Meningokokken sind Bakterien, die schwere, potenziell lebensbedrohliche Erkrankungen wie Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Blutvergiftung (Sepsis) auslösen können. Obwohl Meningokokken-Erkrankungen in Deutschland selten sind, ist es wichtig, sich über diese Infektionen und die verfügbaren Schutzmaßnahmen zu informieren. Die Kampagne „Meningitis bewegt“ von GSK zielt darauf ab, das Bewusstsein für Meningokokken-Erkrankungen zu schärfen und Eltern über Schutzmöglichkeiten aufzuklären.
Was sind Meningokokken?
Meningokokken sind Bakterien, von denen es verschiedene Gruppen gibt. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion, beispielsweise beim Husten oder Niesen. Viele Menschen tragen Meningokokken unbemerkt im Nasen-Rachen-Raum, ohne zu erkranken. Etwa jeder zehnte europäische Bürger ist Träger dieser Bakterien, ohne Krankheitsanzeichen zu entwickeln.
Wer ist besonders gefährdet?
Obwohl generell jeder an einer Meningokokken-Infektion erkranken kann, sind vor allem Säuglinge und Kleinkinder gefährdet, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist. Das Immunsystem von Säuglingen und Kleinkindern ist noch nicht vollständig ausgereift, sodass gerade die Kleinsten den Meningokokken wenig entgegenzusetzen haben. Eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht auch bei schlechten hygienischen Bedingungen, einem geschwächten Immunsystem oder in engen Wohnverhältnissen. Sind die Atemwege bereits geschwächt, haben die Bakterien leichteres Spiel.
Symptome und mögliche Folgen einer Meningokokken-Erkrankung
Meningokokken-Erkrankungen können sich durch verschiedene Symptome äußern, die anfangs oft mit grippeähnlichen Infekten verwechselt werden können. Die Symptome können unspezifisch sein, was die Diagnose erschwert. Folgende Symptome können bei Babys auftreten:
- Fieber
- Erbrechen
- Reizbarkeit oder Schläfrigkeit
- Krämpfe
- Aufschreien
- Vorgewölbte Fontanelle
Weitere Symptome können sein:
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- Nackensteifigkeit
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Rückenschmerzen
- Bewusstseinsstörungen
- Desorientiertheit
- Realitätsverlust
- Apathie bis hin zu tiefer Bewusstlosigkeit
- Lichtscheu
- Punktförmige oder flächige Einblutungen auf Haut und Schleimhäuten
Es ist wichtig zu beachten, dass sich der Zustand innerhalb weniger Stunden dramatisch verschlechtern kann. Meningokokken können eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Sepsis (Blutvergiftung) auslösen.
Trotz Behandlung treten bei jedem fünften Patienten Spätfolgen auf. Zu den schwerwiegenden Langzeitfolgen gehören:
- Hörverlust
- Amputationen
- Nierenversagen
- Taubheitsgefühle
- Kognitive, physische und psychische Beeinträchtigungen
Impfungen als Schutz vor Meningokokken
Impfungen sind die wirksamste Möglichkeit, sich vor einer Infektion mit Meningokokken zu schützen. Gegen fünf der insgesamt zwölf Meningokokken-Gruppen existieren Impfstoffe: A, B, C, W und Y. Für den bestmöglichen Schutz vor Meningokokken-Erkrankungen gibt es unterschiedliche Impfungen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt verschiedene Impfungen gegen Meningokokken für Kinder und Jugendliche.
- Meningokokken-B-Impfung: Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen Meningokokken B für Kinder frühestmöglich ab dem Alter von 2 Monaten bis zum 5. Geburtstag. Wurde die Impfung versäumt, soll sie laut STIKO bis zum 5. Geburtstag nachgeholt werden. Meningokokken B sind in Deutschland für die meisten Erkrankungen verantwortlich.
- Meningokokken-ACWY-Impfung: Die Impfung gegen Meningokokken ACWY wird für Jugendliche im Alter von 12-14 Jahren empfohlen. Wurde die Impfung dennoch versäumt, soll sie bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.
Es ist ratsam, sich von einem Arzt über die verschiedenen Impfstoffe und Impfschemata beraten zu lassen.
Die Kampagne "Meningitis bewegt"
Die Aufklärungskampagne „Meningitis bewegt“ von GSK möchte Eltern über die Risiken von Meningokokken-Erkrankungen und die Möglichkeiten der Prävention informieren. Ein zentrales Element der Kampagne ist die Darstellung von Betroffenen und ihren Erfahrungen, um die Ernsthaftigkeit der Erkrankung zu verdeutlichen.
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Was tun bei Verdacht auf Meningokokken-Erkrankung?
Bei ersten Anzeichen einer möglichen Meningokokken-Erkrankung ist schnelles Handeln entscheidend. Folgende Maßnahmen sollten ergriffen werden:
- Sofortiger Arztbesuch oder Einweisung ins Krankenhaus: Beim ersten Verdacht auf eine Meningokokken-Erkrankung gilt: sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus!
- Information der Gemeinschaftseinrichtung: Wenn ein Krankheits- oder Verdachtsfall in einer Gemeinschaftseinrichtung (z. B. Kita, Schule) auftritt, muss diese umgehend informiert werden.
Kostenübernahme für Meningokokken-Impfungen
Seit Januar 2024 empfiehlt die STIKO standardmäßig die Impfung gegen Meningokokken B und Meningokokken C für Säuglinge und Kleinkinder. Dementsprechend werden die Kosten für diese Impfungen von den Krankenkassen übernommen (Pflichtleistung). Viele Krankenkassen übernehmen auch die Kosten für die Meningokokken-B-Impfung bis zum 5. Geburtstag.
Meningokokken-Erkrankung in der KiTa - was ist zu tun?
Bei Auftreten eines Falles von Meningokokken-Erkrankung oder eines Verdachtsfalls in einer KiTa oder einer anderen Gemeinschaftseinrichtung sind folgende Maßnahmen zu ergreifen:
- Umgehende Information der Einrichtung: Die Eltern oder Erziehungsberechtigten des betroffenen Kindes müssen die Einrichtung unverzüglich über den Fall informieren.
- Information des Gesundheitsamtes: Die Einrichtung ist verpflichtet, das zuständige Gesundheitsamt über den Fall zu informieren. Das Gesundheitsamt wird dann die notwendigen Maßnahmen zur Aufklärung und Prävention einleiten.
- Hygienemaßnahmen: Die Einrichtung sollte verstärkte Hygienemaßnahmen durchführen, um die Ausbreitung der Bakterien zu verhindern. Dazu gehören regelmäßiges Händewaschen, Desinfektion von Oberflächen und eine gute Belüftung der Räume.
- Information der Eltern: Die Einrichtung sollte alle Eltern über den aufgetretenen Fall informieren und ihnen die notwendigen Informationen über Meningokokken-Erkrankungen und Schutzmaßnahmen zukommen lassen.
- Ärztliche Beratung: Eltern, die sich Sorgen machen oder Fragen haben, sollten sich an ihren Kinderarzt wenden. Der Arzt kann die Eltern individuell beraten und gegebenenfalls weitere Maßnahmen empfehlen.
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