Eine laue Sommernacht, das Fenster gekippt, das Licht aus - eigentlich ideal zum Schlafen. Doch dann beginnt das lästige Summen, und die Jagd nach der Stechmücke beginnt. Mückenstiche sind im Sommer ein häufiges Problem, besonders nachts. Der Artikel gibt einen Überblick darüber, was gegen Mückenstiche hilft, wie man sich schützen kann und wann ein Arztbesuch ratsam ist.
Warum stechen Mücken?
Es sind nur die weiblichen Mücken, die stechen, da sie das Blut für die Eierproduktion benötigen. Angelockt werden sie durch Körperwärme, Schweißgeruch und das ausgeatmete Kohlendioxid (CO₂). Interessanterweise ist die CO₂-Ausscheidung von Mensch zu Mensch unterschiedlich, was erklärt, warum manche Menschen häufiger gestochen werden als andere. Auch der individuelle Körpergeruch, der durch die Zusammensetzung von Hautbakterien geprägt wird, spielt eine Rolle. Der Mythos vom "süßen Blut" ist wissenschaftlich nicht belegt, obwohl es Hinweise darauf gibt, dass bestimmte Mückenarten Menschen mit der Blutgruppe 0 bevorzugen.
Was passiert bei einem Mückenstich?
Anders als Bienen oder Wespen spritzen Stechmücken kein Gift in die Haut. Stattdessen geben sie beim Blutsaugen Speichel ab, der eine vermehrte Durchblutung verursacht und die Blutgerinnung hemmt. Der Körper reagiert darauf mit der Freisetzung von Histamin, was zu Rötung, Schwellung, Juckreiz und Quaddelbildung führt. Die Reaktion auf Mückenstiche kann individuell sehr unterschiedlich sein.
Was hilft gegen den Juckreiz?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Juckreiz nach einem Mückenstich zu lindern:
- Kühlung: Kühlen hilft, die Entzündungsreaktion zu verlangsamen und den Juckreiz zu lindern. Eiswürfel (nicht direkt auf die Haut, sondern in ein Tuch gewickelt) oder Kühlpacks aus dem Kühlschrank sind hierfür geeignet. Auch spezielle kühlende Gels aus der Apotheke oder Drogerie können helfen. Eine aufgeschnittene Zwiebel kann ebenfalls einen kühlenden Effekt haben.
- Antihistaminika: Antihistaminika in Form von Cremes, Gels oder Stiften mindern die Wirkung des Histamins und reduzieren so Juckreiz und Schwellung. Gels wirken zusätzlich kühlend, während Stifte praktisch für unterwegs sind.
- Kortison: Bei stärkeren Reaktionen kann kurzfristig eine niedrig dosierte Kortison-Creme aufgetragen werden.
- Elektrische Stichheiler: Diese Geräte arbeiten mit Wärme und sollen den Juckreiz und Schmerz lindern. Sie werden für wenige Sekunden auf den Stich gehalten. Die Stiftung Warentest hat verschiedene Modelle getestet und gute bis sehr gute Bewertungen vergeben.
- Hausmittel: Auch verschiedene Hausmittel können helfen, den Juckreiz zu lindern, wie zum Beispiel Aloe Vera, Essig oder Umschläge mit Quark.
Wichtig ist, nicht an der juckenden Stelle zu kratzen, da dies zu Entzündungen führen kann.
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Wann sollte man zum Arzt gehen?
In den meisten Fällen sind Mückenstiche harmlos. Ein Arztbesuch ist jedoch ratsam, wenn:
- Die Symptome nicht nur die Einstichstelle betreffen, sondern auch Allgemeinsymptome wie Fieber, Übelkeit oder Herz-Kreislauf-Beschwerden auftreten.
- Sich die Stelle übermäßig stark entzündet.
- Der Stich an sensiblen Bereichen auftritt, z.B. am Augenlid.
- Eine schwere allergische Reaktion bis hin zum anaphylaktischen Schock auftritt (sehr selten).
Wie kann man Mückenstiche vermeiden?
Es gibt verschiedene Maßnahmen, um Mückenstiche zu vermeiden:
- Insektenschutzmittel (Repellentien): Wirksame Inhaltsstoffe sind Diethyltoluamid (DEET) und Icaridin. Je höher die Konzentration, desto länger der Schutz. Natürliche Alternativen sind Zitronen-Eukalyptusöl oder ätherische Öle wie Lavendel, Zitronengras oder Minze.
- Kleidung: Lange Hosen und langärmelige Kleidung aus dichtem Stoff bieten Schutz. Helle Kleidungsstücke sind vorteilhafter als dunkle. Kleidung mit speziellen atmungsaktiven Membranen ist für Mücken undurchdringlich.
- Insektenschutzgitter: Insektenschutzgitter an Fenstern und Türen halten Mücken draußen.
- Ventilatoren: Mücken meiden Luftbewegungen.
- Brutstätten vermeiden: Mücken legen ihre Eier in stehendem Wasser ab. Daher sollten Wasseransammlungen in Schüsseln, Teichen oder Regentonnen vermieden werden. BTI-Tabletten können in Regentonnen verwendet werden, um die Larven zu bekämpfen.
- Körperpflege: Starkes Schwitzen steigert die Attraktivität für Mücken. Regelmäßiges Waschen kann helfen, Stiche zu vermeiden. Aufdringliche Parfüms und Deodorants sollten vermieden werden.
Mückenarten und Krankheitsübertragung
In Deutschland gibt es etwa 50 verschiedene Mückenarten. Einige sind tagaktiv, andere nachtaktiv. Die Asiatische Tigermücke und die Japanische Buschmücke breiten sich in Deutschland aus. Während heimische Mücken in der Regel keine gefährlichen Krankheiten übertragen, können Mücken im Ausland Krankheiten wie Malaria oder Denguefieber übertragen. In seltenen Fällen können auch heimische Mücken das West-Nil-Virus übertragen, wenn sie zuvor einen infizierten Vogel gestochen haben.
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