Mumps, im Volksmund auch Ziegenpeter genannt, ist eine ansteckende Virusinfektion, die vor allem die Ohrspeicheldrüsen betrifft. Obwohl Mumps oft als harmlose Kinderkrankheit abgetan wird, kann sie in einigen Fällen zu ernsthaften Komplikationen führen, darunter die Mumps-Meningitis. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Spätfolgen der Mumps-Meningitis, die verschiedenen Komplikationen, die auftreten können, und die Bedeutung der Prävention durch Impfung.
Was ist Mumps?
Mumps ist eine ansteckende Viruserkrankung, die durch das Parotitis-Virus verursacht wird. Typischerweise befällt das Virus eine oder beide Ohrspeicheldrüsen, die sich hinter den aufsteigenden Verzweigungen des Kiefers befinden. Die Inkubationszeit beträgt meist 16 bis 18 Tage, kann aber auch bis zu 25 Tage dauern. Die Diagnose wird in der Regel erst mit der Schwellung der Ohrspeicheldrüsen gestellt, zu diesem Zeitpunkt ist der Erkrankte jedoch bereits infektiös.
Symptome von Mumps
Bei etwa 40 Prozent der mit Mumps infizierten Personen treten keine oder nur sehr leichte Symptome auf. In anderen Fällen können die ersten Symptome unspezifisch sein und ähneln einer Erkältung, wie z. B. Müdigkeit, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Ein bis zwei Tage nach Krankheitsbeginn kommt es typischerweise zu einer schmerzhaften Schwellung der Ohrspeicheldrüsen (Parotitis). Diese Schwellung im Wangen- und Halsbereich führt zu den typischen "Hamsterbacken", die vor allem bei Kindern zu beobachten sind. Die Schwellung klingt meist innerhalb von drei bis acht Tagen wieder ab.
Mumps-Meningitis: Eine mögliche Komplikation
Eine der möglichen Komplikationen von Mumps ist die Mumps-Meningitis, eine Entzündung der Hirnhäute. Sie tritt bei etwa 1 bis 10 Prozent der an Mumps Erkrankten auf und kann zu starken Kopfschmerzen und Erbrechen führen. In den meisten Fällen heilt die Mumps-Meningitis jedoch ohne bleibende Schäden aus.
Ursachen und Formen der Meningitis
Gemäß den unterschiedlichen Ursachen für eine Meningitis gibt es auch unterschiedliche Formen der Hirnhautentzündung:
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- Bakterielle Meningitis: Eine bakterielle Meningitis ist eine ernstzunehmende, gefährliche Erkrankung, die lebensbedrohlich sein kann. Mögliche Erreger sind unter anderem Streptokokken, Meningokokken, Pneumokokken, E. Coli und Salmonellen.
- Virale Meningitis: Die virale Meningitis kann ausgelöst werden durch Enteroviren, Herpesviren, Mumps- und Masernviren, Flaviviren (eher unwahrscheinlich in Europa) oder HIV (zu Beginn der Infektion, eher selten).
- Aseptische Meningitis: Kann kein Erreger nachgewiesen werden, oder geht die Meningitis nach der Infektion in eine chronische Hirnhautentzündung über, spricht man von einer aseptischen Meningitis.
Eine virale Hirnhautentzündung stellt keine echte Gefahr für Kontaktpersonen der Patientin oder des Patienten dar, da eine virale Meningitis kaum ansteckend ist.
Weitere Komplikationen von Mumps
Neben der Meningitis kann Mumps auch andere Komplikationen verursachen, insbesondere bei Jugendlichen und Erwachsenen:
- Hodenentzündung (Orchitis): Bei etwa jedem vierten Jugendlichen oder erwachsenen Mann, der an Mumps erkrankt, kommt es zu einer Hodenentzündung. In seltenen Fällen kann dies zu Unfruchtbarkeit führen.
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis): Mumps kann auch die Bauchspeicheldrüse befallen und eine Entzündung verursachen.
- Innenohrentzündung (Labyrinthitis): In seltenen Fällen kann Mumps zu einer Innenohrentzündung führen, die zu vorübergehender oder dauerhafter Schwerhörigkeit führen kann.
- Gehirnentzündung (Enzephalitis): In sehr seltenen Fällen kann Mumps eine Gehirnentzündung verursachen, die lebensbedrohlich sein kann.
Spätfolgen der Mumps-Meningitis
In den meisten Fällen heilt die Mumps-Meningitis ohne bleibende Schäden aus. Allerdings kann es in seltenen Fällen zu Spätfolgen kommen, wie z. B.:
- Schwerhörigkeit: Eine Innenohrentzündung in Folge der Mumps-Meningitis kann bei einem Fall auf 10.000 Erkrankten zu einer bleibenden Innenohrschwerhörigkeit führen.
- Neurologische Probleme: In sehr seltenen Fällen kann eine Gehirnentzündung zu bleibenden neurologischen Problemen führen.
- Unfruchtbarkeit: Eine Hodenentzündung kann in seltenen Fällen zu Unfruchtbarkeit führen.
Diagnose von Mumps und Mumps-Meningitis
Die Diagnose von Mumps wird in der Regel anhand der typischen Symptome gestellt, insbesondere der Schwellung der Ohrspeicheldrüsen. Bei Verdacht auf eine Mumps-Meningitis oder andere Komplikationen können weitere Untersuchungen erforderlich sein, wie z. B.:
- Blutuntersuchung: Zum Nachweis von Mumps-Antikörpern.
- Liquorpunktion: Zur Untersuchung der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit bei Verdacht auf Meningitis.
- Ultraschalluntersuchung: Zur Untersuchung der Speicheldrüsen, der Bauchspeicheldrüse oder der Hoden.
- Hörtest: Da Mumps zur bleibenden Schwerhörigkeit führen kann, ist nach Abklingen der Erkrankung stets ein Hörtest wichtig.
Behandlung von Mumps und Mumps-Meningitis
Es gibt keine spezifische antivirale Therapie gegen Mumps. Die Behandlung konzentriert sich auf die Linderung der Symptome:
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- Schmerzlinderung: Gegen die schmerzhaft geschwollenen Ohrspeicheldrüsen helfen Umschläge. Bei starken Ohrenschmerzen kann der Arzt ein geeignetes Schmerzmittel empfehlen.
- Weiche Kost: Bei Schluckbeschwerden und Schmerzen beim Kauen sollten Patienten nur leichte, breiförmige oder flüssige Speisen zu sich nehmen. Saure Lebensmittel und Säfte sollten vermieden werden.
- Bettruhe: Bei Fieber sind Bettruhe und ausreichende Flüssigkeitszufuhr ratsam. Gegen starkes Fieber kann man kalte Wadenwickel machen und eventuell fiebersenkende Medikamente einnehmen.
- Behandlung von Komplikationen: Bei Komplikationen wie Hodenentzündung oder Meningitis erfolgt eine spezifische Behandlung im Krankenhaus.
Prävention durch Impfung
Die beste Möglichkeit, Mumps und seine Komplikationen, einschließlich der Mumps-Meningitis, zu verhindern, ist die Impfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Mumps für alle Kinder im Rahmen der Masern-Mumps-Röteln (MMR)-Impfung.
- Impfempfehlungen der STIKO: Die STIKO empfiehlt die erste MMR-Impfung im Alter von 11 Monaten und die zweite Impfung im Alter von 15 Monaten. Steht die Aufnahme in eine Gemeinschaftseinrichtung (z. B. Kita) bevor, können Säuglinge bereits ab dem Alter von 9 Monaten geimpft werden.
- Masernschutzgesetz: Seit dem 1. März 2020 gilt in Deutschland das Masernschutzgesetz, das eine Masernimpfpflicht für Kinder und Jugendliche sowie bestimmte Berufsgruppen vorsieht. Alle Kinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr müssen beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten Masern-Impfungen entsprechend den Empfehlungen der STIKO vorweisen.
- MMR-Impfung: Die MMR-Impfung ist gut verträglich und wirksam. Die häufigste Nebenwirkung ist Fieber, das etwa eine Woche nach der Impfung auftreten kann.
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