Sauna und Demenzprävention: Aktuelle Studien und Erkenntnisse

Ein Saunabesuch ist nicht nur wohltuend und entspannend, sondern kann sich auch positiv auf die Gesundheit auswirken. Regelmäßiges Saunieren unterstützt das Immunsystem und kann das Risiko verschiedener Erkrankungen verringern. Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Saunabaden über die reine Entspannung hinaus mit weiteren gesundheitlichen Vorteilen verbunden sein kann, einschließlich der potenziellen Verringerung des Demenzrisikos. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Studien und Erkenntnisse zum Thema Sauna und Demenzprävention.

Die gesundheitlichen Vorteile des Saunierens

Der gesundheitsfördernde Aspekt der Sauna ist mittlerweile unumstritten. Mehrere Studien konnten die positive Wirkung des Schwitzens auf das Immunsystem und die Haut belegen. Saunagänge können sich positiv auf Lungenerkrankungen auswirken und die Herzgesundheit fördern. So unterstützt regelmäßiges Saunieren das Immunsystem und kann das Risiko von Gefäßerkrankungen wie Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern.

Saunabesuche für mehr Herzgesundheit

Eine Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen der sogenannten kardiorespiratorischen Fitness und der Häufigkeit des Saunabadens auf das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Das Ergebnis: Eine gute kardiorespiratorische Fitness und das Saunabaden verringerten bereits für sich allein das Sterberisiko. Die Studie ergab zudem, dass eine gute kardiorespiratorische Fitness in Kombination mit regelmäßigen Saunabesuchen von drei bis sieben Mal pro Woche das Mortalitätsrisiko stark senken können. Dabei gilt: Viel trinken und nicht übertreiben - lange in der Sauna sitzen, ist nicht unbedingt gesünder.

Der Kreislauf wird gepusht

In der Regel ist ein Saunagang gesund für den Kreislauf. Im Vergleich zum Sporttraining steigt der Blutdruck in der Sauna nur gering. Die Belastung des Herzens in der Sauna ist vergleichbar mit der Belastung während eines gemäßigten Trainings. Folgerichtig können auch Menschen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten, in die Sauna gehen - lediglich auf das kalte Baden im Anschluss sollten sie verzichten. Um auf Nummer Sicher zu gehen, empfiehlt sich ein Besuch beim Arzt vor dem ersten Saunagang.

Sauna und Demenzrisiko: Aktuelle Studien

Eine neuere Studie deutet darauf hin, dass Saunieren das Demenzrisiko verringern könnte. Untersucht wurden 2.315 Männer zwischen 42 und 60 Jahren, die regelmäßig mehrmals pro Woche (vier- bis siebenmal) in die Sauna gingen. Ihr Demenzrisiko war gegenüber Personen, die nur einmal wöchentlich in die Sauna gingen, um 66 Prozent reduziert.

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Die Auswirkungen von Saunabesuchen auf das Risiko für Alzheimer und andere Demenzformen wurden in der Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor Study (KIHD) untersucht. Je öfter die Männer in die Sauna gingen, umso geringer war ihr Risiko, jemals an Demenz zu erkranken. Saunabesuche können daher beides schützen: das Herz-Kreislauf-System und das Gehirn bzw. das Erinnerungsvermögen.

Die Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor Study (KIHD)

Die Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor Study (KIHD) untersuchte den Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Saunabadens und dem Risiko, an Demenz zu erkranken. Im Verlaufe von 20,7 Jahren Beobachtungszeit erkrankten 204 aller Saunabesucher neu an Demenzen und 123 an Alzheimer. Doch je häufiger die Männer in die Sauna gingen, umso gesünder blieben sie. So profitierte bereits die Gruppe, die 2- bis 3-mal pro Woche die Sauna besuchte, im Vergleich zur Gruppe, die lediglich einmal in der Woche dort war, durch ein geringeres Risiko für Demenz (Hazard Ratio [HR]: 0,78) und für die Alzheimer-Krankheit (HR: 0,80). Das Ergebnis wurde um bekannte Risikofaktoren für Demenzen, wie Alter, Alkoholkonsum, Übergewicht, Raucherverhalten, Vorerkrankungen des Herzens und Typ2 Diabetes sowie zu hohe Blutdruck-, Blutfett- und Pulsfrequenzwerte, bereinigt.

Ergebnisse einer finnischen Langzeitstudie mit Frauen

Eine große finnische Langzeitstudie belegt, dass regelmäßige Saunabesuche das Demenzrisiko für Frauen signifikant senken. Regelmäßige Saunagänge können das Demenzrisiko für Frauen deutlich senken. Das belegt eine große Langzeitstudie aus Finnland. Die optimale Dosis: zwei bis drei Besuche pro Woche. Forscher um Paul Knekt begleiteten rund 14.000 Menschen über Jahrzehnte. Das Ergebnis: Frauen, die etwa 9 bis 12 Mal pro Monat in die Sauna gingen, hatten ein signifikant geringeres Demenzrisiko. Mehr Besuche brachten keinen zusätzlichen Nutzen. Das unterscheidet sich von den Ergebnissen bei Männern, bei denen häufiges Saunieren mit einem noch stärkeren Schutz verbunden war.

Mögliche Mechanismen der Demenzprävention durch Saunieren

Über den ursächlichen Zusammenhang kann bisher nur spekuliert werden: „Wir wissen lediglich, dass ein gesundes Herz und gesunde Gefäße einen positiven Einfluss auf das Gehirn haben“, sagt Tanjaniina Laukkanen vom Institute of Public Health and Clinical Nutrition, University of Eastern Finland. Zudem könnte das gute und entspannte Gefühl, das viele Menschen in der Sauna empfinden, eine Rolle spielen.

Mögliche Mechanismen, die zur Demenzprävention durch Saunieren beitragen könnten, sind:

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  • Bessere Durchblutung: Die Hitze trainiert die Blutgefäße, verbessert ihre Elastizität und senkt den Blutdruck.
  • Reparatur-Proteine: Der Körper bildet unter Hitzestress sogenannte Hitzeschockproteine.
  • Entzündungshemmung: Regelmäßige Saunagänge senken chronische Entzündungswerte im Körper, die als Treiber für kognitiven Verfall gelten.

Saunabesuche schützen Herz und Gedächtnis

Männer, die in der Lebensmitte vier bis sieben Mal pro Woche die Sauna besuchen, sind im Alter um zwei Drittel weniger Demenz-gefährdet, als Landsleute, die sich nur einmal dazu entschlossen. Das Wissenschaftlerteam hat in Vorläuferuntersuchungen zudem nachgewiesen, dass regelmäßiges Saunieren gesunden Erwachsenen hilft, das Risiko für den plötzlichen und den erwarteten Herztod zu reduzieren und die Lebenserwartung ganz allgemein zu verlängern. Saunabesuche scheinen somit das Herz und das Gedächtnis in ähnlichem Maße zu schützen.

Weitere Maßnahmen zur Demenzprävention

Neben regelmäßigen Saunabesuchen gibt es weitere bekannte Präventionsmaßnahmen in Bezug auf Demenz:

  • Gesunde Lebensweise: Eine Lebensweise mit Sport, Nichtrauchen, Normalgewicht, gesunder Ernährung und wenig Alkoholkonsum reduziert das Diabetesrisiko, das Herz-Kreislauf-Risiko und das Schlaganfallrisiko um 70 Prozent.
  • Mediterrane Ernährung: Ideal für Herz und Hirn ist nach aktuellen Erkenntnissen die sogenannte mediterrane Ernährung, auch Mittelmeer-Diät genannt.
  • Regelmäßige Bewegung: Zweieinhalb Stunden Sport pro Woche können Gedächtnisverlust deutlich bremsen.
  • Vermeidung von Risikofaktoren: Rauchen, starker Alkoholkonsum, Übergewicht, andauernder Stress, Diabetes und Bluthochdruck erhöhen das Risiko für eine Demenz.
  • Behandlung von Risikofaktoren: Regelmäßige Blutdruckkontrolle bei Hypertonikern und die Behandlung von Diabetes mellitus, Dyslipidämie, Depression und Hörverlust gemäß Therapieleitlinien sind wichtig.
  • Kognitive Stimulation: Eine geringe berufliche Stimulation kann das Risiko, an Demenz zu erkranken, erhöhen.

Es ist wichtig zu beachten, dass manche Medikamente die Demenzgefahr verstärken können. Genauso kann ein Vitalstoffmangel das Alzheimerrisiko erhöhen. Es wird empfohlen, eine Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren einzunehmen und Zucker sowie aluminiumreiches Trinkwasser und Transfette zu meiden.

Lebensstilmaßnahmen zur Demenzprävention

Verschiedene Lebensstilmaßnahmen können zur Demenzprävention beitragen:

  • Regelmäßige körperliche Aktivität
  • Gewichtsmanagement
  • Regelmäßige Blutdruckkontrolle bei Hypertonikern
  • Behandlung von Diabetes mellitus, Dyslipidämie, Depression und Hörverlust gemäß Therapieleitlinien
  • Antikoagulation bei Patienten mit Vorhofflimmern (VHF)
  • Verwendung bildgebender Verfahren (z. B. MRT) zur Früherkennung von Risikofaktoren
  • Einrichtung eines sicheren und orientierungsfreundlichen Umfelds

Wichtige Regeln für ein gesundes Saunieren

Um bestmöglich von der gesundheitlichen Wirkung des Saunierens zu profitieren, gelten folgende Regeln:

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  • Ruhe: Hektik und Sauna passen nicht zusammen.
  • Nicht zu viel essen: Wer sich vor dem Besuch in der Sauna ein Drei-Gänge-Menü gönnt, belastet den Kreislauf unnötig. Noch gefährlicher ist es jedoch, mit leerem Magen in die Sauna zu gehen.
  • Viel trinken: Trinken zwischen den Saunagängen ist wichtig, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
  • Duschen: Vor dem Saunabad sollte man unter die Dusche gehen.
  • Anzahl der Saunagänge: Fachleute empfehlen, nicht mehr als drei Saunagänge pro Besuch zu machen.
  • Dauer: Der Aufenthalt in einer Sauna sollte kurz, aber intensiv sein. Ein Saunagang dauert idealerweise acht bis 15 Minuten.
  • Knigge: Die Sauna während eines Aufgusses nicht betreten oder verlassen und die Türen rasch schließen.

Saunabesuch mit Einschränkung für Herzpatienten

Bei Herzpatienten besteht kein grundsätzliches Verbot, in die Sauna zu gehen. Ein Saunabesuch entspricht einer mittleren Belastungsstufe. Patienten mit koronarer Herzerkrankung, die auf mittlerer Belastungsstufe beschwerdefrei sind, können demnach ohne Bedenken die Sauna besuchen. Zu hohe Temperaturen sollten sie allerdings vermeiden, und der Aufenthalt in der Sauna sollte nicht über 15 Minuten andauern. Nach dem Saunabesuch rät der Experte der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin davon ab, zu kalt zu duschen. Auch Kalttauchbecken sollten Patienten mit Herzschwäche nicht aufsuchen. Ein striktes Verbot gilt jedoch für Patienten, die innerhalb der vergangenen vier Wochen einen Herzinfarkt durchgemacht haben.

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