Das AMEOS Klinikum Middelburg bietet ein breites Spektrum an neurologischer Rehabilitation für Patienten mit schweren Erkrankungen des Nervensystems. Der Fokus liegt darauf, Patienten Schritt für Schritt zurück in ein möglichst selbstständiges Alltagsleben zu führen oder den bestmöglichen Pflegegrad zu erreichen.
Schwerpunkte der neurologischen Rehabilitation
Die Klinik nimmt Patienten mit schweren Erkrankungen des Nervensystems auf und behandelt sie in der Frührehabilitation (Phase B) oder der weiterführenden Rehabilitation (Phase C). Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die akutmedizinische und neurorehabilitative Betreuung von Patienten mit Krankheitsbildern wie:
- Schlaganfällen
- Hirnblutungen
- Schädel-Hirn-Traumata
- Hirn(haut)entzündungen
Ziel ist es, die Patienten in einem multidisziplinären Team Woche für Woche, Schritt für Schritt zurück ins Leben zu führen. Bei sehr schweren Verletzungen des Nervensystems und langem Krankheitsverlauf ist auch eine Langzeitrehabilitation möglich.
Das Fachärzte-Team
Das Fachärzte-Team der Klinik für Neurologie und neurologische Rehabilitation ist unter anderem spezialisiert auf:
- Neurologisch-psychiatrische/internistische Behandlung
- Intensivmedizinische Behandlung
- Rehamedizinische Betreuung
Besondere fachärztliche Kompetenzen und Behandlungsschwerpunkte sind:
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- Weaning bereits tracheotomierter Patienten und Patientinnen und Dekanülierung: schrittweise Entwöhnung von der künstlichen Beatmung und Rückkehr zum möglichst selbstständigen Atmen
- Diagnostik von Schluckstörungen mithilfe einer Schluckendoskopie (flexible endoskopische Evaluation des Schluckakts, FEES), zur Überprüfung der Schluckmuskulatur und des Steuerungsvorgangs im Gehirn
Multidisziplinäres Team und Betreuung
Ein multidisziplinäres Team betreut die Patienten akutmedizinisch und neurorehabilitativ. Die Teamassisten und -assistentinnen fungieren als wichtiges Bindeglied zwischen den behandelnden Ärzten und Ärztinnen und Patienten und Patientinnen sowie den Angehörigen. Häufig sind sie als erster Ansprechpartner für medizinisch relevante als auch praktische Aspekte da. Zusammen mit den Mitarbeitern des Sozialdienstes helfen Ihnen die Assistenten und Assistentinnen auch bei der Vorbereitung der Entlassung, damit Sie wissen, wie es zu Hause weitergehen kann.
Die Mitarbeitenden der MTA sind verantwortlich und führen durch oder assistieren bei folgenden Untersuchungen:
- EEG
- Evozierte Potentiale
- EKG
- LZ-EKG/RR
- Röntgendiagnostik etc.
Spezialisierte Pflege
Die Pflegekräfte sind, ebenso wie das Ärzteteam, spezialisiert für die Behandlung und Betreuung von Patienten und Patientinnen in neurologischer Früh-Reha und Reha. Dazu gehören folgende fachliche Kompetenzen und konzeptuelle Ausrichtungen:
- Aktivierende therapeutische Rehafachpflege inklusive basale Stimulation, Kinästhetik/Bobath
- Intensivpflege inklusive Trachealkanülenmanagement, Inhalationstherapie
- Wundmanagement
- Überwachung der Hygienestandards durch Hygienefachkraft
Umfassendes Therapie-Spektrum
Bestandteil jeder neurologischen Reha ist eine abgestimmte, spezialisierte therapeutische Begleitung und Behandlung. Das umfassende Therapie-Spektrum der Klinik umfasst:
- Physiotherapie: Regulation/Normalisierung des Muskeltonus und Anbahnung physiologischer Bewegungsmuster um selbstständige Fortbewegung wieder zu ermöglichen; Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit
- Ergotherapie: Wiederherstellung von Alltagskompetenz und Selbständigkeit insbesondere nach dem Bobath-Konzept
- Logopädie: Wiederherstellung von Sprache, Sprechen, Stimme und Schlucken, Trachealkanülenmanagment mit Unterstützung der FEES Dekanülierung; oraler Kostaufbau mittels verschiedener Dysphagiekostformen
- Neuropsychologie: Testpsychologische Erfassung von Störungen der Kognition und Exekutivfunktion, emotionaler Störungen und Verhaltensänderungen aufgrund einer neurologischen Erkrankung; im Anschluss Erarbeitung von Therapiekonzepten; Unterstützung in der Krankheitsverarbeitung
- Physikalische Therapie: Unterstützung der genannten Therapiebereiche durch verschiedene Massagetechniken, Lymphdrainage, Elektrostimulation, Atemtherapie u.a.
Bettenkapazität und Intensivversorgung
Für Intensivpatienten mit Beatmung und Überwachung stehen insgesamt 35 Betten zur Verfügung, davon fünf mit Beatmungsmöglichkeit und 24 Monitorbetten. Damit ist es möglich, bereits frühzeitig im Krankheitsverlauf eine Rehabilitationsbehandlung auch beatmeter und Kreislauf-instabiler Patienten und Patientinnen durchzuführen. In der Früh-Reha (Phase B) benötigen Patienten und Patientinnen in der Regel noch intensive akutmedizinische Behandlung sowie umfassende pflegerische und therapeutische Unterstützung. Ärztliche Behandlung, Pflege und erste Therapien sind in dieser Phase besonders eng miteinander verzahnt und aufeinander abgestimmt.
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Ausstattung und Services
Das AMEOS Klinikum Middelburg bietet eine Reihe von Ausstattungsmerkmalen und Services, um den Aufenthalt der Patienten so angenehm wie möglich zu gestalten:
- Zimmerausstattung: Einzelzimmer mit eigenem Bad, Barrierefreiheit, rollstuhlgerechte Sanitäranlagen
- Rollstuhlgerechter Zugang zu Serviceeinrichtungen
- Bauliche Maßnahmen für Menschen mit Demenz oder geistiger Behinderung
- Service für Patienten aus dem Ausland: Fremdsprachiges Personal (z.B. Russisch, Polnisch, Englisch)
Positive und negative Erfahrungen von Patienten
Die Erfahrungen von Patienten mit der neurologischen Rehabilitation im AMEOS Klinikum Middelburg sind gemischt. Einige Patienten berichten von sehr positiven Erfahrungen, während andere negative Aspekte hervorheben.
Positive Erfahrungen:
- Kompetente und engagierte Mitarbeiter in Pflege, Therapie und Ärzteschaft
- Gute Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Therapeuten, Pflegekräften und Angehörigen
- Individuelle Betreuung und Berücksichtigung der Bedürfnisse der Patienten
- Frühzeitiger Therapiebeginn und intensive Betreuung auch von beatmeten Patienten
- Unterstützung bei der Vorbereitung der Entlassung und Organisation der Weiterversorgung
- Empathische und hilfsbereite Teamassistenten und Mitarbeiter des Sozialdienstes
- Gute Fortschritte trotz schwieriger Ausgangslage
Negative Erfahrungen:
- Hygienemängel und unangenehme Gerüche
- Mangelnde Empathie und Verständnis bei einigen Pflegekräften
- Unzureichende Informationen durch Ärzte
- Mangelnde Therapieangebote
- Überforderung des Personals bei Patienten mit mehreren Krankheiten oder Delirium
- Unfreundliches und leer eingerichtetes Zimmer
- Schlechte Kommunikation zwischen den Mitarbeitern
- Mangelhafter Datenschutz
- Unzureichende Qualität der Verpflegung
Es ist wichtig zu beachten, dass die Erfahrungen von Patienten subjektiv sind und von verschiedenen Faktoren abhängen können, wie z.B. dem individuellen Krankheitsbild, den persönlichen Erwartungen und der Zusammensetzung des Behandlungsteams.
Weiterführende Rehabilitation
In der Abteilung für weiterführende Rehabilitation stehen 20 Betten für Patienten und Patientinnen aus der eigenen Klinik sowie von außerhalb zur Verfügung, die an uns überwiesen werden (durch Zuweiser-Ärzte). Die weiterführende Reha schließt an die Früh-Reha (Phase B) an. Die Patienten und Patientinnen sind nach Abschluss der neurologischen Akutbehandlung zwar weiterhin bei den Verrichtungen des täglichen Lebens auf pflegerische Hilfe angewiesen. Eine intensivpflichtige Überwachung und Therapie sowie beaufsichtigungspflichtige Verhaltens- oder Orientierungsstörung besteht aber nicht mehr.
Ziele der weiterführenden Rehabilitation:
- Intensives ADL-Training u.a. in den Bereichen Körperpflege und An-/Auskleiden
- Wiedererlangung der Mobilität und Steigerung der körperlichen Belastbarkeit
- Fortführung und Abschluss des oralen Kostaufbaus (Rückkehr zur normalen Ernährung)
- Verbesserung der verbalen Kommunikation
- Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit, einschl. Krankheitsbewältigung
- Wiedererlangung der Kontinenz
- Behandlung von Begleiterkrankungen und Festlegung sekundärprophylaktischer Maßnahmen
- Anpassung von Hilfsmitteln
- Angehörigenberatung
- Sicherung der nachstationären Betreuung
Ziele, Umsetzung und Therapieinhalte werden fortlaufend mit Patienten und Patientinnen abgesprochen und auf spezielle Belange abgestimmt. Die Therapie wird weitestgehend individualisiert.
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Qualitätsmanagement und Patientensicherheit
Das AMEOS Klinikum Middelburg legt großen Wert auf Qualitätsmanagement und Patientensicherheit. Gemäß § 4 Absatz 2 der Qualitätsmanagement-Richtlinie haben Einrichtungen die Prävention von und Intervention bei Gewalt und Missbrauch als Teil des einrichtungsinternen Qualitätsmanagements vorzusehen. Ziel ist es, Missbrauch und Gewalt insbesondere gegenüber vulnerablen Patientengruppen, wie beispielsweise Kindern und Jugendlichen oder hilfsbedürftigen Personen, vorzubeugen, zu erkennen, adäquat darauf zu reagieren und auch innerhalb der Einrichtung zu verhindern.
Die Instrumente und Maßnahmen zur Förderung der Arzneimitteltherapiesicherheit werden mit Fokus auf den typischen Ablauf des Medikationsprozesses bei der stationären Patientenversorgung dargestellt. Eine Besonderheit des Medikationsprozesses im stationären Umfeld stellt das Überleitungsmanagement bei Aufnahme und Entlassung dar. AMTS ist die Gesamtheit der Maßnahmen zur Gewährleistung eines optimalen Medikationsprozesses mit dem Ziel, Medikationsfehler und damit vermeidbare Risiken für Patientinnen und Patienten bei der Arzneimitteltherapie zu verringern.
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