Künstliche Intelligenz, Inklusion und die Herausforderungen des Wandels

Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) verändert unser Leben in vielerlei Hinsicht. Dieser Artikel beleuchtet die vielschichtigen Aspekte dieser Transformation, von den Chancen, die KI für Menschen mit Behinderungen bietet, bis hin zu den ethischen und gesellschaftlichen Fragen, die sie aufwirft.

KI im Alltag: Erleichterungen und neue Möglichkeiten

Wie sehr das Smartphone unseren Alltag revolutioniert hat, haben wir alle erlebt. Gerade im Alltag von blinden und sehbehinderten Menschen erleichtert das Smartphone vieles. Schon jetzt hilft KI ihnen, Gegenstände, Bilder und Personen zu erkennen oder auch beim Vorlesen, selbst von handschriftlichen Texten. Sie bekommen durch KI Erläuterungen über die Kennzeichnung von Lebensmitteln. Und sie hilft bei Fahrten mit Bus oder Bahn. Menschen, die sich in der Stadt oder in der Natur bewegen, unterstützt KI bei der Orientierung und stellt Informationen über die Umgebung bereit. Es ist zu erwarten, dass KI Menschen mit Behinderungen die Teilhabe am sozialen Leben weiter erleichtern wird.

KI-gestützte Technologien können Barrieren abbauen und die Inklusion fördern. Assistenzsysteme, die auf KI basieren, unterstützen Menschen mit (drohenden) Behinderungen bei Bildungs- und Arbeitsprozessen, um vorhandene Fähigkeiten zu bewahren, zu verbessern oder zu erweitern. KI ermöglicht neue Unterstützungsleistungen und wird zunehmend in bestehende, digitale Assistenzsysteme integriert, um neue Funktionen anzubieten. Ein Beispiel hierfür ist die App "Be My Eyes", die blinden Menschen und Menschen mit Sehbehinderung im Alltag unterstützt. Mittlerweile wurde die KI-Funktion Be My AI integriert, wodurch Nutzende selbst Bilder an die App senden können.

KI im Berufsleben: Chancen und Herausforderungen

Die Frage, ob Maschinen denken können, beschäftigte bereits 1950 den britischen Mathematiker Alan Turing. Er schlug den Turing-Test vor, um zu testen, ob ein Computer von Nutzer*innen in einem Interview für einen Mensch gehalten wird und somit "intelligent" ist.

Im Hinblick auf die Teilhabe am Arbeitsleben sind Assistenzsysteme gemeint, die Menschen mit (drohenden) Behinderungen bei Bildungs- und Arbeitsprozessen unterstützen, um vorhandene Fähigkeiten zu bewahren, zu verbessern oder zu erweitern. Assistenzsysteme werden dann als "KI-gestützte Assistenzsysteme" bezeichnet, wenn sie Methoden Künstlicher Intelligenz (KI) wie z. B. Maschinelles Lernen oder Natürliche Sprachverarbeitung verwenden.

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KI ermöglicht neue Unterstützungsleistungen (z.B. Umgebungsbeschreibungen in Echtzeit) und wird zunehmend in bestehende, digitale Assistenzsysteme integriert, um neue Funktionen anzubieten.

Im Projekt KI.ASSIST wurden zwischen 2019 und 2022 erstmals die Potenziale KI-gestützter Assistenztechnologien für die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in Deutschland systematisch wissenschaftlich untersucht. Das Folgeprojekt KI-KOMPASS INKLUSIV hat zum Ziel, ein Kompetenzzentrum für KI-gestützte Assistenztechnologien und Inklusion im Arbeitsleben aufzubauen. Menschen mit Behinderungen können sich für Informationen, Beratung, Schulung und Beteiligung an das Projektteam wenden.

Forschung und Entwicklung: Ein dynamisches Feld

Die jüngeren Entwicklungen im Bereich des maschinellen Lernens sind Voraussetzung für bedeutende KI-Fortschritte, insbesondere im Bereich der Mustererkennung, des computergestützten Sehens, der Verarbeitung von Sprache und der Erzeugung von motorischen Bewegungen. So kann KI unter anderem Muster in medizinischen Daten erkennen und auf frühe Anzeichen von Krankheiten (z.B. Brustkrebs) hinweisen, die Umgebung mithilfe von Kamerasystemen erkennen und beispielsweise Objekte benennen oder Texte vorlesen, Sprachen erkennen und Texte automatisch übersetzen und Geräte wie selbstfahrende Staubsauger oder autonome Fahrzeuge.

Mit dem Projektbereich Monitoring wurde bereits in KI.ASSIST und auch im laufenden Projekt der Frage nachgegangen, welche Produkte und welche abgeschlossenen Projekte mit Prototypen schon existieren. Insgesamt wurden im Monitoring des Projektes KI.ASSIST 157 KI-gestützte Assistenztechnologien recherchiert. Nur bei 46% davon handelt es sich allerdings um marktreife Produkte, während die restlichen Technologien im Rahmen abgeschlossener oder noch laufender Forschungsprojektes entwickelt wurden oder noch entwickelt werden. Ergebnisse der Recherchen zeigen, dass 78% der Technologien für bestimmte Behinderungsarten entwickelt wurden. 37% (58) der recherchierten Technologien richten sich explizit an Menschen mit Sinnesbehinderungen. Damit stellen Technologien für Menschen mit Seh- und Hörbehinderungen den größten Anteil dar. Viele der identifizierten Technologien nutzen Methoden des computergestützten Sehens (Computer Vision), die in Navigationssystemen zur Hindernis- und Schlaglochdetektion, für die Nutzung von Bussen oder zur Erkennung von Treppenhäusern in Gebäuden genutzt werden.

Im Projekt KI.ASSIST konnten weitere wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden. Technologien wurden besonders dann positiv bewertet, wenn ihre Bedienung einfach zu erlernen war und sie weitestgehend unabhängig von anderen Menschen genutzt werden konnten. Wichtig war auch, dass ein langfristiger Einsatz möglich ist und Weiterentwicklungen verfügbar sind. In jedem Fall müssen sie eine echte Hilfe bei Arbeit und Ausbildung und einen großen Mehrwert hinsichtlich der Erhaltung und Verbesserung der Arbeit bieten.

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Ethische und gesellschaftliche Verantwortung

An die Verbreitung und Entwicklung von KI ist die gesellschaftspolitische Erwartung geknüpft, dass sie Teilhabe-Barrieren für Menschen mit Behinderungen nicht weiter verstärken soll. Wenn wir den Einsatz von KI zur Unterstützung im Alltag und im Arbeitsleben, in Schule, Ausbildung, Studium und Beruf als Chance betrachten, müssen wir für eine datensichere Anwendung sorgen. Dafür brauchen wir sorgfältige Regeln, dafür brauchen wir aber auch die Vermittlung von KI-Kompetenz in Bildung und Weiterbildung.

In unserer Demokratie und für unsere Demokratie spielt Inklusion eine wichtige Rolle: Ohne die Anerkennung der menschlichen Vielfalt, des Selbstbestimmungsrechts aller Bürgerinnen und Bürger kann eine offene Gesellschaft nicht bestehen. Inklusion bedeutet immer auch, Menschen zusammenzubringen und damit den Zusammenhalt zu fördern, und das wird in einer Gesellschaft, in der immer mehr Menschen sich in Gruppen zurückziehen, umso wichtiger.

Inklusive KI: Ein Blick in die Zukunft

Technologien, die sich an eine breite Anwender*innenschaft wenden, können auch besonders hilfreich für Menschen mit bestimmten Behinderungen sein. In einem Praxislabor des Projekts KI-Kompass Inklusiv wird erforscht, welche noch ungenutzten Potentiale KI für die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen besitzt. Dazu werden die Unterstützungsbedarfe von Menschen mit Behinderungen im Hinblick auf ihre berufliche Teilhabe mit dem aktuellen Stand der Technologien abgeglichen.

Abschließend bleibt zu empfehlen, die Entwicklungen im Bereich Inklusiver KI weiter zu beobachten. Bei Künstlicher Intelligenz handelt es sich um ein dynamisches Technikfeld, das sich kontinuierlich weiterentwickelt und neue Unterstützungsmöglichkeiten hervorbringt. Vor allem Menschen mit Behinderungen können den persönlichen Nutzen neuer KI-Technologien für sie, ihren Alltag und ihr Berufsleben am besten einschätzen.

Malaika Mihambo: Mehr als nur eine Sportlerin

Malaika Mihambo, die Olympiasiegerin im Weitsprung, ist mehr als nur eine erfolgreiche Sportlerin. Sie hat in ihrer Kindheit Schlimmes erlebt und spricht offen über ihre Erfahrungen. Ihr Vater verließ die Familie, als sie zwei Jahre alt war, und war lange Zeit nicht präsent. Zudem wurde sie in der Schule aufgrund ihrer Hautfarbe ausgegrenzt. Trotz dieser schwierigen Zeiten hat sie sich zu einer der erfolgreichsten deutschen Sportlerinnen entwickelt.

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Weitere Themen im Fokus

Neben KI und Inklusion gibt es viele weitere Themen, die unsere Gesellschaft bewegen. Dazu gehören politische Entwicklungen, wirtschaftliche Herausforderungen, kulturelle Vielfalt und soziale Fragen. Es ist wichtig, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen und einen Beitrag zur Gestaltung einer besseren Zukunft zu leisten.

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