Migräne: Ursachen, Mythen und moderne Behandlungsansätze

Die Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die seit Jahrtausenden bekannt ist und dennoch viele Mythen umgibt. Schon 3000 v. Chr. wurden die Symptome in alten mesopotamischen Schriften beschrieben. Berühmte Persönlichkeiten wie Julius Caesar, Napoleon, Marie Curie, Sigmund Freud und Vincent van Gogh litten unter Migräne. Heute sind allein in Deutschland etwa 18 Millionen Menschen betroffen, wobei die Zahl der erkrankten Kinder in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Mythen und modernen Behandlungsansätze der Migräne, um ein umfassendes Verständnis dieser komplexen Erkrankung zu vermitteln.

Was ist Migräne?

Migräne ist mehr als nur ein starker Kopfschmerz. Sie ist eine biologisch bedingte Funktionsstörung des Gehirns, die sich in wiederkehrenden Attacken äußert. Diese Attacken können von verschiedenen Symptomen begleitet sein, die das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen.

Symptome und Verlauf einer Migräneattacke

Ein Migräneanfall kann in vier Phasen ablaufen:

  1. Prodromalphase (Vorphase): Bei etwa einem Drittel der Patienten kündigt sich ein Migräneanfall Stunden oder Tage im Voraus an. Symptome können Müdigkeit, Reizbarkeit, Geräuschempfindlichkeit, Heißhunger auf Süßigkeiten oder Magen-Darm-Probleme sein. Es können auch Stimmungsschwankungen und Nackenschmerzen auftreten.
  2. Aura: Bei etwa 15 bis 20 Prozent der Migränepatienten tritt vor den Kopfschmerzen eine Aura auf. Diese neurologische Phase kann sich durch Sehstörungen (z.B. Flimmern, gezackte Linien, Gesichtsfeldausfälle), Gefühlsstörungen (z.B. Taubheitsgefühle in Gesicht und Armen), Sprachstörungen, Schwindel oder sogar vorübergehende Lähmungen äußern. Die Symptome entwickeln sich langsam über etwa 20 Minuten und bilden sich dann wieder zurück.
  3. Kopfschmerzphase: Die eigentliche Migräneattacke manifestiert sich durch heftige, meist einseitige Kopfschmerzen von pulsierendem oder pochendem Charakter. Die Schmerzen können von Übelkeit, Erbrechen, Lichtscheu (Photophobie) und Lärmempfindlichkeit (Phonophobie) begleitet sein. Die Dauer eines Anfalls kann zwischen 4 und 72 Stunden liegen. Bewegung verstärkt die Schmerzen meist.
  4. Postdromalphase: Nach dem Abklingen der Kopfschmerzen fühlen sich viele Patienten erschöpft, müde und abgespannt. Einige erleben auch eine vermehrte Flüssigkeitsausscheidung.

Jeder Migräneanfall kann unterschiedlich verlaufen, und nicht alle Phasen treten bei jedem Patienten auf. Die Intensität und Ausprägung der Symptome variieren ebenfalls stark.

Migräne-Arten

Je nach Vorhandensein und Art der Aura sowie der Häufigkeit der Attacken werden verschiedene Migräneformen unterschieden:

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  • Migräne ohne Aura: Die häufigste Form, bei der die Kopfschmerzen ohne vorherige neurologische Ausfälle auftreten. Die Diagnose erfolgt anhand der charakteristischen Kopfschmerzsymptome (einseitig, pulsierend, verstärkt durch Bewegung) in Verbindung mit Übelkeit und/oder Licht- und Lärmempfindlichkeit.
  • Migräne mit Aura: Hier treten vor den Kopfschmerzen neurologische Symptome auf, die sich meist in Form von Sehstörungen äußern. Es gibt verschiedene Arten von Auren, wie z.B. die typische Aura mit visuellen Symptomen, die hemiplegische Migräne mit motorischen Schwächen oder die basiläre Migräne mit Schwindel, Doppelbildern und anderen Hirnstammsymptomen.
  • Chronische Migräne: Von chronischer Migräne spricht man, wenn an mindestens 15 Tagen im Monat über mehr als drei Monate hinweg Kopfschmerzen auftreten, wobei an mindestens acht Tagen die Kriterien für Migräne erfüllt sind. Diese Form stellt eine erhebliche Belastung für die Betroffenen dar.

Mythen und Fakten über Migräne

Um die Migräne ranken sich viele Mythen, die oft zu Missverständnissen und einer mangelnden Ernstnahme der Erkrankung führen. Hier werden einige der häufigsten Mythen aus wissenschaftlicher Sicht beleuchtet:

  1. Mythos: Es ist alles psychisch.
    • Fakt: Migräne ist eine biologisch bedingte Funktionsstörung des Gehirns mit einer ausgeprägten genetischen Komponente. Über 35 Gene wurden bereits identifiziert, die mit Migräne assoziiert sind. Es gibt zwar Überlappungen mit psychiatrischen Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen, aber Migräne ist keine rein psychosomatische Erkrankung.
  2. Mythos: Männer und Kinder haben keine Migräne.
    • Fakt: Frauen sind zwar häufiger betroffen als Männer (10-15% vs. 7-8%), aber auch Männer und Kinder können unter Migräne leiden. Bei Kindern liegt die Häufigkeit bei etwa 3-4%, wobei Jungen und Mädchen bis zur Pubertät gleich häufig betroffen sind.
  3. Mythos: Meine Wechseljahre sind vorüber, aber die Migräne bleibt.
    • Fakt: Die Migräne erreicht ihren Höhepunkt zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr. Bei Frauen wird sie zu Beginn der Wechseljahre oft schlechter, bessert sich aber bei etwa 80% der Frauen innerhalb von zehn Jahren nach den Wechseljahren. Bei den übrigen Frauen können die Attacken jedoch bis ins hohe Alter andauern, sind aber meist kürzer und weniger intensiv.
  4. Mythos: Migräne kommt von der Halswirbelsäule.
    • Fakt: Nackenschmerzen können in der Prodromalphase einer Migräneattacke auftreten, haben aber nichts mit Funktionsstörungen der Halswirbelsäule zu tun. Die Schmerzen entstehen durch eine Veränderung der zentralen Schmerzschwelle zu Beginn der Attacke. Maßnahmen wie Manualtherapie oder Einrenken haben keine therapeutische Wirkung bei Migräne.
  5. Mythos: Migräne kommt vom Wetter.
    • Fakt: Ein Wetterwechsel kann ein möglicher Trigger für Migräneattacken sein, aber nicht die Ursache. Migräne ist eine biologische Funktionsstörung des Gehirns, bei der die Hirnrinde empfindlicher reagiert als bei Menschen ohne Migräne. Andere wichtige Trigger sind hormonelle Veränderungen, Schlaf-wach-Rhythmus, Stress, unregelmäßige Nahrungsaufnahme und Alkoholgenuss.
  6. Mythos: Migräne kommt von der Depression, sagt der Psychiater.
    • Fakt: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Depression und Migräne, der teilweise genetisch bedingt ist und teilweise dadurch erklärt wird, dass Menschen mit Depressionen schmerzempfindlicher sind. Umgekehrt können Menschen mit schwerer Migräne durch die Schmerzen depressiv werden. Wichtig ist, dass beide Erkrankungen erkannt und gemeinsam behandelt werden.
  7. Mythos: Nach den Sehstörungen folgt der Schlaganfall.
    • Fakt: Frauen mit schwerer Migräne mit Aura haben ein minimal erhöhtes Schlaganfallrisiko, aber nur wenn zusätzliche Risikofaktoren für vaskuläre Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte oder Nikotinmissbrauch vorliegen.
  8. Mythos: Ich habe Migräne: Ich brauche eine Kernspintomographie.
    • Fakt: Die Migräne ist eine vorübergehende Funktionsstörung des Gehirns, bei der die Struktur des Gehirns intakt ist. Eine Kernspintomographie (MRT) ist in der Regel nur dann erforderlich, wenn Zweifel an der Diagnose Migräne bestehen oder andere Ursachen für die Kopfschmerzen ausgeschlossen werden müssen.
  9. Mythos: Migräneattacke - Aspirin hilft bei mir nicht!
    • Fakt: Leichte bis mittelgradige Migräneattacken können mit Acetylsalicylsäure (Aspirin) oder anderen Schmerzmitteln wie Ibuprofen behandelt werden. Paracetamol ist weniger wirksam. Bei stärkeren Attacken sind Triptane, spezifische Migränemittel, wirksamer.
  10. Mythos: Mein Hausarzt sagt, Triptane sind gefährlich.
    • Fakt: Triptane sind spezifische Migränemittel, die bei unzureichender Wirksamkeit klassischer Schmerzmittel eingesetzt werden. Sie verengen die während der Migräneattacke erweiterten Gefäße im Bereich der Hirnhaut und hemmen die Schmerzsignalübertragung im Gehirn. Triptane sollten nicht bei Patienten mit Herzinfarkt, Angina Pectoris oder Schlaganfall eingesetzt werden.
  11. Mythos: Vorbeugung der Migräne geht nur mit Medikamenten.
    • Fakt: Bei häufigen und schweren Migräneattacken ist eine vorbeugende Behandlung (Prophylaxe) sinnvoll. Diese umfasst sowohl nichtmedikamentöse als auch medikamentöse Maßnahmen. Wirksame nichtmedikamentöse Maßnahmen sind regelmäßiger Ausdauersport, Entspannungsverfahren (z.B. progressive Muskelrelaxation, autogenes Training, Yoga), Krankengymnastik, Physiotherapie und Stressbewältigung.
  12. Mythos: Mein Heilpraktiker verspricht: Ich heile Ihre Migräne.
    • Fakt: Migräne ist eine genetisch bedingte Erkrankung und kann nicht geheilt werden. Der Verlauf der Migräne kann jedoch im Laufe des Lebens variieren, und es kann Phasen geben, in denen sie sich spontan bessert.
  13. Mythos: Botox hilft generell bei Kopfschmerzen.
    • Fakt: Botulinumtoxin (Botox) ist nur bei der chronischen Migräne wirksam, d.h. bei Patienten mit Kopfschmerzen an mehr als 15 Tagen im Monat, von denen mindestens acht Tage die Kriterien für Migräne erfüllen.
  14. Mythos: Mein Chirurg sagt, er kann die Migräne wegoperieren.
    • Fakt: Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass chirurgische Eingriffe Migräne heilen können.

Ursachen und Auslöser der Migräne

Die genauen Ursachen der Migräne sind noch nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen Faktoren und Umweltfaktoren eine Rolle spielt.

Genetische Faktoren

Studien haben gezeigt, dass Migräne in vielen Fällen familiär gehäuft auftritt. Es wurden über 35 Gene identifiziert, die mit einem erhöhten Migränerisiko in Verbindung stehen. Die Vererbung der Migräne ist jedoch komplex und polygenetisch, d.h. es sind mehrere Gene beteiligt, die in Kombination das Risiko erhöhen.

Auslöser (Trigger)

Bestimmte Faktoren können bei anfälligen Personen eine Migräneattacke auslösen. Diese Auslöser sind individuell verschieden, und nicht jeder Trigger führt bei jedem Betroffenen zu einer Attacke. Zu den häufigsten Auslösern gehören:

  • Stress: Sowohl akuter Stress als auch Stressabbau können Migräneattacken auslösen.
  • Hormonelle Veränderungen: Bei Frauen können hormonelle Schwankungen im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus, der Schwangerschaft oder den Wechseljahren Migräneattacken auslösen. Ein Abfall des Östrogenspiegels kann beispielsweise eine Migräne begünstigen.
  • Schlafstörungen: Zu wenig oder zu viel Schlaf, unregelmäßige Schlafzeiten oder Jetlag können Migräneattacken auslösen.
  • Ernährung: Bestimmte Nahrungsmittel und Getränke wie Rotwein, Käse, Schokolade, Kaffee oder Zitrusfrüchte können bei manchen Menschen Migräneattacken auslösen. Auch unregelmäßige Mahlzeiten oder Dehydration können Trigger sein.
  • Umweltfaktoren: Wetterwechsel, starke Gerüche, helles Licht, Lärm oder Tabakrauch können Migräneattacken auslösen.

Es ist hilfreich, ein Migränetagebuch zu führen, um individuelle Auslöser zu identifizieren und diese möglichst zu vermeiden.

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Die Rolle des Gehirns bei Migräne

Die Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, bei der verschiedene Bereiche des Gehirns eine Rolle spielen.

  • Hirnrinde: Die Hirnrinde ist für die Verarbeitung sensorischer Informationen und die Steuerung von Bewegungen zuständig. Bei Migränepatienten ist die Hirnrinde oft übererregbar, was zu einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Reizen wie Licht und Lärm führt.
  • Trigeminusnerv: Der Trigeminusnerv ist der wichtigste Schmerznerv des Gesichts und des Kopfes. Bei einer Migräneattacke wird der Trigeminusnerv aktiviert, was zur Freisetzung von entzündungsfördernden Substanzen und zur Erweiterung der Blutgefäße im Gehirn führt.
  • Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP): CGRP ist ein Neuropeptid, das bei Migräneattacken eine wichtige Rolle spielt. Es wird vom Trigeminusnerv freigesetzt und führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße im Gehirn und zu einer Verstärkung der Schmerzübertragung.
  • Cortical Spreading Depression (CSD): Die CSD ist eine Welle von neuronaler Erregung, die sich langsam über die Hirnrinde ausbreitet. Sie wird als Ursache der Aura bei Migräne mit Aura angesehen und kann auch zur Aktivierung des Trigeminusnervs und zur Auslösung der Kopfschmerzen beitragen.

Moderne Behandlungsansätze bei Migräne

Die Behandlung der Migräne umfasst sowohl die Akutbehandlung von Migräneattacken als auch die vorbeugende Behandlung zur Reduktion der Häufigkeit und Intensität der Attacken.

Akutbehandlung

  • Schmerzmittel: Leichte bis mittelgradige Migräneattacken können mit rezeptfreien Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure (Aspirin), Ibuprofen oder Paracetamol behandelt werden. Es ist wichtig, die Schmerzmittel frühzeitig einzunehmen, sobald die ersten Anzeichen einer Migräneattacke auftreten.
  • Triptane: Triptane sind spezifische Migränemittel, die bei stärkeren Attacken oder bei unzureichender Wirksamkeit von Schmerzmitteln eingesetzt werden. Sie wirken, indem sie die erweiterten Blutgefäße im Gehirn verengen und die Schmerzübertragung im Trigeminusnerv hemmen. Triptane sind verschreibungspflichtig, einige sind jedoch auch rezeptfrei erhältlich.
  • Antiemetika: Bei Übelkeit und Erbrechen können Antiemetika wie Metoclopramid oder Domperidon eingenommen werden.

Vorbeugende Behandlung (Prophylaxe)

Eine vorbeugende Behandlung ist sinnvoll, wenn Migräneattacken häufig auftreten (mehr als drei Tage im Monat), schwer sind oder die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

  • Nichtmedikamentöse Maßnahmen:
    • Regelmäßiger Ausdauersport: Sportliche Aktivität kann die Migränehäufigkeit reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden verbessern.
    • Entspannungsverfahren: Entspannungstechniken wie progressive Muskelrelaxation, autogenes Training, Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen und die Migränefrequenz zu senken.
    • Krankengymnastik und Physiotherapie: Bei Nackenverspannungen oder Haltungsproblemen können physiotherapeutische Maßnahmen helfen, die Beschwerden zu lindern.
    • Stressbewältigung: Erlernen von Strategien zur Stressbewältigung und zum Umgang mit belastenden Situationen.
  • Medikamentöse Maßnahmen:
    • Betablocker: Betablocker wie Propranolol oder Metoprolol werden häufig zur Migräneprophylaxe eingesetzt. Sie wirken, indem sie die Erregbarkeit des Nervensystems reduzieren.
    • Antiepileptika: Topiramat und Valproinsäure sind Antiepileptika, die auch zur Migräneprophylaxe eingesetzt werden. Sie wirken, indem sie die Aktivität der Nervenzellen im Gehirn stabilisieren.
    • Antidepressiva: Amitriptylin ist ein Antidepressivum, das auch bei Migräne wirksam sein kann. Es wirkt, indem es die Schmerzverarbeitung im Gehirn beeinflusst.
    • Kalziumkanalblocker: Flunarizin ist ein Kalziumkanalblocker, der zur Migräneprophylaxe eingesetzt werden kann. Er wirkt, indem er den Kalziumeinstrom in die Nervenzellen reduziert und so die Erregbarkeit des Nervensystems verringert.
    • CGRP-Antikörper: Seit einigen Jahren stehen monoklonale Antikörper gegen das Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) oder dessen Rezeptor zur Verfügung. Diese Antikörper werden einmal monatlich oder alle drei Monate gespritzt und können die Migränehäufigkeit deutlich reduzieren. Sie haben im Allgemeinen weniger Nebenwirkungen als die älteren Medikamente zur Migräneprophylaxe.
    • Botulinumtoxin (Botox): Botulinumtoxin ist nur zur Behandlung der chronischen Migräne zugelassen. Es wird in kleinen Mengen in verschiedene Muskeln im Kopf- und Nackenbereich injiziert und kann die Häufigkeit der Kopfschmerzen reduzieren.

Die Wahl der geeigneten Prophylaxe sollte individuell mit dem Arzt besprochen werden, um die bestmögliche Wirksamkeit bei möglichst wenigen Nebenwirkungen zu erzielen.

Migräne und Kognition

Die Frage, ob Migräne die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigt, ist Gegenstand aktueller Forschung. Studien deuten darauf hin, dass es während einer Migräneattacke zu Beeinträchtigungen der Kognition kommen kann, wie z.B. Sprach- und Lesestörungen, Konzentrationsschwäche, Verlangsamung des Denkens und Orientierungsprobleme. Bei episodischer Migräne normalisiert sich die Kognition zwischen den Attacken meist wieder, während bei chronischer Migräne die Erholungsphasen kürzer sein können. Einige Studien haben auch gezeigt, dass die Häufigkeit von Migräneattacken negative Auswirkungen auf die Kognition haben kann, insbesondere auf das Sprach- und Erinnerungsvermögen, die kognitive Kontrolle und das Rechen- und Orientierungsvermögen. Es gibt jedoch keine eindeutigen Beweise dafür, dass Migräne im Laufe des Lebens zu dauerhaften kognitiven Defiziten führt.

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Leben mit Migräne

Migräne kann das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Es ist wichtig, die Erkrankung ernst zu nehmen und sich professionelle Hilfe zu suchen. Eine individuelle Behandlung, die sowohl die Akutbehandlung von Attacken als auch die vorbeugende Behandlung umfasst, kann die Lebensqualität deutlich verbessern.

Tipps für den Alltag mit Migräne

  • Führen Sie ein Migränetagebuch: Notieren Sie sich die Häufigkeit, Intensität und Art der Kopfschmerzen sowie mögliche Auslöser. Dies kann Ihrem Arzt helfen, die richtige Diagnose zu stellen und die Behandlung zu optimieren.
  • Vermeiden Sie bekannte Auslöser: Versuchen Sie, individuelle Auslöser wie Stress, bestimmte Nahrungsmittel oder Schlafmangel zu vermeiden.
  • Achten Sie auf einen regelmäßigen Lebensstil: Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlaf-wach-Rhythmus, regelmäßige Mahlzeiten und ausreichend Bewegung.
  • Suchen Sie sich Unterstützung: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Ihrer Familie und Freunden über Ihre Migräne. Es gibt auch Selbsthilfegruppen, in denen Sie sich mit anderen Betroffenen austauschen können.

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