Osteopathie bei neurologischen Beschwerden: Ein ganzheitlicher Ansatz

Die Osteopathie erfreut sich zunehmender Beliebtheit als alternative Behandlungsmethode, insbesondere bei neurologischen Erkrankungen. Dieser Artikel beleuchtet die Grundlagen der Osteopathie, ihre Anwendungsbereiche im neurologischen Kontext und die Möglichkeiten der Kostenübernahme durch Krankenkassen.

Was ist Osteopathie?

Die Osteopathie ist eine ganzheitliche, manuelle Behandlungsmethode. Osteopathen betrachten den Körper als Einheit und suchen nach den Ursachen von Beschwerden, anstatt lediglich Symptome zu bekämpfen. Jede Körperstruktur (Organ, Gelenk, Muskel, Gewebe) muss mit Nerven und Gefäßen versorgt werden, um optimal funktionieren zu können. Die Osteopathie sieht ihre Aufgabe darin, diese Wege des Stoff- und Informationsflusses freizuhalten.

Das Zusammenspiel aller Einflüsse

Das Leben hinterlässt Spuren im Körper: Stürze, Krankheiten, psychisch traumatische Ereignisse, Operationen, Vergiftungen, aber auch Angewohnheiten wie Rauchen, unzureichende Vitaminzufuhr oder mangelnde Bewegung. Diese Spuren manifestieren sich oft als Bereiche von Trägheit und erhöhter Dichte, was zu verminderter Elastizität, eingeschränkter Beweglichkeit und reduzierter Anpassungsfähigkeit führen kann. Alle diese Spuren existieren gleichzeitig und beeinflussen sich gegenseitig. Das Ziel der Osteopathie ist es, mehr Beweglichkeit und Elastizität in diesem gesamten System zu erreichen.

Osteopathie und Neurologie: Ein ideales Zusammenspiel

Die Neurologie beschäftigt sich mit den Funktionen des Nervensystems, das eine entscheidende Rolle in allen Prozessen des Organismus spielt. Hier entstehen Wahrnehmung, Empfinden und die Steuerung von Körper- und Organfunktionen wie Denken, Sprechen und Koordination, die vom zentralen Nervensystem gesteuert werden. Alles außerhalb des zentralen Nervensystems wird als peripheres Nervensystem bezeichnet. Beide Systeme sind miteinander vernetzt und steuern Organfunktionen und Sensorik. Das vegetative Nervensystem (VNS) ist Teil des peripheren Nervensystems und reguliert unbewusst ablaufende Prozesse im Körper.

Neurologische Erkrankungen können vielfältige Ursachen haben. Viren und Bakterien können das Nervensystem schädigen, ebenso Verletzungen, Druck oder Quetschungen. Eine der häufigsten Beschwerden sind Kopfschmerzen, die in verschiedenen Varianten auftreten können. Gerade wenn die Ursachen von chronischen Kopfschmerzen oder anderen neuronalen Erkrankungen unklar sind, kann ein Besuch beim Osteopathen aufschlussreich sein, da hier Ursachenforschung betrieben wird.

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Warum Osteopathie bei neurologischen Erkrankungen?

Die Osteopathie ist eine ideale alternative Behandlungsmethode bei neurologischen Erkrankungen, da sie den Patienten ganzheitlich betrachtet und nach den Ursprüngen der Beschwerden forscht. Osteopathen untersuchen den gesamten Körper und setzen alles miteinander in Verbindung, um die Ursache zu beheben oder den Körper bestmöglich bei der Selbstheilung zu unterstützen.

Vor allem der craniosacrale Schwerpunkt der Osteopathie kann eine positive Wirkung auf das zentrale Nervensystem haben, da hierbei die Flüssigkeitszirkulation und Drainage im Gehirn verbessert und die Regeneration deutlich unterstützt wird.

Anwendungsbereiche der Osteopathie bei neurologischen Beschwerden

Die Osteopathie kann bei einer Vielzahl von Beschwerden im neurologischen Bereich eingesetzt werden, darunter:

  • Kopfschmerzen und Migräne: Osteopathie kann helfen, Spannungen und Blockaden im Bereich des Schädels und der Halswirbelsäule zu lösen, die zu Kopfschmerzen und Migräne beitragen können.
  • Neuralgien: Symptome wie Missempfindungen in den Gliedmaßen oder Neuralgien können eine Kettenreaktion im Körper auslösen. Die Osteopathie kann helfen, die Ursachen dieser Beschwerden zu finden und zu behandeln.
  • Schlafstörungen: Osteopathie kann helfen, das Nervensystem zu beruhigen und somit Schlafstörungen zu lindern.
  • Beschwerden im Bereich von Blase, Prostata & Beckenboden: Osteopathie kann hier unterstützend wirken.
  • Tinnitus: Bei Ohrgeräuschen (Tinnitus) sind die Ursachen oft sehr komplex. Eine osteopathische Therapie bietet eine wertvolle Alternative.

Narbenbehandlung in der Osteopathie

Jede Narbe, egal wie alt, kann behandelt und ihre Spannungen vermindert werden. Osteopathen arbeiten mit Zug statt mit Druck, um alle Körperschichten bis in die Tiefe zu erreichen. Im Liedler-Konzept werden große Bewegungen des ganzen Körpers eingesetzt, die die Patient:innen aktiv durchführen. Liedler-Therapeut:innen berücksichtigen auch die psychische Ebene, die in Narben liegen kann.

Die Behandlung

Jeder Osteopath hat seinen eigenen Ansatz, geprägt durch unterschiedliche Schulen und Schwerpunkte. Ein breites Spektrum an Techniken ermöglicht eine individuelle Behandlung, bei der Achtsamkeit und die persönliche Betreuung jedes Patienten im Mittelpunkt stehen.

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Ablauf einer osteopathischen Behandlung

  1. Anamnese: Zu Beginn der Behandlung steht ein ausführliches Gespräch, in dem der Osteopath die Krankengeschichte des Patienten erfasst und sich ein Bild von seinen Beschwerden macht.
  2. Untersuchung: Der Osteopath untersucht den Körper des Patienten mit seinen Händen, um Bewegungseinschränkungen, Spannungen und Blockaden aufzuspüren.
  3. Behandlung: Mit sanften, manuellen Techniken löst der Osteopath die gefundenen Blockaden und Spannungen, um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.

Wie viele Termine sind notwendig?

Die Häufigkeit der Behandlungen kann je nach den spezifischen Beschwerden und Zielen variieren. In der Regel wird empfohlen, mit einer initialen Konsultation zu beginnen, um die Situation zu bewerten und einen individuellen Behandlungsplan zu entwickeln. Die weiteren Sitzungen richten sich nach dem Fortschritt und den Empfehlungen des Therapeuten.

Kostenübernahme durch Krankenkassen

Viele gesetzliche Krankenkassen bezuschussen Osteopathie, entweder regulär oder im Rahmen eines Bonusprogramms. Voraussetzung ist, dass der Osteopath eine 4-6 jährige Berufsausbildung oder ein Studium absolviert hat. Da sich das Vorgehen je nach Versicherung leicht unterscheidet, sollte man sich im Vorhinein bei der eigenen Krankenkasse erkundigen.

Voraussetzungen für die Kostenübernahme

  • Ärztliche Verordnung: In der Regel ist eine ärztliche Bescheinigung oder Überweisung von einem Arzt erforderlich. Diese sollte vor Beginn der Behandlung ausgestellt sein und den Vermerk "Osteopathische Behandlung" enthalten. Jede Ärztin und jeder Arzt sowie jede Zahnärztin und jeder Zahnarzt kann die ärztliche Bescheinigung formlos ausstellen.
  • Qualifikation des Osteopathen: Der Osteopath muss über eine anerkannte berufliche Qualifikation verfügen.

Beispiele für Krankenkassenleistungen

  • Einige Krankenkassen bezuschussen maximal drei osteopathische Behandlungen pro Kalenderjahr.
  • Andere Krankenkassen übernehmen einen bestimmten Prozentsatz der Behandlungskosten (z.B. 80 %) bis zu einem bestimmten Höchstbetrag pro Sitzung.
  • Wieder andere Krankenkassen bieten Osteopathie im Rahmen ihres Bonusprogramms an.

Es ist ratsam, sich bei der eigenen Krankenkasse über die genauen Bedingungen und den Umfang der Kostenübernahme zu informieren.

Kontraindikationen

Osteopathie ist sanft und risikoarm, dennoch gibt es Kontraindikationen wie akute Infektionen, schwere Verletzungen, frische Frakturen oder Tumorerkrankungen.

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