Ein Hirntumor beim Partner stellt eine immense Belastung für beide Beteiligten dar. Die Diagnose wirft viele Fragen auf, sowohl in Bezug auf die medizinische Behandlung als auch auf die Bewältigung des Alltags und die emotionale Unterstützung. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen von Angehörigen, gibt Einblicke in die Herausforderungen und zeigt Wege auf, wie man mit dieser schwierigen Situation umgehen kann.
Die Diagnose und ihre Folgen
Ein Tumor im Kopf ist besonders bedrohlich, da er den Sitz der Persönlichkeit angreift und das Gehirn permanent beeinträchtigt. Die Diagnose eines Hirntumors beim Partner löst oft einen Schockzustand aus, sowohl beim Betroffenen als auch beim Angehörigen. Viele Angehörige berichten von einem Gefühl der Überforderung und Hilflosigkeit.
Persönlichkeitsveränderungen und Verhaltensweisen
Eine der größten Herausforderungen besteht darin, mit den Persönlichkeitsveränderungen und Verhaltensweisen des Partners umzugehen, die durch den Tumor, die Operation oder die Medikamente verursacht werden können. Es kommt vor, dass Betroffene gereizt, verwirrt oder sogar aggressiv reagieren.
- Verwirrtheit und Reizbarkeit: Nach der Operation kann es zu Verwirrtheit und Reizbarkeit kommen, was die Kommunikation erschwert.
- Fehlende Einsicht und Empathie: Es kann vorkommen, dass Einsicht und Empathie seitens des Erkrankten fehlen, was die Situation zusätzlich belastet.
- Psychische Auswirkungen: Die hohen Cortisondosen und der veränderte Gehirnstoffwechsel können psychische Probleme wie Psychosen oder Manien auslösen.
Die Schwierigkeit der Unterscheidung
Angehörige stehen oft vor der Frage, ob das Verhalten des Partners durch den Tumor oder durch die Persönlichkeit des Partners bedingt ist. Es ist schwer zu unterscheiden, ob der Tumor aus dem Partner spricht oder sein wahres Ich.
Umgang mit den Herausforderungen
Es gibt verschiedene Strategien, die Angehörigen helfen können, mit den Herausforderungen umzugehen und ihren Partner bestmöglich zu unterstützen.
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Kommunikation und Ehrlichkeit
Offenheit und Ehrlichkeit gegenüber dem Erkrankten sind wichtig, auch wenn sein Verhalten nicht richtig ist. Es ist wichtig, größere Ärgernisse anzusprechen und zu klären, auch wenn es schwerfällt.
Selbstfürsorge
Es ist entscheidend, auch an sich selbst zu denken und die eigenen Bedürfnisse nicht zu vernachlässigen. Angehörige sollten sich nicht verausgaben und sich Unterstützung suchen, wenn sie diese benötigen.
- Arbeit: Arbeit kann ein Ausgleich sein und helfen, die Probleme für eine Weile zu vergessen. Es ist wichtig, mit dem Arbeitgeber über die Situation zu sprechen und Möglichkeiten zur Arbeitszeitreduzierung oder flexiblen Arbeitsgestaltung zu finden.
- Psychologische Hilfe: Psychologische Unterstützung kann helfen, mit der Belastung umzugehen und Strategien zur Bewältigung der Situation zu entwickeln.
- Auszeiten: Regelmäßige Auszeiten und Aktivitäten, die Freude bereiten, sind wichtig, um neue Energie zu tanken.
Unterstützung suchen
Es gibt verschiedene Anlaufstellen, die Unterstützung für Betroffene und Angehörige anbieten.
- Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen und Angehörigen kann sehr hilfreich sein, um Erfahrungen zu teilen und sich gegenseitig zu unterstützen.
- Krebsberatungsstellen: Krebsberatungsstellen bietenInformationen, Beratung und Unterstützung für Betroffene und Angehörige.
- Palliative Care: Palliative Care kann helfen, die Lebensqualität des Betroffenen zu verbessern und die Symptome zu lindern.
Partnerschaftliche Unterstützung
Es ist wichtig, dem Partner zu versichern, dass man für ihn da ist und ihn liebt. Gemeinsame Aktivitäten und Momente der Zweisamkeit können helfen, die Beziehung zu stärken und die Krankheit für eine Weile zu vergessen.
- Gemeinsame Unternehmungen: Kleine Ausflüge, gemeinsame Mahlzeiten oder andere Aktivitäten, die beiden Freude bereiten, können helfen, die Zweisamkeit zu genießen und die Krankheit in den Hintergrund treten zu lassen.
- Gespräche: Offene Gespräche über Ängste und Sorgen können helfen, die Beziehung zu stärken und gemeinsam einen Weg zu finden, mit der Situation umzugehen.
Umgang mit finanziellen und rechtlichen Fragen
Die Erkrankung eines Partners kann auch finanzielle und rechtliche Fragen aufwerfen. Es ist wichtig, sich frühzeitig über mögliche Unterstützungsleistungen und rechtliche Regelungen zu informieren.
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Grundsteuer und finanzielle Verpflichtungen
Wenn der Partner aufgrund der Erkrankung nicht mehr in der Lage ist, finanzielle Angelegenheiten zu regeln, ist es wichtig, sich um die Erledigung dieser Angelegenheiten zu kümmern.
- Grundsteuer: Es ist wichtig, sich an das zuständige Finanzamt zu wenden und sich über den aktuellen Stand der Grundsteuerforderungen zu informieren.
- Rechnungen: Offene Rechnungen sollten beglichen werden, um Mahnungen oder gar Pfändungen zu vermeiden.
Geschäftsfähigkeit und Betreuung
Wenn der Partner aufgrund der Erkrankung nicht mehr geschäftsfähig ist, kann eine Betreuung in Betracht gezogen werden. In diesem Fall würde ein Betreuer ernannt, der die Angelegenheiten des Partners regelt. Es ist auch möglich, eine Vorsorgevollmacht zu erstellen, wenn der Partner noch geschäftsfähig ist.
Schwerbehindertenausweis und Auto abmelden
Es ist möglich, für den Partner einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen, um bestimmte Vergünstigungen in Anspruch nehmen zu können. Auch die Abmeldung des Autos kann erforderlich sein, wenn der Partner nicht mehr fahren kann.
Steuererklärung
Als Angehöriger kann man sich um die Steuererklärung des Partners kümmern und gegebenenfalls einen Lohnsteuerhilfeverein in Anspruch nehmen.
Die letzte Phase
In der letzten Phase der Erkrankung ist es wichtig, dem Partner beizustehen und ihm einen würdevollen Abschied zu ermöglichen.
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Hospiz
Ein Hospiz kann eine gute Option sein, um dem Partner eine würdevolle und schmerzlindernde Versorgung zu ermöglichen.
Abschied nehmen
Es ist wichtig, sich von dem Partner zu verabschieden und ihm zu sagen, was man ihm noch sagen möchte.
Trauer
Nach dem Tod des Partners ist es wichtig, sich Zeit für die Trauer zu nehmen und sich Unterstützung zu suchen, wenn man diese benötigt.
Mut machen
Trotz der vielen Herausforderungen und Belastungen ist es wichtig, den Mut nicht zu verlieren und sich auf die positiven Momente zu konzentrieren. Die Liebe und Unterstützung der Angehörigen können dem Betroffenen Kraft geben und ihm helfen, mit der Krankheit umzugehen.