Muskelkrämpfe im Bizeps können sehr schmerzhaft sein und die Bewegungsfähigkeit einschränken. Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) ist eine nicht-invasive Methode, die zur Linderung von Schmerzen und Muskelverspannungen eingesetzt werden kann. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Muskelkrämpfen im Bizeps, die Funktionsweise der TENS-Therapie und ihre Anwendungsmöglichkeiten zur Behandlung von Bizepskrämpfen.
Ursachen von Muskelkrämpfen im Bizeps
Muskelkrämpfe sind unwillkürliche, schmerzhafte Kontraktionen eines Muskels oder einer Muskelgruppe. Sie können verschiedene Ursachen haben, darunter:
- Überlastung: Exzessives Training oder ungewohnte Belastungen können zu Muskelkrämpfen führen. Es ist auch möglich, dass eine gute physische Form in einer bestimmten Aktivität (z.B. Schwimmen) nicht bedeutet, dass man in einer anderen (z.B. Laufen) gleichermaßen trainiert ist.
- Dehydration und Elektrolytmangel: Ein Mangel an Flüssigkeit und Elektrolyten wie Natrium, Kalium, Magnesium und Kalzium kann Muskelkrämpfe begünstigen.
- Muskelermüdung: Langanhaltende Muskelanstrengung kann zur Ermüdung der Muskeln führen, was das Risiko von Krämpfen erhöht.
- Schlechte Durchblutung: Eine unzureichende Durchblutung der Muskeln kann zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen führen, was Krämpfe auslösen kann.
- Nervenschäden: In seltenen Fällen können Nervenschäden Muskelkrämpfe verursachen.
- Medikamente: Einige Medikamente können als Nebenwirkung Muskelkrämpfe verursachen.
Die Bizepssehne und ihre Anfälligkeit
Die Bizepssehne, insbesondere die lange Bizepssehne (LBS), ist aufgrund ihrer anatomischen Lage und Funktion anfällig für Erkrankungen. Die lange Bizepssehne entspringt am oberen Rand der Gelenkpfanne des Schultergelenks und verläuft in einer Rinne (Sulcus intertubercularis) über den Oberarmkopf. Überlastung, Fehlhaltungen oder Verletzungen können in dieser Rinne zu einer Enge für die Bizepssehne führen, insbesondere wenn sie sich entzündet hat. Dies kann zu Schmerzen im vorderen Bereich der Schulter führen.
TENS-Therapie: Funktionsweise und Anwendung
Die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) ist eine nicht-invasive Methode zur Schmerzlinderung, die auf der Anwendung von schwachen elektrischen Strömen basiert. TENS-Geräte senden elektrische Impulse über Elektroden, die auf der Haut platziert werden, an die darunter liegenden Muskeln, Nerven und Gewebe.
Wirkmechanismen der TENS-Therapie
Die TENS-Therapie wirkt auf verschiedene Weisen schmerzlindernd:
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- Schmerzblockade: Hochfrequente TENS-Impulse können die Schmerzübertragung zum Gehirn blockieren, indem sie die Schmerzsignale überlagern. Dies wird als "Gate-Control-Theorie" bezeichnet.
- Endorphin-Ausschüttung: Niederfrequente TENS-Impulse können die Ausschüttung von Endorphinen fördern, körpereigenen schmerzlindernden Substanzen, die das Schmerzempfinden reduzieren.
- Verbesserung der Durchblutung: TENS kann die Durchblutung im behandelten Bereich verbessern, was zur Entspannung der Muskeln und zur Reduktion von Entzündungen beitragen kann.
Anwendung der TENS-Therapie bei Bizepskrämpfen
Bei der Behandlung von Bizepskrämpfen mit TENS werden die Elektroden typischerweise im Bereich des Bizepsmuskels platziert. Die genaue Platzierung kann je nach Lokalisation des Schmerzes und der Muskelverspannung variieren. Es ist wichtig, die Elektroden so zu platzieren, dass der schmerzende Bereich zwischen den beiden Elektroden liegt.
TENS-Programme und Intensität
TENS-Geräte bieten in der Regel verschiedene Programme mit unterschiedlichen Frequenzen und Impulsbreiten an. Für die Behandlung von Muskelkrämpfen können Programme zur Schmerzlinderung, Muskelentspannung oder Durchblutungsförderung geeignet sein. Die Intensität der Stimulation sollte so eingestellt werden, dass sie als angenehm empfunden wird. Eine zu hohe Intensität kann zu Muskelkontraktionen oder Schmerzen führen.
Zusätzliche Behandlungsansätze
Zusätzlich zur TENS-Therapie können weitere Maßnahmen zur Behandlung von Bizepskrämpfen hilfreich sein:
- Dehnung: Sanftes Dehnen des Bizepsmuskels kann helfen, den Krampf zu lösen.
- Massage: Eine entspannende Massage des Bizepsmuskels kann die Durchblutung fördern und Muskelverspannungen reduzieren. Entwässerungsmassagen können helfen, Milchsäure und andere Abfallprodukte der physischen Anstrengung abzutransportieren.
- Wärme- oder Kälteanwendung: Tiefe oder oberflächliche Wärmetherapie kann die Muskeln entspannen, während Kälteanwendungen Entzündungen reduzieren können.
- Elektrostimulation: Elektrostimulation mit Programmen zur Entspannung, Entwässerung oder Lockerung kann ebenfalls hilfreich sein. Es wird empfohlen, mit einem entspannenden Massageprogramm zu beginnen und danach mit einer Entwässerung fortzufahren, wobei eine angenehme Intensität gewählt werden sollte, um Schmerzen zu vermeiden.
- Medikamente: In einigen Fällen können Schmerzmittel oder Muskelrelaxantien erforderlich sein, um die Schmerzen zu lindern.
EMS-Training als Ergänzung
Elektromuskelstimulation (EMS) kann als Ergänzung zur TENS-Therapie eingesetzt werden, um die Muskeln zu stärken und die Regeneration zu fördern. EMS-Training kann helfen, Muskelungleichgewichte auszugleichen und die Stabilität des Schultergelenks zu verbessern, wodurch das Risiko von Bizepskrämpfen reduziert werden kann.
Wichtige Hinweise zum EMS-Training
- Gewissenhafte Ausführung: EMS-Training sollte stets gewissenhaft, ordentlich und gründlich ausgeführt werden, um Verletzungen zu vermeiden und die Effektivität zu maximieren.
- Kombination mit aktivem Training: EMS-Training kann mit aktivem Training kombiniert werden, um die Ziele schneller zu erreichen. Es ist jedoch empfehlenswert, die ersten EMS-Einheiten ohne begleitendes aktives Training durchzuführen, um das jeweilige Programm kennenzulernen.
- Elektrodenplatzierung: Um die Elektroden optimal zu platzieren, sollte man seinen Körper kennen oder anatomisch bewandert sein. Die Stromstärke sollte so eingestellt werden, dass eine deutliche Muskelkontraktion spürbar ist, aber keine Schmerzen verursacht.
Weitere Anwendungsbereiche der TENS-Therapie
Die TENS-Therapie ist ein vielseitiges Verfahren, das bei verschiedenen Schmerzzuständen eingesetzt werden kann, darunter:
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- Arthrose: TENS kann den Schmerzmittelbedarf bei Arthroseschmerzen deutlich senken oder sogar ganz ersetzen.
- Rückenschmerzen: TENS kann bei akuten und chronischen Rückenschmerzen helfen.
- Nackenschmerzen: TENS kann Nackenschmerzen lindern, die durch Muskelverspannungen verursacht werden.
- Ischialgie und Neuralgien: TENS kann bei Nervenschmerzen wie Ischialgie und Neuralgien eingesetzt werden.
- Kopfschmerzen: TENS kann Kopfschmerzen lindern, die durch Nackenverspannungen verursacht werden.
- Sportverletzungen: TENS kann bei akuten Muskel- und Sehnenverletzungen im Sport eingesetzt werden.
Sicherheitshinweise und Kontraindikationen
Die TENS-Therapie ist im Allgemeinen eine sichere Methode, es gibt jedoch einige Kontraindikationen, bei denen die Anwendung vermieden werden sollte:
- Herzschrittmacher oder Defibrillatoren: Personen mit Herzschrittmachern oder Defibrillatoren sollten TENS nicht anwenden.
- Schwangerschaft: Während der Schwangerschaft sollte TENS nur nach Rücksprache mit einem Arzt angewendet werden.
- Epilepsie: Personen mit Epilepsie sollten TENS nicht anwenden.
- Psychische Erkrankungen: Personen mit psychischen Erkrankungen sollten TENS nur unter ärztlicher Aufsicht anwenden.
- Hautirritationen: Bei Hautirritationen oder offenen Wunden im Behandlungsbereich sollte TENS nicht angewendet werden.
- Metallimplantate: Bei Metallimplantaten im Körper (ausgenommen Zahnimplantate und Intrauterinpessare) sollte TENS nur nach Rücksprache mit einem Arzt angewendet werden.
- Herzunregelmäßigkeiten oder Herzkrankheiten: Bei Herzunregelmäßigkeiten oder Herzkrankheiten sollte TENS nur nach Rücksprache mit einem Arzt angewendet werden.
- Diabetes: Bei Diabetes kann es zu Empfindlichkeitsstörungen kommen, daher sollte TENS nur nach Rücksprache mit einem Arzt angewendet werden.
- Schwere Durchblutungsstörungen: Bei schweren Durchblutungsstörungen in den unteren Gliedmaßen sollte TENS nicht angewendet werden.
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