Mikroangiopathie im Gehirn: Ursachen, Symptome und Therapieansätze

Die Mikroangiopathie bezeichnet eine Gruppe von Erkrankungen, die durch Schädigungen der kleinen Blutgefäße, wie Kapillaren, Arteriolen und Venolen, gekennzeichnet sind. Sie tritt häufig bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck auf und kann zu schwerwiegenden Komplikationen, wie Nierenversagen oder Sehverlust, führen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Therapieansätze der Mikroangiopathie, insbesondere im Gehirn, und gibt einen umfassenden Überblick über diese komplexe Erkrankung.

Mikroangiopathie: Eine Definition

Mikroangiopathie bezeichnet eine Erkrankung, die durch Schädigungen der kleinen Blutgefäße, insbesondere der Arteriolen, Kapillaren und Venolen, gekennzeichnet ist. Diese Schädigungen können die Blutversorgung von Organen und Geweben beeinträchtigen, was zu verschiedenen Symptomen und Ursachen führen kann. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um geeignete Behandlungsmöglichkeiten zu finden und die Auswirkungen auf die Gesundheit zu minimieren. Mikroangiopathie kann in verschiedenen Krankheitsbildern auftreten, wie zum Beispiel bei Diabetes mellitus, arterieller Hypertonie oder bestimmten Autoimmunerkrankungen. Die Krankheiten, die mit Mikroangiopathie assoziiert werden, verursachen oft eine Verminderung der Durchblutung und damit eine Schädigung des Gewebes.

Häufige Symptome der Mikroangiopathie

Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Schmerzen in den Extremitäten: Diese können auf eine verminderte Durchblutung hindeuten.
  • Sehstörungen: Störungen der Augen können ein Zeichen für eine Schädigung der kleinen Blutgefäße im Auge sein.
  • Thrombosen: Die Bildung von Blutgerinnseln in den kleinen Gefäßen kann die Durchblutung weiter einschränken.
  • Gangrän: In schweren Fällen kann es zu Gewebetod kommen, insbesondere bei langanhaltenden Durchblutungsstörungen.
  • Hautveränderungen: Blässe, Geschwüre oder Veränderungen der Hautfarbe können auftreten.
  • Schwellungen: Eine Schwellung der Beine oder der Füße kann auf eine venöse Mikrovaskulopathie hindeuten.
  • Leberschäden, Nierenschäden, neurologische Symptome wie Kopfschmerzen oder Sehbeeinträchtigungen.
  • Häufig kommt es auch zu Thrombosen und Mikroinfarkten in verschiedenen Organen.

Um Mikroangiopathie zu diagnostizieren, können verschiedene Verfahren eingesetzt werden, einschließlich:

  • Ultraschalluntersuchungen
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Biopsien des betroffenen Gewebes

Die Behandlung zielt darauf ab, die zugrunde liegende Ursache zu beheben und die Symptome zu lindern.

Lesen Sie auch: Mikroangiopathie und Demenzrisiko

Beispiel: Diabetische Mikroangiopathie

Ein typisches Beispiel für Mikroangiopathie ist die diabetische Mikroangiopathie, bei der die kleinen Blutgefäße der Netzhaut und der Nieren geschädigt werden. Dies kann zu diabetischer Retinopathie, einer leading Ursache für Blindheit, und zu diabetischer Nephropathie führen, was zu Nierenversagen führen kann. Mikroangiopathie kann auch als Komplikation bei anderen Erkrankungen auftreten, also ist es wichtig, die zugrunde liegende Krankheit zu identifizieren.

Pathophysiologische Mechanismen

Die Mechanismen, die zu Mikroangiopathie führen, sind vielfältig. Eine häufige Ursache ist die Endothelschädigung, die durch verschiedene Faktoren wie Hyperglykämie, Bluthochdruck oder Entzündungsprozesse verursacht werden kann. Diese Schädigungen führen zur Akkumulation von Makromolekülen in den Gefäßen, was die Durchlässigkeit der Blutgefäße erhöht und die Funktion der Endothelzellen beeinträchtigt. In der Folge können Gewebe aufgrund einer mangelhaften Sauerstoff- und Nährstoffversorgung geschädigt werden. Ein weiterer Aspekt ist die Bildung von Mikrothromben, die die Blutzirkulation weiter einschränken können. Die Forschung zu Mikroangiopathie ist aktiv, da neue Ansätze zur Behandlung und Prävention entwickelt werden, die auf spezifische Mechanismen abzielen und die Lebensqualität der Patienten signifikant verbessern können.

Frühzeitige Erkennung und Behandlung

Die Symptome können schleichend eintreten oder plötzlich auftreten. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung sind entscheidend, um Folgeschäden zu vermeiden. Bei der diabetischen Mikroangiopathie zeigen Patienten häufig zunächst keine Symptome, bevor sie ernsthafte Probleme wie verschwommenes Sehen oder Schmerzen in den Beinen erleben. Symptome können erst nach jahrelanger Erkrankung sichtbar werden. Bei plötzlichen Sehstörungen oder Schmerzen in den Beinen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Ursächliche Mechanismen und Risikofaktoren

Um Mikroangiopathie zu verstehen, ist es wichtig, die zugrundeliegenden Mechanismen zu betrachten. Die kleinen Blutgefäße sind aufgrund ihrer Struktur besonders anfällig für Schädigungen. Eine häufige ursächliche Erkrankung ist Diabetes mellitus, bei der ein chronisch erhöhter Blutzuckerspiegel zu Schädigungen der Endothelzellen führt. Ein weiterer Faktor, der Mikroangiopathie begünstigen kann, ist Hypertonie, was die Wände der Blutgefäße schädigt und deren Elastizität verringert.

In der pathophysiologischen Entstehung spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

Lesen Sie auch: Zerebrale Mikroangiopathie: Ein Überblick

  • Oxidativer Stress
  • Entzündungsprozesse
  • Störungen der Blutgerinnung

Diese Prozesse führen zu einer erhöhten Gefäßpermeabilität, wodurch Flüssigkeit und Zellen in das umliegende Gewebe austreten können. Schließlich kann es zu Thrombosen kommen, die die Blutzufuhr zu lebenswichtigen Organen und Geweben verringern.

Zerebrale Mikroangiopathie: Auswirkungen auf das Gehirn

Die zerebrale Mikroangiopathie ist eine Erkrankung, die die kleinen Blutgefäße des Gehirns betrifft. Diese Schädigungen der Mikrovaskulatur können zu schwerwiegenden neurologischen Symptomen und Erkrankungen führen. Die zerebralen Mikroangiopathien als Erkrankungen der kleinen Hirngefäße stellen eine wesentliche Ursache von lakunären Schlaganfällen, Hirnblutungen und kognitiver Beeinträchtigung im höheren Lebensalter dar.

Symptome der zerebralen Mikroangiopathie

Wichtige Symptome, die mit zerebraler Mikroangiopathie assoziiert sind, umfassen:

  • Schwindel
  • Kognitive Beeinträchtigungen
  • Gangstörungen
  • Plötzliche Veränderungen der Sehfähigkeit

Die Schäden in den kleinen Blutgefäßen beeinträchtigen die Durchblutung des Gehirns und können zu einer Ischämie führen. Dies hat zur Folge, dass bestimmte Gehirnregionen nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden.

Vaskuläre Demenz als Folge

Ein typisches Beispiel für die Folgen einer zerebralen Mikroangiopathie ist die Entwicklung von Vaskulären Demenzen. Diese treten auf, wenn die Durchblutung des Gehirns über einen längeren Zeitraum stark beeinträchtigt ist, was zum Verlust neuronal wichtiger Verbindungen führt. Vaskuläre Demenz ist ein Überbegriff für Erkrankungen, bei denen die Funktion des Gehirns beeinträchtigt wird. Der Begriff „vaskulär“ leitet sich vom lateinischen Wort „vas“ für „Gefäß“ ab und bedeutet „die Blutgefäße betreffend“. Gemeinsame Ursache dieser Erkrankungen ist eine Veränderung in der Hirn-Durchblutung: Wenn sie eingeschränkt ist, können die Nervenzellen im Gehirn nicht mehr wie gewohnt arbeiten und erleiden bleibende Schäden, die unter anderem zu Gedächtnisverlusten und Konzentrationsstörungen führen können. Vaskuläre Demenz ist die zweithäufigste Demenz-Form. Dabei führen Durchblutungsstörungen zu einer Beeinträchtigung der geistigen Fähigkeiten, beispielsweise des Gedächtnisses.

Lesen Sie auch: Faszination Nesseltiere: Wie sie ohne Gehirn leben

Ursachen und Risikofaktoren

Die zerebrale Mikroangiopathie ist nicht nur eine isolierte Erkrankung, sondern kann auch als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen auftreten, insbesondere bei älteren Menschen. Zu den Hauptursachen gehören Hypertonie, Diabetes mellitus und kardiovaskuläre Erkrankungen. Eine chronische arterielle Hypertonie und/oder ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus führt im Verlauf von Jahren zu einer Lipohyalinose und Mikroatheromen in den Arteriolen des Gehirns. Darüber hinaus treten mikroangiopathische Infarkte bei Amyloidangiopathie, CADASIL, Pseudoxanthoma elasticum und Morbus Fabry auf.

Die pathophysiologische Grundlage dieser Erkrankung beruht auf einer Schädigung des Endothels in den kleinen Blutgefäßen des Gehirns. Folgende Mechanismen spielen eine Rolle:

  • Chronischer Bluthochdruck: Dieser führt zu einer Versteifung der Gefäßwände, die Durchblutung wird beeinträchtigt.
  • Hyperglykämie: Erhöhter Blutzucker schädigt die endothelialen Zellen.
  • Entzündungsprozesse: Diese durch verschiedene Stoffwechselerkrankungen initiierten Prozesse tragen zur Gefäßschädigung bei.

Die gestörte Blutzirkulation kann zu den typischen Symptomen wie Schlaganfällen oder transienten ischämischen Attacken (TIAs) führen. Das rechtzeitige Erkennen von Anzeichen der zerebralen Mikroangiopathie ist essenziell, da frühe Interventionen das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen können.

Zerebrale Amyloidangiopathie (CAA)

Mit der sog. „superfiziellen Siderose“ haben Forscher einen wichtigen Marker der sog. zerebralen Amyloidangiopathie (CAA), der zweithäufigsten Mikroangiopathie, etabliert, der mittlerweile fester Bestandteil der internationalen Diagnosekriterien der Erkrankung ist. In weiterführenden Studien konnte gezeigt werden, dass dieser Befund einerseits einen Risikofaktor für neue intrazerebrale Blutungen bei den Betroffenen darstellt, andererseits aber auch mit kognitiven Einschränkungen einhergeht. Aktuell wird eine multizentrische, prospektive MRT-basierte Studie zu dieser Thematik durchgeführt (SuSPect-CAA-Study = Superficial Siderosis in Patients with suspected Cerebral Amyloid Angiopathy, ClinicalTrials identifier: NCT01856699). Hauptziel dieser Studie ist es, die Bedeutung der superfiziellen Siderose als Prädiktor für neue Schlaganfälle oder Tod bei Patienten mit einer CAA zu determinieren. Als weitere wesentliche Fragestellung wird der Beitrag der CAA und anderer zerebraler Mikroangiopathien zur kognitiven Beeinträchtigung und dementiellen Entwicklung, sowie deren Überschneidung mit bzw. Abgrenzung gegenüber dem Morbus Alzheimer untersucht.

Mikroangiopathische Infarkte

Besonders betroffen sind die aus dem Mediahauptstamm senkrecht abgehenden lentikulostriären Gefäßäste sowie die den Thalamus und den Hirnstamm versorgenden Rr. perforantes. Der Verschluss einzelner solcher Gefäße führt zur Ausbildung lakunärer Infarkte, die definitionsgemäß in CT oder MRT als kleine Ischämieareale mit einem Durchmesser von nicht mehr als 15 mm nachzuweisen sind. Im Englischen wird auch von „small deep infarct“ gesprochen. Supratentoriell gelegene lakunäre Infarkte können in der Regel schon CT-morphologisch nachgewiesen werden, während infratentorielle Lakunen zuverlässig nur mit der MRT dargestellt werden. In 60 % finden sich neben mikroangiopathischen Infarkten auch 2-5 mm große Mikroblutungen, die sich fast ausschließlich in der T2*- oder der Susceptibility-Weighted-Imaging(SWI)-Sequenz im MRT nachweisen lassen. Sind dabei Stammganglien und Hirnstamm von Mikroblutungen ausgespart und finden sich auch kortikale Kugelblutungen mit superfizialen Blutauflagerungen (superfiziale Hämosiderose), ist dies gut mit einer Amyloidangiopathie vereinbar (van Rooden et al.). MRT-Studien haben gezeigt, dass etwa 80 % aller lakunären Infarkte stumm verlaufen. Andererseits können strategisch ungünstig lokalisierte Lakunen im hinteren Schenkel der Capsula interna aber auch eine schwere sensomotorische Hemiparese verursachen. Da das Kleinhirn nicht durch funktionelle Endarterien versorgt wird, finden sich hier niemals lakunäre Infarkte. Flüchtige Ischämien treten bei fluktuierendem Verschluss einer perforierenden Arterie durch Lipohyalinose in 20 % der Fälle auf, bevor eine lakunäre Infarzierung resultiert. Das Auftreten einer einzelnen Lakune kann je nach Lokalisation zu klinisch charakteristischen Symptomkonstellationen führen. Beim Nachweis multipler lakunärer Infarkte wird CT-/MRT-morphologisch auch vom Status lacunaris gesprochen. Hier sind die Übergänge zur subkortikalen arteriosklerotischen Enzephalopathie (SAE, Morbus Binswanger) mit begleitender flächiger, periventrikulärer Demyelinisierung des Marklagers (Leukenzephalopathie) fließend. Später entwickelt sich jedoch eine vaskuläre Demenz mit begleitender Inkontinenz und kleinschrittiger Gangapraxie, auf die ausführlich im Kap. „Vaskulär bedingte Demenz“ eingegangen wird. Von einem „pure motor stroke“ spricht man, wenn eine Mono- oder Hemiparese auftritt, die nicht mit zusätzlichen neurologischen Defiziten, insbesondere ohne eine halbseitige Sensibilitätsstörung, einhergeht und auf eine singuläre lakunäre Infarzierung zurückgeführt werden kann. Die möglichen Läsionsorte liegen im Verlauf der Pyramidenbahn in der Capsula interna, dem Hirnschenkel, der Pons und der Pyramidenkreuzung in der Medulla oblongata. Somit lässt das akute Auftreten eines isolierten motorischen Defizits mehr auf die Ätiologie als auf die Lokalisation schließen. Isolierte sensible Störungen finden sich unter den lakunären Syndromen seltener, haben jedoch die höchste Spezifität bezüglich ihrer Ätiologie. Durch eine große Lakune bei Verschluss einer einzelnen perforierenden Arterie können auch sensomotorische Hemisyndrome unter Einschluss des Gesichtes ausgelöst werden.

Behandlungsmöglichkeiten der Mikroangiopathie im Gehirn

Die Behandlungsmöglichkeiten für Mikroangiopathie im Gehirn konzentrieren sich darauf, die zugrunde liegenden Ursachen zu behandeln und die Symptome zu lindern. Da Durchblutungsstörungen die Ursache der vaskulären Demenz sind, ist es besonders wichtig, bestehende Risiko-Erkrankungen zu behandeln. So kann die Gefahr verringert werden, dass noch mehr Hirngewebe abstirbt.

Therapieansätze

Häufige Ansätze in der Therapie sind:

  • Medikamentöse Therapie: Blutdrucksenker, Antidiabetika und Cholesterinsenker können helfen, die Risikofaktoren zu kontrollieren. Bei Herzerkrankungen wie Vorhofflimmern, koronarer Herzkrankheit oder Herzschwäche wird ebenfalls gezielt therapiert. Wenn Blutgerinnsel im Gehirn aufgetreten sind, kommen gerinnungshemmende Medikamente zum Einsatz - ASS bei Gefäßleiden und Gerinnungshemmer bei Vorhofflimmern. So lassen sich weitere Schlaganfälle verhindern. Ist eine stark verengte Halsschlagader die Ursache, kann die Engstelle auch durch eine Operation oder einen Stent behandelt werden.
  • Lebensstiländerungen: Eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und das Vermeiden von Rauchen können das Risiko reduzieren. Ausdauersport und gesunde Ernährung zählen zu den vorbeugenden Hilfsmitteln, während Übergewicht, Rauchen, Diabetes und Bluthochdruck zu den Risikofaktoren zählen. Selbst nach dem Auftreten von ersten Auffälligkeiten können Patientinnen und Patienten das Fortschreiten des Gedächtnisverlustes verlangsamen, wenn sie auf einen gesunden Lebenswandel achten.
  • Rehabilitation: Physio- und Ergotherapie können nach einem Schlaganfall oder anderen neurologischen Ereignissen unterstützen. Menschen mit Demenz benötigen in der Regel eine langfristige Begleitung und Behandlung. Daran sind Fachkräfte aus Medizin, Psychologie, Pflege, Ergotherapie, Physiotherapie und Sozialarbeit beteiligt.

Die Wahl der Behandlung hängt von der Schwere der Erkrankung und den individuellen Patientenfaktoren ab. Bei einem Patienten mit zerebraler Mikroangiopathie könnte der Arzt anordnen, den Blutdruck zu senken, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern. Zusätzlich könnte eine Ernährungsberatung sinnvoll sein, um gesunde Essgewohnheiten zu fördern.

Bedeutung der Risikofaktoren

Um die Behandlungsmöglichkeiten besser zu verstehen, ist es wichtig, die Rolle der Risikofaktoren zu betrachten. Zu den häufigsten Faktoren, die zur Mikroangiopathie im Gehirn führen, zählen:

  • Unkontrollierte Bluthochdruck: Dieser ist einer der Hauptverursacher von Gefäßerkrankungen.
  • Diabetes mellitus: Unzureichende Blutzuckerkontrolle schädigt die Blutgefäße.
  • Aufregung und Stress: Diese können zu einem Anstieg des Blutdrucks beitragen und den Gefäßzustand verschlechtern.

In der Therapie sollte ein multidisziplinärer Ansatz verfolgt werden, der Neurologen, Diabetologen, Kardiologen und Physiotherapeuten einbezieht.

Medikamente gegen Demenz

Für die Alzheimer-Demenz gibt es Medikamente, durch die sich die Symptome mitunter abschwächen lassen. Hierzu zählen Cholinesterasehemmer und Memantin. Diese Medikamente wirken allerdings nur vorübergehend und haben keinen Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung. Bei vaskulärer Demenz sind sie unwirksam, zudem können sie Nebenwirkungen verursachen. Sie sollten daher bei einer rein gefäßbedingten Demenz eher nicht eingesetzt werden. Bei Bedarf verschreiben Ärztinnen und Ärzte Psychopharmaka, um Symptome wie Unruhe, Angst, Reizbarkeit, aggressives Verhalten, Schlafstörungen und Depressionen zu lindern. Vorab ist es jedoch wichtig, andere Ursachen für die psychischen Symptome auszuschließen.

Frühzeitige Diagnose und Prävention

Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um ernsthafte Komplikationen zu vermeiden. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können helfen, Risikofaktoren rechtzeitig zu erkennen. Frühzeitige Erkennung und Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes sind entscheidend für die Prävention von zerebralen Mikroangiopathien.

Leben mit vaskulärer Demenz: Was bedeutet das?

Demenz ist eine fortschreitende Erkrankung. Mit der Zeit ist es betroffenen Menschen immer weniger möglich, Aktivitäten des täglichen Lebens nachzugehen. Die selbstständige Lebensführung wird schwieriger. Im fortgeschrittenen Stadium benötigen Menschen mit Demenz umfassende Unterstützung im Alltag und meist dauerhafte Pflege.

Vorsorgemaßnahmen

Je weiter eine Demenz fortschreitet, umso mehr nimmt die Selbstständigkeit ab. Irgendwann ist es erkrankten Menschen nicht mehr möglich, eigenständig wichtige Entscheidungen zu fällen. Daher ist es ratsam, möglichst im frühen Stadium der Erkrankung gezielte Vorkehrungen hinsichtlich Betreuung und Vorsorge zu treffen:

Mit einer Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung lässt sich regeln, wer später Aufgaben in der Versorgung übernehmen und Entscheidungen treffen soll.

tags: #mikroangiopathie #gehirn #kopfschmerzen