Impfungen sind ein wesentlicher Bestandteil der Gesundheitsvorsorge, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Sie schützen vor potenziell lebensbedrohlichen Krankheiten. In diesem Artikel werden zwei wichtige Impfungen verglichen: die Meningitis-Impfung und die Zeckenimpfung (FSME-Impfung). Ziel ist es, die Unterschiede in Bezug auf die Krankheiten, vor denen sie schützen, die Zielgruppen und die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) aufzuzeigen.
Einführung in Meningitis und FSME
Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute, die das Gehirn und das Rückenmark umgeben. Sie kann durch verschiedene Erreger, wie Bakterien oder Viren, verursacht werden. Eine bakterielle Meningitis, insbesondere durch Meningokokken verursacht, ist eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, die schnell behandelt werden muss.
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine durch Zecken übertragene Viruserkrankung, die zu Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute und des Rückenmarks führen kann. Sie kann schwerwiegende neurologische Folgen haben und in seltenen Fällen tödlich verlaufen.
Meningitis-Impfung
Gegen welche Erreger schützt die Meningitis-Impfung?
Meningokokken sind Bakterien, die im Nasen-Rachen-Raum siedeln und schwere Erkrankungen wie Hirnhautentzündung (Meningitis) und Blutvergiftung (Sepsis) verursachen können. Es gibt verschiedene Serogruppen von Meningokokken, wobei die Serogruppen B, C, A, W und Y die häufigsten Ursachen für invasive Infektionen sind.
Die Meningitis-Impfung schützt vor verschiedenen Serogruppen der Meningokokken. In Deutschland sind Impfstoffe gegen die Serogruppen B, C und ACWY verfügbar.
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- Meningokokken-B-Impfung (MenB): Seit Januar 2024 empfiehlt die STIKO allen Säuglingen ab dem Alter von zwei Monaten die Grundimmunisierung mit dem Impfstoff Bexsero. Versäumte Impfungen sollen bis zum fünften Geburtstag nachgeholt werden.
- Meningokokken-C-Impfung (MenC): Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen Meningokokken C nicht mehr standardmäßig für Kleinkinder ab 12 Monaten, da diese Erkrankungen selten geworden sind. In Einzelfällen kann die MenC-Impfung dennoch sinnvoll sein.
- Meningokokken-ACWY-Impfung (MenACWY): Diese Impfung wird Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren empfohlen und sollte bis zum 25. Geburtstag nachgeholt werden. Sie schützt vor den Serogruppen A, C, W und Y.
Wer sollte sich gegen Meningokokken impfen lassen?
Die STIKO empfiehlt die Meningokokken-B-Impfung für alle Säuglinge ab zwei Monaten. Die MenACWY-Impfung wird für Jugendliche empfohlen. Darüber hinaus gibt es bestimmte Personengruppen, für die eine Meningokokken-Impfung besonders wichtig ist:
- Personen mit einer angeborenen oder erworbenen Immunschwäche (z. B. fehlende Milz)
- Gefährdetes Laborpersonal
- Reisende in Länder mit epidemischen Vorkommen
- Ungeimpfte Haushaltsmitglieder von Erkrankten
Impfschema und Kosten
Das Impfschema für die Meningokokken-Impfung variiert je nach Impfstoff und Alter des Geimpften. Die Meningokokken-B-Impfung wird in der Regel im Alter von 2, 4 und 12 Monaten verabreicht. Die MenACWY-Impfung wird im Alter von 12 bis 14 Jahren empfohlen.
Die Kosten für die von der STIKO empfohlenen Meningokokken-Impfungen werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Mögliche Nebenwirkungen
Wie bei jeder Impfung können auch bei der Meningokokken-Impfung Nebenwirkungen auftreten. Zu den häufigsten gehören:
- Schmerzen und Rötung an der Injektionsstelle
- Fieber
- Müdigkeit
- Kopfschmerzen
- Muskelschmerzen
Diese Nebenwirkungen sind meist mild und klingen innerhalb weniger Tage ab.
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Zeckenimpfung (FSME-Impfung)
Gegen welche Krankheit schützt die Zeckenimpfung?
Die Zeckenimpfung, auch FSME-Impfung genannt, schützt vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), einer durch Zecken übertragenen Viruserkrankung.
Wer sollte sich gegen FSME impfen lassen?
Die STIKO empfiehlt die FSME-Impfung für Personen, die in FSME-Risikogebieten leben oder sich dort aufhalten. Zu den Risikogebieten in Deutschland zählen vor allem Bayern und Baden-Württemberg, aber auch Teile von Hessen, Thüringen, Sachsen und dem Saarland.
Darüber hinaus wird die Impfung für bestimmte Berufsgruppen empfohlen, die beruflich mit Zecken in Kontakt kommen können, wie z. B. Förster, Jäger und Landwirte.
Impfschema und Kosten
Die Grundimmunisierung für die FSME-Impfung besteht aus drei Impfungen. Nach dem konventionellen Impfschema werden die zweite Impfdosis ein bis drei Monate nach der ersten und die dritte Impfdosis fünf bis zwölf Monate nach der zweiten gegeben. Es gibt auch ein Schnell-Impfschema für kurzfristig geplante Reisen in ein FSME-Risikogebiet.
Die erste Auffrischimpfung erfolgt in der Regel drei Jahre nach der dritten Dosis der Grundimmunisierung. Weitere Auffrischimpfungen werden bei Personen unter 60 bzw. 50 Jahren (je nach Impfstoff) alle fünf Jahre empfohlen. Bei Überschreiten dieser Altersgrenze wird eine Auffrischung alle drei Jahre empfohlen.
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Die Kosten für die FSME-Impfung werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen für Personen übernommen, die in Risikogebieten leben. In anderen Fällen muss die Impfung privat bezahlt werden.
Mögliche Nebenwirkungen
Wie bei jeder Impfung können auch bei der FSME-Impfung Nebenwirkungen auftreten. Die FSME-Impfung hat jedoch ein geringes Risiko für Nebenwirkungen und wird im Allgemeinen gut vertragen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:
- Rötung, Schwellung und Schmerzen an der Einstichstelle
- Erhöhte Temperatur
- Fieber
- Mattigkeit
- Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen
- Unwohlsein
- Magen-Darm-Beschwerden
Unterschiede zwischen Meningitis-Impfung und Zeckenimpfung
| Merkmal | Meningitis-Impfung | Zeckenimpfung (FSME-Impfung) |
|---|---|---|
| Erreger | Bakterien (Meningokokken der Serogruppen B, C, A, W, Y) | Viren (FSME-Virus) |
| Krankheit | Hirnhautentzündung (Meningitis), Blutvergiftung (Sepsis) | Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) |
| Zielgruppe | Säuglinge (MenB), Jugendliche (MenACWY), Personen mit erhöhtem Risiko | Personen, die in FSME-Risikogebieten leben oder sich dort aufhalten, bestimmte Berufsgruppen |
| STIKO-Empfehlung | Ja, für Säuglinge (MenB) und Jugendliche (MenACWY) | Ja, für Personen, die in FSME-Risikogebieten leben oder sich dort aufhalten |
| Impfschema | Variiert je nach Impfstoff und Alter | Grundimmunisierung: 3 Impfungen, Auffrischimpfungen alle 3-5 Jahre |
| Kostenübernahme | In der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen | In der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen für Personen in Risikogebieten übernommen |
| Mögliche Nebenwirkungen | Schmerzen, Rötung, Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen | Rötung, Schwellung, Schmerzen an der Einstichstelle, erhöhte Temperatur, Fieber, Mattigkeit, Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Unwohlsein, Magen-Darm-Beschwerden |
| Übertragungsweg | Tröpfcheninfektion, enger Kontakt | Zeckenbiss |
Weitere wichtige Impfungen
Neben der Meningitis- und FSME-Impfung gibt es weitere wichtige Impfungen, die von der STIKO empfohlen werden. Dazu gehören unter anderem:
- Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR): Schützt vor Masern, Mumps und Röteln. Masern sind hochansteckend und können schwerwiegende Komplikationen verursachen. Röteln sind besonders gefährlich für Schwangere, da sie zu schweren Schäden beim ungeborenen Kind führen können.
- Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten-Polio-Impfung (Tdap-IPV): Schützt vor Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis) und Polio (Kinderlähmung).
- Humane Papillomavirus-Impfung (HPV): Schützt vor bestimmten Typen von humanen Papillomviren, die Gebärmutterhalskrebs und andere Krebsarten verursachen können. Die Impfung wird für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen.
- Influenza-Impfung (Grippe): Schützt vor der saisonalen Grippe. Die Impfung wird besonders für ältere Menschen, chronisch Kranke und Schwangere empfohlen.
- COVID-19-Impfung: Schützt vor einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 und einem schweren Verlauf von COVID-19.
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