Das menschliche Gehirn, ein komplexes Netzwerk aus Milliarden von Nervenzellen, ist in verschiedene Bereiche unterteilt, von denen jeder für bestimmte Funktionen zuständig ist. Die größten Bereiche sind das Großhirn und das Kleinhirn. Das Großhirn verarbeitet die über unsere Sinnesorgane aufgenommenen Eindrücke, speichert diese Informationen im Gedächtnis und ruft sie bei Bedarf wieder ab. Dies geschieht mithilfe der Nervenzellen im Gehirn.
Die Evolution der Anforderungen an das Gehirn
Die Art und Weise, wie unser Gehirn funktioniert, hat sich über Jahrtausende hinweg nicht verändert. Was sich jedoch geändert hat, sind die Anforderungen, die wir täglich an unser Gehirn stellen. Um diese neuen Arbeitsbelastungen zu bewältigen, ist es sinnvoll, die Hirnleistung durch hirngerechtes Arbeiten zu steigern.
Hirngerechtes Arbeiten: Was bedeutet das?
Um die Hirnleistung zu steigern, ist es wichtig zu verstehen, wie das Gehirn optimal funktioniert. Ein wichtiger Aspekt ist die Vermeidung von Multitasking, einem Mythos, der sich seit vielen Jahren hält.
Der Mythos Multitasking
Der Mythos besagt, dass Menschen in der Lage sein sollten, mehrere Aufgaben gleichzeitig anzugehen und erfolgreich zu bewältigen. Die Realität sieht jedoch anders aus. Studien haben gezeigt, dass Multitasking die Fehlerquote erhöht und die Zeit, die für die Erledigung von Aufgaben benötigt wird, verdoppelt.
Singletasking: Die Alternative zum Multitasking
Singletasking, also die Konzentration auf eine einzige Aufgabe, ist die effektivere Alternative zum Multitasking. Um beim Singletasking entscheiden zu können, welche Aufgaben priorisiert werden sollten, ist eine solide und zuverlässige Organisation von Aufgaben und Terminen unerlässlich.
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Analoge Kalender als Unterstützung
Hochwertige Kalender bieten eine ideale Ergänzung zu digital geführten Kalendern, um im stressigen Arbeitsalltag den Überblick über Termine zu behalten. Das Eintragen von Informationen von Hand hilft, zu entschleunigen und das Aufgeschriebene besser im Gehirn abzuspeichern.
Ausgleich und Entspannung für das Gehirn
Damit das Gehirn bei Bedarf Höchstleistungen liefern kann, ist ein regelmäßiger Ausgleich zu diesen Zeiten nötig. Es ist wichtig, bewusst Momente zu finden, in denen man nichts tut und an nichts denkt. In dieser Zeit sollten Reize von außen so gut wie möglich abgeschottet und auch Meldungen aus dem Körperinneren versucht werden, nicht zu beachten.
Möglichkeiten zur Entspannung
- Gedanken baumeln lassen: Bei einer Zugfahrt oder einem Flug einfach die Gedanken schweifen lassen.
- Meditation: Meditation kann helfen, zur Ruhe zu kommen und den Geist zu beruhigen.
- Verzicht auf elektronische Geräte vor dem Schlafengehen: Eine Stunde vor dem Schlafengehen sollte man das Handy nicht mehr nutzen oder fernsehen, um besser zur Ruhe zu kommen.
Die positive Wirkung von Sport auf das Gehirn
Sport ist nicht nur gesund für den Körper, sondern wirkt sich auch positiv auf das Gehirn aus. Beim Sport werden sogenannte Gliazellen gebildet, die das Stützgewebe des Nervensystems bilden, für die Nervenversorgung der Nervenzellen verantwortlich sind und das Neuron schützen und isolieren. Außerdem hilft Bewegung dabei, das Stresshormon Cortisol abzubauen.
Die Auswirkungen von Stress auf das Gehirn
In extremen Stresssituationen kann es sein, dass Informationen gar nicht mehr abgerufen werden können, haben Hirnforscher und Hirnforscherinnen herausgefunden. Dies liegt daran, dass Stress zu einer Überlastung des Hippocampus führen kann, dem Bereich des Gehirns, der für das Gedächtnis zuständig ist.
Die Rolle des Hippocampus
Der Hippocampus spielt eine entscheidende Rolle bei der Verarbeitung und Speicherung von Informationen. Bei Stress kann es jedoch zu Ausfällen im Hippocampus kommen, was dazu führt, dass Informationen nicht mehr abgerufen werden können.
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Die Folgen von Multitasking
Multitasking kann zu einer erhöhten Fehlerquote, einer längeren Bearbeitungszeit und einer Überlastung des Gehirns führen. Es ist daher ratsam, Aufgaben nacheinander zu erledigen und sich auf jede einzelne Aufgabe zu konzentrieren.
Die Digitalisierung der Arbeitswelt und ihre Auswirkungen auf das Gehirn
Die Digitalisierung der Arbeitswelt hat zu einer Zunahme von Multitasking und einer ständigen Reizüberflutung geführt. Dies kann zu Müdigkeit, Stress und einer verminderten Leistungsfähigkeit führen.
Die Studie von Microsoft
Eine Studie von Microsoft aus dem Jahr 2021 hat gezeigt, dass das ständige Hin- und Herswitchen zwischen digitalen Kommunikationskanälen das Gehirn ermüdet. Es ist daher wichtig, bewusste Pausen einzulegen und sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren.
Work-Life-Balance und ihre Bedeutung für das Gehirn
Eine ausgewogene Work-Life-Balance ist entscheidend für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Gehirns. Wer ständig überarbeitet ist, schadet nicht nur seinem allgemeinen Wohlbefinden, sondern auch seiner Hirnstruktur.
Die Studie aus Südkorea
Eine Studie aus Südkorea hat gezeigt, dass Überarbeitung zu Veränderungen in Hirnregionen führen kann, die für Planung, Konzentration, Arbeitsgedächtnis und Emotionssteuerung zuständig sind. Es ist daher wichtig, auf eine gute Work-Life-Balance zu achten und flexible Arbeitsmodelle wie Homeoffice oder Teilzeit zu nutzen.
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Monotone Aufgaben als "Denk-Pausen"
Monotone Aufgaben, wie das Spülmaschine ausräumen oder Wäsche falten, können als "Denk-Pausen" dienen. Wenn du immer wieder denselben Handgriff machst, sinkt die kognitive Last. Dein Gehirn muss kaum aktiv entscheiden, sondern läuft auf Autopilot. Für kurze Zeit darf der präfrontale Kortex, also der Teil im Kopf, der plant, abwägt und zweifelt, ein bisschen runterfahren.
Das Default-Mode-Network
Sobald du nicht aktiv fokussiert arbeitest, springt das sogenannte Default-Mode-Network an, ein Netzwerk von Hirnregionen, das für Tagträume, Selbstreflexion und innere Geschichten zuständig ist. Monotone Aufgaben halten dich gerade so beschäftigt, dass du nicht am Handy hängst, aber lassen diesem Netzwerk genug Raum, um frei zu laufen.
Tipps zur Verbesserung der Konzentration und Leistungsfähigkeit des Gehirns
- Aufgaben in kleinere Arbeitsschritte aufteilen: Dies erleichtert die Konzentration und vermeidet Überforderung.
- Arbeitstempo herunterschrauben: Ein langsames und bewusstes Arbeitstempo reduziert Stress und fördert die Konzentration.
- Störungsfreie Zeiten einrichten: Telefon umleiten und Benachrichtigungsfunktionen ausschalten, um ungestört arbeiten zu können.
- Ruhezeiten schaffen: Ein Schild an der Tür mit der Aufschrift "Bitte nicht stören!" kann helfen, Ruhezeiten zu schaffen.
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung, wie ein Spaziergang um den Block, fördert die Durchblutung des Gehirns und steigert die Leistungsfähigkeit.
- Hobbys und Tätigkeiten, die Freude bereiten: Hobbys und Tätigkeiten, in die man sich vertiefen kann, wie Malen, Musikmachen oder Sporttreiben, helfen, Stress abzubauen und das Gehirn zu entspannen.
- Achtsamkeit: Achtsamkeitsübungen können helfen, die eigenen Bedürfnisse kennenzulernen und Stress abzubauen.
- Anforderungen herunterschrauben: Den Druck herausnehmen und die Anforderungen an sich selbst reduzieren.
- Ordnung schaffen: Ein aufgeräumtes Arbeitsumfeld fördert die Konzentration und reduziert Stress.
- Pausen richtig nutzen: Wer beim Mittagessen pausenlos auf das Handy starrt, hat wenig Möglichkeit, neue Kraft zu schöpfen.
Die Rolle der Ernährung für die Hirnleistung
Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig für die Hirnleistung. Das Gehirn benötigt ausreichend Nährstoffe, um optimal funktionieren zu können.
Die Bedeutung von Schlaf für die Hirnleistung
Ausreichend Schlaf ist entscheidend für die Hirnleistung. Während des Schlafs erholt sich das Gehirn und verarbeitet die Informationen des Tages.
Die alternde Gehirn
Auch im Alter ist es wichtig, das Gehirn aktiv zu halten. Herausforderungen und neue Aufgaben helfen, das Gehirn fit zu halten und die Arbeitsfähigkeit zu erhalten.
Tipps für ältere Arbeitnehmer
- Neue Aufgaben übernehmen: Sich selbst und den Mitarbeitern immer wieder neue Arbeiten geben und Aufgaben rotieren lassen.
- Sport und Ernährung: Sport und gute Ernährung halten das Gehirn fit.
- Kognitives Training: Computerspiele, die kognitive Funktionen trainieren, können helfen, die Hirnleistung im Alter zu erhalten.