Neuromuskuläre Erkrankungen: Ein umfassender Überblick über Muskeldystrophien, neuromuskuläre Erkrankungen und Parkinson

Neuromuskuläre Erkrankungen umfassen ein breites Spektrum von Erkrankungen, die das Zusammenspiel zwischen Nervensystem und Muskeln beeinträchtigen. Oftmals werden sie vereinfacht als Muskelkrankheiten oder Muskelschwund bezeichnet. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass Muskelkrankheiten streng genommen nur Erkrankungen des Muskels selbst sind. Neuromuskuläre Erkrankungen umfassen darüber hinaus auch Erkrankungen der Nervenfasern, die die Muskeln innervieren.

Was sind neuromuskuläre Erkrankungen?

Neuromuskuläre Erkrankungen beeinträchtigen das Zusammenspiel zwischen Nervensystem und Muskeln. Dabei können verschiedene Bereiche des neuromuskulären Systems betroffen sein, einschließlich der Nerven, die Muskeln steuern, Muskelfasern selbst oder neuromuskuläre Verbindungen zwischen Nerven und Muskeln. Neuromuskuläre Erkrankungen können zu Schwäche, Bewegungsproblemen und anderen Symptomen führen.

Mögliche Ursachen neuromuskulärer Erkrankungen

Neuromuskuläre Erkrankungen können durch eine Vielzahl von Ursachen ausgelöst werden. Häufig spielen genetische Veränderungen oder Mutationen eine Rolle, die die Funktion von Nerven und Muskeln dauerhaft beeinträchtigen. Andere Formen sind autoimmun bedingt, das heißt, das Immunsystem richtet sich fälschlicherweise gegen körpereigene Strukturen. Auch Infektionen oder entzündliche Prozesse können Auslöser einer neuromuskulären Erkrankung sein. Darüber hinaus kommen Umwelteinflüsse oder Schädigungen des Nervensystems infrage.

Von Kindheit bis Erwachsenenalter

Genetisch bedingte Formen können von den Eltern an die Kinder weitergegeben werden und zeigen sich oft schon früh. Andere entstehen durch Infektionen, Entzündungen oder verschiedene äußere Faktoren und können ebenfalls bereits im Kindesalter beginnen. So treten Muskeldystrophien häufig schon in Kindheit oder Jugend auf, während Erkrankungen wie die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) meist erst im Erwachsenenalter sichtbar werden. Das genaue Erkrankungsalter hängt also stark von der jeweiligen Form ab. Manche erblichen neuromuskulären Erkrankungen können sich zudem in unterschiedlichen Lebensphasen manifestieren.

Auswirkungen auf Muskeln und Körper

Je nach Erkrankungsform treten verschiedene Symptome auf, die von Muskelschwäche, Muskelschwund und Schmerzen bis hin zu Beeinträchtigungen von Herz und Atmung reichen können.

Lesen Sie auch: Die wichtigsten Unterschiede zwischen Verspannung und eingeklemmtem Nerv

Muskelschwäche

Abnahme von Kraft, Ausdauer und Muskelmasse sowie Veränderungen der Muskulatur können zu Einschränkungen der Gehfähigkeit und anderer wichtiger Funktionen führen. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf Alltagsbewältigung, Teilhabe am sozialen Leben und damit die Lebensqualität haben.

Herz- und Atemprobleme

Je nach Art der neuromuskulären Erkrankung muss auch auf eine mögliche Beteiligung der Herz- und/oder Atemmuskulatur geachtet werden. Dies kann den Verlauf der Erkrankung zusätzlich beeinflussen und erfordert eine besondere medizinische Überwachung.

Schmerzen und Krämpfe

Durch die neuromuskuläre Erkrankung selbst oder durch ihre Folgen, wie Skoliosen oder Gelenkdeformitäten, kann es zu Schmerzen und Krämpfen kommen, die die Belastung für die Betroffenen zusätzlich erhöhen.

Moderne Diagnosestellung

Durch die Fortschritte der Genetik in den letzten Jahrzehnten wurde eine zunehmend differenzierte Diagnosestellung möglich. Unter anderem bei neuromuskulären Erkrankungen ist dies von großer Bedeutung, um den weiteren Verlauf der Erkrankung besser einschätzen und Patienten beispielsweise zur Berufswahl, Familienplanung oder ggfs. Pränataldiagnostik möglichst genau beraten zu können. Auch für die zunehmenden kausalen Therapien ist eine möglichst genaue Diagnosestellung erforderlich. Sie bildet zudem die Grundlage für zielgerichtete Untersuchungen bei spezifischen Komplikationen, die beispielsweise Herz oder Atmung betreffen. Darüber hinaus hilft eine präzise Diagnosestellung, unnötige Untersuchungen zu vermeiden und frühzeitig die passende Therapie einzuleiten.

Diagnostik von Muskelerkrankungen

Die Diagnostik von Muskelerkrankungen erfordert eine Kombination aus verschiedenen Untersuchungen:

Lesen Sie auch: Behandlung von Tremor

  • Klinische Untersuchung
  • Blutuntersuchungen
  • Elektromyographie (EMG)
  • Muskelfaserbiopsie
  • Magnetresonanztomographie (MRT)

Durch diese Tests können Ärzte die Art der Muskelerkrankung bestimmen und den Schweregrad der Erkrankung einschätzen. Bei der Elektromyographie werden kleine Nadelelektroden in die Muskulatur eingeführt, um die elektrische Aktivität der Muskeln zu messen. Dies gibt Aufschluss über die Gesundheit der Muskeln und der Nerven, die sie steuern.

Behandlungsansätze

Je nach Ursache und Schweregrad kann die Behandlung neuromuskulärer Erkrankungen variieren und muss individuell angepasst werden. Die Betreuung erfolgt in der Regel durch Spezialisten wie Neurologen, neuromuskuläre Mediziner und Physiotherapeuten. Zu den wichtigsten Ansätzen gehören:

  • Symptomatische Behandlungen zur Linderung der Symptome
  • Medikamente (meist bei entzündlichen neuromuskulären Erkrankungen)
  • Physiotherapeutische Maßnahmen zur Erhaltung von Beweglichkeit und Kraft
  • Hilfsmittel wie Rollstühle oder Krücken zur Unterstützung der Mobilität
  • Chirurgische Eingriffe (falls notwendig)

Rehabilitative Maßnahmen

Die Maßnahmen zielen darauf ab, dass Betroffene mit einer neuromuskulären Erkrankung ihren Alltag besser bewältigen können und in Familie, Freundeskreis und Beruf möglichst gut integriert bleiben.

  • Ergotherapie: Funktionen und Fähigkeiten, insbesondere der oberen Extremitäten, können mithilfe von Ergotherapie verbessert oder erhalten werden. Auch die Hilfsmittelversorgung erfolgt in der Regel in unserer Klinik.
  • Logopädie: Die Logopädie ist in das Behandlungskonzept integriert, um die Sprache, das Sprechen und die Stimme zu verbessern. Das Gleiche gilt für Atmung und Abhusten. Eine weitere Domäne der Logopädie ist das Schlucken.
  • Psychotherapie: In einigen Fällen ist auch eine psychologische Behandlung erforderlich. Diese kann in Einzel- oder Gruppentherapien zu einem konstruktiveren Umgang mit der Erkrankung beitragen.
  • Sporttherapie: Leichtes bis moderates Kraft- und Ausdauertraining wirkt sich bei neuromuskulären Erkrankungen in der Regel positiv aus und wird meist gut vertragen.

Therapieoptionen bei Muskelerkrankungen

Die Behandlung von Muskelerkrankungen zielt darauf ab, Symptome zu lindern, die Progression der Krankheit zu verlangsamen und die Lebensqualität zu verbessern. Dazu gehören medikamentöse Therapien, physikalische Therapie und in einigen Fällen auch chirurgische Eingriffe. Folgende Therapieoptionen stehen zur Verfügung:

  • Medikamentöse Behandlungen, einschließlich Kortikosteroide und Immunmodulatoren
  • Physiotherapie zur Stärkung der Muskeln und Erhaltung der Beweglichkeit
  • Spezielle Ernährungspläne
  • Unterstützende Geräte wie Gehhilfen und Rollstühle

Regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können ebenfalls dazu beitragen, die Muskelkraft und allgemeine Gesundheit zu verbessern. Bei der Duchenne-Muskeldystrophie können Kortikosteroide dazu beitragen, die Muskelkraft zu erhalten und die Progression der Schwäche zu verlangsamen.

Lesen Sie auch: Calcium vs. Magnesium bei Muskelkrämpfen

Muskeldystrophien: Eine Gruppe genetischer Erkrankungen

Muskeldystrophie bezeichnet eine Gruppe von mehr als 30 genetischen Erkrankungen, die durch Schwäche und Degeneration der Skelettmuskulatur gekennzeichnet sind, welche die Bewegung kontrolliert. Ein bekanntes Beispiel für Muskeldystrophie ist die Duchenne-Muskeldystrophie (DMD). Diese Form betrifft hauptsächlich Jungen und führt zu einer raschen Progression der Muskelschwäche, beginnend in den Beinen und im Beckenbereich.

Verlauf und Auswirkungen der Muskeldystrophie

Der Verlauf der Muskeldystrophie variiert je nach Typ und Schweregrad der Erkrankung. In der Regel beginnt die Krankheit im Kindes- oder Jugendalter und verschlimmert sich mit der Zeit. Betroffene erfahren eine zunehmende Muskelschwäche, die sich auf verschiedene Körperteile auswirken kann. Dies führt schrittweise zu Bewegungseinschränkungen und kann den Alltag erheblich beeinträchtigen.

Die Muskelschwäche beginnt häufig in den Beinen und im Beckenbereich, bevor sie sich auf andere Muskeln des Körpers ausbreitet. In fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung können auch die Atemmuskulatur und das Herz betroffen sein, was zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führt.

Frühzeitige Diagnose und Therapie können den Verlauf der Muskeldystrophie verlangsamen und die Lebensqualität verbessern, weshalb regelmäßige ärztliche Kontrollen wichtig sind.

Myopathie: Eine fortschreitende Krankheit der Muskulatur

Eine Myopathie ist eine fortschreitende Krankheit der Muskulatur mit unterschiedlichen Formen. Eine spezielle Form der Myopathie ist die Myositis, eine entzündliche Erkrankung, bei der das Immunsystem die eigenen Muskelzellen angreift und so zu Muskelschwäche und Schmerzen führt.

Ursachen von Myopathien

Zu den häufigsten Ursachen einer Myopathie zählt eine genetische Veranlagung. Dennoch ist es möglich, an einer erworbenen Form der Myopathie wie etwa einer Muskelentzündung zu erkranken. Autoimmunerkrankungen können ursächlich für eine Myositis sein, da sie beispielsweise bei einer Entzündung des Muskelgewebes zu einer Degeneration der Muskulatur führt. Der Körper hält die Muskelfasern für Fremdkörper und bekämpft sie mit dem Immunsystem. Medikamente, Drogen oder Alkohol können zu sonstigen Myopathien führen.

Symptome von Myopathien

In der Regel sind Muskelschwäche, Muskelschmerzen und Muskelschwund gemeinsame Symptome aller Myopathien. Als Muskelschwäche wird die schwindende Muskelkraft bezeichnet, die das häufigste Symptom der Myopathien darstellt. Davon kann jeder Körperbereich durch allmähliche Entwicklung oder plötzliches Auftreten betroffen sein. Zu Muskelschmerzen zählen nicht nur Schmerzen, sondern auch Krämpfe in der Muskulatur, was ebenfalls eines der häufigen Symptome von Myopathien ist. Bei einer Muskelatrophie bzw. einem Muskelschwund bilden sich Muskeln nach und nach zurück.

Zu den Hauptbeschwerden können noch weitere Symptome je nach myopathischer Form und Ursache hinzukommen:

  • Bewegungseinschränkungen: Betroffene mit Bewegungseinschränkungen haben Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Gehen sowie beispielsweise die Arme über den Kopf zu heben.
  • Atemprobleme: Beeinträchtigt die Myopathie Muskeln, die für die Atmung notwendig sind, treten entsprechende Symptome auf.
  • Herzprobleme: Ist die Herzmuskulatur betroffen, handelt es sich um eine Kardiomyopathie. Infolgedessen können Herzrhythmusstörungen auftreten.
  • Schluckbeschwerden: Zu Schluckbeschwerden kann es kommen, wenn die Speiseröhre betroffen ist.
  • Steifheit und Lähmungen: Insbesondere bei einer Ionenkanal-Myopathie können Muskelsteifheit und Lähmungserscheinungen auftreten - bedingt durch genetisch defekte muskuläre Kanäle von Natrium, Chlorid, Kalium und Calcium.
  • Weitere Beschwerden: Müdigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten können aufgrund von Atem- und Herzproblemen auftreten. Auch Störungen des Seh- und Hörvermögens sowie der Verdauung können auf eine erblich bedingte Muskeldystrophie zurückführbar sein.

Diagnose von Myopathien

Da Myopathien und ihre Symptome jedoch so vielfältig sind, können Neurologinnen und Neurologen anhand verschiedener Verfahren eine Diagnose stellen:

  • Bildgebende Diagnostik: Ultraschall und Magnetresonanztomografie (MRT) macht eine Analyse der Gewebestruktur möglich.
  • Laboruntersuchungen: Antikörper-, Enzym-, oder andere Blutwerte können Aufschluss über eine Myopathie geben. Auch auffällige Werte im Urin können zur Diagnostik hinzugezogen werden.
  • Muskelbiopsie: Durch die Entnahme einer Gewebeprobe des Muskels kann eine gezielte Untersuchung der Gewebestruktur sowie der Stoffwechselvorgänge vorgenommen werden.
  • Molekulargenetische Diagnostik: Kongenitale bzw. genetisch bedingte Myopathien können anhand von Untersuchungen der Gene nachgewiesen werden.
  • Elektromyografie: Bei der Elektromyografie werden Muskelströme zwischen Nerv und Muskel gemessen und bewertet, ob dabei eine Signalübertragung stattfindet.
  • Elektroneurografie: Bei diesem Verfahren wird überprüft, ob die Nerven richtig funktionieren, indem ihnen elektrische Reize zugeführt werden. So können neuromuskuläre Erkrankungen erkannt oder ausgeschlossen werden.
  • Muskelbelastungstest: Mittels eines Unterarmbelastungstests oder eines Fahrradbelastungstests werden Laktat- und Ammoniakwerte gemessen, um eine metabolische Myopathie feststellen zu können.

Therapie von Myopathien

Neben einer medikamentösen Therapie der Myopathie ist auch die therapeutische Behandlung durch Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie eine Möglichkeit. Diese können sowohl einzeln in Anspruch genommen werden als auch durch eine medikamentöse Therapie begleitet werden. Die zur Gruppe der primären Myopathien gehörenden genetisch bedingten Muskelerkrankungen sind bisher nicht heilbar. Dennoch lassen sich die Symptome der vererbbaren Myopathien lindern. Bei erworbenen Myopathien ist die jeweilige Grunderkrankung von Bedeutung. Denn nach dieser richtet sich die Behandlung. Eine endokrine Myopathie lässt sich beispielsweise medikamentös therapieren.

Muskelschwund: Abbau von Muskelmasse und -kraft

Muskelschwund, auch als Muskelatrophie bekannt, bezeichnet den Abbau von Muskulatur im Allgemeinen. Die Muskeln schrumpfen und büßen Funktionsfähigkeit ein. Muskelschwund kann sowohl bei jungen als auch älteren Menschen auftreten. Muskelschwund ist allerdings keine Diagnose, sondern stellt nur ein Symptom dar, für das es eine Vielzahl an Ursachen geben kann.

Ursachen von Muskelschwund

Muskelschwund kann durch eine Vielzahl an Ursachen ausgelöst werden. Diese reichen von altersbedingten Faktoren bis hin zu spezifischen Krankheiten und Lebensstilfaktoren. Hier sind einige der häufigsten Ursachen von Muskelschwund:

  • Alter
  • Bewegungsmangel
  • Nährstoffmangel
  • Unterernährung
  • Genetische Gründe
  • Verschiedene Krankheiten, wie beispielsweise Autoimmunkrankheiten, Erbkrankheiten, neurologische Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Krebs oder HIV-Infektionen

Sarkopenie: Muskelschwund im Alter

Mit zunehmendem Alter kommt es natürlicherweise zu einem Abbau von Muskelmasse und -kraft. Der Stoffwechsel der Muskelzellen verändert sich. In der Folge wird Muskulatur generell langsamer aufgebaut. Dieser altersbedingte Muskelschwund wird als Sarkopenie bezeichnet. Damit gehen funktionelle Einschränkungen einher. Das Risiko von Stürzen und damit verbundenen Verletzungen steigt.

Der Prozess des Muskelabbaus beginnt bereits ab dem 50. Lebensjahr. Bis zu 0,8 Prozent Muskelmasse können dabei pro Jahr abgebaut werden. Ab dem 70. Lebensjahr beschleunigt sich dieser Prozess.

Aufhalten kann man altersbedingten Muskelschwund nicht. Um ihn jedoch zu verlangsamen, können gezielte Kraftübungen helfen. Diese stärken die Muskulatur und erhöhen die Mobilität. Zwei bis dreimal pro Woche sollten Sie für mindestens 30 Minuten körperlich aktiv werden.

Auch durch eine gesunde Ernährung ist es möglich, dem Muskelschwund entgegenzuwirken. Vor allem die ausreichende Zufuhr von Eiweiß fördert laut Studien den Muskelaufbau. Etwa 1 bis 1,2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht am Tag wird empfohlen. Besonders eiweißreiche Lebensmittel sind zum Beispiel Hülsenfrüchte, fettarme Milchprodukte und mageres Fleisch und Fisch.

Symptome von Muskelschwund

Da der ganze Körper von Muskelschwund betroffen ist, zeigen sich Symptome sehr unterschiedlich. Erste Anzeichen werden häufig zunächst nicht bemerkt. Sie werden dann als allgemeine Müdigkeit oder Erschöpfung abgetan. Ob nun das Alter oder eine Krankheit die Ursache von Muskelschwund ist, spielt für die Symptome keine Rolle. Im Laufe der Zeit machen sich Kraftlosigkeit und Bewegungseinschränkungen bemerkbar. Alltägliche Aufgaben, die früher ohne Probleme von der Hand gingen, fallen jetzt schwerer. Treppensteigen oder das Heben von Gegenständen beispielsweise sind anstrengender als zuvor. Daneben gibt es weitere mögliche erste Anzeichen für den Abbau der Muskulatur:

  • Alltägliche Bewegungen, wie Gehen, Treppensteigen oder einfach Hausarbeiten, fallen schwerer als gewohnt
  • Unsicherheit beim Gehen und häufiges Stolpern
  • Kraftlosigkeit
  • Schluckstörungen
  • Sprechstörungen
  • eingeschränkte Organfunktionen
  • Atembeschwerden

Therapie von Muskelschwund

Eine Heilung bei Muskelatrophie ist nach heutigem Forschungsstand nicht möglich. Nur wenn die Ursache Bewegungsmangel oder Mangelernährung ist, kann eine Heilung möglich sein. Ansonsten können verschiedene Therapieformen Beschwerden lindern. Wichtig zu erwähnen ist, dass eine abnehmende Muskulatur den ganzen Körper und seine Funktionen beeinflusst. Aus dem Grund ist eine ganzheitliche therapeutische Behandlung notwendig. Ziel der Therapie ist es, die Selbstständigkeit von Betroffenen zu fördern und deren Lebensqualität zu verbessern. Dafür können folgende Therapien und Methoden zum Einsatz kommen:

  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Massagen
  • Sprechtraining (Logopädie) und Schlucktherapie
  • Behandlung von Infektionen
  • Medikamentöse Behandlungen

Die genaue Klärung der Diagnose hat größte Bedeutung. Nur dann kann die notwendige Behandlung durchgeführt werden.

Parkinson: Eine neurodegenerative Erkrankung

Parkinson ist eine unheilbare neurodegenerative Erkrankung, die sich durch Zittern äußert. Neben Demenz ist sie eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Im Gegensatz zu den oben genannten neuromuskulären Erkrankungen betrifft Parkinson primär das zentrale Nervensystem und führt zu Bewegungsstörungen.

Unterschiede zwischen neuromuskulären Erkrankungen und Parkinson

Während neuromuskuläre Erkrankungen das Zusammenspiel von Nerven und Muskeln beeinträchtigen, betrifft Parkinson spezifisch die Nervenzellen im Gehirn, die für die Produktion von Dopamin verantwortlich sind. Dies führt zu einer Beeinträchtigung der Bewegungssteuerung. Die Symptome und Behandlungsansätze unterscheiden sich daher grundlegend.

tags: #muskeldystrophien #oder #vergleichbaren #neuromuskularen #erkrankungen #parkinson