Elontril und das Risiko von Epilepsie: Was Sie wissen sollten

Elontril, dessen Wirkstoff Bupropion ist, ist ein Antidepressivum, das zur Behandlung von Depressionen und zur Unterstützung bei der Raucherentwöhnung eingesetzt wird. Bupropion wirkt im zentralen Nervensystem, indem es die Wiederaufnahme von Dopamin und Noradrenalin hemmt. Obwohl Elontril für viele Menschen eine wirksame Behandlung darstellt, ist es wichtig, das potenzielle Risiko von Krampfanfällen (epileptischen Anfällen) zu berücksichtigen, insbesondere bei Personen mit bestimmten Vorerkrankungen oder Risikofaktoren.

Was ist Bupropion (Elontril)?

Elontril enthält den Wirkstoff Bupropion, ein Antidepressivum, das zur Gruppe der Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer (NDRI) gehört. Es wird üblicherweise in Salzform als Bupropionhydrochlorid angewendet. Elontril ist verschreibungspflichtig und darf nur auf ärztliche Anweisung angewendet werden.

Bupropion ist in Form von Tabletten oder Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung erhältlich, die 150 mg oder 300 mg Bupropionhydrochlorid enthalten. Die Wahl der Wirkstärke und Darreichungsform wird vom Arzt festgelegt.

Bupropion wird angewendet zur Behandlung von Depressionen. Es kann Ihnen auch dabei helfen, mit dem Rauchen aufzuhören, wenn Sie gleichzeitig eine motivierende Unterstützung haben, wie zum Beispiel die Teilnahme an einem Raucherentwöhnungsprogramm.

Erhöht Elontril das Risiko für Krampfanfälle?

Ja, Bupropion kann Krampfanfälle auslösen. Das Risiko für diese Nebenwirkung ist jedoch relativ gering und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Studien haben gezeigt, dass Bupropion das Risiko für das Auftreten epileptischer Anfälle erhöht.

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Es wurde gezeigt, dass Bupropion Krampfanfälle auslösen kann. Das Risiko für das Auftreten dieser Nebenwirkung ist bei Patienten, auf die einer der oben aufgeführten Punkte zutrifft, höher. Wenn bei Ihnen ein Krampfanfall während der Behandlung auftritt, sollten Sie die Einnahme von Bupropion-ratiopharm® abbrechen. Nehmen Sie Bupropion-ratiopharm® nicht weiter ein und suchen Sie Ihren Arzt auf.

Risikofaktoren für Krampfanfälle bei der Einnahme von Elontril

Bestimmte Faktoren können das Risiko für Krampfanfälle bei der Einnahme von Elontril erhöhen:

  • Epilepsie oder Krampfanfälle in der Vorgeschichte: Elontril darf nicht eingenommen werden, wenn Sie an einer Erkrankung leiden, die Krampfanfälle (epileptische Anfälle) verursacht, wie zum Beispiel an einer Epilepsie, oder wenn bei Ihnen Krampfanfälle in der Krankheitsgeschichte bekannt sind.
  • Gehirntumor: Bei einem Gehirntumor sollte Elontril nicht eingenommen werden.
  • Essstörungen: Elontril darf nicht eingenommen werden, wenn Sie derzeit an einer Essstörung leiden oder früher an einer Essstörung gelitten haben, zum Beispiel an Bulimie (Ess-Brech-Sucht) oder Anorexie (Magersucht).
  • Schwere Lebererkrankung: Bei einer schweren Lebererkrankung, wie zum Beispiel einer Zirrhose, darf Elontril nicht eingenommen werden.
  • Abruptes Absetzen von Alkohol oder Medikamenten: Elontril darf nicht eingenommen werden, wenn Sie sich einem abrupten Alkoholentzug unterziehen, oder wenn Sie abrupt Arzneimittel absetzen, bei denen bekanntermaßen das Risiko von Entzugserscheinungen besteht, insbesondere bei Beruhigungsmitteln, Schlafmitteln oder Arzneimitteln zur Muskelentspannung.
  • Regelmäßiger Alkoholkonsum: Sie regelmäßig größere Mengen Alkohol trinken. Beachten Sie die Informationen im vorherigen Abschnitt "Elontril 150mg Tabl.m.veränd.Wirkst.Freisetz. darf nicht eingenommen werden“, wenn Sie sich einem abrupten Alkoholentzug unterziehen.
  • Diabetes: Sie an Diabetes leiden, der mit Insulin oder Tabletten behandelt wird.
  • Kopfverletzungen: Sie in der Vergangenheit einmal eine Kopfverletzung hatten.
  • Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten: Die Einnahme von Elontril zusammen mit bestimmten anderen Medikamenten kann das Risiko für Krampfanfälle erhöhen. Dazu gehören bestimmte Antidepressiva, Theophyllin, Tramadol, Stimulanzien und Steroide.
  • Brugada-Syndrom: wenn Sie an einer Erkrankung namens Brugada-Syndrom leiden (eine seltene Erbkrankheit, die den Herzrhythmus beeinflusst), oder wenn in Ihrer Familie bereits Herzstillstand oder plötzlicher Tod aufgetreten ist.

Fallbericht: Gelegenheitskrampfanfall bei Kombinationstherapie

Ein Fallbericht aus dem AMSP(Arzneimittelsicherheit in der Psychiatrie)-Meldesystem beschreibt einen 29-jährigen Patienten, der im Anschluss an einen fremdbeobachteten Grand-Mal-Anfall stationär behandelt wurde. Der Patient wurde mit Amitriptylin, Fluspirilen, Cyproteronacetat und Elontril (Bupropion) behandelt. Zudem hatte er in der Nacht zuvor nur drei Stunden geschlafen und vor vier Wochen mit dem Rauchen aufgehört. Das EEG zeigte eine leichte diffuse Hirnfunktionsstörung, jedoch keine epilepsietypischen Muster. Die Ärzte gingen von einem Gelegenheitskrampfanfall bei Senkung der Krampfschwelle aus, die vermutlich sowohl durch den Schlafentzug als auch durch die psychiatrische Medikation gesenkt worden war.

Wann sollte Elontril nicht eingenommen werden?

Elontril darf nicht eingenommen werden in bestimmten Situationen:

  • wenn Sie allergisch gegen Bupropion oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
  • wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, die Bupropion enthalten.
  • wenn bei Ihnen eine Epilepsie diagnostiziert wurde oder früher Krampfanfälle aufgetreten sind.
  • wenn Sie an einer Essstörung leiden oder in der Vergangenheit an einer Essstörung gelitten haben (beispielsweise Bulimie oder Anorexia nervosa).
  • wenn Sie einen Gehirntumor haben.
  • wenn Sie normalerweise viel Alkohol trinken und Sie gerade damit aufgehört haben beziehungsweise aufhören wollen.
  • wenn Sie an einer schweren Leberfunktionsstörung leiden.
  • wenn Sie vor Kurzem Beruhigungsmittel abgesetzt haben oder wenn Sie diese während der Einnahme von Bupropion-ratiopharm® absetzen wollen.
  • wenn Sie andere Arzneimittel gegen Depressionen, so genannte Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer), einnehmen oder in den letzten 14 Tagen eingenommen haben.

Vorsichtsmaßnahmen und Warnhinweise

Bevor Sie mit der Einnahme von Elontril beginnen, sollten Sie Ihren Arzt über alle bestehenden Erkrankungen und Medikamente informieren. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn:

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  • Sie regelmäßig größere Mengen Alkohol trinken.
  • Sie an Diabetes leiden, der mit Insulin oder Tabletten behandelt wird.
  • Sie in der Vergangenheit einmal eine Kopfverletzung hatten.
  • Sie starke Stimmungsschwankungen oder psychische Probleme haben.
  • Sie andere Arzneimittel zur Behandlung einer Depression einnehmen.
  • Sie eine eingeschränkte Nierenfunktion oder eine leicht bis mäßig eingeschränkte Leberfunktion haben.
  • bei Ihnen ein Urintest erforderlich ist.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden. Die folgenden Arzneimittel können die Wirkung von Elontril beeinflussen oder selbst in ihrer Wirkung beeinflusst werden:

  • bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen oder der Parkinson-Krankheit, die Monoaminoxidase-Hemmer genannt werden.
  • Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen (wie Amitriptylin, Fluoxetin, Paroxetin, Dosulepin, Desipramin, Imipramin, Citalopram, Escitalopram, Venlafaxin) oder Arzneimittel zur Behandlung anderer psychischer Erkrankungen (wie Clozapin, Risperidon, Thioridazin, Olanzapin).
  • Theophyllin (ein Arzneimittel zur Behandlung von Asthma und anderen Atemwegserkrankungen)
  • Tramadol (ein Schmerzmittel)
  • Beruhigungsmittel
  • Arzneimittel zur Vorbeugung gegen und Behandlung von Malaria, wie Mefloquin, Chloroquin
  • Stimulanzien oder andere Arzneimittel, um Ihr Gewicht oder Ihren Appetit zu kontrollieren
  • Steroide, entweder durch Einnahme oder als Injektion angewendet
  • Arzneimittel zur Behandlung bakterieller Infektionen, deren Wirkstoffnamen auf "oxacin“ enden
  • Antihistaminika, die Schläfrigkeit verursachen können
  • Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes
  • Levodopa, Amantadin (Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Krankheit)
  • Orphenadrin (Arzneimittel zur Behandlung schmerzhafter Muskelverspannungen)
  • Carbamazepin, Phenytoin, Valproat (Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie und bestimmten Schmerzzuständen)
  • bestimmte Arzneimittel zur Behandlung einer Krebserkrankung, wie Cyclophosphamid, Ifosfamid
  • Ticlopidin, Clopidogrel (Arzneimittel zur Verhinderung der Blutgerinnung)
  • Arzneimittel zur Behandlung von hohem Blutdruck, Herzerkrankungen oder anderen Erkrankungen, deren Wirkstoffnamen auf "lol“ enden, wie Metoprolol
  • Propafenon, Flecainid (Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen)
  • Nikotinpflaster (Arzneimittel zur Raucherentwöhnung)
  • Ritonavir, Efavirenz (Arzneimittel zur Behandlung einer HIV-Infektion)
  • Tamoxifen (ein Arzneimittel zur Behandlung von Brustkrebs).
  • Digoxin (ein Arzneimittel für Ihr Herz).
  • Metamizol (angewendet zur Behandlung von Fieber und starken akuten und chronischen Schmerzen).

Einnahme von Elontril

Nehmen Sie Elontril immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Die Tabletten werden einmal täglich unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen. Schlucken Sie Ihre Tabletten im Ganzen. Sie dürfen die Tabletten nicht zerkauen, zerdrücken oder brechen.

Weitere wichtige Informationen

  • Suizidgedanken: Wenn Sie depressiv sind, können Sie manchmal Gedanken daran haben, sich selbst zu verletzen oder Suizid zu begehen. Solche Gedanken können bei der erstmaligen Anwendung von Antidepressiva verstärkt sein. Gehen Sie zu Ihrem Arzt oder suchen Sie unverzüglich ein Krankenhaus auf, wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt Gedanken daran entwickeln, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Nehmen Sie Elontril nicht ein, wenn Sie schwanger sind oder planen, schwanger zu werden. Die Bestandteile gehen in die Muttermilch über und können so Ihrem Kind schaden.
  • Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen: Seien Sie beim Führen eines Fahrzeugs oder beim Bedienen von Maschinen vorsichtig, bis Sie sicher sind, dass Sie durch die Einnahme von Elontril nicht beeinträchtigt werden.
  • Alkohol: Während der Einnahme von Elontril wird das Trinken von Alkohol nicht empfohlen. Wenn Sie aber derzeit sehr viel trinken, dürfen Sie nicht plötzlich damit aufhören, da es Ihr Risiko erhöhen kann, einen Krampfanfall zu erleiden.

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