Die Hausstaubmilbenallergie ist eine weit verbreitete Erkrankung, von der schätzungsweise sieben Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Die Symptome können denen einer Erkältung oder einer Pollenallergie ähneln, was die Diagnose oft erschwert. Die ständige Belastung durch Allergene kann jedoch nicht nur körperliche Beschwerden verursachen, sondern auch erhebliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben.
Ursachen und Auslöser der Hausstaubmilbenallergie
Die Hausstaubmilbenallergie wird nicht durch den Hausstaub selbst, sondern durch bestimmte Eiweiße im Kot der Hausstaubmilben ausgelöst. Diese winzigen Spinnentiere, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, leben in nahezu jedem Haushalt und ernähren sich von abgestorbenen Hautzellen. Ihr Kot enthält Enzyme, die bei sensibilisierten Personen allergische Reaktionen auslösen können.
Besonders wohl fühlen sich Hausstaubmilben an dunklen, feuchten Orten wie Matratzen, Kissen, Decken, Polstern und Teppichen. In der Heizperiode, wenn die Raumluft trockener wird, werden die allergenen Kotpartikel leichter aufgewirbelt und eingeatmet, was die Beschwerden verstärken kann.
Typische Symptome einer Hausstaubmilbenallergie
Die Symptome einer Hausstaubmilbenallergie können vielfältig sein und ähneln oft denen einer Erkältung oder einer Pollenallergie. Zu den häufigsten Beschwerden gehören:
- Morgendliche Niesattacken
- Laufende oder verstopfte Nase
- Juckende, tränende Augen
- Trockener Reizhusten, besonders nachts
- Chronische Entzündungen der Nasen- und Nebenhöhlen (Rhinosinusitis) mit Dauerschnupfen und Kopfdruck
Zusätzlich können auch Müdigkeit, Konzentrations- und Leistungsabfall, Schlafstörungen und in seltenen Fällen Hautreaktionen auftreten. Unbehandelt kann eine Hausstaubmilbenallergie zu einem sogenannten Etagenwechsel führen, bei dem sich die Entzündung von den oberen Atemwegen auf die Lunge ausbreitet und Asthma verursacht.
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Psychische Auswirkungen der Hausstaubmilbenallergie
Die ständige Belastung durch die Symptome einer Hausstaubmilbenallergie kann erhebliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben. Viele Betroffene leiden unter:
- Angst und Unsicherheit: Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten verunsichern Menschen und greifen in die Balance des Lebens ein. Viele Patienten kontrollieren sehr stark ihr Essen und sorgen für Sicherheit, indem sie Lebensmittel meiden und weglassen.
- Nervosität, Erschöpfung und Reizbarkeit: Patienten, die von Allergien betroffen sind, kennen das damit verbundene Unwohlsein.
- Scham und sozialer Rückzug: Kommen sichtbare Symptome dazu, schämen sich Betroffene nicht selten, ziehen sich sogar zurück.
- Eingeschränkte Lebensqualität: Wenn die Lebensqualität eingeschränkt ist, sollte man sich auf jeden Fall in die Hände eines Arztes begeben. Wenn man bemerkt, dass man, bewusst oder unbewusst, Nahrungsmittel weglässt und sich der Speiseplan aus "Angst" immer mehr einschränkt, kann der erste Gang auch zur qualifizierten Ernährungsfachkraft sein.
- Depressionen: Bisher konnten nur Zusammenhänge zwischen Depressionen und ganzjährigen Allergien, zum Beispiel auf Hausstaub oder Tierhaare, nachgewiesen werden. Jugendliche mit Heuschnupfen zeigten in einer Studie höhere Angst und Depressions-Scores und eine geringere Stressresistenz.
Diese psychischen Belastungen können den Krankheitsverlauf zusätzlich negativ beeinflussen und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich mindern.
Diagnose und Behandlung der Hausstaubmilbenallergie
Die Diagnose einer Hausstaubmilbenallergie erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus Anamnese, Hauttests (Prick-Test) und/oder Bluttests zur Bestimmung spezifischer IgE-Antikörper. Bei unklaren Fällen kann auch ein Provokationstest durchgeführt werden, bei dem das Allergen direkt auf die Nasenschleimhaut aufgebracht wird.
Die Behandlung der Hausstaubmilbenallergie umfasst verschiedene Ansätze:
Allergenvermeidung
Die wichtigste Maßnahme ist die Reduzierung der Milbenbelastung in der Wohnung, insbesondere im Schlafzimmer. Dazu gehören:
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- Verwendung milbendichter Bezüge (Encasings) für Matratzen, Kissen und Decken
- Regelmäßiges Waschen der Bettwäsche bei mindestens 60 °C
- Häufiges Staubsaugen mit HEPA-Filter
- Feuchtes Wischen glatter Oberflächen
- Vermeidung von Staubfängern wie Teppichen, Vorhängen und Polstermöbeln
- Gute Belüftung des Schlafzimmers und Aufrechterhaltung einer niedrigen Luftfeuchtigkeit (40-60 %) und Temperatur (18-20 °C)
Medikamentöse Therapie
Zur Linderung der Symptome können verschiedene Medikamente eingesetzt werden:
- Antihistaminika: Dämpfen Niesreiz und Juckreiz.
- Kortisonhaltige Nasensprays: Reduzieren die Entzündung in der Nasenschleimhaut.
- Abschwellende Nasensprays: Sollten nur kurzzeitig im Notfall angewendet werden.
- Salzhaltige Nasensprays und Nasenduschen: Können die Beschwerden lindern.
Spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung)
Die spezifische Immuntherapie (SIT), auch Hyposensibilisierung genannt, zielt darauf ab, die Überreaktion des Immunsystems auf die Hausstaubmilbenallergene nachhaltig zu dämpfen. Dabei werden dem Patienten über einen Zeitraum von drei Jahren regelmäßig niedrige Dosen des Allergens verabreicht, entweder in Form von Tabletten unter die Zunge (SLIT) oder als Spritzen (SCIT).
Die SIT kann die Symptome und den Bedarf an Medikamenten deutlich reduzieren und gleichzeitig das Risiko für die Entwicklung eines Asthmas verringern.
Psychologische Unterstützung
Bei ausgeprägten psychischen Belastungen kann eine psychologische Unterstützung sinnvoll sein. Eine qualifizierte Ernährungsfachkraft oder ein Psychotherapeut kann helfen, Ängste abzubauen, den Umgang mit der Erkrankung zu erleichtern und die Lebensqualität zu verbessern.
Die Rolle der Ernährung bei Allergien und Unverträglichkeiten
Es ist wichtig zu beachten, dass psychische Faktoren sich sowohl physiologisch als auch psychologisch auf den Magen-Darm-Trakt auswirken können. Unter psychischem Stress verändert sich das Mikrobiom, und psychosoziale Faktoren können den Verlauf einer Erkrankung beeinflussen. Stress scheint tatsächlich bei der Aktivierung vieler Erkrankungen beteiligt zu sein.
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Viele Patienten mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Nahrungsmittelallergien zeigen Angstsymptome. Sie kontrollieren sehr stark ihr Essen und sorgen für Sicherheit, indem sie Lebensmittel meiden und weglassen. Es ist daher wichtig, die einzelnen Symptome und deren Auslöser möglichst genau zu kennen.