Dexamethason ist ein synthetisches Glucocorticoid mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Es wird zur Behandlung von Hirnödemen unterschiedlicher Ursachen, schweren allergischen Reaktionen, rheumatischen Erkrankungen, bestimmten Hautkrankheiten und zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen eingesetzt. Darüber hinaus findet es Anwendung bei der Behandlung der Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) bei Erwachsenen und Jugendlichen, die eine zusätzliche Sauerstoffzufuhr benötigen.
Anwendungsgebiete von Dexamethason
Dexamethason wird in verschiedenen Dosierungen und Anwendungsformen eingesetzt, abhängig von der Art und Schwere der Erkrankung. Die Höhe der Dosierung ist abhängig von der Art und Schwere der Erkrankung und vom individuellen Ansprechen des Patienten auf die Therapie. Im Allgemeinen werden relativ hohe Initialdosen angewendet, die bei akuten schweren Verlaufsformen deutlich höher sein müssen als bei chronischen Erkrankungen.
Systemische Anwendung
Dexamethason wird systemisch (d.h. im ganzen Körper wirkend) bei folgenden Erkrankungen eingesetzt:
- Hirnödem: Ausgelöst durch Hirntumor, neurochirurgische Eingriffe, Hirnabszess, bakterielle Meningitis oder polytraumatischer Schock. Bei einem Hirnödem wird folgende Dosierung empfohlen: Als Einmaldosis sollten 8 Milligramm Dexamethason (entsprechend einer Tablette) genommen werden. Bei Bedarf kann die Dosis auf bis zu 10 Tabletten gesteigert werden. Danach sollten für vier bis acht Tage 16 bis 24 Milligramm Dexamethason (entsprechend zwei bis vier Tabletten) pro Tag auf drei bis vier Einzeldosen verteilt verabreicht werden. Die Maximaldosis liegt bei acht Tabletten pro Tag.
- Polytraumatischer Schock/Prophylaxe der posttraumatischen Schocklunge
- Schwerer akuter Asthmaanfall: Bei einem schweren akuten Asthmaanfall sollten folgende Dosierungen verabreicht werden: Erwachsene erhalten einmalig 8 bis 24 Milligramm Dexamethason (entsprechend eine bis drei Tabletten), danach 8 Milligramm Dexamethason (eine Tablette) alle vier Stunden. Kinder sollten mit 0,15 bis 0,3 Milligramm Dexamethason pro Kilogramm Körpergewicht einmalig und danach 0,3 Milligramm Dexamethason pro Kilogramm Körpergewicht alle vier bis sechs Stunden therapiert werden.
- Parenterale Anfangsbehandlung ausgedehnter akuter schwerer Hautkrankheiten: Wie Erythrodermie, Pemphigus vulgaris, akute Ekzeme. Bei akuten Hauterkrankungen sollte je nach der Art der Erkrankung und der Schwere der Symptome dosiert werden. Die Tagesdosis liegt in der Regel zwischen 8 bis 40 Milligramm Dexamethason (entsprechend eine bis fünf Tabletten), die Maximaldosis beträgt 100 Milligramm Dexamethason.
- Parenterale Anfangsbehandlung von Autoimmunerkrankungen: Wie systemischer Lupus erythematodes, insbesondere viszerale Formen, aktive rheumatoide Arthritis mit schwerer progredienter Verlaufsform z.B. schnell destruierend verlaufende Formen u./od. mit extraartikulären Manifestationen. Bei der aktiven schweren rheumatoiden Arthritis, die sich schnell verschlechtert, sollten 8 bis 16 Milligramm Dexamethason (entsprechend eine bis zwei Tabletten) am Tag verabreicht werden. Ist die Erkrankung nicht auf die Gelenke beschränkt, sollte täglich eine Tablette eingenommen werden.
- Schwere Infektionskrankheiten mit toxischen Zuständen: (z.B. Tuberkulose, Typhus, Brucellose) - nur bei gleichzeitiger antiinfektiöser Therapie. Bei sehr schweren Infektionskrankheiten (z.B. Tuberkulose) kann gleichzeitig zur Therapie gegen die Infektion Dexamethason gegeben werden. Die Dosierung beträgt hier 4 bis 24 Milligramm Dexamethason pro Tag (entsprechend einer halben bis drei Tabletten).
- Palliativtherapie maligner Tumoren:Wird Dexamethason unterstützend bei lebensverlängernden Therapien gegen bösartige Geschwüre (Tumore) eingesetzt, sollte mit einmalig 8 bis 16 Milligramm (entsprechend einer bis drei Tabletten) täglich begonnen werden und dann auf 4 bis 12 Milligramm (entsprechend einer halben bis eineinhalb Tabletten) pro Tag reduziert werden.
- Prophylaxe und Therapie von postoperativem oder Zytostatika-induziertem Erbrechen: Im Rahmen antiemetischer Schemata. Bei Einsatz von Dexamethason gegen Übelkeit und Erbrechen aufgrund einer Chemotherapie (Zytostatikatherapie), sollte die Dosierung vom Arzt festgelegt werden.
- Behandlung der Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19): Dexamethason acis 4/-8/-40 mg Injektionslösung wird angewendet zur Behandlung der Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) bei Erwachsenen und Jugendlichen (im Alter von mindestens 12 Jahren und mit einem Körpergewicht von mindestens 40 kg), die eine zusätzliche Sauerstoffzufuhr erfordert.
Lokale Anwendung
Dexamethason wird lokal (d.h. an einem bestimmten Ort wirkend) bei folgenden Erkrankungen eingesetzt:
- Intraartikuläre Injektionen: Bei persistierender Entzündung in einem oder wenigen Gelenken nach Allgemeinbehandlung von chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen, aktivierter Arthrose, akuten Formen der Periarthropathia humeroscapularis.
- Infiltrationstherapie: Bei nicht-bakterieller Tendovaginitis und Bursitis, Periarthrophien, Insertionstendopathien (strenge Indikationsstellung erforderlich).
- Ophthalmologie: Subkonjunktivale Anwendung bei nicht-injektiöser Keratokonjunktivitis, Skleritis (mit Ausnahme der nekrotisierenden Skleritis), Uveitis anterior.
Wirkungsweise von Dexamethason
Dexamethason wirkt entzündungshemmend, immunsuppressiv und antiallergisch. Es hemmt die Bildung von Entzündungsmediatoren und unterdrückt die Aktivität des Immunsystems. Die schnelleinsetzenden Wirkungen von Dexamethason sind hauptsächlich durch die Hemmung der Phospholipase A2 vermittelt, ein Enzym, das für die Freisetzung von Arachidonsäure aus Phospholipiden der Zellmembran zuständig ist. Arachidonsäure ist ein Vorläufer für die Synthese von Eicosanoiden, wie Prostaglandinen und Leukotrienen, die starke Mediatoren von Entzündungen, Schmerz und Fieber sind. Durch die Blockade dieses initialen Schritts in der Eicosanoid-Synthese kann Dexamethason effektiv die Produktion dieser entzündungsfördernden Moleküle reduzieren. Die späteinsetzenden Wirkungen von Dexamethason ergeben sich aus seiner Interaktion mit dem Glukokortikoid-Rezeptor (GR), der nach Bindung des Hormons an den Rezeptor in den Zellkern transloziert wird. Im Zellkern wirkt der Dexamethason-GR-Komplex als Transkriptionsfaktor, der die Expression bestimmter Gene aktivieren oder unterdrücken kann. Die Transaktivierung führt zur Induktion von antiinflammatorischen Genen, während die Transrepression die Expression von entzündungsfördernden Zytokinen, Chemokinen und anderen Immunmodulatoren hemmt.
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Dosierung und Anwendung
Die Dosierung von Dexamethason richtet sich nach der Art und Schwere der Erkrankung sowie dem individuellen Ansprechen des Patienten. Die Therapie darf nicht abrupt beendet werden, sondern sollte langsam reduziert werden.
Dosierungsempfehlungen für spezifische Erkrankungen
Die unten genannten Dosierungsempfehlungen sind nur zur Orientierung gegeben. Die Anfangs- und Tagesdosen sollten immer auf das individuelle Ansprechen des Patienten und die Schwere der Erkrankung abgestimmt werden.
- Hirnödem: Initialdosis und Dauer der Behandlung in Abhängigkeit von Ursache und Schweregrad, 6 - 16 mg (bis zu 24 mg)/Tag oral, verteilt auf 3 - 4 Einzeldosen. Initial 8-10 mg (bis 80 mg) i.v., anschl. 16-24 mg (bis 48 mg)/Tag oral verteilt auf 3-4 (bis 6) ED über 4-8 Tage. Hirnödem infolge bakter. Meningitis: 0,15 mg/kg KG alle 6 h über 4 Tage. Kinder: 0,4 mg/kg KG alle 12 h über 2 Tage.
- Akuter Asthmaanfall: Erwachsene: 16 mg/Tag für zwei Tage. Kinder: 0,6 mg/kg Körpergewicht für einen oder zwei Tage. Erw. 8-20 mg, weiter bei Bedarf 8 mg alle 4 h. Kdr. 0,15-0,3 mg/kg KG.
- Pseudokrupp: Kinder: 0,15 mg/kg - 0,6 mg/kg in einer einzigen Dosis.
- Akute Hautkrankheiten: Je nach der Art und dem Ausmaß der Erkrankung Tagesdosen von 8 - 40 mg, in einigen Fällen bis zu 100 mg, gefolgt von einer fallenden Dosierung entsprechend dem klinischen Bedarf. TD von 8-40 mg, in Einzelfällen bis 100 mg.
- Aktive Phase von rheumatischen Systemerkrankungen: Systemischer Lupus erythematodes 6 - 16 mg/Tag. Systemischer Lupus erythematodes: 6-16 mg/Tag.
- Aktive rheumatoide Arthritis mit schwerer progressiver Verlaufsform: bei schnell destruierend verlaufenden Formen 12 - 16 mg/Tag, bei extraartikulären Manifestationen 6 - 12 mg/Tag. Bei schnell destruierend verlaufenden Formen 12-16 mg/Tag, bei extraartikulären Manifestationen 6-12 mg/Tag.
- Idiopathische thrombozytopenische Purpura: 40 mg für 4 Tage in Zyklen.
- Tuberkulöse Meningitis: Patienten mit Krankheitsgrad II oder III erhielten eine vierwöchige intravenöse Behandlung (0,4 mg pro Kilogramm pro Tag für Woche 1, 0,3 mg pro Kilogramm pro Tag für Woche 2, 0,2 mg pro Kilogramm pro Tag für Woche 3 und 0,1 mg pro Kilogramm pro Tag für Woche 4) und anschließend eine orale Behandlung für vier Wochen, beginnend mit insgesamt 4 mg pro Tag und mit einer Abnahme um 1 mg pro Woche. Patienten mit Krankheitsgrad I erhielten eine zweiwöchige intravenöse Therapie (0,3 mg pro Kilogramm pro Tag für Woche 1 und 0,2 mg pro Kilogramm pro Tag für Woche 2) und anschließend eine orale Behandlung für vier Wochen (0,1 mg pro Kilogramm pro Tag für Woche 3, dann insgesamt 3 mg pro Tag, mit einer Abnahme von 1 mg pro Woche).
- Palliativtherapie maligner Tumoren: Initialdosis und Dauer der Behandlung in Abhängigkeit von Ursache und Schweregrad, 3 - 20 mg/Tag. Für die palliative Behandlung können auch sehr hohe Dosen bis zu 96 mg verwendet werden. Initial 8-16 mg/Tag, bei länger dauernder Ther. 4-12 mg/Tag.
- Prophylaxe und Therapie von zytostatikainduziertem Erbrechen: emetogene Chemotherapie im Rahmen antiemetischer Behandlung: 8 - 20 mg Dexamethason vor Beginn der Chemotherapie, dann 4 - 16 mg/Tag an Tag 2 und 3. 10-20 mg vor Beginn d. Chemother., danach erforderlichenf. 2-3 mal tgl. 4-8 mg über 1-3 Tage (bis 6 Tage).
- Prävention und Behandlung von postoperativem Erbrechen: im Rahmen antiemetischer Behandlung: Einzeldosis von 8 mg vor der Operation. ED v. 8-20 mg vor Beginn d. Operation. Kdr. ab 2 J.: 0,15-0,5 mg/kg KG (max. 16 mg).
- Behandlung von symptomatischem multiplem Myelom, akuter lymphatischer Leukämie, Hodgkin-Lymphom und Non-Hodgkin-Lymphom in Kombination mit anderen Arzneimitteln: die übliche Dosierung beträgt 40 mg oder 20 mg einmal pro Tag.
- Zur Behandlung von Covid 19: Erwachsene Patienten sollte einmal täglich 6 mg oral über einen Zeitraum von bis zu 10 Tagen einnehmen. Pädiatrische Patienten (Jugendliche ab 12 Jahren) sollten einmal täglich 6 mg oral über einen Zeitraum von bis zu 10 Tagen einnehmen. Erw. erh. 1mal tgl. 6mg über e. Zeitraum v. bis zu 10 Tagen. Pädiatr. Patienten: Jugendl. ab 12 J. u. älter) wird e. Dosis v. 6mg 1mal tgl. für e. Zeitraum v. bis zu 10 Tagen empf.
Hinweise zur Anwendung
- Die Tabletten sollten unzerkaut zu oder nach den Mahlzeiten mit mindestens 250 Milliliter Flüssigkeit eingenommen werden.
- Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse oder einer Leberfunktionsstörung muss die Dosierung eventuell reduziert werden.
- Bei Langzeittherapien sollte der Arzt erwägen, ob nicht auf eine Prednison- oder Prednisolon-Gabe gewechselt werden sollte. Da hier die Nebennierenrindenunterdrückung geringer ist und es so nach dem Absetzen des Medikamentes zu weniger Problemen mit dem Hormonhaushalt kommt.
- Wenn ein Kind dieses Arzneimittel einnimmt, ist es wichtig, dass der Arzt dessen Wachstum und Entwicklung in regelmäßigen Abständen überwacht.
Gegenanzeigen
Dexamethason darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
- Infektionen, die den ganzen Körper betreffen (es sei denn, Sie sind in Behandlung).
- Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür.
- Impfung mit Lebendimpfstoffen.
Bei intraartikulärer Injektion:
- Infektionen innerhalb oder in unmittelbarer Nähe des zu behandelnden Gelenks.
- Bakterielle Arthritiden.
- Instabilität des zu behandelnden Gelenks.
- Blutungsneigung (spontan oder durch Antikoagulantien).
- Periartikuläre Kalzifikation.
- Nicht-vaskularisierte Knochennekrose.
- Sehnenruptur.
- Charcot-Gelenk.
Bei Infiltration ohne kausale Zusatzbehandlung.
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Bei subkonjunktivaler Anwendung:
- Virus-, bakterien- und mykosebedingten Augenerkrankungen.
- Verletzungen und ulzerösen Prozessen der Hornhaut.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Dexamethason Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Die Gefahr von Nebenwirkungen ist bei einer kurzfristigen Therapie mit Dexamethason gering. Eine Ausnahme stellt die parenterale hochdosierte Therapie dar, bei der auf Elektrolytverschiebungen und Ödembildung sowie Blutdrucksteigerung, Herzversagen, Herzrhythmusstörungen oder Krämpfe zu achten ist.
Mögliche Nebenwirkungen
- Infektionen: Größere Anfälligkeit für Infektionen, einschließlich Virus- und Pilzinfektionen, z. B. Soor; Wiederauftreten einer Tuberkulose oder anderer Infektionen die Sie bereits hatten, z. B. Augeninfektionen.
- Blutbildveränderungen: Rückgang der Anzahl weißer Blutzellen oder eine erhöhte Anzahl weißer Blutzellen, abnormale Gerinnung.
- Allergische Reaktionen: Eine allergische Reaktion auf das Medikament, einschließlich einer schweren, potenziell lebensbedrohlichen allergischen Reaktion (kann sich als Ausschlag und Schwellung der Kehle oder Zunge äußern und in schweren Fällen können Schwierigkeiten bei der Atmung oder Schwindel auftreten).
- Hormonelle Störungen: Beeinträchtigung der Regulierung des Hormonhaushaltes, Schwellung und Zunahme des Körpergewichts, Vollmondgesicht (Cushing-Syndrom), Änderung der Wirksamkeit von Endokrinen nach Stress und Trauma, Operationen, Entbindung oder Krankheit. Ihr Körper kann möglicherweise nicht in der Lage sein, auf die übliche Weise auf schweren Stress, wie Unfälle, Operationen, Entbindung oder Krankheit zu reagieren. Gebremstes Wachstum bei Kindern und Jugendlichen, unregelmäßige oder ausbleibende Menstruationszyklen (Perioden), Entwicklung von übermäßiger Körperbehaarung (vor allem bei Frauen).
- Stoffwechselstörungen: Gewichtszunahme, Verlust des Eiweiß- und Kalziumgleichgewichts, gesteigerter Appetit, Ungleichgewicht des Salzhaushalts, Wassereinlagerung im Körper, Verlust von Kalium, der zu Rhythmusstörungen führen kann, erhöhter Medikamentenbedarf bei Diabetikern, Offensichtlich werden eines unbekannten Diabetes, hohe Konzentrationen von Cholesterin und Triglyceriden im Blut (Hypercholesterinämie und Hypertriglyceridämie).
- Psychische Störungen: Extreme Stimmungsschwankungen, eine Schizophrenie (psychische Erkrankung) kann sich verschlimmern, Depression, Unfähigkeit zu schlafen.
- Neurologische Störungen: Schwere ungewöhnliche Kopfschmerzen mit Sehstörungen in Verbindung mit der Absetzung der Behandlung, Anfälle und Verschlimmerung von Epilepsie, Schwindel.
- Augenprobleme: Erhöhter Augendruck, Stauungspapille, Verdünnung der Augenmembranen, Vermehrte Augeninfektionen durch Viren, Pilze und Bakterien, Verschlimmerung von Symptomen eines Hornhautulcus, Verschlimmerung bestehenderAugeninfektionen, hervorstehende Augen, Katarakt, Sehstörungen, Verminderung des Sehvermögens, verschwommenes Sehen.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Kongestive Herzinsuffizienz bei anfälligen Menschen, Herzruptur nacheinem kürzlich aufgetretenen Herzinfarkt, kardiale Dekompensation. Bluthochdruck, Blutgerinnsel: Bildung von Blutgerinnseln, die Blutgefäße verstopfen können, z. B. in den Beinen oder Lungen (thromboembolische Komplikationen).
- Magen-Darm-Beschwerden: Schluckauf. Übelkeit, Erbrechen, Magenprobleme und geschwollener Bauch, Entzündungen und Geschwüre in der Speiseröhre, Magengeschwüre, die sich teilen und bluten können, entzündete Bauchspeicheldrüse (was sich als Schmerzen im Rücken und Bauch äußern kann), Blähungen, Pilzinfektion der Speiseröhre.
- Hautprobleme: Dünne empfindliche Haut, ungewöhnliche Flecken auf der Haut, blaue Flecken, Rötung und Entzündung der Haut, Dehnungsstreifen, sichtbar geschwollene Kapillare, Akne, verstärktes Schwitzen, Hautausschlag, Schwellungen, Ausdünnen der Haare, ungewöhnliche Fettablagerungen, übermäßiger Haarwuchs, Wassereinlagerung im Körper, Pigmentstörungen, schwache Kapillare, die leicht reißen, was sich als Blutung unter der Haut äußert (erhöhte Fragilität der Kapillare), Hautreizung um den Mund (periorale Dermatitis).
- Skelettmuskulatur: Ausdünnung von Knochen mit erhöhtem Risiko von Brüchen (Osteoporose), Knochennekrose, Sehnenentzündung, Sehnenriss, Muskelschwund, Myopathie, Muskelschwäche, frühzeitiges Ende des Knochenwachstums (vorzeitiger Epiphysenschluss).
- Sonstige: Änderungen in der Anzahl und Beweglichkeit von Spermien, Impotenz. Verschlechterte Reaktion auf Impfungen und Hauttests, langsame Wundheilung, Unwohlsein, Krankheitsgefühl.
Entzugssyndrom
Ein „Entzugssyndrom", das Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen, Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis), Gewichtsverlust, schmerzenden und juckenden Hautknötchen und Entzündung des Auges (Konjunktivitis) umfasst, kann ebenfalls auftreten.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Dexamethason kann die Wirkung anderer Arzneimittel beeinflussen und umgekehrt. Daher ist es wichtig, den Arzt über alle eingenommenen Medikamente zu informieren.
Beispiele für Wechselwirkungen
- Dexamethason steigert die Wirkung von Herzglykosiden (Mittel zur Steigerung der Herzkraft).
- Auch die kaliumausscheidene Wirkung von entwässernden Mitteln und Abführmitteln kann durch Dexamethason erhöht werden.
- Dexamethason vermindert die blutzuckersenkende Wirkung von Antidiabetika (Mittel zur Behandlung des Diabetes) und schwächt den blutverdünnenden Effekt von durchblutungsfördernden Mitteln ab.
- Wirkstoffe, die den Abbau von Dexamethason fördern, schwächen seine Wirkung ab. Solche Mittel sind zum Beispiel das Antibiotikum Rifampicin, die Antiepileptika Phenytoin und Primidon sowie Barbiturate (Beruhigungsmittel).
- Dagegen verlangsamen Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Verhütung (Pille) den Abbau von Dexamethason und verstärken seine Wirkung.
- Wird Dexamethason in Kombination mit anderen Mittel gegen Entzündungen und Rheuma (nichtsteroidale Antirheumatika, Antiphlogistika, Salicylsäure) gegeben, dann vergrößert sich das Risiko einer Magen-Darm-Blutung.
- Zusammen mit ACE-Hemmern erhöht Dexamethason die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Blutbildveränderungen.
- Bei gleichzeitiger Gabe mit Antimalariamitteln wie Hydroxychloroquin, Mefloquin sowie Chloroquin erhöht der Wirkstoff das Risiko für Muskel- und Herzmuskelerkrankungen.
- Dexamethason schwächt die Wirkung von Somatropin (ein Wachstumsmittel) ab, wenn beide Wirkstoffe über einen längeren Zeitraum gemeinsam verabreicht werden.
- Der Gehalt von Praziquantel (ein Wurmmittel) im Blut wird durch Dexamethason gesenkt.
- Ergebnisse von Untersuchungen der Schilddrüse und Hirnanhangdrüse, welche mit Hilfe der Substanz Protirelin durchgeführt werden, können unter Dexamethason-Einwirkung verfälscht sein.
- Außerdem können Hautreaktionen auf Allergietests vermindert werden.
- Atropin und andere Anticholinergika (Mittel zur Unterdrückung des parasympathischen Nervensystems) unter…
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
- Wenn Sie andere steroidale Medikamente einnehmen, sollten Sie damit nicht ohne Anweisung Ihres Arztes aufhören.
- Nehmen Sie Dexamethason nicht ohne Absprache mit Ihrem Arzt, Apotheker oder der Krankenpflege.
- Allgemeine Vorsichtsmaßnahmen hinsichtlich der Anwendung steroidaler Medikamente bei speziellen Erkrankungen, Maskierung von Infektionen, Begleitmedikation etc. sollten in Übereinstimmung mit aktuellen Empfehlungen erfolgen.
- Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker oder Krankenhausschwester bevor Sie das Arzneimittel einnehmen,wenn Sie jemals eine schwere…
Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit
Die Anwendung von Dexamethason in der Schwangerschaft, insbesondere in den ersten 3 Monaten, sollte nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Dexamethason passiert die Plazenta und Wachstumsstörungen des Feten sind bei Langzeitbehandlung nicht auszuschließen. Ein erhöhtes Risiko für orale Spaltbildungen durch Gabe von Glukokortikoiden im ersten Trimenon wird diskutiert. Dexamethason geht in die Muttermilch über und während der Stillzeit sollte eine Anwendung nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Schädigungen des Säuglings sind bisher nicht bekannt. Von einer Anwendung in der Stillzeit wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen. Wenden Sie sich an Ihren Frauenarzt, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
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Dexamethason und die Höhenkrankheit
Bereits ab einer Höhe von 1500 Metern kann es zur sogenannten Höhenkrankheit kommen. Die Höhenkrankheit umfasst drei Krankheitsbilder: Die akute Höhenkrankheit (acute mountain sickness, AMS), das Höhenhirnödem (HACE) und das Höhenlungenödem (HAPE). Je nach vorherrschendem Krankheitsbild finden sich unterschiedliche Symptome von leichten Kopfschmerzen und Unwohlsein bis zur Verwirrtheit oder stärkster Atemnot. Treten Beschwerden auf, muss meist abgestiegen werden. Begleitend kann eine Sauerstofftherapie und die Gabe bestimmter Medikamente sinnvoll sein. Auch die Behandlung in einer Überdruckkammer (hyperbare Überdruckbehandlung) kann angebracht sein.
Akutes Höhenhirnödem
Beim akuten Höhenhirnödem (HACE) muss frühzeitig und rasch ein Abtransport in tiefere Lagen erfolgen. Dies stellt die Hauptmaßnahme dar. Ein selbständiger Abstieg ist sehr gefährlich und sollte nicht aus eigener Kraft durchgeführt werden. Ziel ist ein Abtransport unter 2500 m. Dies ist wahrscheinlich die einzige lebensrettende Maßnahme. Ergänzend sollte eine Behandlung unterstützt werden, durch die Anwendung von Sauerstoff, Überdruckbehandlung im tragbaren Überdrucksack und medikamentöse Behandlung mit Glukokortikoiden (zum Beispiel Dexamethason).