladung: Erkrankungen des Eisenstoffwechsels wie Hämochromatose können zu einer Eisenüberladung führen.
- Störungen der Blutbildung: Störungen der Blutbildung können ebenfalls zu erhöhten Ferritinwerten führen.
- Begleiterscheinung anderer Erkrankungen: Erhöhte Ferritinwerte können als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen auftreten.
- Überdosierung von Eisenpräparaten: Eine Überdosierung von Eisenpräparaten kann zu einer Eisenüberladung und damit zu erhöhten Ferritinwerten führen.
Transferrinsättigung (TSAT)
Die Transferrinsättigung (TSAT) ist ein weiterer wichtiger Parameter zur Beurteilung der Eisenversorgung. Sie gibt an, wie viel Eisen an das Transportprotein Transferrin gebunden ist. Ein TSAT-Wert unter 20 % deutet auf einen Eisenmangel hin, während ein Wert über 40 % auf eine Eisenüberladung hinweisen kann. Bei Werten über 60-70 % kann freies Eisen entstehen, das vor allem in Parenchymzellen Schäden anrichtet.
Weitere Blutbildparameter
Neben Ferritin und Transferrinsättigung können auch andere Blutbildparameter Hinweise auf einen Eisenmangel liefern:
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- Niedrige Hämoglobin- und Hämatokrit-Werte: Diese Werte geben Auskunft über die Anzahl und den Hämoglobingehalt der roten Blutkörperchen. Niedrige Werte können auf einen Eisenmangel hindeuten.
- Geringe Größe der roten Blutkörperchen (mikrozytär): Bei einem Eisenmangel sind die roten Blutkörperchen oft kleiner als normal.
- Geringerer Hämoglobingehalt der einzelnen Blutkörperchen (hypochrom): Der Hämoglobingehalt der einzelnen roten Blutkörperchen ist bei einem Eisenmangel oft vermindert.
- Verminderte Anzahl roter Blutkörperchen: Ein Eisenmangel kann zu einer verminderten Anzahl roter Blutkörperchen führen.
Im Blutbild zeigt sich typischerweise eine hypochrome mikrozytäre Anämie, d. h. rote Blutkörperchen mit geringer Größe (<76 fL) und einem verringerten Hämoglobingehalt. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Veränderungen auch bei anderen hämatologischen Erkrankungen auftreten können, wie z. B. bei der Anämie der chronischen Erkrankungen (ACD), erblichen Hämoglobin-Bildungsstörungen (z. B. Thalassämie) oder Verwertungsstörungen durch Medikamente oder Vergiftungen (z. B. mit Blei).
CRP (C-reaktives Protein)
Da der Ferritinwert bei Entzündungen fälschlicherweise erhöht sein kann, wird empfohlen, gleichzeitig das CRP zu bestimmen. Ein erhöhter CRP-Wert kann auf eine Entzündung hinweisen und die Interpretation des Ferritinwertes erschweren.
Löslicher Transferrin-Rezeptor (sTfR)
Der lösliche Transferrin-Rezeptor (sTfR) ist ein weiterer Parameter, der bei der Eisenmangeldiagnostik hilfreich sein kann. Er ist bei Eisenmangel erhöht und kann helfen, einen funktionellen Eisenmangel von einer Anämie der chronischen Erkrankung zu unterscheiden.
Ursachenforschung bei Eisenmangel
Die Abklärung der Ursache eines Eisenmangels ist von entscheidender Bedeutung. Neben einer ausführlichen Anamnese, in der nach Blutverlusten und Beschwerden gefragt wird, ist eine gründliche Blutuntersuchung erforderlich. Kann eine Mangelernährung ausgeschlossen werden, müssen andere Ursachen gesucht werden.
Stuhluntersuchung
Um die häufigste Blutungsursache auszuschließen, wird der Stuhl auf Blut untersucht.
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Magen-Darm-Diagnostik
Bei unklaren Blutungsquellen oder Verdacht auf eine Resorptionsstörung ist eine ausführliche Magen-Darm-Diagnostik mit Magen- und Darmspiegelung und dabei erfolgenden Gewebeproben (Biopsien) erforderlich. Insbesondere zum Ausschluss von gynäkologischen und gastrointestinalen Tumoren sind diese Untersuchungen wichtig.
Gynäkologische Abklärung
Bei Frauen sollte eine gynäkologische Abklärung erfolgen, um Blutungsquellen im Genitalbereich auszuschließen.
Knochenmarkuntersuchung
In seltenen Fällen kann eine Untersuchung des Knochenmarks erforderlich sein, um einen Eisenmangel sicher festzustellen. Dabei entnimmt der Arzt mit einer Nadel eine Probe von Knochenmarkszellen aus dem Hüftknochen und untersucht sie auf ihren Eisengehalt.
Differentialdiagnose
Bei der Diagnose eines Eisenmangels müssen andere Ursachen für ähnliche Symptome ausgeschlossen werden. Dazu gehört der Ausschluss von Vitaminmangelzuständen und anderen Anämie-Ursachen.
Eisenmangel: Ein Überblick
Definition und Prävalenz
Der Eisenmangel ist definiert als Verminderung des Gesamtkörpereisens. Er ist mit ca. 80 % die bei weitem häufigste Ursache einer Anämie. Die Prävalenz in Europa beträgt 5-10 %. In 80 % aller Anämien ist Eisenmangel die Ursache.
Eine Anämie liegt nach WHO vor, wenn die Hämoglobinkonzentration bei Frauen 12 g/dl und bei Männern 13 g/dl unterschreitet.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursachen des Eisenmangels sind vielfältig. Eine mögliche und häufige Ursache ist starker Blutverlust (z. B. nach Operationen, Blutspenden, Menstruation). Auch bestimmte Krankheiten können einen Eisenmangel auslösen. Daneben sind einige Menschen anfälliger, einen Eisenmangel zu entwickeln.
Frauen haben im Allgemeinen einen kleineren Eisenspeicher als Männer und gleichzeitig einen erhöhten Blutverlust durch die Menstruation, so dass das Risiko für eine Eisenmangelanämie bei ihnen erhöht ist.
Ein Eisenmangel entsteht durch ein Missverhältnis von Eisenzufuhr und Eisenbedarf. Mögliche Ursachen sind:
- Zu geringe Eisenzufuhr über die Nahrung
- Gestörte Eisenaufnahme
- Gesteigerter Eisenbedarf
- Erhöhter Verlust von Eisen
Stadien des Eisenmangels
"Den Eisenmangel" gibt es nicht. Je nach Ausprägung und Ursache kann man verschiedene Stadien unterscheiden:
- Stadium I (Speichereisenmangel): Übersteigt der Eisenbedarf die Eisenaufnahme oder sind die Eisenverluste größer als die Eisenaufnahme (negative Eisenbilanz), sprechen Mediziner von einem Speichereisenmangel.
- Stadium II (eisendefizitäre Erythropoese): Im Stadium der eisendefizitären Erythropoese haben die Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) bereits zu wenig Eisen.
Symptome des Eisenmangels
Eisenmangel kann sich durch vielfältige, oft unspezifische Symptome äußern, wie z.B. Müdigkeit, Schwäche, Leistungsabfall und abnorme Essgelüste.
Eisen-Therapie: Eisenüberladung vermeiden!
Eine Eisenüberladung muss unbedingt vermieden werden, da es zu Organschäden kommen kann. Unter Eisentherapie muss regelmäßig das Ferritin kontrolliert werden, die erforderliche Eisenmenge muss genau berechnet werden. Eine Therapie mit Eisentabletten oder Eiseninfusionen sollte immer durch einen Arzt erfolgen.