Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe verleiht alle zwei Jahre den Motivationspreis an Personen, die sich in besonderem Maße für das Thema Schlaganfall engagieren. Dieser Preis würdigt das Engagement von Betroffenen, ehrenamtlichen Helfern und Fachleuten. Die Nominierten dienen als Vorbilder und Motivation für andere Betroffene, sich nach einem Schlaganfall zurück ins Leben zu kämpfen.
Zielsetzung und Bedeutung des Motivationspreises
Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe verfolgt seit ihrer Gründung im Jahr 1993 das Ziel, Schlaganfälle zu verhindern und die Versorgung von Betroffenen zu verbessern. Der Motivationspreis ist ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit. Er soll das öffentliche Bewusstsein für das Thema Schlaganfall schärfen und die Menschen ermutigen, sich aktiv für die Prävention und Nachsorge einzusetzen.
Die Verleihung des Motivationspreises ist ein bedeutendes Ereignis, das die Leistungen der Preisträger würdigt und gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf die Herausforderungen lenkt, mit denen Schlaganfall-Betroffene und ihre Angehörigen konfrontiert sind. Der Preis trägt dazu bei, die Solidarität und Unterstützung für diese Menschen zu stärken.
Kategorien des Motivationspreises
Der Motivationspreis wird in verschiedenen Kategorien verliehen, um die Vielfalt des Engagements im Bereich Schlaganfall zu würdigen:
- Betroffene: Diese Kategorie zeichnet Schlaganfall-Betroffene aus, die trotz ihrer Erkrankung ein eigenständiges Leben führen und andere Betroffene ermutigen.
- Ehrenamtliche: In dieser Kategorie werden Personen geehrt, die sich ehrenamtlich in der Schlaganfall-Hilfe engagieren, beispielsweise als Schlaganfall-Helfer oder in Selbsthilfegruppen.
- Fachleute: Diese Kategorie würdigt Fachleute aus dem Gesundheitswesen, die sich in der Versorgung von Schlaganfall-Patienten besonders engagieren, wie beispielsweise Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte.
Zusätzlich zum Motivationspreis kann die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe einen Ehrenpreis vergeben, um Personen zu ehren, die sich in besonderer Weise für die Stiftung und Schlaganfall-Betroffene eingesetzt haben.
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Kriterien für die Nominierung und Auswahl
Die Kriterien für die Nominierung und Auswahl der Preisträger sind vielfältig und berücksichtigen verschiedene Aspekte des Engagements:
- Herausragendes Engagement: Die Nominierten müssen sich in herausragender Weise für das Thema Schlaganfall eingesetzt haben, sei es durch ihren persönlichen Kampf zurück ins Leben, ihren ehrenamtlichen Einsatz oder ihre fachliche Expertise.
- Vorbildfunktion: Die Nominierten sollen als Vorbilder dienen und andere Betroffene ermutigen, sich nach einem Schlaganfall nicht aufzugeben und sich aktiv für ihre Genesung einzusetzen.
- Motivation: Die Nominierten sollen andere Menschen motivieren, sich für die Prävention und Nachsorge von Schlaganfällen zu engagieren.
- Positive Auswirkungen: Das Engagement der Nominierten soll positive Auswirkungen auf das Leben von Schlaganfall-Betroffenen und ihren Angehörigen haben.
Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch eine Jury, die sich aus Experten aus dem Gesundheitswesen, Vertretern der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und Betroffenen zusammensetzt. Die Jury bewertet die Nominierungen anhand der genannten Kriterien und wählt die Preisträger aus.
Beispiele für Preisträger und Nominierte
Zahlreiche Menschen haben in den vergangenen Jahren den Motivationspreis der Deutschen Schlaganfall-Hilfe erhalten oder waren für ihn nominiert. Ihre Geschichten sind inspirierend und zeigen, wie vielfältig das Engagement im Bereich Schlaganfall sein kann.
- Jörg Dönicke: Der Hamelner Jörg Dönicke erlitt mit nur 42 Jahren einen Schlaganfall. Trotz aller Widrigkeiten kämpfte er sich zurück ins Leben und führt heute ein eigenständiges Leben. Er wurde für den Motivationspreis nominiert, weil er andere Betroffene ermutigt, sich nicht aufzugeben.
- Corinna: Corinna erlitt drei Schlaganfälle und kämpfte sich zurück in den Beruf. Sie engagiert sich in einer Selbsthilfegruppe und gibt anderen Betroffenen Mut. Ihre Geschichte zeigt, wie wichtig Unterstützung und Austausch für Schlaganfall-Betroffene sind.
- Robert Bauer: Robert Bauer aus Hohenpeißenberg ist ehrenamtlicher Schlaganfall-Helfer. Er unterstützt Betroffene und ihre Angehörigen in der Nachsorge und gibt ihnen wichtige Ratschläge. Sein Engagement wurde mit einer Nominierung für den Motivationspreis gewürdigt.
- Jasmin Wolf: Jasmin Wolf erhielt den Motivationspreis in der Kategorie „Fachleute“. Zahlreiche Nominierungen zeugen davon, dass Jasmin Wolf Deutschlands motivierteste Ergotherapeutin sein könnte.
- Patricia Kelly und Friederike Linke: Die Musikerin Patricia Kelly und Schauspielerin Friederike Linke erhielten den Ehrenpreis für ihr engagierte Arbeit für die Stiftung und Schlaganfall-Betroffene.
- Uwe Budwasch-Giese: Uwe Budwasch-Giese stand mitten im Leben, als er einen Schlaganfall erlitt. Er kämpfte sich erfolgreich zurück und wurde für seinen Kampfeswillen für den Motivationspreis 2024 nominiert.
Die Arbeit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist eine treibende Kraft in der Aufklärungs- und Präventionsarbeit und Ansprechpartner für Betroffene und Angehörige. Sie bietet ein breites Spektrum an Informationen und Unterstützungsangeboten:
- Aufklärungskampagnen: Die Stiftung führt regelmäßig Aufklärungskampagnen durch, um die Bevölkerung über die Risikofaktoren, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Schlaganfällen zu informieren.
- Beratungsangebote: Die Stiftung bietet Betroffenen und ihren Angehörigen eine kostenlose Beratung an, um sie bei der Bewältigung der Herausforderungen nach einem Schlaganfall zu unterstützen. Das Service- und Beratungszentrum der „Deutschen Schlaganfall-Hilfe“ ist montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 14 Uhr unter Telefon 05241/9770-0 erreichbar.
- Selbsthilfegruppen: Die Stiftung unterstützt den Aufbau und die Arbeit von Selbsthilfegruppen für Schlaganfall-Betroffene und ihre Angehörigen. Unter dem Dach der Stiftung sind rund 350 Schlaganfall-Selbsthilfegruppen entstanden.
- Fortbildungen: Die Stiftung bietet Fortbildungen für Fachleute aus dem Gesundheitswesen an, um die Qualität der Versorgung von Schlaganfall-Patienten zu verbessern.
- Forschungsprojekte: Die Stiftung fördert Forschungsprojekte, um die Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsstrategien von Schlaganfällen besser zu verstehen.
- Sozial- und Förderfonds: Mit dem Sozial- und Förderfonds soll Betroffenen vor Ort, die sich zu einer Selbsthilfegruppe zusammengeschlossen haben, geholfen werden.
Schlaganfall: Eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung
Jährlich erleiden fast 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für erworbene Behinderungen im Erwachsenenalter. Er stellt nicht nur für die Betroffenen und ihre Angehörigen, sondern auch gesundheitspolitisch und volkswirtschaftlich ein großes Problem dar.
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Obwohl vornehmlich ältere Menschen betroffen sind (die Altersgruppe ab 60 Lebensjahren erleidet fast 80 Prozent aller Schlaganfälle), kann ein Schlaganfall Menschen jeden Alters treffen - bereits ungeborene Kinder im Mutterleib. Schätzungen von Experten gehen davon aus, dass in Deutschland jedes Jahr mindestens 300 Kinder einen Schlaganfall erleiden.
Die Ursachen für einen Schlaganfall sind vielfältig. In etwa 80 Prozent der Fälle ist ein Blutgerinnsel die Ursache, das ein gehirnversorgendes Gefäß verschließt und zu einer Durchblutungsstörung führt. In etwa 20 Prozent der Fälle reißt ein Blutgefäß im Gehirn und es kommt zu einer Blutung.
Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind unter anderem Bluthochdruck, Diabetes, Herzrhythmusstörungen, Bewegungsmangel, Rauchen, Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht.
Prävention und Früherkennung
Da ein Schlaganfall schwerwiegende Folgen haben kann, ist es wichtig, Risikofaktoren zu minimieren und auf die Symptome zu achten. Folgende Maßnahmen können dazu beitragen, das Schlaganfallrisiko zu senken:
- Regelmäßige Kontrollen: Regelmäßige Kontrollen beim Arzt helfen, Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
- Gesunde Lebensweise: Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Bewegung und dem Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum kann das Schlaganfallrisiko senken.
- Schnelles Handeln bei Symptomen: Bei Verdacht auf einen Schlaganfall sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden. Je schneller die Behandlung beginnt, desto größer ist die Chance, bleibende Schäden zu vermeiden.
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