Die Borreliose, auch bekannt als Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit, ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien der Gattung Borrelia verursacht wird. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Zeckenstiche. Während die Erkrankung in vielen Fällen gut behandelbar ist, kann sie unbehandelt schwerwiegende Folgen haben, insbesondere wenn das Nervensystem betroffen ist und sich eine Neuroborreliose entwickelt. Dieser Artikel beleuchtet die Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsmaßnahmen der Borreliose-Meningitis.
Was ist Borreliose und wie entsteht sie?
Die Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Sie kann durch Zecken auf den Menschen übertragen werden. Die Lyme-Borreliose wurde nach dem Ort Lyme in Connecticut in den USA benannt. In der Kleinstadt traten auffällig häufig Erkrankungsfälle mit Gelenkentzündungen nach Zeckenstichen auf. Der Bakteriologe Willy Burgdorfer hat das Bakterium Borrelia burgdorferi 1982 erstmals bei Menschen aus Lyme nachgewiesen. Die Lyme-Borreliose ist in der nördlichen Hemisphäre (Nordamerika, Europa und Asien) verbreitet. Sie ist in Europa die mit Abstand häufigste durch Zecken übertragene Krankheit.
Nicht jeder Zeckenstich führt zu einer Borreliose-Infektion. Das Risiko einer Infektion hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Dauer des Saugaktes der Zecke und dem Vorhandensein von Borrelien im Darm der Zecke. Die Bakterien müssen zunächst in die Speicheldrüsen der Zecke wandern, bevor sie auf den Menschen übertragen werden können. Eine frühzeitige Entfernung der Zecke kann das Infektionsrisiko deutlich verringern.
Symptome der Borreliose
Die Symptome einer Borreliose können vielfältig sein und sich im Verlauf der Erkrankung verändern. Nicht alle Infizierten entwickeln Symptome, und bei manchen Menschen verläuft die Erkrankung unbemerkt.
Frühsymptome
- Erythema migrans (Wanderröte): Dies ist das charakteristischste Symptom der Borreliose und tritt bei etwa 40% der Fälle auf. Es handelt sich um eine ringförmige Rötung der Haut, die sich um die Einstichstelle bildet und sich langsam ausbreitet. Die Rötung kann einen Durchmesser von mehr als fünf Zentimetern erreichen und in der Mitte abblassen.
- Grippeähnliche Symptome: Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen und Lymphknotenschwellungen können ebenfalls auftreten, insbesondere in den ersten Wochen nach dem Zeckenstich.
Spätsymptome
Wenn die Borreliose nicht rechtzeitig behandelt wird, können sich die Bakterien im Körper ausbreiten und verschiedene Organe befallen.
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- Neuroborreliose: Bei etwa drei von 100 Menschen, die an Borreliose erkranken, kommt es zur Neuroborreliose. Dabei befallen die Bakterien das Gehirn und die Nerven. Dies kann zu Lähmungserscheinungen (oft im Gesicht), schmerzhaften Nervenentzündungen oder einer Hirnhautentzündung (Meningitis) führen.
- Lyme-Arthritis: Bei ungefähr zwei von 100 Menschen entwickelt sich Monate bis Jahre nach einer Infektion eine Lyme-Arthritis. Diese entsteht, wenn Borrelien die Gelenke infizieren. Es bestehen rheumaähnliche Beschwerden in einem oder mehreren großen Gelenken.
- Herzprobleme: In seltenen Fällen kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen, die meist durch Störungen bei der Reizweiterleitung hervorgerufen werden, was zu einer Verlangsamung des Herzschlags führt.
- Hautveränderungen: Vor allem im Kinder- und Jugendalter sowie bei Frauen können auch kleine blaurote Knötchen (Borrelien-Lymphozytom) in der Haut als Folge einer Infektion mit Borrelien auftreten. In Ausnahmefällen kann die Haut eine chronische Entzündung (Acrodermatitis chronica atrophicans) entwickeln.
Borreliose-Meningitis (Neuroborreliose)
Die Neuroborreliose ist eine Form der Borreliose, bei der das Nervensystem betroffen ist. Sie kann sich in verschiedenen Formen manifestieren, darunter die Meningitis.
Symptome der Borreliose-Meningitis
Die Symptome der Borreliose-Meningitis können denen anderer Meningitisformen ähneln, sind aber oft von zusätzlichen neurologischen Symptomen begleitet.
- Kopfschmerzen: Starke, anhaltende Kopfschmerzen sind ein häufiges Symptom.
- Nackensteifigkeit: Die Unfähigkeit, den Kopf nach vorne zu beugen, aufgrund von Steifigkeit im Nacken.
- Fieber: Erhöhte Körpertemperatur.
- Lichtscheu (Photophobie): Empfindlichkeit gegenüber Licht.
- Neurologische Symptome:
- Gesichtslähmung (Fazialisparese): Ein- oder beidseitige Lähmung der Gesichtsmuskulatur.
- Nervenschmerzen: Brennende, stechende Schmerzen, die entlang der Nervenbahnen verlaufen.
- Taubheitsgefühle und Missempfindungen: Kribbeln, Ameisenlaufen oder Verlust der Sensibilität in bestimmten Körperbereichen.
- Seh- und Hörstörungen: Verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Hörverlust oder Tinnitus.
- Lähmungen: Schwäche oder Verlust der Bewegungsfähigkeit in Armen oder Beinen.
- Kognitive Beeinträchtigungen: Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisprobleme oder Verwirrtheit.
Diagnose der Borreliose-Meningitis
Die Diagnose der Borreliose-Meningitis basiert auf einer Kombination aus klinischen Symptomen, neurologischen Untersuchungen und Labortests.
- Anamnese und körperliche Untersuchung: Der Arzt wird nach einem Zeckenstich fragen und die Symptome sorgfältig erfassen. Eine neurologische Untersuchung wird durchgeführt, um neurologische Defizite festzustellen.
- Liquoruntersuchung (Lumbalpunktion): Eine Liquoruntersuchung ist entscheidend für die Diagnose der Borreliose-Meningitis. Dabei wird eine Probe des Nervenwassers entnommen und auf Entzündungszeichen und Borrelien-Antikörper untersucht.
- Blutuntersuchung: Eine Blutuntersuchung kann ebenfalls durchgeführt werden, um Borrelien-Antikörper im Serum nachzuweisen. Allerdings können Antikörper auch nach einer bereits überstandenen Infektion vorhanden sein, daher ist die Interpretation der Ergebnisse nicht immer einfach.
- Weitere Untersuchungen: In einigen Fällen können weitere Untersuchungen wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns oder der Wirbelsäule erforderlich sein, um andere Ursachen für die Symptome auszuschließen.
Behandlung der Borreliose-Meningitis
Die Borreliose-Meningitis wird mit Antibiotika behandelt. Die am häufigsten verwendeten Antibiotika sind:
- Doxycyclin: Ein orales Antibiotikum, das in der Regel bei Erwachsenen eingesetzt wird.
- Ceftriaxon: Ein intravenöses Antibiotikum, das oft bei schwereren Fällen oder bei Patienten eingesetzt wird, die Doxycyclin nicht vertragen.
- Cefotaxim: Ein weiteres intravenöses Antibiotikum, das als Alternative zu Ceftriaxon verwendet werden kann.
- Penicillin G: Kann ebenfalls intravenös verabreicht werden.
Die Dauer der Antibiotikatherapie beträgt in der Regel zwei bis drei Wochen. In einigen Fällen kann eine längere Behandlung erforderlich sein.
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Prognose
Die Prognose der Borreliose-Meningitis ist in der Regel gut, wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt wird. Die meisten Patienten erholen sich vollständig von der Infektion. In einigen Fällen können jedochRestbeschwerden wie Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Nervenschmerzen zurückbleiben.
Prävention der Borreliose
Die beste Vorbeugung gegen Borreliose ist der Schutz vor Zeckenstichen.
- Vermeidung von Zeckenhabitaten: Meiden Sie hohes Gras, dichte Vegetation und Unterholz, insbesondere in Risikogebieten.
- Schützende Kleidung: Tragen Sie lange Hosen, langärmlige Hemden und geschlossene Schuhe, wenn Sie sich in der Natur aufhalten. Stecken Sie die Hosenbeine in die Socken oder Stiefel.
- Helle Kleidung: Auf heller Kleidung lassen sich Zecken leichter erkennen.
- Zeckenabwehrmittel (Repellents): Verwenden Sie Zeckenabwehrmittel auf Haut und Kleidung. Beachten Sie die Herstellerangaben zur Anwendung und Wirkdauer.
- Körperkontrolle: Suchen Sie Ihren Körper und den Ihrer Kinder nach jedem Aufenthalt im Freien gründlich nach Zecken ab. Achten Sie besonders auf warme, feuchte Stellen wie Achseln, Kniekehlen und Leisten.
- Zeckenentfernung: Entfernen Sie Zecken so schnell wie möglich mit einer Zeckenzange oder Pinzette. Fassen Sie die Zecke möglichst nah an der Haut und ziehen Sie sie langsam und gerade heraus. Vermeiden Sie es, die Zecke zu quetschen. Desinfizieren Sie die Einstichstelle nach der Entfernung.
- Impfung gegen FSME: Gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine weitere von Zecken übertragene Krankheit, gibt es eine Impfung. Diese schützt jedoch nicht vor Borreliose.
Post-Lyme-Syndrom
Einige Menschen entwickeln nach einer Borreliose-Behandlung anhaltende unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Schmerzen und Konzentrationsstörungen. Dieses Krankheitsbild wird manchmal als Post-Lyme-Syndrom bezeichnet. Die Ursachen des Post-Lyme-Syndroms sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt keine spezifische Behandlung für das Post-Lyme-Syndrom. Die Therapie konzentriert sich auf die Linderung der Symptome. Eine erneute Antibiotikatherapie ist in der Regel nicht wirksam.
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