Nervenschmerzen und Krämpfe können eine erhebliche Belastung darstellen und die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Medikamente und Behandlungsansätze zur Linderung dieser Beschwerden. Dabei werden sowohl rezeptfreie als auch verschreibungspflichtige Optionen sowie alternative Therapieformen beleuchtet.
Einführung in Nervenschmerzen und Krämpfe
Nervenschmerzen, auch neuropathische Schmerzen genannt, entstehen durch Verletzungen oder Schädigungen von Nerven. Im Gegensatz zu Schmerzen, die durch Gewebeschäden verursacht werden, resultieren Nervenschmerzen direkt aus einer Schädigung der Gefühlsnerven. Dies kann zu Gefühlsstörungen wie Taubheit oder Überempfindlichkeit führen. Typische Beispiele für Nervenschmerzen sind die Trigeminusneuralgie mit einschießenden Gesichtsschmerzen oder die diabetische Polyneuropathie, bei der kleine Nerven, insbesondere in Füßen und Unterschenkeln, durch Diabetes geschädigt werden. Patienten beschreiben Nervenschmerzen oft als elektrisierend, einschießend oder brennend.
Krämpfe hingegen sind unwillkürliche Muskelkontraktionen, die schmerzhaft sein können. Sie können verschiedene Ursachen haben, von Elektrolytstörungen bis hin zu neurologischen Erkrankungen.
Rezeptfreie Schmerzmittel bei Nervenschmerzen: Oft nicht ausreichend
Bei der Behandlung von Nervenschmerzen sind rezeptfreie Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac oft nicht wirksam. Diese Wirkstoffe wirken vor allem dann gut, wenn der Schmerz durch eine Entzündung verursacht wird. Prof. Dr. Dr. Achim Schmidtko vom Pharmakologischen Institut für Naturwissenschaftler der Universität Frankfurt am Main betonte, dass Patienten mit neuropathischen Schmerzen nicht lange mit Schmerzmitteln aus der Selbstmedikation herumprobieren sollten, sondern frühzeitig einen Arzt aufsuchen sollten. Ein unbehandelter Schmerz kann sich zu einem schwer zu behandelnden Schmerzgedächtnis entwickeln.
Typische Anzeichen für neuropathische Schmerzen sind brennende Dauerschmerzen oder vorübergehende elektrisierende Schmerzen, die mit Kribbeln oder Ameisenlaufen einhergehen können. Weitere Anzeichen sind ein Ringgefühl oder eine Überempfindlichkeit gegenüber Berührungs- oder Kältereizen. Es ist jedoch wichtig, sich ärztlich untersuchen zu lassen, um eine korrekte Diagnose zu erhalten.
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Verschreibungspflichtige Medikamente gegen Nervenschmerzen
Bei neuropathischen Schmerzen werden verschiedene rezeptpflichtige Arzneimittel eingesetzt. Dazu gehören Antidepressiva wie Amitriptylin und Duloxetin sowie Arzneimittel wie Gabapentin und Pregabalin, die ursprünglich gegen Epilepsie entwickelt wurden. Viele Wirkstoffe, die gegen neuropathische Schmerzen eingesetzt werden, haben sich gegen verschiedene Krankheiten bewährt.
Antidepressiva
Selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) wie Duloxetin und Venlafaxin verstärken die endogene deszendierende Schmerzhemmung durch Hemmung der Wiederaufnahme von Noradrenalin und Serotonin. Trizyklische Antidepressiva (TCA) wie Amitriptylin werden ebenfalls als Mittel der ersten Wahl eingesetzt, insbesondere bei begleitenden Schlafstörungen. Bei der DPN ist Amitriptylin einem Placebo deutlich überlegen. Aufgrund der nichtselektiven Bindung sind Nebenwirkungen häufig, und bei möglichen kardialen Komplikationen wird vor Therapiebeginn die Ableitung eines Elektrokardiogramms ab dem 65. Lebensjahr empfohlen. Duloxetin ist in Deutschland als Mittel der ersten Wahl für die Behandlung der schmerzhaften DPN zugelassen. Venlafaxin hat in Deutschland keine Zulassung für die Behandlung neuropathischer Schmerzen, kann aber in Einzelfällen „off label“ eingesetzt werden.
Antikonvulsiva
Gabapentin und Pregabalin sind Antikonvulsiva, die als Mittel der ersten Wahl zur Therapie chronischer neuropathischer Schmerzen eingesetzt werden. Sie wurden ursprünglich zur Behandlung von Epilepsie entwickelt, haben sich aber auch bei Nervenschmerzen als wirksam erwiesen. Diese Medikamente greifen beruhigend in die Funktion der Nervenzellen ein, beeinflussen die Aktivität der Nervenzellen und der schmerzleitenden Nervenbahnen und normalisieren die für neuropathische Schmerzen typischen Veränderungen und Störungen der Nervenfunktion. Häufige Nebenwirkungen sind Schwindel, Schläfrigkeit, Konzentrations- und Gleichgewichtsstörungen.
Carbamazepin, Oxcarbazepin, Lamotrigin und Topiramat blockieren Natriumkanäle peripherer Nozizeptorafferenzen. Aufgrund der geringen Evidenz und häufiger Nebenwirkungen werden Carbamazepin und Oxcarbazepin laut Leitlinie nicht zur Behandlung von schmerzhaften Polyneuropathien empfohlen. Bei Versagen von Gabapentin und Pregabalin kann im Einzelfall ein Off-label-Versuch erfolgen, vor allem bei einschießenden Schmerzattacken. Lamotrigin kann im Einzelfall (bei Human-immunodeficiency-virus[HIV]-Neuropathie) erwogen werden, sollte jedoch wegen Nebenwirkungen (allergische Hautreaktionen) vorsichtig aufdosiert werden. Lacosamid wirkt ebenfalls über Blockade von Natriumkanälen.
Lokale Behandlungen
Einige Formen von Nervenschmerzen können mit örtlicher und oberflächlicher Behandlung am Schmerzort therapiert werden. Die Medikamente werden dann in Form eines Pflasters oder als Creme auf die Haut aufgebracht, um bestimmte Bestandteile der Nervenzelloberfläche zu beeinflussen und die Schmerzentstehung oder -weiterleitung zu verhindern. Hierzu zählt das Medikament Lidocain, ein örtliches Betäubungsmittel. Ein andersartiges Pflaster enthält den Wirkstoff Capsaicin, der aus der Chilischote gewonnen wird und dazu führen kann, dass sich geschädigte Nervenfasern aus der betroffenen Haut zurückziehen und damit die Nervenschmerzen in diesem Bereich für 2-3 Monate verschwinden. Diese Form der Behandlung ist besonders dann sinnvoll, wenn es einen kleinen oberflächlichen Schmerzbereich gibt, etwa bei einem Nervenschmerz nach einer Gürtelrose, der auch als postherpetische Neuralgie bezeichnet wird.
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Lidocainpflaster wirken als Lokalanästhetika über Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle auf Nozizeptorafferenzen. Zudem bildet das Pflaster eine mechanische Barriere gegenüber äußeren Reizen mit Schutz vor Allodynie und Hyperalgesie. Laut Leitlinie können Lidocainpflaster in der Therapie lokalisierter neuropathischer Schmerzen als zweite Wahl eingesetzt werden (bei postherpetischer Neuralgie gegebenenfalls als erste Wahl), bei allen anderen Neuropathien „off label“.
Vom Capsaicinpflaster wird Capsaicin in die Haut freigesetzt und bindet selektiv TRPV1-Rezeptoren auf nozizeptiven Endigungen. Dies resultiert initial in einer Übererregbarkeit der Nervenfasern mit Brennen, Hyperalgesie, Allodynie und Rötung durch Freisetzung vasoaktiver Substanzen. Generell werden Capsaicinpflaster hinsichtlich ihres schmerzlindernden Effekts in verschiedenen Übersichtsarbeiten als vergleichbar zu anderen Therapieansätzen bewertet.
Opioide
Lassen sich Nervenschmerzen durch die zuvor genannten Medikamente nicht ausreichend behandeln, können mittelstark oder stark wirksame Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide zum Einsatz kommen. Diese Medikamente sind mit Morphin verwandt und wirken sowohl bei Gewebeschmerzen als auch bei Nervenschmerzen. Opioide wirken als Agonisten an µ‑Opioidrezeptoren im zentralen Nervensystem. Einige Opioide wirken zusätzlich auf die endogene Schmerzmodulation. Je nach Wirksamkeit werden niederpotente und hochpotente Opioide unterschieden, wobei jeweils die Morphinäquivalenzdosis angegeben wird. Neben zentralnervösen Nebenwirkungen (Schwindel, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen) und Obstipation, kann es im Verlauf auch zu einer Toleranzentwicklung kommen. Der Einsatz von Opioiden mit dualem Wirkmechanismus liefert einen zusätzlichen analgetischen Nutzen. Das niederpotente Tramadol hemmt neben seiner Wirkung am µ‑Rezeptor die Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme. Tapentadol wirkt zusätzlich über eine Noradrenalinwiederaufnahmehemmung.
Botulinumtoxin
Der schmerzlindernde Effekt intrakutaner Botulinumtoxin(BTX)-Injektionen entsteht durch verminderte Freisetzung proinflammatorischer Substanzen, Deaktivierung von Natriumkanälen und verminderten axonalen Transport mit Verhinderung einer peripheren und zentralen Sensibilisierung.
Medikamentöse Therapie bei Polyneuropathie
Die Therapie der Polyneuropathie umfasst kausale Ansätze zur Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung und symptomatische Ansätze zur Therapie von im Rahmen der Polyneuropathie auftretenden Beschwerden. Zu Beginn der Behandlung sollten stets alle kausalen Therapieoptionen ausgeschöpft werden, um einen weiteren Progress zu verhindern. Im klinischen Alltag kommen vor allem symptomatische Ansätze zur Behandlung der verschiedenen sensiblen, motorischen und autonomen Symptome zum Einsatz. Etwa 50 % aller Polyneuropathien gehen mit Schmerzen einher. Diese neuropathischen Schmerzen entstehen als direkte Folge einer Läsion oder Erkrankung des somatosensorischen Systems. Nach Nervenschädigung kommt es zu Veränderungen der primär betroffenen und umgebenden Nervenzellen mit daraus resultierender gesteigerter Erregbarkeit primärer Afferenzen (periphere Sensibilisierung) und verstärkter Erregbarkeit multirezeptiver Neurone im Rückenmark (zentrale Sensibilisierung).
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Eine komplette Schmerzfreiheit kann mit den derzeit verfügbaren Medikamenten in der Regel nicht erzielt werden. Die oralen Medikamente sollten langsam aufdosiert und je nach Nebenwirkungen individuell titriert werden. Patienten sollten darüber aufgeklärt werden, dass die analgetische Wirkung zeitverzögert eintritt.
Pregabalin: Ein spezielles Antiepileptikum gegen Nervenschmerzen
Pregabalin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Antiepileptika, der zur Therapie von Epilepsie, Neuralgien und generalisierten Angststörungen eingesetzt wird. Es senkt im zentralen Nervensystem die neuronale Erregbarkeit und wirkt dadurch analgetisch, antiepileptisch, anxiolytisch und sedierend.
Anwendung und Wirkmechanismus
Pregabalin kommt bei Erwachsenen bei Epilepsie ohne sekundäre Generalisierung, peripheren und zentralen neuropathischen Schmerzen sowie generalisierten Angststörungen zum Einsatz. Es bindet an eine Untereinheit spannungsabhängiger Calciumkanäle und hemmt so die Freisetzung von Neurotransmittern wie Glutamat, Noradrenalin und des Neuropeptids Substanz P.
Pharmakokinetik und Dosierung
Auf leeren Magen wird Pregabalin schnell resorbiert, wobei die maximale Plasmakonzentration binnen einer Stunde erreicht wird. Der Wirkstoff wird im Körper kaum metabolisiert und unverändert renal ausgeschieden, weshalb die Dosis bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion angepasst werden muss. Kapseln oder Lösung mit Pregabalin werden normalerweise zwei- bis dreimal täglich eingenommen, unabhängig von den Mahlzeiten. Die empfohlene Dosis liegt je nach Indikation zwischen 150 und 600 mg.
Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Zu den häufigsten Nebenwirkungen unter Pregabalin-Therapie zählen Benommenheit, Schläfrigkeit und Kopfschmerzen. Wechselwirkungen bestehen mit Lorazepam, anderen zentral dämpfenden Wirkstoffen und Opioiden. Unter Einnahme von Pregabalin sollte auf den Konsum von Alkohol verzichtet werden.
Kontraindikationen und Hinweise
Bei einer Überempfindlichkeit gegenüber Pregabalin dürfen Arzneimittel mit dem Wirkstoff nicht eingenommen werden. Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Therapie mit Pregabalin auf eine sichere Verhütung achten. Während der Schwangerschaft darf der Wirkstoff nicht eingenommen werden, es sei denn, der Nutzen für die Mutter ist größer als das Risiko für den Feten. Pregabalin kann zu Schläfrigkeit und Benommenheit führen, weshalb während der Therapie auf die Teilnahme am Straßenverkehr und das Bedienen von Maschinen verzichtet werden sollte.
Medikamente bei Fibromyalgie
Bestimmte Medikamente wie Amitriptylin, Duloxetin und Pregabalin können Fibromyalgie-Schmerzen bei manchen Menschen lindern. Es kann jedoch zu Nebenwirkungen wie einem trockenen Mund oder Übelkeit kommen. Normale Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol werden bei Fibromyalgie nicht empfohlen.
Es gibt bislang kein eigens zur Behandlung von Fibromyalgie entwickeltes und zugelassenes Medikament. Allerdings können bestimmte Medikamente, die zur Behandlung anderer chronischer Schmerzen oder anderer Erkrankungen zugelassen sind, manchmal auch bei Fibromyalgie helfen.
Mit Ausnahme von Amitriptylin handelt es sich bei der Anwendung von Duloxetin und Pregabalin rechtlich gesehen um einen nicht bestimmungsmäßigen Gebrauch (Off-Label-Use), für den besondere Regelungen gelten - zum Beispiel bei der Kostenübernahme. Anders ist es, wenn neben Fibromyalgie noch eine andere Erkrankung besteht, für die das jeweilige Medikament zugelassen ist, etwa eine Depression. Es kann ein paar Wochen dauern, bis die Medikamente eine Wirkung zeigen.
Es ist sinnvoll, nicht allein auf Medikamente zu setzen, sondern sie mit anderen Behandlungen zu kombinieren. So kann leichte körperliche Aktivität die Beschwerden lindern und die Belastbarkeit verbessern.
Bei wenigen Menschen mit Fibromyalgie können Amitriptylin, Duloxetin und Pregabalin die Schmerzen deutlich lindern. Aus Studien lässt sich die Wirksamkeit dieser Medikamente abschätzen. Bei etwa 25 bis 45 von 100 Menschen, die eines dieser Medikamente nahmen, gingen die Schmerzen um mindestens die Hälfte zurück.
Allerdings wurden die Medikamente meist nur über einen Zeitraum von etwa 3 bis 6 Monaten untersucht. Die Studien erfassten auch die Nebenwirkungen der Medikamente und insbesondere, wie häufig die Teilnehmenden die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Schlafstörungen abgebrochen hatten.
Wenn man sich für eine Behandlung mit einem Medikament entscheidet, ist etwas Geduld gefragt. Es dauert 2 bis 4 Wochen, bis eine Wirkung eintritt und sich beurteilen lässt, ob das Mittel hilft.
Bei einer längerfristigen Therapie kann es sinnvoll sein, nach einer Weile zu prüfen, ob man das Medikament noch benötigt. Zum Beispiel kann es sein, dass ein zwischenzeitlich begonnenes Trainingsprogramm oder Methoden zur Entspannung und Stressbewältigung eine Besserung bewirkt haben.
Restaxil® Tropfen: Ein homöopathisches Arzneimittel bei Neuralgien
Restaxil® Tropfen ist ein homöopathisches Arzneimittel, das bei Neuralgien (Nervenschmerzen) eingesetzt wird. Es enthält einen einzigartigen Wirkkomplex aus 5 speziellen Arzneipflanzen, die laut Arzneimittelbild an unterschiedlichen Nervenschmerzen und deren Symptomen ansetzen und diese bekämpfen. Die in Restaxil® Tropfen enthaltenen natürlichen Wirkstoffe wurden gemäß dem Ähnlichkeitsprinzip auf die zu behandelnden Nervenschmerzen abgestimmt.
Anders als bei vielen chemischen Präparaten sind bei Restaxil® Tropfen keine Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bekannt. Die Restaxil® Tropfen werden unabhängig von den Mahlzeiten und unverdünnt eingenommen. Die Dauer der Anwendung sowie die Dosierung der Tropfen hängt von der Art der Beschwerden ab. Bei akuten Beschwerden kann die Dosierung auf bis zu 6x täglich 5 Restaxil® Tropfen erhöht werden.
Schmerzarten und ihre Behandlung
Schmerz ist ein komplexes Phänomen, das in verschiedene Arten unterteilt werden kann:
- Physiologische Schmerzen: Treten bei Verletzungen auf und haben eine Warnfunktion.
- Neuropathische Schmerzen: Entstehen durch Verletzungen von Nervenfasern und fühlen sich brennend oder stechend an.
- Somatischer Schmerz (Oberflächenschmerz): Entsteht bei Beschädigung oder Reizung der Haut.
- Tiefenschmerz: Hat seine Ursachen in Muskeln, Gelenken, Knochen oder Bindegewebe.
- Ischämische Schmerzen: Sind auf eine mangelhafte Durchblutung des Gewebes zurückzuführen.
- Psychogene oder psychosomatische Schmerzen: Haben keine organische Ursache.
- Reflektorische Schmerzen: Sind oft psychisch bedingt, wie Migräne oder Spannungskopfschmerzen.
- Durchbruchschmerzen: Durchbrechen die Wirkung der Schmerzmedikamente und werden als umso heftiger wahrgenommen.
Die Behandlung von Schmerzen hängt von der Art und Intensität der Schmerzen ab. Bei leichten Schmerzen werden in der Regel Nichtopioide wie NSAR eingesetzt, während bei mittelstarken bis starken Schmerzen Opioide zum Einsatz kommen.
Multimodale Schmerztherapie
Gerade bei chronischen bzw. chronisch wiederkehrenden Schmerzen spielt die Behandlung und das Management eine große Rolle, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Medikamente spielen in der Medizin in der Behandlung von Schmerz eine große Rolle, und zwar unabhängig davon, ob es sich um akute oder chronische Schmerzen handelt. Medikamente durchbrechen den Schmerz und verschaffen den Betroffenen Linderung. Die Wahl des Medikaments ist von der Intensität der Schmerzen und der Schmerzart abhängig und auch, ob es sich um einen chronischen oder akuten Schmerz handelt.
Je nach Ursache der Schmerzen hat sich als Alternative auch die Schmerzbehandlung ohne Medikamente etabliert. Gerade im Bereich von Kopf- oder Rückenschmerzen kommen oft alternative bzw. komplementäre Methoden zum Einsatz. Multimodal bedeutet „auf vielfältige Art und Weise“. Dabei geht man von einer kombinierten Behandlung aus. Die multimodale Schmerzbehandlung wird vor allem bei Menschen mit chronischen Schmerzzuständen angewandt. Das können Rückenschmerzen genauso sein wie Tumorschmerzen. Bei starken chronischen Schmerzen werden in der Regel Kombinationen aus verschiedenen Schmerzmitteln und alternativen Methoden eingesetzt, um sich gegenseitig zu unterstützen. Bei der multimodalen Schmerztherapie bedient man sich verschiedener Bausteine aus der modernen Schmerzforschung. Basis ist das biopsychosoziale Schmerzmodell.
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