Der Name Rudi Assauer ist untrennbar mit dem FC Schalke 04 verbunden. Als Manager prägte er den Verein wie kaum ein anderer. Doch hinter der Fassade des Machers verbirgt sich eine tragische Geschichte: Assauers Kampf gegen die Demenz und die ungeklärten Umstände seines Vermögensverlustes.
Der Fall Assauer: Zwischen Demenz und Vermögensverlust
Rudi Assauer, die Manager-Legende des FC Schalke 04, starb am 6. Februar 2019. Doch sein Tod wirft Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf sein Vermögen. Die Wochenzeitung "Zeit" berichtete, dass Assauer am Ende seines Lebens fast kein Vermögen mehr besaß. Ein vom Gericht eingesetzter Nachlasspfleger stellte fest: "Es sind derzeit gar keine flüssigen Mittel vorhanden." Dies nährt den Verdacht, dass Rudi Assauer ausgeplündert wurde.
Vom Millionenvermögen zur Pfändung der Rente
Noch im Jahr 2010 soll Assauers Vermögen rund 2,3 Millionen Euro betragen haben. Doch kurze Zeit später holte ihn seine Tochter Bettina Michel zu sich nach Hause nach Herten, wo sie ihn bis zu seinem Tod pflegte. Offiziell war Bettina Michel seine Betreuerin. Zusätzlich verfügten seine frühere Sekretärin Sabine Söldner und der Schönheitschirurg Professor Heinz Bull, ein Freund Assauers, über Generalvollmachten und somit Zugriff auf seine Konten.
Der Nachlasspfleger fand heraus, dass die beiden Bevollmächtigten vor Assauers Tod Konten auflösten und 260.000 Euro bar abhoben. Zudem verkaufte Bettina Michel drei Immobilien, darunter Assauers Villa in Gelsenkirchen. Der Verbleib der Erlöse ist unklar.
Assauers finanzielle Situation war so angespannt, dass ab 2015 ein Teil seiner Rente gepfändet wurde. Monatlich wurden etwa 300 Euro einbehalten, um Unterhaltszahlungen an seine Ex-Frau Inge Assauer zu leisten. Das Betreuungsgericht in Gelsenkirchen forderte von Bettina Michel eine aktuelle Vermögensaufstellung, wurde aber jahrelang hingehalten. Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt nun, um zu klären, wo Assauers Vermögen verblieben ist.
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Rudi Assauer: Eine Ikone des Fußballs
Rudi Assauer war eine prägende Figur des deutschen Fußballs. Er spielte als Fußballer 307 Bundesligaspiele für Borussia Dortmund und Werder Bremen. Mit Dortmund gewann er 1966 den Europapokal der Pokalsieger. Seine größten Erfolge feierte er jedoch als Manager auf Schalke, wo er von 1981 bis 1986 und erneut von 1993 bis 2006 tätig war.
Erfolge und Errungenschaften auf Schalke
Unter Assauers Ägide erlebte Schalke eine erfolgreiche Zeit. Gemeinsam mit Trainer Huub Stevens gewann Schalke 1997 den UEFA-Cup. 2001 und 2002 folgten zwei DFB-Pokalsiege. Unvergessen bleibt auch die Saison 2000/2001, als Schalke für wenige Minuten Deutscher Meister war, bevor der FC Bayern München in der Nachspielzeit ausglich und den Titel doch noch gewann.
Assauer war auch maßgeblich am Bau der Arena Auf Schalke beteiligt, einem modernen Multifunktionsstadion, das 2001 eröffnet wurde. Er galt als Macher, der den Verein sanierte und modernisierte.
Das Markenzeichen: Zigarre und Direktheit
Rudi Assauer war bekannt für seine Zigarre und seine direkte, oft raue Art. Er scheute sich nicht, seine Meinung zu sagen und aneckte damit auch oft an. Seine Sprüche und Aktionen machten ihn zu einer Kultfigur, die von den Fans geliebt wurde.
Der Kampf gegen die Alzheimer-Krankheit
Im Jahr 2012 machte Rudi Assauer seine Alzheimer-Erkrankung öffentlich. Er zog sich aus der Öffentlichkeit zurück und lebte zurückgezogen. Seine Autobiografie "Wie ausgewechselt. Verblassende Erinnerungen an mein Leben" gab Einblicke in seinen Kampf gegen die Krankheit.
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Die Diagnose und ihre Folgen
Die ersten Anzeichen der Krankheit zeigten sich bereits Jahre zuvor. Assauer wurde vergesslicher und unkonzentrierter. Alkohol war ebenfalls ein Problem. Die Diagnose Alzheimer war ein Schock für ihn und sein Umfeld.
Assauer verlor nach und nach seine Erinnerungen und Fähigkeiten. Er war auf die Hilfe seiner Familie und Freunde angewiesen. Seine Tochter Bettina Michel und seine Sekretärin Sabine Söldner kümmerten sich um ihn und unterstützten ihn im Alltag.
Ein würdevoller Umgang mit der Krankheit
Rudi Assauer ging offen mit seiner Krankheit um. Er wollte sich nicht verstecken und sprach über seine Erfahrungen. Damit trug er dazu bei, das Thema Demenz zu enttabuisieren und das Bewusstsein für die Krankheit zu schärfen.
Das Erbe von Rudi Assauer
Rudi Assauer hinterlässt ein großes Erbe. Er war eine Ikone des Fußballs, ein Macher und eine Kultfigur. Seine Erfolge auf Schalke sind unvergessen. Sein Kampf gegen die Demenz hat viele Menschen berührt.
Erinnerungen an eine Legende
Die Erinnerung an Rudi Assauer wird weiterleben. Seine Sprüche, seine Aktionen und seine Erfolge werden in den Köpfen der Fans bleiben. Er war ein Mann, der den Fußball liebte und lebte.
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Die Aufklärung der Vermögensverhältnisse
Die Umstände seines Vermögensverlustes müssen aufgeklärt werden. Es ist wichtig, dass die Wahrheit ans Licht kommt und dass gegebenenfalls Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden.
Demenz im Fußball: Ein Tabuthema?
Der Fall Rudi Assauer rückt das Thema Demenz im Fußball in den Fokus. Es stellt sich die Frage, ob die Krankheit in der Öffentlichkeit ausreichend thematisiert wird und ob es genügend Unterstützung für Betroffene und ihre Angehörigen gibt.
Risikofaktor Kopfballspiel?
Es gibt Hinweise darauf, dass Kopfballspiel und Gehirnerschütterungen im Fußball das Risiko für Demenz erhöhen könnten. Studien haben gezeigt, dass ehemalige Fußballspieler häufiger an Demenz erkranken als die Normalbevölkerung.
Prävention und Unterstützung
Es ist wichtig, dass Fußballvereine und -verbände Maßnahmen zur Prävention von Kopfverletzungen ergreifen. Dazu gehören beispielsweise Regeln zur Begrenzung von Kopfballduellen im Training und eine bessere medizinische Versorgung von Spielern mit Gehirnerschütterungen.
Zudem ist es wichtig, dass Betroffene und ihre Angehörigen Unterstützung erhalten. Es gibt verschiedene Organisationen und Einrichtungen, die Beratung und Hilfe anbieten.
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