Ein metallischer Geschmack im Mund, auch bekannt als Dysgeusie, kann ein beunruhigendes Symptom sein. Viele Menschen kennen das Gefühl, als hätten sie an einem Nagel geleckt oder alte Pfennige im Mund. Meistens ist die Ursache harmlos und verschwindet von alleine wieder. In manchen Fällen hält der Zustand allerdings länger an oder tritt immer wieder auf. Dann könnte auch eine ernstzunehmende Erkrankung dahinter stecken. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen für einen metallischen Geschmack im Mund, die diagnostischen Möglichkeiten und Behandlungsansätze.
Was ist Dysgeusie?
Dysgeusie ist eine Schmeckstörung, also eine Störung der Geschmackswahrnehmung. Sie ist selten. Am häufigsten sind qualitative Dysgeusien.
Formen von Dysgeusie:
- Qualitative Dysgeusien: Parageusie (veränderte Geschmackswahrnehmung) und Phantogeusie (halluzinatorische Geschmackswahrnehmung).
- Quantitative Dysgeusien: Hypogeusie (verminderter Geschmacksinn), Hypergeusie (überempfindlicher Geschmacksinn) und Ageusie (aufgehobener Geschmacksinn).
Ursachen für metallischen Geschmack im Mund
Ein metallischer Geschmack im Mund kann vielfältige Ursachen haben. Diese lassen sich grob in drei Kategorien einteilen: epitheliale, nervale und zentrale Ursachen.
Epitheliale Ursachen
Hierbei wird die Dysgeusie durch eine Schädigung der Geschmacksknospen verursacht, z.B. bei einer Atemwegsinfektion, Mundschleimhautentzündung oder beim Rauchen. Zellgifte wie Nikotin und Alkohol können die Geschmacksknospen schädigen und so eine Dysgeusie hervorrufen.
Lesen Sie auch: Epilepsie und Geschmack
Nervale Ursachen
Hier führt eine Schädigung jener Hirnnerven, die für die Geschmackswahrnehmung wichtig sind, zu einer Schmeckstörung (wie der Gesichtsnerv mit seinen Ästen). Das kann etwa bei einer Gürtelrose im Gesicht der Fall sein oder bei einer Operation im Kopfbereich, bei der versehentlich solche Nerven verletzt werden. Durch den Eingriff können die Nerven gereizt werden.
Zentrale Ursachen
Hier findet sich die Ursache der Schmeckstörung im Gehirn, beispielsweise ein Schädel-Hirn-Trauma, ein Hirntumor oder eine psychiatrische Erkrankung.
Weitere mögliche Ursachen
- Infektionen: Oftmals sind Infektionen der oberen Atemwege die Ursache für eine Dysgeusie, etwa eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder eine Infektion mit Sars-CoV-2 (Covid-19). Auch bei einem heftigen Schnupfen kann man verschiedene Geschmäcker oft nicht mehr wahrnehmen. Neben Atemwegsinfektionen sind gelegentlich auch andere Infektionen der Grund für einen beeinträchtigten Geschmackssinn. Dazu zählen etwa eine virusbedingte Leberentzündung (Hepatitis) und Gehirnentzündung (Enzephalitis).
- Schädel-Hirn-Trauma: Bei einem Schädel-Hirn-Trauma (z.B. durch einen Sturz oder Schlag auf den Kopf) können jene Bereiche des Gehirns geschädigt werden, die für das Verarbeiten von Schmeckreizen wichtig sind. Dazu gehören unter anderem der Thalamus und der Hirnstamm. Zudem kann bei einem Bruch des Schläfenbeins oder Unterkiefers der Gesichtsnerv (Fazialis-Nerv) verletzt werden, was ebenfalls die Geschmackswahrnehmung stören kann.
- Burning-Mouth-Syndrome (BMS): Das Syndrom des "brennenden Mundes" ist eine komplexe, auf mehreren Faktoren beruhende (multifaktorielle) Erkrankung, deren Ursache ungeklärt ist. Sie geht mit unangenehmen, brennenden Missempfindungen der Mundschleimhaut und besonders der Zunge (Zungenbrennen) einher. Außerdem plagt oft auch ein anhaltend bitterer oder metallener Geschmack im Mund die Betroffenen - also eine Dysgeusie. Weitere mögliche Symptome sind Mundtrockenheit und Durst. Wenn ein anhaltend bitterer oder metallischer Geschmack im Mund in bzw. nach den Wechseljahren auftritt, kann durchaus das Burning-Mouth-Syndrome die Ursache sein - die Erkrankung tritt nämlich am häufigsten bei Frauen nach der letzten Regelblutung (Menopause) auf.
- Medikamente: Zahlreiche Medikamente können als Nebenwirkung eine Dysgeusie auslösen, zum Teil auch erst Wochen nach der Einnahme. Hier einige Beispiele: trizyklische Antidepressiva (wie Amitriptylin, Imipramin, Doxepin), Neuroleptika, Antibiotika (Metronidazol, Ampicillin, Tetracycline und Makrolide), Schlafmittel (Hypnotika) wie Zolpidem, Zoplicon oder Zaleplon, harntreibende Mittel (Diuretika) wie Amilorid, Hydrochlorothiazid oder Spironolacton, krampflösende Mittel (Antikonvulsiva) wie Carbamazepin und Phenytoin, Gichtmedikamente (wie Allopurinol), Mittel gegen erhöhte Blutfette (wie Statine), Blutdrucksenker (wie ACE-Hemmer, Diltiazem) und Zytostatika (Mittel zur Chemotherapie wie Vincristin).
- Andere ärztliche Maßnahmen: Neben der Gabe von Medikamenten können auch andere ärztliche Maßnahmen für eine Schmeckstörung verantwortlich sein. Sie wird dann als "iatrogen" (= durch den Arzt verursacht) bezeichnet. Beispielsweise können bei einer Operation im Kopfbereich (z.B. Tonsillektomie = Entfernung der Gaumenmandeln) versehentlich Nerven verletzt werden, die für die Geschmackswahrnehmung wichtig sind. Eine Strahlentherapie im Kopfbereich kann durch Schleimhautschädigung zu einer Dysgeusie führen. Besonders oft passiert dies, wenn die Strahlentherapie mit einer Chemotherapie kombiniert wird. Mit einer solchen Radiochemotherapie werden oft Kopf- und Halstumoren behandelt. Geschmacksstörungen sind eine häufige Nebenwirkung von Chemotherapie und Strahlentherapie im Kopf-Hals- und Brustbereich.
- Sonstige Ursachen: Ein veränderter (oft metallischer) Geschmack im Mund ist bei schwangeren Frauen keine Seltenheit, was auf die hormonellen Veränderungen zurückgeführt wird. Auch mangelnde Mundhygiene kann eine Dysgeusie auslösen - ebenso wie die Anwendung von Mundwasser. Blutende Wunden im Mund-Rachenraum können einen Blutgeschmack im Mund hervorrufen (wegen des im Blut enthaltenen Eisens oft auch beschrieben als metallischer Geschmack im Mund). Schilddrüse, Leber und Niere können ebenfalls für eine Dysgeusie verantwortlich sein, wenn sie in ihrer Funktion beeinträchtigt sind (Schilddrüsenunterfunktion, Leber- und Nierenversagen). Gelegentlich berichten auch Menschen mit Diabetes mellitus über einen beeinträchtigten Geschmacksinn. Eine weitere mögliche Ursache für eine Dysgeusie ist ein Überschuss des Stresshormons Cortisol: Er löst einen Symptom-Komplex aus, der Cushing-Syndrom genannt wird.
- Mangelerscheinungen oder Überschuss: Haben Sie zu viele Mineralstoffe bzw. Spurenelemente wie Eisen, Selen und Zink im Körper, kann ein Metallgeschmack im Mund auftreten. Die Missempfindung kommt aber auch vor, wenn Sie zu wenige Mineralstoffe aufnehmen, also zum Beispiel einen Zink- oder Eisenmangel haben.
- Hormonelle Veränderungen: Vielen Frauen fällt der metallische Geschmack im Mund zu Beginn einer Schwangerschaft auf. In dem Fall liegt es an den Hormonen, mit deren Hilfe sich der Körper auf die neue Situation einstellt.
- Mix verschiedener Metalle in Zahnersatz und -füllungen: Haben Sie noch Amalgamfüllungen (unedles Metall) und zum Beispiel Kronen oder Brücken aus Gold oder Titan (edle Metalle), kann es zum sogenannten Batterie-Effekt im Mundraum kommen.
- Bestimmte Erkrankungen: Auch neurologische Störungen, Allergien, eine Unterfunktion der Schilddrüse, Nierenschäden oder Demenz können mit einer Dysgeusie einhergehen und das Geschmacksempfinden erheblich beeinträchtigen.
- Chemische Belastung: Tritt der metallische Geschmack im Mund in Verbindung mit einem starken Schwindelgefühl, Übelkeit, Husten und Erbrechen auf, kann eine Vergiftung mit Quecksilber, Blei oder Kupfer dahinter stecken. Blei: Diesem chemischen Element ist man unter anderem durch bleihaltige Farben, Farbstaub und durch abblätternde Farbe ausgesetzt.
- Hirntumoren: Gehirntumoren (Hirntumoren): Gut- oder bösartige Geschwülste ("Wucherungen"), die ihren Ausgangspunkt im Hirngewebe haben oder Absiedelungen von Krebsgeschwüren außerhalb des Gehirns sind (Gehirnmetastasen). Sie können eine Dysgeusie verursachen. Ein wachsender Tumor lässt den Druck im Schädelinneren rasch ansteigen und schädigt dadurch das Gehirn.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Beschwerden bei Gehirntumoren davon abhängen, wo genau der Tumor sitzt. Beeinträchtigt der Tumor z. B. die Stelle im Großhirn, von der aus die Bewegungen der rechten Hand gesteuert werden, so sind Lähmungen oder ein zerebraler Anfall mit Zuckungen der rechten Hand wahrscheinlich. Sitzt der Tumor im Frontallappen des Großhirns, verursacht er manchmal Wesensveränderungen oder Gedächtnisschwäche. Meist nehmen die Beschwerden bei Gehirntumoren langsam über Wochen und Monate zu.
Symptome im Zusammenhang mit Hirntumoren
- Erstsymptom bei Hirntumoren ist häufig der diffuse Kopfschmerz.
- Wesensveränderungen, z. B. Interesselosigkeit, Reizbarkeit, Verlangsamung, Antriebs- oder Konzentrationsstörungen
- Ausfälle, z. B.
Primäre Gehirntumoren
Die selteneren primären Gehirntumoren entstehen im Gehirn und treten in jedem Alter auf. Sie sind die "eigentlichen" Gehirntumoren und sind wie die Tumoren anderer Organe gutartig oder bösartig. Die Ursache von primären Gehirntumoren ist bis heute unklar. Der einzige bisher bekannte Risikofaktor ist die Bestrahlung des Gehirns im Rahmen einer Krebstherapie, z. B. bei Blutkrebs. Am häufigsten sind die verschiedenen Gliome, die von den Hüll- oder Gliazellen um die Nervenzellen herum ausgehen, und die Meningeome, die den weichen Hirnhäuten entspringen. Andere primäre Gehirntumoren sind das Medulloblastom, das vor allem bei Kindern auftritt und seinen Ursprung im Kleinhirn hat, sowie das Akustikusneurinom, das vom 8. Hirnnerven ausgeht. Ein weiterer, seltener Gehirntumor ist das Germinom, das den Keimzellen entspringt. Häufiger setzen bösartige Tumoren außerhalb des Gehirns Tochtergeschwülste ins Gehirn ab.
Gutartige und bösartige Tumoren
Bei Tumoren außerhalb von Gehirn und Rückenmark ist die Unterscheidung klar: Gutartige Tumoren wachsen grundsätzlich verdrängend und schädigen in der Regel kein umliegendes Gewebe. Auch aus einem anderen Grund nehmen Gehirntumoren eine Sonderstellung ein: Durch den knöchernen Schädel ist der Raum für das Gehirn begrenzt, ein Puffervolumen ist kaum vorhanden.
Lesen Sie auch: Metallischer Geschmack im Mund: Ein Überblick
Diagnose von Hirntumoren
Bei Verdacht auf einen Gehirntumor ist die wichtigste diagnostische Maßnahme der Kernspin. Ist der Hirndruck normal (der Patient hat weder Kopfschmerzen noch Übelkeit und Erbrechen), entnimmt der Arzt mithilfe einer Lumbalpunktion Liquor (Hirnwasser) und untersucht diesen, um eine Entzündung auszuschließen und möglicherweise Tumorzellen für eine Untersuchung zu gewinnen. Um das weitere Vorgehen zu planen, ist eine Gewebeuntersuchung des Tumors nötig. Die hierzu erforderliche Gewebeprobe wird im Rahmen einer ohnehin notwendigen Operation oder durch eine separate Biopsie (Gewebeentnahme) entnommen. Handelt es sich bei dem Gehirntumor um eine oder mehrere Metastase(n) eines bösartigen Tumors außerhalb des Gehirns, steht die Suche nach dem Primärtumor an.
Behandlung von Hirntumoren
Schwerpunkte der Behandlung sind Operation, Strahlentherapie und - etwas seltener eingesetzt - die Chemotherapie. Oft kombinieren die Ärzte diese Verfahren auch miteinander, um die Wirksamkeit zu verstärken. Die zusätzliche Behandlung nennt man dann eine adjuvante (begleitende) Therapie. Wird diese Therapie vor einer anderen Maßnahme durchgeführt, heißt dies neoadjuvant (z. B. Operation. Primäre Gehirntumoren werden, wenn möglich, operativ entfernt oder zumindest verkleinert. Modernste Verfahren der Neuronavigation ermöglichen es, den Weg der Operationsinstrumente bereits vor der Operation mithilfe z. B. von Kernspin oder CT zu planen, während der Operation "nachzufahren" und die Position der Instrumente auf dem Bild einzublenden. An einigen Zentren können sogar während der Operation Kernspins angefertigt werden. Dadurch soll eine weitestmögliche Schonung funktionell wichtiger Gehirngebiete bei gleichzeitig größtmöglicher Tumorentfernung erreicht werden. Auch bei einzelnen Metastasen versuchen die Neurochirurgen je nach Lage, diese operativ zu entfernen.
Sitzt der Tumor so ungünstig, dass eine Operation zu schweren Funktionseinbußen führen würde, hat er sich ausgebreitet oder bestehen mehrere Metastasen, empfehlen die Ärzte die Strahlenbehandlung. Es stehen heute vielfältige Möglichkeiten zur Verfügung, von der Ganzhirnbestrahlung über die sehr präzise Radiochirurgie mit dem Gamma-Knife bis zum Einbringen kleinster "strahlender" Teilchen, die nur ihre unmittelbare Umgebung bestrahlen. Je nach Lokalisation des Tumors und seiner Bösartigkeit setzen die Ärzte auch Chemotherapeutika ein, entweder allein oder in Kombination mit einer Bestrahlung (adjuvant oder neoadjuvant). Dabei bekommt der Patient die Wirkstoffe intravenös oder oral als Kapsel verabreicht. Um den Gehirntumor erreichen zu können, müssen die Wirkstoffe die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Dies können jedoch nur wenige Chemotherapeutika wie etwa Temozolomid, welches beim Glioblastom verwendet wird (z. B. Temodal®), Etoposid zur Behandlung des Germinoms (z. B.
Zusätzlich bekämpfen die Ärzte besonders belastende Beschwerden: Kopfschmerzen bei Gehirntumoren sprechen gut auf hoch dosiertes Kortison an, das die Umgebung des Tumors abschwellen lässt und dadurch den Hirndruck senkt. Zerebrale Krampfanfälle behandeln die Ärzte mit Antiepileptika. Anhand der Untersuchungsergebnisse des Tumorgewebes wird dem Gehirntumor einer von 4 Schweregraden zugewiesen (WHO-Einteilung). Neben dem Alter des Patienten, der Größe des Tumors und eventuellen Begleiterkrankungen bestimmt dieser Schweregrad die Prognose entscheidend mit. Eine 10-Jahres-Überlebensrate von > 95 % haben beispielsweise Grad-I-Tumoren wie das Akustikusneurinom und das Meningeom.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Ein vorübergehender Metallgeschmack im Mund ist meist harmlos und verschwindet in der Regel von allein. Hält der komische Geschmack länger an oder plagt er sie auch in Verbindung mit anderen Symptomen immer wieder, sollten Sie auf jeden Fall Ihren Zahnarzt und / oder Hausarzt aufsuchen. Falls Sie bestimmte Medikamente gegen Diabetes oder Antidepressiva einnehmen, wenden Sie sich ebenfalls an Ihren Arzt.
Lesen Sie auch: Ursachen und Therapie von Geschmacksverlust nach Schlaganfall
Diagnose von Dysgeusie
Die Abklärung einer Dysgeusie ist komplex und umfasst mehrere Schritte.
Anamnese und HNO-Status
Den Anfang bildet meist ein ausführliches Arzt-Patient-Gespräch zur Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese). Mögliche Fragen des Arztes sind etwa:
- Seit wann besteht die Schmeckstörung?
- Wie genau äußert sie sich (z.B. als abgeschwächter Geschmackssinn oder als anhaltend metallischer Geschmack im Mund)?
- Hat sie sich im zeitlichen Verlauf verändert?
- Fällt Ihnen ein möglicher Auslöser der Dysgeusie ein?
- Haben Sie noch andere Beschwerden (z.B. Zungenbrennen, Riechstörung)?
- Hatten Sie vor kurzem eine Infektion der oberen Atemwege?
- Sind bei Ihnen irgendwelche Vor- oder Grunderkrankungen bekannt (z.B. chronische Sinusitis, Hepatitis, Diabetes, Nierenerkrankungen, psychiatrische oder neurodegenerative Erkrankungen wie Multiple Sklerose)?
- Hatten Sie vor kurzem eine zahnärztliche Behandlung, einen chirurgischen Eingriff im Mundbereich oder eine andere Operation?
- Hatten Sie in der Vergangenheit eine Kopfverletzung?
- Nehmen Sie irgendwelche Medikamente ein? Wenn ja, welche?
- Rauchen Sie?
Neben dem Anamnesegespräch wird der Arzt den Mund-Nasen-Rachenraum untersuchen. Beispielsweise schaut er sich die Mundschleimhaut und die Zunge an.
Weitere Untersuchungen
- Gustometrie-Test: Ein Test zur Messung der Geschmacksempfindlichkeit.
- Blutbild: Um Mineralstoffmangel oder -überschuss festzustellen.
- MRT: Um einen Hirntumor auszuschließen oder zu bestätigen.
- Lumbalpunktion: Entnahme von Liquor (Hirnwasser) zur Untersuchung.
Behandlung von Dysgeusie
Die Behandlung einer Dysgeusie richtet sich nach der Ursache.
Ursächliche Behandlung
Wenn möglich, wird eine Dysgeusie ursächlich behandelt. Hier einige Beispiele:
- Bei (Verdacht auf) medikamentenbedingter Dysgeusie wird - wenn es medizinisch möglich ist - das betreffende Medikament abgesetzt beziehungsweise durch ein anderes Präparat ersetzt. Bei den meisten Patienten erholt sich die Geschmackswahrnehmung daraufhin spontan.
- Ist die Schmeckstörung die Folge eines Zinkmangels, der durch Medikamente (z.B. das Rheumamittel Penicillamin) verursacht wird, kann der behandelnde Arzt ein Zinkpräparat verordnen. Manchmal hilft in solchen Fällen auch die Zufuhr von Selen.
- Steht die Dysgeusie im Zusammenhang mit einer Systemerkrankung (Multiple Sklerose, Diabetes etc.), bessert sie sich oftmals, wenn die Behandlung dieser Grunderkrankung eingeleitet beziehungsweise optimiert wird.
- Ist die Dysgeusie durch die Ernährung bedingt (z.B. sehr einseitige Kost mit Mangel an Vitaminen etc.), ist eine Ernährungsberatung sinnvoll.
Gabe von Zink
Zinkpräparate werden nicht nur bei einer Dysgeusie infolge von medikamentenbedingtem Zinkmangel gegeben, sondern oft auch in anderen Fällen von Schmeckstörungen. Ihre Wirksamkeit ist hier aber umstritten. Neueren Untersuchungen zufolge kann die Einnahme von Zink aber zumindest bei einer Schmeckstörung ungeklärter Ursache (idiopathische Dysgeusie) sowie bei Zinkmangel infolge übermäßiger Ausscheidung über die Nieren (renaler Zinkmangel) die Beschwerden lindern.
Unterstützende Maßnahmen
Mit verschiedenen Maßnahmen lässt sich die Dysgeusie-Therapie unterstützen. Beispielsweise kann der Arzt zur Pflege der Mundschleimhaut sogenannte Sialagoga verordnen. Das sind Mittel, die den Speichelfluss anregen, was bei Patienten mit Mundtrockenheit (z.B. beim Sjögren-Syndrom) hilfreich ist. Bei einer Hypogeusie können Betroffene den abgeschwächten Geschmackssinn durch Nachwürzen der Speisen stimulieren. Sinnvoll ist zudem der Verzicht auf Nikotin und andere Substanzen, die den Geschmackssinn beeinträchtigen. Wenn qualitative Schmeckstörungen (z.B. metallischer Geschmack im Mund) Betroffene sehr stark quälen, kann man es mit dem lokalen Betäubungsmittel Lidocain versuchen: Betroffenen können den Mund mit 2%-iger Lidocainlösung ausspülen oder mit 10%-iger Lidocainlösung besprühen (ein bis fünf Sprühstöße) oder ein 2%-iges Lidocaingel auf die Zunge auftragen. Wenn ein Patient infolge der Schmeckstörung zu wenig isst und deshalb viel Gewicht verloren hat, ist eine Ernährungsberatung ratsam.
Hausmittel zur Überdeckung des metallischen Geschmacks
Kurzfristig können Sie auf Hausmittel zurückgreifen, die den Metallgeschmack überdecken. Dazu zählen Zitronenscheiben, Kaugummis und Mundspülungen.
Begleitmaßnahmen bei Hirntumoren
Zusätzlich bekämpfen die Ärzte besonders belastende Beschwerden: Kopfschmerzen bei Gehirntumoren sprechen gut auf hoch dosiertes Kortison an, das die Umgebung des Tumors abschwellen lässt und dadurch den Hirndruck senkt. Zerebrale Krampfanfälle behandeln die Ärzte mit Antiepileptika.
Wichtig
Putzen Sie mindestens zweimal täglich die Zähne und verwenden Sie Zahnseide. Nehmen Sie außerdem die jährlichen Kontrolluntersuchungen bei Ihrem Zahnarzt wahr und lassen Sie eine professionelle Zahnreinigung durchführen.
Behandlung erfordert Geduld!
Die Behandlung einer Dysgeusie erfordert viel Geduld: Das Schmecksystem hat zwar eine sehr hohe Tendenz, sich spontan wieder zu erholen. Das dauert in der Regel aber Monate oder sogar Jahre. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Patienten mit Dysgeusie in regelmäßigen Abständen ihren Arzt aufsuchen und den Verlauf der Schmeckstörung gegebenenfalls mit Schmecktests kontrollieren.
tags: #metallischer #geschmack #hirntumor