Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, von der Millionen Menschen weltweit betroffen sind. Sie äußert sich in anfallsartigen, starken Kopfschmerzen, die von verschiedenen Begleitsymptomen begleitet werden können. Obwohl die genauen Ursachen der Migräne noch nicht vollständig geklärt sind, gibt es eine Vielzahl von Faktoren, die zu ihrer Entstehung beitragen können. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Ursachen, Symptome, Behandlung und Prävention von Migräne.
Was ist Migräne?
Migräne ist mehr als nur ein starker Kopfschmerz. Es handelt sich um eine neurologische Erkrankung, die sich durch anfallsartig auftretende, starke Kopfschmerzen auszeichnet, die Stunden bis Tage andauern können. Die Kopfschmerzen sind oft pulsierend, pochend oder stechend und treten häufig einseitig auf. Viele Betroffene leiden zusätzlich unter Begleitsymptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit.
Die Diagnose einer Migräne erfolgt in der Regel durch eine neurologische Untersuchung und ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch (Anamnese). Dabei werden die Art, Häufigkeit, Dauer und Intensität der Kopfschmerzen sowie die Begleitsymptome erfasst.
Ursachen und Auslöser der Migräne
Die Forschung geht davon aus, dass eine Veranlagung für Migräne auf unterschiedliche Auslöser (Trigger) der Migräne-Attacken trifft. Trotz intensiver Forschung sind die genauen Ursachen der Migräne bis heute nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch verschiedene Theorien und Ansätze, die die Krankheitsmechanismen der Migräne erklären sollen.
Eine Theorie besagt, dass bei Migräne-Betroffenen eine aktivere Reizverarbeitung im Gehirn stattfindet als bei Nichtbetroffenen. Bestimmte Reize oder Einflussfaktoren (Trigger) können dann Veränderungen im Gehirn auslösen, die letztendlich zu einem Migräneanfall führen.
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Häufige Triggerfaktoren
- Stress und starke Emotionen: Stress, überschwängliche Freude oder Angst können Migräneattacken auslösen. Oft tritt die Migräne erst nach dem Abklingen der Belastung auf.
- Hormonelle Veränderungen: Hormonschwankungen, insbesondere bei Frauen während des Menstruationszyklus oder durch hormonelle Verhütungsmethoden, können Migräneattacken begünstigen. Ab der Pubertät sind Frauen zwei- bis dreimal so häufig betroffen wie Männer.
- Unregelmäßiges Essen: Unregelmäßiges Essen und das Auslassen von Mahlzeiten, wie zum Beispiel beim intermittierenden Fasten, können Migräneattacken auslösen.
- Bestimmte Lebensmittel: Einige Lebensmittel, wie Käse und Rotwein, gelten als Triggerfaktoren für Migräne.
- Wetterveränderungen: Wetterveränderungen, wie Föhn oder plötzliche Temperaturschwankungen, können Migräneattacken auslösen.
- Unregelmäßiger Schlaf: Unregelmäßiger Schlaf, sowohl zu viel als auch zu wenig Schlaf, kann Migräneattacken begünstigen.
- Äußere Reize: Helles Licht, Straßenlärm, Gerüche oder Rauch können Migräneattacken auslösen.
- Bestimmte Medikamente: Einige Medikamente können Migräneattacken als Nebenwirkung haben.
Verlauf und Phasen der Migräne
Bei Betroffenen erreicht die Migräne ihre höchste Intensität und Häufigkeit zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr, ab dem 55. Lebensjahr klingt sie langsam aus. In der Medizin unterscheidet man zwischen den Migräne-Hauptformen Migräne ohne Aura (mitunter auch: gewöhnliche Migräne) und Migräne mit Aura (mitunter auch: klassische Migräne). Kennzeichnend für beide Formen sind Migräne-Attacken mit meist starken, oft einseitigen Kopfschmerzen, die Betroffene als pulsierend und pochend wahrnehmen und die bei körperlicher Betätigung zunehmen.
Phasen einer Migräne-Attacke
Bei den beiden Hauptformen der Migräne lassen sich die Migräne-Attacken oder Migräne-Anfälle in ineinander übergehende Phasen einteilen:
Vorbotenphase (Prodromalstadium): Im Prodromalstadium treten unverkennbare Vorboten auf, die den Betroffenen die Migräne-Attacke ankündigen. Diese Vorboten sind sehr individuell: Bei manchen Betroffenen ist es Heißhunger, andere gähnen häufig und fühlen sich gereizt, wieder andere fühlen sich euphorisch. Die Migräne-Attacke ist bereits im Gange, auch wenn im Prodromalstadium noch keine Schmerzen auftreten.
Aura: Etwa 15 Prozent der Migräne-Betroffenen haben eine klassische Migräne, also eine Migräne mit Aura. Unmittelbar vor der Schmerzphase bemerken diese Patientinnen und Patienten Symptome, die Neurologinnen und Neurologen unter dem Begriff Aura zusammenfassen. Zu den möglichen Kennzeichen einer Aura gehören:
- Schwindel und Schwächegefühl
- Sehstörungen (z. B. Wahrnehmung von Doppelbildern, Lichtblitzen, Wellenlinien, blinden Flecken)
- Hörprobleme bis hin zu vorübergehender Taubheit
- Empfindungsstörungen (Parästhesien)
- SprechstörungenEine Aura besteht in der Regel nicht länger als eine Stunde, es folgt die Migräne-Schmerzphase (die Schmerzphase kann sich aber auch mit der Aura überlappen oder ausbleiben). Die Symptome der Aura bilden sich komplett zurück, bleiben also ohne dauerhafte Folgen.
Schmerzphase: Typisch sowohl für die Migräne mit Aura als auch für die Migräne ohne Aura sind stechende, pochende oder pulsierende Kopfschmerzen, die sich in der Regel einseitig bilden und auf Stirn, Schläfe und Augenbereich ausbreiten. Bei manchen Patientinnen und Patienten dehnen sich die zunächst einseitigen Kopfschmerzen bei Migräne auf beide Seiten aus, auch ein Wechsel der Schmerzseiten ist möglich. Die Schmerzphase hält in der Regel zwischen vier und 72 Stunden an. Häufige Begleitsymptome der Migräne-Kopfschmerzen sind:
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- Übelkeit und Erbrechen
- Licht- und Lärmempfindlichkeit
- Ein verstärktes Wahrnehmen von Gerüchen
- Eine erschwerte Nasenatmung und Naselaufen
- Leichtes AugentränenStress und körperliche Aktivitäten verstärken den migränebedingten Kopfschmerz, sodass für viele Betroffene in der Schmerzphase kein oder nur ein sehr eingeschränktes „Funktionieren“ im Alltag möglich ist. Weil auch Licht und Geräusche den Schmerz verstärken können, ziehen sich Betroffene nach Möglichkeit in einen abgedunkelten Raum zurück.
Rückbildungsphase (Erholungsphase): In der Rückbildungsphase der Migräne-Attacke entwickeln sich die pochenden oder pulsierenden Kopfschmerzen zu gleichbleibendem Schmerz, der allmählich abklingt. Häufig haben Betroffene ein erhöhtes Schlafbedürfnis, bis die Migräne-Attacke vollends beendet ist.
Seltenere Formen der Migräne
Neben den beiden Hauptformen der Migräne gibt es seltener auftretende Formen wie die hemiplegische Migräne (Migräne mit motorischer Aura), die vestibuläre Migräne (Schwindel-Migräne) und die Basilaris-Migräne (Migräne mit Hirnstammaura).
Symptome der Migräne
Die Symptome der Migräne sind vielfältig und können von Person zu Person variieren. Typische Symptome sind:
- Starke, pulsierende oder pochende Kopfschmerzen, meist einseitig
- Übelkeit und Erbrechen
- Licht- und Lärmempfindlichkeit
- Appetitlosigkeit
- Sehstörungen (Aura)
- Schwindel
- Empfindungsstörungen
Migräne ohne Kopfschmerzen
Zu Recht wird die Migräne meist mit starken pulsierenden oder pochenden Kopfschmerzen und dem belastenden Begleitsymptom Übelkeit (mit oder ohne Erbrechen) gleichgesetzt. Bei den meisten Betroffenen treten diese typischen Kennzeichen der Migräne auf. Ärztinnen und Ärzte sollten jedoch auch bei leichtem oder fehlendem Kopfschmerz bei Symptomen wie Schwindel und Übelkeit an die Möglichkeit einer Migräne denken. So gilt bei Kindern die abdominelle Migräne (Bauch-Migräne) mit Symptomen wie Appetitlosigkeit und Bauchschmerz als Vorläufer der klassischen Migräne.
Die Aura
Nicht immer tritt Migräne ganz aus dem Nichts auf. Etwa 10 bis 15 % der Betroffenen merken durch eine sogenannte Aura bereits im Voraus, dass sich eine Migräneattacke ankündigt. Auch hier gibt es eine Reihe von Symptomen, die klassisch für eine solche Migräneaura sind. Obwohl es Migränekranken nicht immer klar ist, läuft eine Migräne mit Aura meist in fünf Phasen ab:
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- Stunden oder sogar Tage vor der Attacke tritt Müdigkeit und manchmal Blässe ein. Gepaart sind diese Symptome teils mit Heißhunger, Übelkeit und Konzentrationsstörungen.
- Kurz vor Beginn der Kopfschmerzen kommen die bewusst wahrgenommenen Aura-Symptome hinzu: Sehstörungen (meist in Form eines Flimmerns, verschwommenen Sehens, Lichtblitzen, Zickzacklinien oder Gesichtsfeldeinschränkungen), Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheit in Armen und Beinen, seltener Sprachstörungen.
- Die Kopfschmerzphase ist der Teil der Migräneattacke, die auch Betroffene ohne Aura durchleiden.
- Nach den Kopfschmerzen folgt die Auflösungsphase, in der sich oft Symptome zeigen, die der Anfangsphase konträr gegenüberstehen. Während die Kopfschmerzen abnehmen, setzt beispielsweise völlige Appetitlosigkeit ein.
- Zuletzt kommt die Erholungsphase, in der keine Symptome mehr vorhanden sind, die Betroffenen aber brauchen, um sich von der Erschöpfung der Attacke zu regenerieren.
Dauer und Häufigkeit
Die Einteilung in verschiedene Phasen gibt auch Aufschluss darüber, wie lange Migräne anhält. Während die ersten Vorbotensymptome bereits Tage vor der Attacke auftreten können, dauert die bewusste Aura der Migräne mit Symptomen an den Augen etwa fünf bis 30 Minuten, in Ausnahmefällen bis zu einer Stunde.
Die Migräne-Dauer, also die alles entscheidende Schmerzphase, kann deutlich länger sein und variiert stark. Ohne Behandlung halten die heftigen Kopfschmerzen für mindestens vier Stunden an und können sogar für bis zu drei Tage andauern. Da Migränikerinnen und Migräniker in dieser Zeit meist nicht am Alltag teilnehmen können, stellt die Erkrankung eine große Einschränkung für das Leben Betroffener dar.
Auch die folgenden zwei Tage können noch an die Migräne „verloren gehen“ - denn so lange dauert mitunter die Erholungsphase der Erkrankten. Die Dauer eines Migräneanfalls liegt also insgesamt bei maximal einer Woche - wobei nur drei Tage davon mit Schmerzen einhergehen.
In den allermeisten Fällen haben Betroffene mehr schmerzfreie Tage als Tage mit Migräne. Wie oft im Monat Migräne auftritt, ist von Person zu Person verschieden, eine tatsächliche Dauer-Migräne gibt es aber nicht. In vereinzelten Fällen kann die Erkrankung allerdings chronisch werden - die Erkrankten haben dann für mindestens zwei Wochen pro Monat Schmerzen, und zwar über mehrere Monate hinweg.
Diagnose der Migräne
Frauen sind bis zu dreimal häufiger von Migräne betroffen als Männer. Generell ist die Migräne eine der häufigsten Kopfschmerzformen. Zwischen zehn und 15 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind betroffen (sogenannte Ein-Jahres-Prävalenz). Entsprechend häufig begegnet dieses Krankheitsbild den Neurologinnen und Neurologen.
Wichtigstes diagnostisches Instrument ist neben der neurologischen Untersuchung das Arzt-Patienten-Gespräch (Anamnese). Aufgrund der beschriebenen und aufgeschriebenen Krankheitszeichen können Fachärztinnen und Fachärzte eine Migräne eindeutig erkennen und diagnostizieren. Falls dies nicht eindeutig möglich ist oder falls ein Verdacht auf eine andere Ursache für die Symptome besteht, können weitere Untersuchungen des Gehirns wie eine Bildgebung des Kopfes notwendig sein.
Das Kopfschmerztagebuch
Damit bei Kopfschmerzen durch den Neurologen rasch eine zutreffende Diagnose gestellt und eine Erfolg versprechende Therapie eingeleitet werden kann, sollten Sie bereits vor dem Arztbesuch ein Kopfschmerztagebuch führen. Ihre Aufzeichnungen im Schmerztagebuch z.B.
Behandlung der Migräne
Da die Migräne eine chronische Erkrankung ist, deren Ursachen noch nicht genau bekannt sind, ist bislang keine Heilung möglich. Jedoch stehen heute Arzneimittel zur Verfügung, die die Symptome rund um die Migräne-Attacke effektiv lindern und so im Vergleich zu früheren Therapiemöglichkeiten die Lebensqualität von Betroffenen deutlich verbessern können. In der Akuttherapie der Migräne, also in der direkten Behandlung einer Migräne-Attacke, können Ärztinnen und Ärzte sowohl Medikamente zur Linderung der migränebedingten Kopfschmerzen als auch Medikamente zur Linderung der individuellen Begleitsymptome einsetzen. Hier sind insbesondere die Antiemetika zur Bekämpfung der Übelkeit zu nennen.
Medikamentöse Therapie
Leichte bis mittelschwere Migräne: Bei leichter bis mittelstarker Migräne können laut ärztlicher Leitlinie Medikamente aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) angewendet werden. NSAR wie Acetylsalicylsäure (ASS) und Ibuprofen sind zwar rezeptfrei in Apotheken erhältlich, jedoch sollten Migräne-Betroffene auch hier die Einnahme mit ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem behandelnden Arzt besprechen. Falls bei einer Patientin oder einem Patienten etwas gegen die Einnahme von NSAR spricht, können als Alternativen Paracetamol und andere ärztlich verordnete Medikamente infrage kommen.
Mittelschwere und schwere Migräne: Hier sind vor allem die Triptane zu nennen. Laut ärztlicher Behandlungsleitlinie sind sie die Substanzen mit der besten Wirksamkeit bei akuten Migräne-Attacken, jedoch muss immer auch das Nebenwirkungsprofil beachtet werden. Als Triptane wird eine Gruppe gleichartig wirkender Arzneistoffe bezeichnet, die nicht nur stärkere und starke migränebedingte Kopfschmerzen effektiv lindern können, sondern auch migränebedingte Begleitsymptome wie Übelkeit und Erbrechen. Wichtig ist der Zeitpunkt der Einnahme: Triptane sollen früh in der Kopfschmerzphase eingenommen werden, um bestmöglich zu wirken. Während der Aura, solange keine Kopfschmerzen bestehen, entfalten sie keine Wirkung. Abhängig von der Art des eingesetzten Triptans stehen leicht andere Wirkeigenschaften im Vordergrund: So verfügt Sumatriptan über den schnellsten Wirkeintritt, während Frovatriptan die längste Wirkdauer aufweist. Die Wahl des geeigneten Triptans richtet sich vor allem nach der Stärke der Schmerzen, der Dauer der Migräne-Attacke, der Verträglichkeit des Medikaments und den Wünschen der Patientin oder des Patienten.
- Wirkungsweise der Triptane: Wie genau Triptane wirken, ist noch nicht vollständig geklärt. Da Triptane im zentralen Nervensystem aber bestimmte Rezeptoren stimulieren, gilt der folgende Wirkmechanismus als wahrscheinlich: Triptane hemmen im Gehirn Entzündungsvorgänge, verengen erweiterte Blutgefäße und unterdrücken die Schmerzausbreitung. Damit unterbinden sie effektiv drei wesentliche Treiber der Migräne-Attacken.Aufgrund der gefäßverengenden Wirkung dürfen Triptane nicht bei Menschen mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt werden. Auch zur Daueranwendung - etwa bei chronischer Migräne - sind Triptane nicht geeignet, weil sie bei längerer Einnahme zu arzneimittelbedingten Kopfschmerzen führen können.
Vorbeugung der Migräne (Prophylaxe)
Als Prophylaxe bezeichnet man generell Maßnahmen, um einer Erkrankung vorzubeugen. Speziell bei der Migräne-Vorbeugung geht es um die bestmögliche Minderung von Attacken in Bezug auf Häufigkeit, Dauer und Intensität. Die Migräne-Prophylaxe verfolgt außerdem das Ziel, dass Patientinnen und Patienten nicht zu viele Medikamente gegen Migräne-Attacken einnehmen müssen.
Wann im Erkrankungsverlauf Ärztinnen und Ärzte mit ihren Patientinnen beziehungsweise Patienten eine medikamentöse Migräne-Prophylaxe besprechen sollten, ist insbesondere vom persönlichen Leidensdruck der Betroffenen abhängig und davon, inwieweit die Lebensqualität durch die Migräne-Attacken eingeschränkt ist.
Zur Einordnung, ob eine Migräne-Prophylaxe die Lebensqualität verbessern kann, helfen laut ärztlicher Leitlinie unter anderem die folgenden Fragen:
- Bestehen drei oder mehr Migräne-Attacken pro Monat, die die Lebensqualität beeinträchtigen?
- Halten die Migräne-Attacken regelmäßig länger als 72 Stunden an?
- Gehen die Medikamente in der Akuttherapie mit zu sehr belastenden Nebenwirkungen einher?
- Werden zu häufig Medikamente zur Behandlung von Migräne-Attacken eingenommen (an mehr als zehn Tagen im Monat)?
Eine Migräne-Prophylaxe kann vielschichtig aufgebaut sein:
- Medikamente: In der medikamentösen Migräne-Prophylaxe stehen mehrere unterschiedliche Substanzen zur Verfügung, die - wie beispielsweise die Betablocker - ursprünglich für einen anderen Therapiezweck entwickelt wurden, die aber auch in der Migräne-Vorbeugung wirksam sein können. Die neueste Klasse der Migräne-Prophylaktika stellen speziell entwickelte Antikörper dar.
- Entspannungsverfahren und psychotherapeutische Verfahren: Hier erlernen Migräne-Betroffene insbesondere Übungen und Techniken, um besser mit Stress und herausfordernden Situationen umgehen zu können, die eine Migräne-Attacke triggern können.
- Ausdauersport: Sportarten wie Radfahren, Schwimmen und Laufen können laut Studien ähnlich migränevorbeugend wirken wie die medikamentöse Prophylaxe. Allerdings muss der Ausdauersport regelmäßig betrieben werden und darf nicht zu intensiv ausfallen - sonst kann er Migräne-Attacken sogar fördern.
- Persönliche Trigger erkennen und vermeiden: Patientinnen und Patienten, die wissen, dass sie beispielsweise nach dem Genuss von Rotwein mit einer Migräne-Attacke…
- Regelmäßigkeit: Für viele Patientinnen und Patienten hilfreich ist Regelmäßigkeit. Das gilt für Schlafens- und Aufwachzeiten aber auch für Mahlzeiten. Hetze, Unregelmäßigkeit, Naschen und Überspringen von Mahlzeiten können Migränebeschwerden verschlimmern.
Alternative Behandlungsmethoden
- Akupunktur: Die Daten zur Wirksamkeit von Akupunktur sind widersprüchlich.
- Chiropraktik: Die Chiropraktik kombiniert Erkenntnisse aus Medizinwissenschaft, Heilkunde und Philosophie und stellt die Gesundheit durch Normalisierung der Funktionen des Nervensystems wieder her, ohne auf Medikamente oder chirurgische Eingriffe zurückzugreifen. Eine besonders sanfte Therapieform der Chiropraktik ist die sogenannte Sacro-Occipital-Technik. Diese umfasst alle Verfahren, die der Chiropraktiker zwischen Hinterhaupt (Occiput) und Kreuzbein (Sacrum) anwendet, um Fehlstellungen zu beseitigen.
- Remote Electrical Neuromodulation (REN): Die sogenannte Remote Electrical Neuromodulation (REN) ist eine weitere Möglichkeit, einer Migräne vorzubeugen oder sie zu behandeln. Dabei werden Nervenfasern außerhalb der Migräneschmerzregion stimuliert. In der Folge schüttet das Gehirn Botenstoffe aus - und der eigentliche Migränekopfschmerz wird unterdrückt.
Was hilft bei akuter Migräne?
Manchmal ist es trotz gesundem Lebensstil und vorbeugenden Maßnahmen zu spät und der Anfall ist da. Was hilft bei akuter Migräne? Diese Tipps sind häufig eine Hilfe bei Migräne:
- Ruhe und Dunkelheit: Migränebetroffene leiden während eines Anfalls oft unter Überempfindlichkeit. Vielen hilft es, sich dann in einen abgedunkelten, stillen Raum zurückzuziehen.
- Kühlung: Wie auch bei anderen Kopfschmerzarten ist ein feuchtes Tuch oder eine kühle Auflage häufig eine akute Hilfe bei Migräne.
- Stimulation des Nervus trigeminus: Mithilfe eines speziellen Geräts, das auf die Stirn geklebt wird, kann der für Schmerz verantwortliche Nerv des Gesichts stimuliert werden, was die Schmerzen lindert.
Die schnellste Linderung von Migränekopfschmerzen ist allerdings durch die gezielte Einnahme von Schmerzmedikamenten zu erreichen. Die oben genannten Tipps können zusätzlich für Besserung sorgen.
Was Sie selbst tun können
Neben der medikamentösen Behandlung gibt es verschiedene Maßnahmen, die Sie selbst ergreifen können, um Migräneattacken vorzubeugen oder zu lindern:
- Führen Sie ein Migräne-Tagebuch: Notieren Sie sich die auslösenden Faktoren Ihrer Migräneanfälle, um diese in Zukunft zu vermeiden.
- Achten Sie auf eine ausreichende Wasseraufnahme: Flüssigkeitsmangel kann das Blut verdicken und den Sauerstofftransport erschweren, was zu Kopfschmerzen führen kann.
- Nehmen Sie magnesiumhaltige Lebensmittel zu sich: Magnesium entspannt die Muskeln und kann Migräneanfällen vorbeugen. Magnesium ist unter anderem in Vollkorn, Nüssen und Gemüse enthalten.
- Vermeiden Sie Stress: Stress ist ein häufiger Auslöser von Migräneanfällen. Versuchen Sie, sich zu entspannen und Stress abzubauen, zum Beispiel durch autogenes Training oder die Jacobsen-Methode.
- Bewegung an der frischen Luft: Ein Spaziergang an der frischen Luft kann helfen, einen akuten Migräneanfall zu lindern.
- Kleine, kreisförmige Bewegungen: Führen Sie für etwa fünf Minuten mit Ihren Zeige- und Mittelfingern mit leichtem Druck kleine, kreisförmige Bewegungen aus.
- Minzöl: Tragen Sie etwas Minzöl auf die Schläfen und den Nacken auf.
- Kühlung: Falls Sie unter einem Migräneanfall leiden, der nicht durch verspannte Muskeln verursacht wird, ist eine Kühlung der Stirn, der Schläfen und des Nackens sinnvoll. Kühlen Sie hierbei eine Minute die betroffenen Stellen und pausieren Sie anschließend drei Minuten.
- Schichtarbeit vermeiden: Versuchen Sie auf Schichtarbeit, sofern es möglich ist, weitgehend zu verzichten.
- Sport: Treiben Sie drei bis vier mal pro Woche je eine halbe Stunde Sport. Hierbei sollten Sie es jedoch nicht übertreiben, sondern eher auf ruhigere Sportarten, wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen zurückgreifen. Dies ist jedoch eine vorbeugende Maßnahme.
Migräne bei Kindern
Bereits Kinder können an Migräne leiden, typisch ist aber ein erstes Auftreten nach der Pubertät. Jungen und Mädchen sind in etwa gleich häufig betroffen. Bei der kindlichen Migräne können neben Kopfschmerzen auch andere Symptome auftreten (z.B. Bauchschmerzen). Am häufigsten manifestiert sich die Migräne jedoch in der 2. und 3. Lebensdekade.
Für sie sind aber nicht alle Medikamente zugelassen. Schmerzmittel müssen in der Dosierung entsprechend angepasst werden. Auch aufgrund der möglichen Nebenwirkungen sollte eine Behandlung mit Medikamenten bei ihnen immer genau mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt abgestimmt sein.
Migräne in der Schwangerschaft
Auch in der Schwangerschaft lässt sich Migräne behandeln. In jedem Fall sollte eine Therapie dann mit einer Ärztin oder einem Arzt abgesprochen werden, um Schäden am Ungeborenen durch Medikamente zu vermeiden. Glücklicherweise verlieren viele betroffene Frauen während der Schwangerschaft vorübergehend ihre Migräne.