Meningeome sind Tumoren, die von den Hirnhäuten ausgehen und in der Regel (> 95 %) gutartig sind. Sie machen ca. 20 - 30 % aller Hirntumoren aus und sind damit recht häufig. Die Symptome können sehr vielfältig sein, abhängig von der Tumorgröße und -lokalisation. Eine pelzige Zunge kann verschiedene Ursachen haben, von harmlosen bis hin zu behandlungsbedürftigen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Meningeomen und pelziger Zunge, ihre Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.
Meningeome: Ursachen, Symptome und Behandlung
Was sind Meningeome?
Meningeome sind Tumoren, die von den Hirnhäuten ausgehen. Sie wachsen meist sehr langsam und verdrängen initial das Hirngewebe, ohne es zu zerstören. Dadurch können sie eine beträchtliche Größe erreichen, bevor sie klinisch auffällig werden. Die Tumoren treten meist im 5. bis 7. Lebensjahrzehnt auf. Jährlich erkranken rund 7000 Deutsche an einem Hirntumor. Treten erste Beschwerden auf, vermuten die wenigsten Betroffenen dahinter eine Krebserkrankung.
Symptome von Meningeomen
Die Symptome von Meningeomen können sehr vielfältig sein und richten sich nach der Tumorgröße (Hirndrucksymptomatik bei großen Tumoren) und der Tumorlokalisation. Aber auch sehr kleine Tumoren können bei ungünstiger Lage Symptome hervorrufen.
Typische Symptome sind:
- Kopfschmerzen: Insbesondere bei großen Tumoren, die Hirndruck verursachen.
- Übelkeit und Erbrechen: Ebenfalls Anzeichen für erhöhten Hirndruck.
- Geistiger Abbau und Gangstörungen: Bei chronischer Entwicklung eines Hydrozephalus (Wasserkopf) durch Blockade der Nervenwasserwege.
- Halbseitenlähmung: Bei Tumoren in der motorischen Zentralregion.
- Hirnnervenstörungen: Bei Schädelbasistumoren.
- Sehstörungen bis zur Erblindung: Wenn der Tumor in den Sehnervenkanal einwächst.
- Lähmung von Armen und Beinen: Bei Tumoren im Hinterhauptsloch mit Kompression des Hirnstammes.
- Sprachstörungen: Schwierigkeiten, das richtige Wort zu finden oder undeutliche Sprache.
- Taubheitsgefühl im Gesicht: Kribbeln oder Verlust der Empfindung.
- Lesestörungen: Schwierigkeiten beim Lesen von Wörtern.
- Konzentrationsschwäche: Probleme, sich zu konzentrieren oder Aufgaben zu erledigen.
- Müdigkeit: Ungewöhnliche Erschöpfung oder das Bedürfnis nach einem Mittagsschlaf.
- Schwäche in einer Hand: Schwierigkeiten, Dinge einhändig zu tun.
- Depressive Verstimmung: Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit oder Verlust des Interesses an Aktivitäten.
- Gedächtnisprobleme: Schwierigkeiten, sich an Dinge zu erinnern.
- Haarausfall: Unerklärlicher Verlust von Haaren.
- Schwindel: Benommenheit oder das Gefühl, sich zu drehen.
- Gangunsicherheit: Schwierigkeiten beim Gehen oder Halten des Gleichgewichts.
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Symptome auch andere Ursachen haben können. Bei anhaltenden oder stärker werdenden Beschwerden sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden.
Lesen Sie auch: Alles über Meningeome im Gehirn
Diagnose von Meningeomen
Die Kernspintomographie (MRT) mit Kontrastmittelgabe ist die Untersuchung der Wahl, um Meningeome darzustellen. Diese Technik erlaubt die Darstellung auch sehr kleiner Tumoren.
Behandlung von Meningeomen
Die komplette Tumorentfernung ist die Therapie der Wahl. Durch die Operation ist eine Heilung möglich. Rezidive sind nach kompletter Tumorentfernung selten (in ca. 5% der Fälle). Jedoch wird nicht um jeden Preis eine komplette Tumorentfernung angestrebt. Infiltriert der Tumor funktionell wichtige Strukturen und eine vollständige Tumorentfernung würde mit Sicherheit zu schweren neurologischen Defiziten führen (z. B. Lähmungen, Doppelbilder), werden kleine Tumorreste belassen und anschließend mit regelmäßiger MRT-Bildgebung kontrolliert. Bei Tumorwachstum erfolgt eine Präzisionsstrahlentherapie (z. B. Radiochirurgie). Nicht alle Meningeome müssen unbedingt sofort operiert werden. So kann man bei kleinen Tumoren, die durch Zufall entdeckt werden und keine Symptome verursachen, durchaus abwarten und den Befund kontrollieren (insbesondere bei älteren Patienten). Eine primäre Bestrahlung wird nur bei kleinen Tumoren und OP-Kontraindikation in Betracht gezogen.
Bei der Operation von Schädelbasismeningeomen hat sich die endoskopisch-assistierte mikrochirurgische Technik sehr bewährt. Durch den Einsatz von Endoskopen kann um Nerven und Gefäße sowie um knöcherne Ecken der Schädelbasis "herum"gesehen werden. Dadurch wird das Ausmaß der chirurgischen Präparation reduziert. Ausgedehnte Schädelbasiszugänge, bei denen große Teile der Schädelbasis abgefräst werden, können vermieden werden. Häufig gelingt es auch größere Tumoren über kleine schonende Schädelöffnungen (Schlüssellochchirurgie) zu entfernen.
Pelzige Zunge: Ursachen und Behandlung
Was ist eine pelzige Zunge?
Eine pelzige Zunge, auch Lingua villosa nigra genannt, ist eine harmlose, aber oft beunruhigende Erkrankung, bei der die Zunge ein pelziges Aussehen erhält. Dies wird durch eine Ansammlung von abgestorbenen Hautzellen auf den Zungenpapillen verursacht, die sich dadurch verlängern und verfärben können.
Ursachen einer pelzigen Zunge
Die genauen Ursachen für eine pelzige Zunge sind nicht vollständig geklärt, aber es gibt mehrere Faktoren, die dazu beitragen können:
Lesen Sie auch: Ursachen epileptischer Anfälle bei Meningeomen
- Schlechte Mundhygiene: Unzureichendes Zähneputzen und Zungenreinigung können zur Ansammlung von Bakterien und abgestorbenen Zellen führen.
- Rauchen: Tabakkonsum kann die Zungenpapillen reizen und das Wachstum von Bakterien fördern.
- Austrocknung: Mangelnde Flüssigkeitszufuhr kann zu einem trockenen Mund führen, was die Ansammlung von abgestorbenen Zellen begünstigt.
- Bestimmte Medikamente: Einige Medikamente, wie Antibiotika oder Antidepressiva, können die Mundflora verändern und das Wachstum von Bakterien fördern.
- Mundspülungen: Übermäßiger Gebrauch von Mundspülungen, insbesondere solchen mit oxidierenden Inhaltsstoffen wie Peroxid, kann die Zungenpapillen reizen.
- Weiche Ernährung: Der Verzehr von hauptsächlich weichen Lebensmitteln kann dazu führen, dass die Zunge nicht ausreichend abgerieben wird, was die Ansammlung von abgestorbenen Zellen begünstigt.
- Pilzinfektionen: In seltenen Fällen kann eine Pilzinfektion der Zunge, wie z.B. Soor, zu einer pelzigen Zunge führen.
- Allgemeine Erkrankungen: In seltenen Fällen kann eine pelzige Zunge ein Symptom einer anderen Erkrankung sein, wie z.B. Diabetes oder HIV.
In dem vom Nutzer bereitgestellten Text wird ein "pelziger Geschmack im linken Gaumenbereich" erwähnt, der im Zusammenhang mit Schwindelanfällen, Gleichgewichtsstörungen, Übelkeit und Gedächtnisaussetzern auftritt. Dies deutet darauf hin, dass der pelzige Geschmack möglicherweise nicht im Zusammenhang mit einer typischen Lingua villosa nigra steht, sondern eher ein Symptom einer anderen neurologischen oder systemischen Erkrankung sein könnte. In diesem Fall wäre eine umfassende medizinische Untersuchung erforderlich, um die Ursache des pelzigen Geschmacks zu ermitteln.
Behandlung einer pelzigen Zunge
In den meisten Fällen ist eine pelzige Zunge harmlos und verschwindet von selbst oder mit einfachen Maßnahmen:
- Verbesserte Mundhygiene: Regelmäßiges Zähneputzen, Zungenreinigung und Verwendung von Zahnseide.
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Trinken von ausreichend Wasser, um den Mund feucht zu halten.
- Verzicht auf Tabak: Vermeidung von Rauchen und anderen Tabakprodukten.
- Vermeidung reizender Mundspülungen: Verwendung von milden, alkoholfreien Mundspülungen.
- Anpassung der Ernährung: Verzehr von festeren Lebensmitteln, um die Zunge ausreichend abzureiben.
- Behandlung von Grunderkrankungen: Wenn die pelzige Zunge durch eine andere Erkrankung verursacht wird, sollte diese behandelt werden.
In hartnäckigen Fällen kann ein Arzt oder Zahnarzt eine spezielle Zungenbürste oder einen Zungenschaber empfehlen, um die abgestorbenen Zellen zu entfernen. In seltenen Fällen kann eine antimykotische Behandlung erforderlich sein, wenn eine Pilzinfektion vorliegt.
Differentialdiagnosen und Red Flags
Es ist wichtig, andere Ursachen für ähnliche Symptome auszuschließen. Hier sind einige wichtige Differentialdiagnosen und "Red Flags", die auf schwerwiegendere Probleme hindeuten können:
Atemwegsverlegung
- Ursachen: Angioödem, Tracheostoma-Verlegung/Dislokation, Angina Ludovici, Lemierre-Syndrom, massive Blutung (z.B. Tonsillektomie-Nachblutung).
- Red Flags: Kloßige Sprache, Schluckbeschwerden, Speichel kann nicht geschluckt werden, Stridor, Dyspnoe, massive Blutung/Verdacht auf Aspiration, schwere Immunsuppression.
- Erste Schritte: Hochdosierte Sauerstoffgabe, Oberkörperhochlagerung, Analgesie, frühzeitige Atemwegssicherung antizipieren (Videolaryngoskopie, ggf. fiberoptische Wachintubation in Koniotomiebereitschaft).
Angioödem
- Symptome: Akute Schwellung von Lippen, Zunge, Rachen, oberen Atemwegen, Augenlidern, GI-Trakt, Genitalien, Extremitäten.
- Hochrisiko-Zeichen: Inspiratorischer Stridor und Dyspnoe, kloßige Sprache, Speichel kann nicht mehr geschluckt werden.
- Differenzierung: Histamin-vermittelt (Anaphylaxie) vs. Bradikinin-vermittelt (nichtallergisch).
- Therapie: Je nach Ursache, z.B. C1-Esterase-Inhibitor bei hereditärem Angioödem, ggf. Bradykinin-Inhibitor Icatibant. Atemwegssicherung nicht verzögern!
Tracheostoma-Notfälle
- Ursachen: Dyspnoe (Verlegung oder Dislokation), Blutungen, Infektion/Entzündung am Tracheostoma.
- Checkliste Dyspnoe: O2-Gabe über Tracheostoma, Tracheostoma absaugen, ggf. Trachealkanülen-Wechsel.
- Checkliste Wechsel Trachealkanüle: Verstärkung holen (HNO), Bronchoskop/flexible Fiberoptik bereithalten, Ersatz-Trachealkanüle vorbereiten.
HNO-Fremdkörper
- Symptome: Je nach Lokalisation (Atemwege, Nase, Ohr), z.B. akuter Beginn, starker Hustenreiz bei Fremdkörperaspiration, purulentes unilaterales Sekret nasal bei nasalen Fremdkörpern.
- Diagnostik/Therapie: Rhinoskopie, flexible Endoskopie, manuelle Bergung, ggf. Bergung mittels flexiblem Endoskop mit Lokalanästhesie (üblicherweise durch HNO).
Hörverlust/Hörstörungen
- Red Flags: Neurologisches Defizit, Meningismus, Parästhesien im Nacken/Hals/Kopfbereich, Vigilanzstörung.
Fazialisparese (Gesichtslähmung)
- Ursachen: Idiopathisch (Bell-Lähmung), Infektionen (Borreliose, Herpes zoster oticus), Verletzungen, Schlaganfall, Tumore (Akustikusneurinom, Meningeom).
- Diagnostik: Neurologische Untersuchung, Bildgebung (CT, MRT).
- Therapie: Je nach Ursache, z.B. Kortikosteroide bei Bell-Lähmung, Antibiotika bei Borreliose, operative Eingriffe bei Verletzungen oder Tumoren.
Lesen Sie auch: Felix Sahm und Meningeome im Fokus