Schüßler-Salze bei Epilepsie: Anwendung, Wirkung und was Sie wissen sollten

Schüßler-Salze sind eine in der alternativen Medizin weit verbreitete Heilmethode. Diese basiert auf der Theorie, dass Krankheiten durch Störungen der biochemischen Prozesse im Körper entstehen. Der homöopathische Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler definierte im 19. Jahrhundert zwölf Mineralsalze, die für einen gesunden Organismus essenziell sind.

Was sind Schüßler-Salze?

Schüßler-Salze sind spezielle Mineralien, die in homöopathischer Dosierung eingesetzt werden. Sie werden als alternative Heilmethode genutzt, um Beschwerden zu lindern, die bei einem Mangel an diesen Mineralien auftreten würden. Die Einnahme soll auch dann wirken, wenn eine andere Ursache hinter den Beschwerden steckt. Neben den zwölf von Schüßler definierten Basissalzen gibt es weitere Ergänzungssalze.

Schüßler-Salz Nr. 21: Zincum chloratum (Zinkchlorid)

Zink ist ein wichtiges Spurenelement für den menschlichen Körper und erfüllt viele Funktionen. Es schützt die Membran jeder Körperzelle. Das Schüßler-Salz Nr. 21, Zincum chloratum (Zinkchlorid), soll zur Stabilisierung der Zellmembranen beitragen. Es ist Bestandteil der Antioxidantienmischung nach Schüßler und soll helfen, schädliche freie Radikale abzuwehren und die Auswirkungen von oxidativem Stress zu reduzieren.

Wirkung von Zincum chloratum

Laut der Schüßler-Theorie hat Zincum chloratum einen positiven Effekt auf die Funktion und Feuchtigkeit der Schleimhaut im Verdauungstrakt und auf die Nervenhüllen. Es soll schwache Nerven stärken und bei Krampfzuständen helfen. Zudem soll es am Aufbau von Knorpel, Knochen, Bindegewebe, Sehnen und Bändern beteiligt sein, da es die körpereigene Bildung von Kollagen und Elastin unterstützt.

Anwendungsgebiete bei Zinkchloridmangel

Ein Mangel an Zinkchlorid kann laut der Schüßler-Theorie verschiedene Beschwerden und Krankheiten verursachen. Zu den typischen Anwendungsgebieten gehören:

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  • Lichtempfindliche Augen, Störungen der Hell-Dunkel-Anpassung
  • Schlechte Wundheilung, Abszesse, Furunkel, Schleimhautprobleme, Haarausfall, brüchige oder gerillte Nägel
  • Osteoporose
  • Dehnungsstreifen im Bindegewebe/Schwangerschaftsstreifen
  • Koordinationsstörungen, Lähmungen des Gesichtsnerven, unruhige Beine (Restless-Legs-Syndrom), Nervenschmerzen, Multiple Sklerose und Epilepsie
  • Nierenentzündung, Reizblase, Blasenmuskellähmung
  • Diabetes
  • Schlafstörungen, Nervosität, Unruhe, Stressbelastung
  • Keuchhusten, Asthma nervosum
  • Magen-Darm-Krämpfe, nervöser Durchfall
  • Bei Kindern: Wachstumsstörung, nervöses Erbrechen, verzögerte sexuelle Entwicklung
  • Infertilität ohne organische Ursachen (als Schüßler-Salz bei Kinderwunsch)

Anwendung von Zincum chloratum

Zincum chloratum kann innerlich und äußerlich angewendet werden. Innerlich wird es meist in der Potenzierung D12 gegeben, manchmal auch als D6. Die Tabletten sollen sich langsam im Mund auflösen. Äußerlich kann ein Brei aus den Tabletten angerührt und auf die Haut aufgetragen werden.

Charakterliche Ursachen für einen Mangel

Die Schüßler-Heilmethode besagt, dass zwanghafte Charaktereigenschaften an den Reserven eines Mineralsalzes zehren können. Für Zincum chloratum bedeutet dies, dass Menschen, die an sich selbst zweifeln, unsicher sind und ein geringes Selbstwertgefühl haben, ihre Zinkchlorid-Reserven angreifen.

Mangelanzeichen im Gesicht

Ein heller Streifen um die Lippen soll typisch für einen Mangel an Zincum chloratum sein.

Schüßler-Salze bei Epilepsie

Erstaunliche Ergebnisse konnten mit Schüßler-Salzen bei epileptischen Anfällen erzielt werden, und zwar dann, wenn die Epilepsie nicht erblich bedingt ist, sondern erst nach dem zweiten Lebensjahr auftritt. Epilepsie muss nämlich kein genetischer Defekt sein, sondern kann auch von einem Impfschaden herrühren. Bei einem epileptischen Anfall kann man zum Lösen der Krämpfe die "Heiße Sieben" verabreichen. Dabei handelt es sich um das Lebenssalz Nummer 7, Magnesium phosphoricum, von dem 10 Tabletten auf einmal in heißem Wasser aufgelöst gegeben werden. Magnesium ist allgemein als Krampflöser bekannt; behandelt man die Anfälle über einen längeren Zeitraum auf diese Weise, kann die Epilepsie völlig verschwinden.

Homöopathische Behandlung von Epilepsie

Die Epilepsie-Therapie der ersten Wahl ist die medikamentöse Behandlung mit Antiepileptika. Die Schattenseite der Medikamente sind jedoch ihre Nebenwirkungen. Patienten klagen vor allem über Müdigkeit, Schwindel sowie Konzentrationsstörungen. Trotz der Wirksamkeit der konventionellen Therapie brechen deshalb manche Patienten die Behandlung ab und suchen nach Alternativen. Die Homöopathie gehört zu den alternativen medizinischen Heilverfahren und ist praktisch nebenwirkungsfrei. Ihre Unbedenklichkeit ist auch der Grund für ihre Popularität.

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Bei der homöopathischen Epilepsie-Behandlung stellt sich die Frage, ob die Erkrankung ausschließlich homöopathisch oder in Kombination mit konventionellen Antiepileptika durchgeführt werden soll. Die Therapiestrategie orientiert sich an der Anfallsform und der Anfallsfrequenz des Patienten. Generell sollte bei mangelndem homöopathischem Therapieerfolg eine zusätzliche, konventionelle antiepileptische Behandlung erfolgen. Die homöopathische Behandlung von Epilepsien darf nur von spezialisierten Therapeuten durchgeführt werden. Neben einer fundierten homöopathischen Ausbildung sollte der behandelnde Arzt über neurologische und epileptologische Kenntnisse verfügen.

Es gibt kein homöopathisches „Epilepsie-Mittel“. Das passende homöopathische Mittel findet der Homöopath anhand einer genauen Anfallsanamnese. Zu diesem Zweck werden der Patient und oft auch sein familiäres und therapeutisches Umfeld befragt. Für die individuelle Auswahl des passenden Arzneimittels sind besonders auffällige Symptome wichtig, die den Patienten von anderen Kranken mit derselben Diagnose unterscheiden, z.B. wenn er während eines Anfalls Durst hat und etwas trinkt.

Unter Berücksichtigung aller vorliegenden Informationen verordnet der homöopathische Arzt ein Arzneimittel, das möglichst alle Aspekte der Anfallssymptome des Patienten repräsentiert, d.h., die größtmögliche Ähnlichkeit mit der individuellen Epilepsieerkrankung zeigt. Im Behandlungsverlauf kann es nötig sein, das homöopathische Mittel mehrmals zu wechseln, weil sich das Symptombild der Krankheit verändert hat. Besonders bewährt hat sich deshalb die tägliche Behandlung mit Q-Potenzen als Lösung mit relativ kurzer Wirkdauer, in denen der Arzneiwirkstoff in einem hohen Verdünnungsverhältnis enthalten ist.

Bei vielen Epilepsie-Patienten, die homöopathisch behandelt werden, ist eine begleitende Therapie mit Antikonvulsiva nötig, wobei erfahrungsgemäß bei richtig gewähltem homöopathischem Arzneimittel eine Dosisreduktion der Antikonvulsiva möglich ist. Der Arzt wird jedoch die Dosierung nur herabsetzen, wenn klare Belege für den homöopathischen Behandlungserfolg vorliegen. Antikonvulsiva werden grundsätzlich schrittweise reduziert, andernfalls können Entzugsanfälle auftreten. Während der Reduktionsphase sollten EEG-Kontrollen durchgeführt werden. Diese Kontrollmaßnahme ist wichtig, weil eine Zunahme epilepsietypischer EEG-Veränderungen eine erhöhte Anfallsbereitschaft erkennen lässt und unter Umständen eine neue Therapiestrategie erfordert.

Fallbeispiel

Eine 22-jährige Patientin mit diagnostizierter Temporallappenepilepsie mit komplex-fokalen Anfällen lehnte die in der Universitätsklinik empfohlene antiepileptische Behandlung mit Lamotrigin ab und entschied sich für eine alleinige homöopathische Behandlung. Vor Behandlungsbeginn traten durchschnittlich 15 Anfälle pro Monat auf.

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Das erste homöopathische Mittel führte zunächst zu Anfallsfreiheit, Zunahme des Wohlbefindens und der Leistungsfähigkeit. Im weiteren Verlauf traten drei leichtere Anfälle und nach zwei Monaten ein Grand-Mal-Anfall auf. Die erneut angeratene antikonvulsive medikamentöse Therapie lehnte die Patientin weiterhin vehement ab, so dass die homöopathische Therapie nach einem Mittelwechsel weitergeführt wurde. In den folgenden acht Monaten kam es zu einer Aura ohne folgenden Anfall und zu zwei nächtlichen Anfällen.

Rückblickend konnte bei der Patientin unter ausschließlicher homöopathischer Behandlung in einem Behandlungszeitraum von zweieinhalb Jahren eine erhebliche Reduktion der Anfallsfrequenz erzielt werden. Auf einer EEG-Kontrolle waren die zuvor beschriebenen epilepsietypischen Veränderungen im rechten Schläfenlappen nicht mehr zu erkennen. Unter der homöopathischen Therapie tritt aktuell durchschnittlich alle drei Monate ein nächtlicher Anfall auf. Bei völligem Wohlbefinden mit erhaltener Leistungsfähigkeit erscheint in Anbetracht der seltenen Anfallsfrequenz ausschließlich nachts die alleinige homöopathische Weiterbehandlung vertretbar. Eine konsequente Verlaufsbeobachtung ist allerdings unbedingt erforderlich.

Wichtiger Hinweis

Anhaltenden und schweren Symptomen können ernste Erkrankungen wie Epilepsie und Multiple Sklerose zugrundeliegen, die unbedingt einen Arztbesuch erfordern. Von einer alleinigen und eigenmächtigen Behandlung mit Schüßler-Salzen ist in diesen Fällen abzuraten! Begleitend zur schulmedizinischen Therapie können bei solchen Erkrankungen aber Schüßler-Salze wie Zincum chloratum gegeben werden.

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