Die neurologische Versorgung in Oldenburg wird durch verschiedene Einrichtungen und Experten gewährleistet. Ein wichtiger Bestandteil dieser Versorgungslandschaft ist das Medizinische Versorgungszentrum Oldenburg (MEVO) in Kooperation mit der Universitätsklinik für Neurologie des Evangelischen Krankenhauses Oldenburg. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen von Patienten, die Leistungen des MEVO und der Universitätsklinik sowie die Perspektiven für die neurologische Versorgung in der Region.
Universitätsklinik für Neurologie des Evangelischen Krankenhauses Oldenburg: Umfassende Versorgung und Expertise
Die Universitätsklinik für Neurologie des Evangelischen Krankenhauses Oldenburg deckt das gesamte Spektrum neurologischer Erkrankungen ab. Als Universitätsklinik werden alle neurologischen Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur behandelt. Die Klinik verfügt über 85 stationäre Betten, von denen 14 als Schlaganfalleinheit (Stroke Unit) genutzt werden.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit für optimale Diagnostik und Therapie
Bei der Diagnostik und Therapie neurologischer Erkrankungen arbeitet die Klinik interdisziplinär mit Ärzten und Wissenschaftlern anderer Kliniken des Evangelischen Krankenhauses Oldenburg, des Pius-Hospitals und des Klinikums Oldenburg zusammen. Diese effektive Zusammenarbeit ermöglicht eine umfassende und individuelle Betreuung der Patienten.
Spezialisierte Ambulanzen für spezifische Erkrankungen
Für die ambulante Behandlung stehen mehrere spezialisierte Ambulanzen zur Verfügung, darunter:
- Hochschulambulanz für Bewegungsstörungen: Diese Ambulanz richtet sich an Patienten mit Bewegungsstörungen. Das Team besteht aus Prof. Dr. K. Witt, Dr. Kathrin Janitzky und weiteren Experten.
- Neuromuskuläre Hochschulambulanz: Diese Ambulanz konzentriert sich auf Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen der Muskulatur und der neuromuskulären Übertragung.
- Spezialambulanz für Kopfschmerzerkrankungen: Hier werden Patienten mit verschiedenen Kopfschmerzarten behandelt. Für die Behandlung ist es hilfreich, wenn die Patienten ein Kopfschmerztagebuch führen, in dem sie Häufigkeit, Dauer und Begleitsymptome der Kopfschmerzen notieren.
- Spezialambulanz für neuroimmunologische Erkrankungen: Diese Ambulanz ist auf die Behandlung von Multipler Sklerose und anderen entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems spezialisiert.
- Ambulanz für seltene Schlaganfallursachen: Hier werden Patienten behandelt, die eine Zweitmeinung bei einem Schlaganfall seltener Ursache wünschen.
Zertifiziertes Neuromuskuläres Zentrum
Die Universitätsklinik für Neurologie ist zertifiziertes Neuromuskuläres Zentrum der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V. (DGM). Dies unterstreicht die hohe Qualität der Versorgung von Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen. In Oldenburg werden Patienten mit Symptomen einer neuromuskulären Erkrankung wie z.B. Schwäche, Muskelschwund, Gefühlsstörungen und Schmerzen im Bereich der Extremitäten mittels spezieller Untersuchungsverfahren untersucht. Das Spektrum der Störungsbilder ist sehr unterschiedlich und reicht von milden Missempfindungen bis hin zu Lähmungserscheinungen von Atemmuskulatur und einer Beatmungspflicht.
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Umfassende Diagnostik und vielfältige Therapiemöglichkeiten
Auf den neurologischen Stationen kommt das gesamte diagnostische und therapeutische Repertoire der Neurologie zum Einsatz. Mittels spezifischer elektrophysiologischer Untersuchungen messen wir die Nervenleitgeschwindigkeit, leiten die Hirnströme ab, führen duplexsonographische Untersuchungen zur Beurteilung der hirnversorgenden Gefäße durch. Es besteht ein direkter Zugang zu den Apparaten des Instituts für Radiologie/Neuroradiologie einschließlich CT-Diagnostik, CT-Angiographie, MRT, MR-Angiographie, konventionellem Röntgen und der intraarteriellen Subtraktionsangiographie (DSA). Vielfältige Therapiemöglichkeiten: Es kommen alle medikamentösen und nichtmedikamentösen Therapien zum Einsatz.
Schlaganfallversorgung auf höchstem Niveau
Die Schlaganfallversorgung ist ein besonderer Schwerpunkt der Universitätsklinik für Neurologie. Der Schlaganfall zählt neben Herzerkrankungen und Krebs zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Alle zwei Minuten ereignet sich in Deutschland ein neuer Schlaganfall und alle zehn Minuten stirbt ein Betroffener an deren Folgen. Um den hohen Aufwand einer überregional zertifizierten Schlaganfallstation zu gewährleisten, bedarf es einen hohen Personal- und auch apparativen Aufwandes. Die Stationen verfügen über eine Ausstattung aller neurosonologischen Diagnoseverfahren vor Ort, eine enge Anbindung an die Klinik für Innere Medizin im Hause (echo-kardiographische Auswertung, Langzeit-EKG-Auswertung). Jedes der 14 Betten hat eine aufwändige Monitoring-Einheit, die zentral überwacht wird. Auf der Stroke Unit erfolgen das weitere Monitoring und die Behandlung von Patienten mit einer Schlaganfallsymptomatik mit oder ohne Lysetherapie. Bei dieser Lysetherapie kann in den ersten Stunden nach Symptombeginn eine verstopfte Ader wieder mittels eines Medikamentes eröffnet werden.
Medizinische Versorgungszentrum Oldenburg (MEVO): Ambulante neurologische und psychiatrische Versorgung
Das Medizinische Versorgungszentrum Oldenburg (MEVO) bietet ambulante Versorgung für Patienten mit neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen an. Im MEVO werden alle Patientinnen und Patienten mit neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen versorgt - dazu gehören auch Infusionstherapien, z.B. bei Multipler Sklerose. Das MEVO versteht sich als eine Ergänzung zu den klassischen Angeboten im Evangelischen Krankenhaus und ist ein ambulanter Dienstleister mit höchsten Ansprüchen an die Qualität der Versorgung der Patientinnen. Viele Patientinnen werden direkt von ihren Hausärztinnen an die Spezialistinnen überwiesen. Die neuen Räumlichkeiten befinden sich von nun an im Fachärztezentrum August Carrée an der Auguststraße 7. Direkt neben dem Fachärztezentrum befindet sich das Parkhaus des August Carrée, sodass auch die Besucher*innen des MEVO ausreichend Parkmöglichkeiten vorfinden und nur wenige Meter laufen müssen.
Schwerpunkte des MEVO-Teams
Das MEVO-Team bietet Spezialsprechstunden für Patienten mit verschiedenen neurologischen Erkrankungen an, darunter:
- Hirngefäßmissbildungen und Hirntumoren
- Neurochirurgie des Säuglings- und Kindesalters
- Trigeminusschmerz
- Spezielle Fehlbildungen im Kopfbereich
- Behandlung des Wasserkopfes (Hydrocephalus)
- Tumorerkrankungen der Hirnanhangdrüse
- Erkrankungen der Hirngefäße
- Tiefe Hirnstimulation (z.B. bei M.Parkinson)
- Nerventumoren
- Engpasssyndrome (z.B. Karpaltunnelsyndrom)
- Erkrankungen im Bereich der Nervengeflechte
Diagnostik und Therapie im MEVO
Im MEVO werden verschiedene diagnostische Verfahren eingesetzt, um neurologische Erkrankungen zu erkennen. Dazu gehören beispielsweise die Elektroneurographie und Elektromyographie (EMG) zum Nachweis von peripheren Nervenschäden und Muskelerkrankungen. Auch die Gefäße im Schädel lassen sich mittels der transkraniellen Doppler- und Duplexsonographie genau darstellen. Durch fortlaufende Messungen lassen sich Gerinnsel (Embolien) nachweisen, die z.B. Auch seltenere Schlaganfallursachen können mittels dieser Methoden geklärt werden. Die Untersuchung des Liquors ist eine wesentliche Aufgabe des Neurologen. Hier können wir als eine der wenigen Neurologischen Kliniken überhaupt eine zytologische Untersuchung des Liquors innerhalb sehr kurzer Zeit durchführen.
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In der Therapie ist die Neurologie ein konservatives Fach. Das bedeutet, es wird nicht operiert, sondern mit Medikamenten, Infusionen, Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie behandelt. Bei Bedarf werden weitere Spezialisten hinzugezogen. Sollte sich herausstellen, dass eine Operation notwenig ist, werden zum Beispiel die MEVO-Neurochirurgen hinzugezogen.
Erfahrungen von Patienten mit der neurologischen Versorgung in Oldenburg
Die Erfahrungen von Patienten mit der neurologischen Versorgung in Oldenburg sind vielfältig. Einige Patienten berichten von sehr positiven Erfahrungen, während andere Kritik äußern.
Positive Erfahrungen
Viele Patienten loben die Freundlichkeit und Kompetenz der Mitarbeiter, sowohl in der Universitätsklinik für Neurologie als auch im MEVO. Sie fühlen sich gut aufgehoben und ernst genommen. Besonders hervorgehoben werden die gute Aufklärung über die Erkrankung und die Behandlungsmöglichkeiten sowie die individuelle Betreuung.
Ein Patient berichtet beispielsweise: "Ich bin nun seit einer Woche als Patient im Evangelischen Krankenhaus Oldenburg zu Gast und kann wirklich nur in höchsten Tönen von diesem Haus sprechen. Ich war bisher auf der Notaufnahme und in drei verschiedenen Stationen, und was hier besonders heraussticht, sind die durchweg freundlichen Mitarbeitenden."
Ein anderer Patient lobt die Organisation vor der OP und den OP-Tag: "Die Organisation vor der OP und der OP-Tag verliefen reibungslos, ein hoch qualifiziertes Ärzteteam, Assistenzärzte, Oberärzte und Chefarzt, das nach neuesten wissenschaftlichen Standards arbeitet, begleitet die Patienten individuell. Besonders hervorzuheben sind die immer freundlichen und zugewandten Pflegekräfte, die auch in Krisensituationen beruhigend und lösungsorientiert arbeiten. Alles ist ausgezeichnet sauber."
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Auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit wird positiv hervorgehoben: "Die Mitarbeiter der Klinik, insbesondere der Fallmanager, haben sich sehr um meine Frau bemüht. Erforderliche Unterlagen wurden sofort an andere entsprechende Fachkliniken weitergeleitet, inklusive Kontaktaufnahme und Besprechung des Einzelfalls."
Negative Erfahrungen
Es gibt auch Patienten, die negative Erfahrungen gemacht haben. Einige kritisieren lange Wartezeiten, unfreundliches Personal oder mangelnde Information.
Ein Patient berichtet beispielsweise: "Ich kam mit akuten Beschwerden durch die Notaufnahme (neun Stunden Aufenthalt) in die stationäre Aufnahme vor fünf Tagen und warte seitdem auf ein MRT. Heute sollte es statt vor zwei Tagen statt finden. Heute morgen. Und dann jetzt… auch nicht. Nein, jetzt höre ich bei Nachfrage morgen. Ich bin also seit fünf Tagen hier weil ich auf ein MRT warte, welches einen Schlaganfall nachweisen oder ausschließen soll."
Ein anderer Patient kritisiert die Kommunikation: "Am Tag danach wurde ich zu einem CT gebracht,ohne jede Vorabinformation!Der Radiologe haute mir barsch um die Ohren,fass bei mir weitere Aneurysmen gefunden wurden!Ich war zutiefst erschrocken und verunsichert!!!! Die sehr freundliche Schwester sagte mir dann,dass diese neue, für mich schreckliche Information,mir längst auf der Station hätte mitgeteilt werden müssen.Leider 7st das nicht passiert.Mir war so der Boden unter den Füssen weggelassen worden,dass ich nur noch sofort nach Hause wollte!!!"
Es ist wichtig zu beachten, dass es sich bei diesen Erfahrungen um Einzelfälle handelt und dass die Wahrnehmung der Patienten subjektiv ist. Dennoch sollten diese Rückmeldungen ernst genommen werden, um die Qualität der Versorgung kontinuierlich zu verbessern.
Perspektiven für die neurologische Versorgung in Oldenburg
Die neurologische Versorgung in Oldenburg steht vor verschiedenen Herausforderungen und Chancen.
Herausforderungen
- Demografischer Wandel: Die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter, was zu einem Anstieg von neurologischen Erkrankungen wie Demenz und Schlaganfall führt. Dies stellt höhere Anforderungen an die Versorgungskapazitäten und die Spezialisierung der Fachkräfte.
- Fachkräftemangel: Auch in der Neurologie gibt es einen Mangel an qualifizierten Ärzten und Pflegekräften. Dies kann zu längeren Wartezeiten und einer höheren Belastung des vorhandenen Personals führen.
- Digitalisierung: Die Digitalisierung des Gesundheitswesens bietet viele Chancen, die Versorgung zu verbessern. Allerdings erfordert dies auch Investitionen in die Infrastruktur und die Schulung der Mitarbeiter.
Chancen
- Medizinischer Fortschritt: Die Neurologie ist ein sich schnell entwickelndes Fachgebiet. Neue Medikamente, Therapieverfahren und diagnostische Methoden ermöglichen eine immer bessere Behandlung von neurologischen Erkrankungen.
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Die enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachdisziplinen, wie sie in Oldenburg praktiziert wird, kann die Qualität der Versorgung deutlich verbessern.
- Patientenorientierung: Eine stärkere Patientenorientierung, bei der die Bedürfnisse und Wünsche der Patienten im Mittelpunkt stehen, kann zu einer höheren Zufriedenheit und einem besseren Behandlungsergebnis führen.
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