Medikinet, dessen Wirkstoff Methylphenidat ist, wird hauptsächlich zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren eingesetzt. Abhängig vom Präparat findet es auch bei Erwachsenen Anwendung. Es verbessert die Aktivität bestimmter Teile des Gehirns, die nicht aktiv genug sind, und kann dabei helfen, die Aufmerksamkeit und Konzentration zu verbessern sowie impulsives Verhalten zu vermindern.
Wie Medikinet wirkt
Methylphenidat ist ein indirekt wirkendes Sympathomimetikum. Es erhöht die Konzentration der Katecholamine Dopamin und Noradrenalin im synaptischen Spalt und wirkt dadurch zentral stimulierend. Zudem steigert es Konzentrations- und Leistungsfähigkeit sowie Entscheidungsbereitschaft und Antrieb. Der Wirkstoff greift in die Übermittlung von Signalen im Gehirn ein, indem er die Wirkungsdauer von bestimmten Botenstoffen erhöht. Dadurch wird eine verstärkte Aktivität und Wachheit erzeugt.
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung von Medikinet bzw. Methylphenidat ist individuell und wird einschleichend vom Arzt festgelegt. Die Dosierung wird in der Regel von Ihrem Arzt langsam erhöht und auf eine für Sie passende Erhaltungsdosis eingestellt. Für die einzelnen Dosierungsschritte stehen Arzneimittel mit verschiedenen Wirkstoffstärken zur Verfügung.
Anwendungsformen
Methylphenidat wird in verschiedenen Darreichungsformen angeboten, die sich vor allem durch ihre Freisetzungsmechanismen unterscheiden. Diese galenischen Unterschiede sorgen dafür, dass die Wirkstofffreisetzung entweder sofort erfolgt oder über längere Zeiträume gestaffelt wird, was die Wirkdauer beeinflusst. Die Auswahl des Präparats richtet sich nach den Bedürfnissen des Patienten. Sofort freisetzende Präparate bieten mehr Flexibilität bei der Dosierung, erfordern jedoch häufigere Einnahmen, während Retardpräparate und OROS-Systeme für eine stabilere und längere Wirkung sorgen, die im Alltag oder in der Schule vorteilhaft sein kann.
- Sofortfreisetzende Präparate: Diese Form von Methylphenidat wird rasch nach der Einnahme freigesetzt und erreicht innerhalb von etwa 30 bis 60 Minuten seinen Wirkspiegel im Blut. Die Wirkung hält in der Regel 3 bis 4 Stunden an, sodass häufig mehrmals täglich dosiert werden muss. Typische Präparate dieser Kategorie sind Ritalin®, Medikinet® (und Generika). Diese sofort freisetzenden Tabletten werden oft morgens und nachmittags eingenommen, um eine durchgehende Wirkung über den Tag zu gewährleisten, müssen jedoch regelmäßig wiederholt werden.
- Retardpräparate (verzögerte Freisetzung): Um eine länger anhaltende Wirkung zu erzielen und die Anzahl der täglichen Einnahmen zu reduzieren, wurden Retardpräparate entwickelt. Diese Formen geben den Wirkstoff über einen längeren Zeitraum kontinuierlich ab. Dies wird durch spezielle Galenik erreicht, die den Wirkstoff in verschiedenen Schichten oder Reservoiren bindet. Durch diese Technik wird Methylphenidat in mehreren Phasen freigesetzt, sodass eine anfängliche sofortige Freisetzung erfolgt, gefolgt von einer langsamen, kontinuierlichen Freisetzung über mehrere Stunden.
- Ritalin® LA: Dieses Präparat nutzt eine biphasische Freisetzung, wobei etwa die Hälfte des Wirkstoffs sofort freigesetzt wird, während der Rest über die nächsten 8 Stunden kontinuierlich abgegeben wird. Dadurch wird eine Wirkungsdauer von etwa 8 Stunden erreicht.
- Medikinet® Retard und Medikinet adult: Auch dieses Präparat setzt den Wirkstoff in zwei Phasen frei, ähnlich wie Ritalin® LA. Die Wirkung hält ebenfalls etwa 8 Stunden an, was den Einsatz am Morgen für die Schulzeit oder den Arbeitstag ermöglicht.
- Zu beachten: Teilung/Zerkleinerung: Die Retardpräparate dürfen nicht zerkleinert oder geteilt werden, da dies den Freisetzungsmechanismus zerstören würde. Dadurch könnte der Wirkstoff sofort freigesetzt werden, was zu einer erhöhten Konzentration im Blut führt und das Risiko von Nebenwirkungen erhöht.
- OROS Methylphenidat (osmotic-release oral system): Ein fortschrittlicheres System ist in Concerta® enthalten, das ein sogenanntes OROS-System verwendet. Dabei wird der Wirkstoff durch osmotischen Druck kontrolliert und über den Tag freigesetzt. Diese Technologie sorgt für eine sehr gleichmäßige Freisetzung von Methylphenidat über ca. 12 Stunden. Concerta® ist besonders geeignet, wenn eine durchgehende Wirkung über den gesamten Schultag oder Arbeitstag erforderlich ist, ohne dass eine erneute Einnahme notwendig ist. Die Galenik dieses Präparats besteht aus einer aktiven Wirkstoffschicht, die durch eine semipermeable Membran abgedeckt ist, die den osmotischen Druck steuert und den Wirkstoff allmählich freisetzt.
- Zu beachten: Teilung/ Zerkleinerung: Concerta®-Tabletten dürfen nicht zerkleinert, geteilt oder gekaut werden, da dies zu einer unkontrollierten Freisetzung des gesamten Wirkstoffs führen könnte.
- Einfluss auf die Freisetzung: Die Freisetzung bei Concerta® wird durch osmotischen Druck gesteuert, der sich auf die Magen-Darm-Passage stützt.
- Magendarm-Probleme: Gastrointestinale Störungen, wie langsame oder beschleunigte Magenentleerung, können die Freisetzung beeinflussen. Eine verzögerte Magenentleerung kann die Freisetzung verlangsamen, während eine schnelle Passage die Wirkung beschleunigen kann.
- Flüssigkeitsaufnahme: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt den Freisetzungsmechanismus, da der osmotische Druck auf der Fähigkeit des Systems beruht, Flüssigkeit aus dem Körper in die Tablette aufzunehmen, um den Wirkstoff allmählich freizusetzen.
- Zu beachten: Teilung/ Zerkleinerung: Concerta®-Tabletten dürfen nicht zerkleinert, geteilt oder gekaut werden, da dies zu einer unkontrollierten Freisetzung des gesamten Wirkstoffs führen könnte.
- Langwirksame Präparate (mehrphasige Freisetzung): Equasym® Retard: Dieses Präparat setzt etwa 30% des Wirkstoffs sofort frei, während die restlichen 70% über die folgenden 8 Stunden freigesetzt werden.
Dosierungsempfehlungen
- Kinder und Jugendliche (ab 6 Jahren) bei ADHS:
- Initialdosis: 5 mg ein- bis zweimal täglich (morgens und mittags).
- Dosissteigerung: Die Tagesdosis kann in wöchentlichen Abständen um 5 - 10 mg erhöht werden.
- Maximale Tagesdosis: 60 mg (aufgeteilt in 2-3 Einzeldosen).
- Einnahmezeitpunkt: Die Dosierung sollte so gewählt werden, dass die Wirkung mit den Zeiten der größten schulischen und sozialen Schwierigkeiten des Patienten zusammenfällt.
- Erwachsene bei ADHS:
- Fortführung der Therapie in gleicher Dosierung, wenn bereits im Kindesalter profitiert wurde.
- Neueinstellung: Startdosis 5 mg, wöchentliche Erhöhung um 5 mg möglich, maximal 80 mg.
- Erwachsene bei Narkolepsie:
- Durchschnittliche Tagesdosis: 20 - 30 mg, aufgeteilt in 2-3 Einzeldosen.
- Maximale Tagesdosis: Bis zu 60 mg, in einigen Fällen können Dosen bis 80 mg notwendig sein.
- Minimale Dosis: Manche Patienten sprechen bereits auf 10-15 mg pro Tag an
- Behandlung mit retardierten Präparaten
- Es besteht auch die Möglichkeit, Methylphenidat in retardierter Form anzuwenden, was eine stabilere und länger anhaltende Wirkung bietet. Retardpräparate, wie Medikinet® Retard, Ritalin® LA, Concerta®, und Equasym® Retard, unterscheiden sich hinsichtlich der Dosierung und Freisetzungsmechanismen von sofort freisetzenden Tabletten. Die Dosierung dieser Präparate erfolgt in der Regel als einmal tägliche Einnahme am Morgen.
- Concerta® startet bei 18 mg und kann in Schritten von 18 mg erhöht werden, bis zu einer Maximaldosis von 54 mg (oder 72 mg je nach Bedarf).
- Medikinet® Retard, Ritalin® LA, Equasym® Retard beginnen üblicherweise bei 10 mg und können in Schritten von 10 mg erhöht werden, mit einer maximalen Tagesdosis von 80 mg.
Art der Anwendung
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein. Zur Erleichterung der Einnahme können Sie die Kapsel öffnen und den Inhalt mit Nahrung gemischt einnehmen. Der Kapselinhalt darf nicht zerkaut oder zerkleinert werden.
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Dauer der Anwendung
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen
Es gibt bestimmte Erkrankungen und Umstände, bei denen Medikinet nicht angewendet werden sollte. Dazu gehören:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Glaukom
- Phäochromozytom (Adrenalin produzierender Tumor)
- Schilddrüsenüberfunktion
- Depression, auch in der Vorgeschichte
- Magersucht, auch in der Vorgeschichte
- Selbstmordgedanken, auch in der Vorgeschichte
- Psychose, auch in der Vorgeschichte
- Manie, auch in der Vorgeschichte
- Seelische Erkrankung mit Wahn, Sinnestäuschung, Ich-Störung (Schizophrenie), auch in der Vorgeschichte
- Persönlichkeitsstörungen
- Manisch-depressive Erkrankung, auch in der Vorgeschichte
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Bluthochdruck
- Herzschwäche
- Durchblutungsstörungen der Peripherie (z.B. Arme, Beine)
- Angina pectoris
- Angeborener Herzfehler
- Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie)
- Herzinfarkt, der erst kurze Zeit zurückliegt
- Herzrhythmusstörungen
- Erkrankung, durch Störung von Ionenkanälen
- Durchblutungsstörung der Hirngefäße, wie:
- Aneurysmen (Ausbuchtung der Gefäßwände)
- Gefäßanomalien
- Gefäßentzündungen
- Schlaganfall (akut)
Unter bestimmten Umständen ist besondere Vorsicht geboten. Sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Arzneimittelmissbrauch, auch wenn er schon längere Zeit zurückliegt
- Alkoholmissbrauch, auch wenn er schon längere Zeit zurückliegt
- Drogenabhängigkeit, auch wenn sie schon längere Zeit zurückliegt
- Leberfunktionsstörungen
- Nierenfunktionsstörungen
- Neigung zu Krampfanfällen, wie bei:
- Epilepsie
- Tourette-Syndrom
Altersbeschränkungen
- Kinder unter 6 Jahren dürfen das Arzneimittel nicht anwenden.
- Ältere Patienten ab 60 Jahren sollten das Arzneimittel in der Regel nicht anwenden.
Schwangerschaft und Stillzeit
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.
Medikinet und Epilepsie: Ein komplexes Zusammenspiel
Symptome der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Epilepsie weisen eine relativ hohe Rate an gegenseitiger Komorbidität auf. Sie könnten auch ätiologische Gemeinsamkeiten haben. Es gibt Bedenken, dass die ADHS-Therapie mit Stimulanzien wie Methylphenidat die Schwelle für Krampfanfälle herabsetzt und so eine Epilepsie induziert bzw. verschlimmert.
Mögliche Ursachen für die Assoziation
Mögliche Ursachen für eine Assoziation beider Erkrankungen könnten eine gemeinsame genetische Disposition sein. Bei einem Teil der ADHS-Patienten werden epileptiforme EEG-Muster, meist fokalen Typs, beobachtet. Ihre Inzidenz reicht je nach Untersuchung von 6% bis über 30%. In einer epidemiologischen Studie fanden sich z. B. Rolando-typische zentrotemporale Spikes signifikant häufiger als bei gesunden Kindern. Ferner könnten auch die Antiepileptika ADHS-Symptome hervorrufen. Jedoch zeigen Studien, dass sich die Mehrzahl dieser Medikamente (Ausnahme u. a. Phenobarbital und Benzodiazepine) in dieser Form nicht negativ auf die kognitiven Funktionen auswirken. Zudem spricht die Tatsache, dass Aufmerksamkeitsprobleme meist bereits vor der Erstmanifestation der Epilepsie bestehen, gegen einen ursächlichen Einfluss der Antiepileptika.
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Wirkmechanismus von Methylphenidat
Das zur Behandlung der ADHS eingesetzte Methylphenidat ist ein Amphetaminderivat und wirkt hauptsächlich auf die präsynaptische Wiederaufnahme von Noradrenalin und Dopamin, nicht jedoch auf die Transmitter GABA, Glutamin- oder Asparaginsäure, denen in der Pathophysiologie von Krampfanfällen die entscheidenden Rollen zugewiesen werden. Auch die an der Epileptogenese beteiligten Kalzium- und Natriumkanäle werden von der Substanz nicht beeinflusst. Ein direkter Effekt des Psychostimulans erscheint also nicht wahrscheinlich. Über die Leberenzymhemmung vermittelte Interaktionen von Methylphenidat mit Antiepileptika wie Phenobarbital, Primidon, Phenytoin oder Ethosuximid, haben dem derzeitigen Kenntnisstand nach keine klinische Relevanz. Über mögliche Wechselwirkungen mit neueren Antiepileptika liegen zurzeit noch keine ausreichenden Informationen vor.
Studienlage
Zwar kam es in einer Studie an 234 Kindern mit ADHS ohne Epilepsie unter Methylphenidat bei dreien jener 30 Kinder, die vor der Behandlung epileptiforme EEG-Muster aufwiesen, zum Auftreten von Krampfanfällen. Diese waren allerdings nicht zwangsläufig auf die Studienmedikation zurückzuführen. Mehrere Fallserien und andere Studien zeigten hingegen, dass Methylphenidat bei Kindern mit medikamentös kontrollierter Epilepsie eine sichere und wirksame Option der ADHS-Behandlung darstellt. Weder scheint es Anfällen Vorschub zu leisten, noch das EEG der Patienten zu verschlechtern.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Bei der Einnahme von Medikinet bzw. Methylphenidat können Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln auftreten. Es ist wichtig, Ihren Arzt oder Apotheker zu informieren, wenn Sie andere Medikamente einnehmen oder anwenden, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Methylphenidat darf nicht eingenommen werden, wenn derzeit oder innerhalb der letzten 14 Tage sogenannte Monoaminoxidasehemmer (MAOI) gegen Depression angewendet wurden. Die gleichzeitige Einnahme von MAOI und Methylphenidat kann eine plötzliche Erhöhung des Blutdrucks zur Folge haben.
Weitere Arzneimittel, die Wechselwirkungen mit Methylphenidat haben können, sind:
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- andere Arzneimittel gegen Depressionen
- Arzneimittel gegen schwere psychische Probleme
- Arzneimittel gegen Epilepsie
- Arzneimittel zur Senkung oder Erhöhung des Blutdrucks
- Einige Erkältungs- und Hustenpräparate mit Inhaltsstoffen, die auf den Blutdruck wirken
- Arzneimittel zur Blutverdünnung (zur Vorbeugung der Bildung von Blutgerinnseln)
- Antikoagulanzien vom Cumarin-Typ, Antikonvulsiva (z.B. Phenobarbital, Phenytoin, Primidon) sowie trizyklische Antidepressiva und selektive Serotonin-Wiederaufnahme Inhibitoren: Metabolismus dieser Verbindungen kann möglicherweise gehemmet werden.
- Blutdrucksenkende Medikamente: Methylphenidat kann die antihypertensive Wirkung von Arzneimitteln zur Behandlung von Bluthochdruck abschwächen.
- Blutdruckerhöhende Medikamente MAO-Hemmer: Risiko einer möglichen hypertensiven Krise
- Narkotika: Während einer Operation besteht das Risiko einer plötzlichen Erhöhung des Blutdrucks und der Herzfrequenz. Wenn eine Operation geplant ist, sollte Ritalin nicht am Tag der Operation angewendet werden.
- Zentral wirksame alpha-2-Agonisten (z.B. Clonidin) oder andere zentral wirksame alpha-2-Agonisten wurde nicht systematisch untersucht.
- Direkte und indirekten Dopaminagonisten (einschließlich DOPA und trizyklische Antidepressiva) oder Dopaminantagonisten (einschließlich Antipsychotika) pharmakodynamische Wechselwirkungen möglich.
- Antazida es ist mit einer erheblich verschlechterten Resorption von Methylphenidat zu rechnen.
Methylphenidat retard 20 mg Hartk.m.veränd.Wst.-Frs. darf nicht zusammen mit H2-Rezeptorenblockern oder säurebindenden Arzneimitteln eingenommen werden, die zur Verringerung der Magensäurebildung oder gegen Übersäuerung des Magens eingesetzt werden, da dies zu einer schnelleren Freisetzung des arzneilich wirksamen Bestandteils führen könnte.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Medikinet Nebenwirkungen haben. Die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen ist in der Regel höher, wenn die Dosis zu hoch gewählt wird oder die Dosisanpassung zu schnell erfolgt.
Sehr häufige Nebenwirkungen (≥ 1/10):
- Appetitverlust
- Schlaflosigkeit, Nervosität
- Konzentrationsmangel und Geräuschempfindlichkeit (bei Erwachsenen mit Narkolepsie)
- Kopfschmerzen
- Übelkeit, Mundtrockenheit
- Schwitzen
Häufige Nebenwirkungen (≥ 1/100 bis < 1/10):
- Anorexie, mäßige Verminderung der Gewichtszunahme und des Längenwachstums bei längerer Anwendung bei Kindern
- Abnormes Verhalten
- Aggression
- Affektlabilität
- Erregung
- Anorexie
- Ängstlichkeit, Depression, Reizbarkeit, Ruhelosigkeit
- Schlafstörungen, Libidoabnahme, Panikattacken
- Stress
- Tremor
- Somnolenz
- Schwindelgefühl
- Dyskinesie
- Psychomotorische Hyperaktivität
- Tachykardie, Palpitationen, Arrhythmien
- Hypertonie, periphere Kälte
- Bauchschmerzen, Magenbeschwerden, Erbrechen, Dyspepsie, Zahnschmerzen, Diarrhö (diese Erscheinungen treten normalerweise zu Behandlungsbeginn auf und können sich durch begleitende Nahrungsaufnahme lindern lassen)
- Hyperhidrose, Alopezie, Pruritus, Rash, Urtikaria
- Arthralgien
- Husten, Rachen- und Kehlkopfschmerzen, Dyspnoe
- Fieber, innere Unruhe, Müdigkeit, Durst
- Änderung des Blutdrucks und der Herzfrequenz (üblicherweise eine Erhöhung), Gewichtsverlust
Wichtige Hinweise
- Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, vor allem in höheren Dosierungen oder in Kombination mit Alkohol, beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Bei regelmäßiger Einnahme kann es zu einer psychischen Abhängigkeit kommen.
- Dieses Arzneimittel enthält Stoffe, die unter Umständen als Dopingstoffe eingeordnet werden können. Fragen Sie dazu Ihren Arzt oder Apotheker.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
- Während der Behandlung können Jungen und Männer unerwartet Dauererektionen erleiden. Dies kann schmerzhaft sein und zu jeder Zeit auftreten. Es ist wichtig, dass Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen, wenn Ihre Erektion länger als 2 Stunden anhält, insbesondere wenn sie schmerzhaft ist.
- Dieses Arzneimittel kann ein positives Ergebnis bei Tests auf Drogengebrauch sowie bei Dopingkontrollen im Sport ergeben. Daher müssen Sportler sich bewusst sein, dass dieses Arzneimittel positive Ergebnisse in "Dopingtests“ verursachen kann.
- Teilen Sie Ihrem Arzt mit, falls bei Ihnen oder Ihrem Kind eine Operation geplant ist. Methylphenidat sollte am Tag der Operation nicht eingenommen werden, wenn eine bestimmte Art von Narkosemittel verwendet wird, da in diesem Fall die Möglichkeit eines plötzlichen Blutdruckanstiegs besteht.