Die Anwendung von Schüßler-Salzen erfreut sich großer Beliebtheit als alternative oder ergänzende Behandlungsmethode. Auch bei der Behandlung von Epilepsie werden Schüßler-Salze von einigen Therapeuten eingesetzt. Dieser Artikel beleuchtet die Möglichkeiten und Grenzen dieser Therapieform, insbesondere im Hinblick auf das Schüßler-Salz Nr. 21, Zincum chloratum.
Was sind Schüßler-Salze?
Die Schüßler-Salze sind eine alternativmedizinische Behandlungsmethode, die auf den Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler zurückgeht. Er ging davon aus, dass viele Krankheiten auf einem Ungleichgewicht im Mineralstoffhaushalt der Zellen beruhen. Durch die Zufuhr von speziell aufbereiteten Mineralsalzen, den Schüßler-Salzen, sollen die Zellen wieder in Balance gebracht und die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden.
Die Schüßler-Salze werden in potenzierter Form (homöopathischer Dosierung) eingenommen. Ziel ist es, Symptome zu lindern, die jenen gleichen, die bei einem entsprechenden Salzmangel auftreten würden.
Schüßler-Salz Nr. 21: Zincum chloratum
Zincum chloratum (Zinkchlorid) ist eines der Ergänzungssalze, die nach Schüßlers Tod zu den zwölf Basissalzen hinzugefügt wurden. Zink ist ein essentielles Spurenelement, das an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt ist und eine wichtige Rolle für die Funktion und den Schutz der Zellen spielt.
Wirkung von Zincum chloratum laut Schüßler-Theorie
Laut der Schüßler-Theorie hat Zincum chloratum eine positive Wirkung auf:
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- Funktion und Feuchtigkeit der Schleimhaut (Verdauungstrakt)
- Nervenhüllen
- Aufbau von Knorpel, Knochen, Bindegewebe, Sehnen und Bändern (Beteiligung an der Kollagen- und Elastinbildung)
- Stärkung schwacher Nerven (Beteiligung am Nervenstoffwechsel)
Anwendungsgebiete von Zincum chloratum
Ein Mangel an Zinkchlorid kann nach der Schüßler-Theorie verschiedene Beschwerden und Krankheiten hervorrufen. Zu den typischen Anwendungsgebieten von Zincum chloratum gehören:
- Lichtempfindliche Augen, Störungen der Hell-Dunkel-Anpassung
- Schlechte Wundheilung, Abzesse, Furunkel, Schleimhautprobleme, Haarausfall, brüchige oder gerillte Nägel
- Osteoporose
- Dehnungsstreifen im Bindegewebe/Schwangerschaftsstreifen
- Koordinationsstörungen, Lähmungen des Gesichtsnerven, unruhige Beine (Restless-Legs-Syndrom), Nervenschmerzen, Multiple Sklerose und Epilepsie
- Nierenentzündung, Reizblase, Blasenmuskellähmung
- Diabetes
- Schlafstörungen, Nervosität, Unruhe, Stressbelastung
- Keuchhusten, Asthma nervosum
- Magen-Darm-Krämpfe, nervöser Durchfall
- Bei Kindern: Wachstumsstörung, nervöses Erbrechen, verzögerte sexuelle Entwicklung
- Infertilität ohne organische Ursachen (Schüßler-Salze bei Kinderwunsch)
Anwendung von Zincum chloratum
Zincum chloratum kann innerlich und äußerlich angewendet werden.
- Innerliche Anwendung: In der Regel wird Zincum chloratum in der Potenz D12 gegeben, manchmal auch als D6. Die Tabletten sollen sich langsam im Mund auflösen. Die Einnahme kann nach der chinesischen Organuhr zwischen 21 und 23 Uhr erfolgen.
- Äußerliche Anwendung: Für die Anwendung auf der Haut kann ein Brei aus Schüßler-Salze-21-Tabletten angerührt werden.
Schüßler-Salze bei Epilepsie
Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Krampfanfälle gekennzeichnet ist. Die Anfälle entstehen durch eine vorübergehende Störung der elektrischen Aktivität im Gehirn.
Anwendung von Schüßler-Salzen bei Epilepsie
In der Schüßler-Therapie wird Zincum chloratum bei Epilepsie eingesetzt, um die Nerven zu stärken und Krampfzustände zu reduzieren. Es ist wichtig zu betonen, dass bei anhaltenden und schweren Symptomen wie Epilepsie ein Arztbesuch unerlässlich ist. Von einer alleinigen und eigenmächtigen Behandlung mit Schüßler-Salzen ist in diesen Fällen abzuraten! Begleitend zur schulmedizinischen Therapie können bei solchen Erkrankungen aber Schüßler-Salze wie Zincum chloratum gegeben werden.
Die homöopathische Behandlung von Epilepsie
Die Homöopathie stellt eine weitere alternative Behandlungsmethode dar, die bei Epilepsie in Betracht gezogen werden kann. Im Gegensatz zur konventionellen Therapie, die oft mit Nebenwirkungen verbunden ist, gilt die Homöopathie als praktisch nebenwirkungsfrei.
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Die homöopathische Behandlung von Epilepsien sollte jedoch nur von spezialisierten Therapeuten durchgeführt werden, die über neurologische und epileptologische Kenntnisse verfügen. Es gibt kein homöopathisches "Epilepsie-Mittel". Stattdessen wird das passende Mittel anhand einer genauen Anfallsanamnese ausgewählt.
Fallbeispiel: Homöopathische Behandlung einer Temporallappenepilepsie
Ein Fallbeispiel einer 22-jährigen Patientin mit Temporallappenepilepsie zeigt, dass eine homöopathische Behandlung zu einer Reduktion der Anfallsfrequenz führen kann. Die Patientin lehnte die empfohlene antiepileptische Behandlung mit Lamotrigin ab und entschied sich für eine alleinige homöopathische Behandlung.
Vor Behandlungsbeginn traten durchschnittlich 15 Anfälle pro Monat auf. Nach einer zweieinhalbjährigen homöopathischen Behandlung konnte eine erhebliche Reduktion der Anfallsfrequenz erzielt werden. Auf einer EEG-Kontrolle waren die zuvor beschriebenen epilepsietypischen Veränderungen im rechten Schläfenlappen nicht mehr zu erkennen.
Wichtige Hinweise zur homöopathischen Behandlung von Epilepsie
- Bei mangelndem homöopathischem Therapieerfolg sollte eine zusätzliche, konventionelle antiepileptische Behandlung erfolgen.
- Bei vielen Epilepsie-Patienten ist eine begleitende Therapie mit Antikonvulsiva nötig, wobei erfahrungsgemäß bei richtig gewähltem homöopathischem Arzneimittel eine Dosisreduktion der Antikonvulsiva möglich ist.
- Antikonvulsiva werden grundsätzlich schrittweise reduziert, andernfalls können Entzugsanfälle auftreten.
- Während der Reduktionsphase sollten EEG-Kontrollen durchgeführt werden.
- Erfahrungsgemäß ist durch eine homöopathische Epilepsie-Behandlung eher mit einer Reduktion der Anfallsfrequenz und der Schwere der Anfälle als mit einer kompletten Anfallsfreiheit zu rechnen.
- Bei idiopathischen Anfällen (Anfälle ohne erkennbaren Grund) ist im Vergleich zu symptomatischen Anfällen (Anfälle mit bekannter Ursache wie z.B. ein Tumor) die Prognose besser.
Weitere Schüßler-Salze bei neurologischen Beschwerden
Neben Zincum chloratum werden auch andere Schüßler-Salze bei neurologischen Beschwerden eingesetzt. So könnte das Schüßler Ergänzungssalz Nr. 19, Cuprum arsenicosum, bei Fieberkrämpfen bei Kindern Anwendung finden.
Fallbeispiel aus der Tierheilpraxis
Ein Fallbeispiel aus der Tierheilpraxis zeigt die erfolgreiche Behandlung einer Hündin mit partiellen epilepsieförmigen Anfällen. Die Hündin wurde mit einer Kombination aus Triggerpunktbehandlung, Bioresonanzverfahren und verschiedenen Medikamenten (Hypericum D6, Vitamin-B-Komplex, Nux vomica C30, Schüssler Salz Nr. 7) behandelt. Nach 10 Wochen war die Hündin beschwerdefrei.
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Kritik an der Schüßler-Therapie
Das Konzept der Schüßler-Salze und ihre spezifische Wirksamkeit sind in der Wissenschaft umstritten und durch Studien nicht eindeutig belegt. Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass ein Mangel an bestimmten Mineralsalzen die Ursache für Krankheiten ist oder dass die Zufuhr von Schüßler-Salzen eine heilende Wirkung hat.