Homöopathie bei Muskelkrämpfen: Ursachen, Behandlung und Prävention

Schmerzen in Muskeln und Gelenken sind weit verbreitet. Homöopathische Mittel können in vielen Fällen eine wertvolle Hilfe sein, da sie eine sanfte und ganzheitliche Methode darstellen, die darauf abzielt, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Besonders bei Beschwerden im Bewegungsapparat kann sie eine wertvolle Ergänzung darstellen. Die Homöopathie arbeitet mit dem Grundsatz, die Selbstregulation des Körpers durch gezielte Reize anzustoßen. Dabei wird ein Mittel gewählt, das den Beschwerden des Patienten möglichst ähnlich ist - nach dem Prinzip „Ähnliches mit Ähnlichem heilen“.

Was sind Muskelkrämpfe?

Ein plötzlicher, stechender Schmerz in der Wade oder im Fuß - oft kommt er aus dem Nichts und löst sich von selbst. Laut Definition spannt sich bei Muskelkrämpfen ein Muskel oder eine ganze Muskelgruppe plötzlich und meist ohne klaren Auslöser sehr stark an. Das kann zu einer spürbaren Verhärtung führen und sehr schmerzhaft sein. In der Regel verschwindet die Anspannung nach einigen Sekunden oder Minuten wieder. Manchmal können danach noch für einige Tage Muskelschmerzen auftreten. Prinzipiell können Muskelkrämpfe am ganzen Körper auftreten.

Ursachen von Muskelkrämpfen

Muskelkrämpfe können verschiedene Ursachen haben. Oft entstehen sie nach intensiver körperlicher Aktivität, bei der man stark schwitzt. Hier kann es zu einem Ungleichgewicht im Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt (v.a. Kalzium, Magnesium, Kalium, Natrium) kommen. Die muskuläre Ermüdung, die bei hoher körperlicher Belastung entsteht, kann dabei zusätzlich eine Rolle spielen. Muskelkrämpfe können auch trotz ausreichender Zufuhr von Magnesium oder ohne körperliche Anstrengung auftreten.

Weitere Ursachen für Muskelkrämpfe sind zum Beispiel Durchblutungsstörungen und bestimmte Erkrankungen wie Diabetes oder neurologische Störungen. Auch manche Medikamente können zu Krämpfen führen (z.B. Entwässerungsmittel bei Bluthochdruck). In einigen Fällen - vor allem nachts - treten Muskelkrämpfe ohne erkennbare Ursache auf. Mediziner bezeichnen diese als idiopathische Muskelkrämpfe. Verschiedene Risikofaktoren können ihr Auftreten fördern.

Ein Ungleichgewicht im Elektrolythaushalt, Dehydrierung oder Überlastung (z. B. Sport oder Schwangerschaft) können ebenfalls Muskelkrämpfe verursachen. Stoffwechsel- oder Hormonstörungen, Muskelerkrankungen oder Medikamente können ebenfalls verantwortlich sein.

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Detaillierte Betrachtung der Ursachen

  • Elektrolytstörungen: Ein Ungleichgewicht der Elektrolyte (u.a. Magnesium, Kalzium, Natrium) liegt meist vor. Die sogenannten paraphysiologischen Krämpfe treten gelegentlich während der Schwangerschaft auf oder nach sportlicher Betätigung. Ein Mangel an Salzen, wie unter anderem Magnesium oder Natrium, führt zu einer gestörten Erregbarkeit der Muskelfasern und damit zu unkontrollierbaren Verkrampfungen.

    • Magnesiummangel (Hypomagnesiämie): Magnesiummangel kann durch falsche oder einseitige Ernährung entstehen, durch Diabetes mellitus, durch Darm- und Nierenerkrankungen und durch Alkoholmissbrauch. Auch in der Schwangerschaft kann es zu Magnesiummangel kommen. Wadenkrämpfe sind ebenfalls charakteristisch beim sogenannten Magnesiummangelsyndrom. Dabei zeigen sich außerdem noch andere Krämpfe der Muskulatur, Verwirrtheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, kalte Füße und allgemeine Schwäche.
    • Dehydrierung: Zu einem hohen Wasserverlust des Körpers kommt es unter anderem bei Durchfall, Erbrechen, Diabetes insipidus, entzündlichen Darmerkrankungen oder durch starkes Schwitzen. Auch Medikamente wie beispielsweise entwässernde Diuretika können eine Dehydrierung verursachen. Dabei entsteht ein deutliches Ungleichgewicht im Mineralstoffhaushalt, das dann für die Muskelkrämpfe oder für sogenannte Hitzekrämpfe verantwortlich ist.
    • Andere Störungen des Elektrolythaushaltes: Auch Ungleichgewichte der Kalzium- Kalium- oder Natriumkonzentration können hinter einem Wadenkrampf stecken.
  • Hormonelle und Stoffwechselerkrankungen: Für einen Krampf im Muskel sind häufig auch hormonelle und Stoffwechselveränderungen ausschlaggebend. So zeigen sich beispielsweise bei Schwangeren Verschiebungen im Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt. Insbesondere in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft kommt es zu einem erhöhten Bedarf an Magnesium. Besteht ein Mangel daran, treten nachts oft Wadenkrämpfe auf. Weitere Ursachen für einen Muskelkrampf in der Wade sind unter anderem diese Hormon- und Stoffwechselerkrankungen:

    • Diabetes mellitus: Zum Krampf in der Wade kommt es anfangs oft durch Elektrolytstörungen aufgrund häufigen Wasserlassens. Später können die Wadenkrämpfe Folge von Nervenschäden (Polyneuropathie) sein.
    • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Auch bei einer Unterfunktion der Schilddrüse kann es hin und wieder zu einem Muskelkrampf kommen. Die eher selten auftretenden Wadenkrämpfe zeigen sich vor allem nachts.
    • Nebenschilddrüsenunterfunktion (Hypoparathyreoidismus): Da die Nebenschildddrüsen stark am Kalziumhaushalt des Körpers beteiligt sind, kann deren Erkrankung zu übererregbaren Muskeln führen.
    • Erkrankungen der Nebennierenrinde: Für die Regulierung des Wasser- und Mineralhaushalts sind die Hormone der Nebennieren unerlässlich. Kommt es hier zu Störungen, können Muskelkrämpfe auftreten.
    • Nierenerkrankungen: Da die Nieren für die Regulation des Flüssigkeitshaushaltes sehr wichtig sind, kann eine Nierenschwäche oder ein Versagen der Nieren zu Krämpfen führen.
  • Muskelerkrankungen (Myopathien): Eine Muskelerkrankung führt zu einer Schwächung der Muskeln, häufig auch zu krampfartigen Muskelschmerzen. Die Myopathie kann erblich erworben sein, wird aber ebenso durch andere, entzündliche oder hormonell bedingte, Ursachen ausgelöst. Auch Vitamin-D-Mangel kann dies verursachen. Beispielsweise sind für folgende Myopathien Muskelkrämpfe typisch:

    • Faszikulations-Crampus-Syndrom: Die Krankheit ist bislang nicht hinreichend erforscht. Symptome sind starke Krämpfe, Kribbeln und Taubheitsgefühle - vorrangig in den Beinen.
    • Brody-Syndrom: Diese seltene Muskelerkrankung wird vererbt. Nach körperlicher Anstrengung treten starke Muskelkrämpfe auf und die Muskeln versteifen sich.
    • Myotonia Congenita Thomsen: Bei dieser ebenfalls vererbbaren Erkrankung zeigen sich starke Muskel- und Wadenkrämpfe.
  • Erkrankungen des Nervensystems: Ist die Übertragung von Nervenimpulsen auf die Muskeln gestört (Myasthenie), wie zum Beispiel beim Lambert-Eaton-Syndrom oder der Autoimmunerkrankung Myasthenia gravis, dann ist eine Muskelschwäche charakteristisch. Die Folge sind unter anderem Wadenkrämpfe. Auch andere Erkrankungen des Nervensystems führen zu dem Krampf im Unterschenkel. Das sind zum Beispiel:

    • Dystonien: Diese Gruppe von Erkrankungen, zu der unter anderem Parkinson, Multiple Sklerose und Chorea Huntington gehören, ist durch Störungen im Bewegungsablauf gekennzeichnet. Ruckartige, unkontrollierbare Bewegungen sind typisch. Ebenso Fehlstellungen und Muskelkrämpfe, auch in der Wadenmuskulatur.
    • Polyneuropathien: Diese Erkrankungen beruhen auf Schädigungen der peripheren Nerven. Dabei können unwillkürliche Muskelkrämpfe ausgelöst werden.
    • Wundstarrkrampf (Tetanus): Bei der Erkrankung kommt es zu Muskelkrämpfen im Gesicht, am Rücken sowie in Armen und Beinen.
    • Radikulopathien (Schädigung oder Reizung einer Nervenwurzel): Ursache der Schädigung kann ein Bandscheibenvorfall, eine Nervenwurzelentzündung oder eine Verengung des Spinalkanals sein. Mögliche Symptome sind neben Taubheitsgefühlen und Lähmungen in den Beinen auch Wadenkrämpfe.
    • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS, Lou-Gehring-Syndrom): Die unheilbare Krankheit wird von schmerzhaften Muskelkrämpfen begleitet.
    • Stiff-Man-Syndrom: Charakteristisch ist eine allmählich steigende Anspannung der Muskulatur, insbesondere in Rücken und Beinen. Dies führt zu Krämpfen und einer fortschreitenden Versteifung der Muskeln.
  • Medikamente und Gifte: Einige Medikamente können Wadenkrämpfe hervorrufen. Auch Vergiftungserscheinungen äußern sich oft durch einen Krampf in den Muskeln. Auslöser können folgende Arzneien beziehungsweise Gifte sein:

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    • Cholesterinsenker mit dem Wirkstoff Fenofibrat
    • Arzneimittel gegen Bluthochdruck wie Beta-Blocker, ebenso ACE-Hemmer, Diuretika oder Kalziumkanalblocker
    • Hormonelle Verhütungsmittel wie unter anderem die Pille oder die Spirale
    • Sprays gegen Asthma, die Salbutamol enthalten
    • Wirkstoffe wie Insulin
    • Chemotherapeutika
    • Gifte, wie beispielsweise Pestizide, Strychnin oder das Gift der Tetanusbazillen

Weitere Faktoren

  • Alkohol: Alkohol gilt als „Muskel- und Nervengift“. Bekannt ist Alkohol als Hemmer des antidiuretischen Hormons, kurz ADH, welches unseren Wasserhaushalt reguliert. Wird weniger ADH freigesetzt, macht sich dies durch vermehrten Harnfluss bemerkbar. Einer Studie der Universität Straßburg nach, konnte zudem ein Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Wadenkrämpfen in der Nacht bei älteren Personen zwischen 60 und 86 Jahren hergestellt werden.
  • Schlecht eingestellter Diabetes: Auf hohe Blutzuckerwerte reagiert der Körper mit verstärktem Harndrang, er weist sozusagen die Nieren an, Zucker mit dem Urin auszuschwemmen. Doch beim Gang auf das stille Örtchen landet nicht nur der Zucker in der Toilette, sondern auch die für Muskeln essenziellen Mineralstoffe.
  • Ungünstige Körperhaltung: Wer beispielsweise lange ungünstig auf einem Bein sitzt, kann die unangenehme Körperhaltung schon einmal in Form eines Krampfes in der Wade zu spüren bekommen. Trotzdem ist die Tatsache bemerkenswert, dass sehr häufig Krämpfe während der wohlverdienten Nachtruhe auftreten.
  • Übersäuerung der Muskulatur: In der Skelettmuskulatur liegen Dehnungsrezeptoren, die sogenannten Muskelspindeln. Ist der Muskel beispielsweise nach intensivem Training übersäuert, reagieren die Muskelspindeln vermutlich schneller auf jegliche Veränderung. Das heißt, die Spindeln sprechen bereits auf kleinste Dehnreize - hervorgerufen durch unbewusste Bewegungen während des Schlafs - an.

Homöopathische Behandlung von Muskelkrämpfen

Homöopathische Mittel wirken, indem sie das Gleichgewicht des Körpers wiederherstellen. Sie eignen sich besonders bei chronischen oder leichteren Beschwerden sowie zur Unterstützung der Heilung nach Verletzungen. Die Wirkung kann individuell unterschiedlich sein. Homöopathische Mittel sind in der Regel gut verträglich und lassen sich gut mit Physiotherapie oder Schulmedizin kombinieren.

Ein wichtiger Aspekt der Homöopathie ist die Individualisierung der Behandlung. Es gibt nicht das eine Mittel gegen Muskelkrämpfe, sondern das individuell passende Mittel für den jeweiligen Patienten. Die Wahl des Mittels richtet sich nach den spezifischen Symptomen, den Begleitumständen und der Konstitution des Patienten.

Bewährte homöopathische Mittel bei Muskelkrämpfen

  • Arnica: Ein bewährtes Mittel bei Verletzungen wie Prellungen, Blutergüssen oder Muskelkater. Bei Prellungen oder Muskelzerrungen hilft Arnica, die Heilung zu fördern. Arnica, generell direkt nach der Verletzung. Innerlich angewendet in der Potenz C30 als Globuli oder auch äußerlich oder in der Potenz D6. Optimal wäre es auch, Arnica als Salbe aufzutragen und zusätzlich die Arnica-Globuli einzunehmen. Das Komplexmittel Traumeel enthält unter anderen homöopathische Zubereitungen aus Arnika, Calendula, Echinacea und Beinwell.
  • Magnesium phosphoricum: Ein Klassiker bei Muskelkrämpfen oder stechenden Schmerzen. Es hilft ebenfalls bei Krämpfen, die aufgrund von Überanstrengung auftreten, beispielsweise Fingerkrämpfe durch angestrengtes Schreiben oder Musizieren oder nächtliche Wadenkrämpfe nach Sport. Magnesium phosphoricum passt besonders zu überempfindlichen Menschen. Lärm und Stress machen sie krank. Heftige Neuralgien oder Krämpfe treten auf. Immer wenn Druck und Wärme die Beschwerden bessern, dürfen wir bei Krämpfen, egal wo sie auftreten, an Magnesium phosphoricum denken. „Magnesium phosphoricum“ ist das Schüßler Salz Nummer 7. Die typische Potenz liegt zwischen D6 und D12, z. B. von „Biochemie Pflüger“, Biochemie Ortim oder Biochemie DHU. Das Salz hilft bei Schmerzen und Krämpfen und ist als Funktionsmittel am Aufbau von Knochen, Muskeln und Nerven beteiligt. Der Schmerz kann direkt durch das Salz gedämpft werden.
  • Cuprum metallicum: Cuprum metallicum (Kupfer) ist in der Homöopathie eines der wichtigsten Mittel gegen Krämpfe. Pflügerplex® Cuprum 145 H ist ein homöopathisches Komplexmittel, dass bei Muskelkrämpfen eingesetzt wird. Zusätzlich enthält das Arzneimittel weitere Inhaltsstoffe, die sich bei Krampfleiden bewährt haben - unter anderem Gelsemium sempervirens und Secale cornutum.
  • Rhus toxicodendron: Ideal bei rheumatischen Beschwerden und morgendlichem Anlaufschmerz, der durch Bewegung und Wärme besser wird. Hier können dann auch höhere Potenzen wie Rhus toxicodendron (Giftsumach) in der Potenz C200 evtl. auch in wiederholter Gabe nötig werden. „RHUS TOXICODENDRON D 6“ von „DHU“ gibt es als Salbe, Tropfen oder als Tabletten. Der Hauptwirkstoff ist Giftefeu, ein Strauch, der etwa zwei bis drei Meter hochwächst und eichenähnliche dreigeteilte Blätter aufweist, die im Herbst rot leuchten. Die Blüten und daraus entstehenden Früchte sind gelb. Aus ihnen wird der stark riechende Milchsaft gewonnen.„RHUS TOXICODENDRON PENTARKAN Liquidum“ als Mischung hilft bei Versteifung der Gelenke, Arthrose, Rheuma und ähnliche Erkrankungen des Bewegungsapparats.
  • Colchicum: Empfohlen bei schmerzhaften Gelenkentzündungen, insbesondere in den Fingergelenken.
  • Weitere Mittel: Valeriana officinalis, Thuja

Ergänzende homöopathische Ansätze

  • Hypericum: Gegen Nervenschmerzen wirkt im homöopathischen Bereich „Hypericum“ besonders gut, gegen Muskelschmerzen „Rhus Toxicon“. Beide Wirkstoffe sind auf die Beschwerden abgestimmt, die gerade bei Belastung und Verspannungen auftreten. „Hypericum“ ist in Kapseln oder Tropfen von „Gobuli“ und von „STADA“ in der Apotheke erhältlich. Der Wirkstoff „Hypericum perforatum“ erzielt bei nervlicher Belastung und Überanstrengung hervorragende Ergebnisse, besonders, wenn Stress, zwischenmenschliche Konflikte, Alltagsbelastung oder Existenzangst die Auslöser für eine leichtere Depression sind. Das innere Gleichgewicht wird Schritt für Schritt zurückgewonnen, die innere Ruhe gefördert. Ein anderes homöopathisches Arzneimittel ist „Heidak Hypericum plus Spray“ auf mineralischer Basis.
  • Arnica comp. Gel: Ein weiteres homöopathisches Gel, das Arnika und Calendula enthält.
  • Arnica D12 Gobuli oder Bryonia D12 Gobuli: Tritt der Schmerz stärker oder stechend auf, helfen die Essenzen „Arnica D12 Gobuli“ oder „Bryonia D12 Gobuli“ als homöopathische Präparate aus dem Bereich der Naturheilkunde, zu denen auch Heilpraktiker raten.

Schüßler Salze

Beschwerden und Erkrankungen im Muskulatur-Bereich treten oft durch einen Mangel an Mineralstoffen auf, die dem Organismus durch Schüßler Salze wieder zurückgegeben werden können. Werden derartige Mangelerscheinungen nicht diagnostiziert und behandelt, können strukturelle Veränderungen in der Gewebezusammensetzung entstehen. Ein Mangel an Magnesium oder Calcium betrifft Knochen, Knorpel und Muskelgewebe. Schüßler Salze bieten Mineralsalze für die Behandlung und Stärkung vieler Körperbereiche. Sie könne als Lotionen, Salben o. Cremes, Globuli oder Tropfen verabreicht werden. Speziell für Muskeln und Nerven gibt es „Magnesium phosphoricum“, für die Nerven „Kalium phosphoricum“ und für die Stärkung von Knochen und Zähne „Calcium phosphoricum“.

Was tun bei einem akuten Muskelkrampf?

Akute Krämpfe lassen sich durch Dehnen, Massage, Gehen, Wärmeanwendung oder Fußdusche lindern. Wenn jemand einen akuten Wadenkrampf erleidet, kann sofortiges Dehnen der Unterschenkelmuskulatur den Krampf beenden. Dazu zieht man die Zehen nach oben und drückt währenddessen die Ferse fest in den Boden. Auch eine Massage entspannt: Ein leichtes Massieren des verkrampften Muskels bringt Linderung - die Muskulatur wird gelockert, die Durchblutung gesteigert.

Erste-Hilfe-Tipps bei Wadenkrampf

  • Beim Sport:
    • Den Unterschenkel im Stehen dehnen (wie oben beschrieben): Die Zehen nach oben ziehen und die Ferse fest auf den Boden drücken. Gleichzeitig kann die Wade leicht massiert werden. Den Fuß anschließend lockern.
    • Nach dem Krampf einige Schritte gehen und eine kleine Trainingspause einlegen.
    • Ausreichend trinken. Der Elektrolythaushalt muss gegebenenfalls ausgeglichen werden. Wichtig sind dabei unter anderem Magnesium, Kalium und Natrium
    • Bei kalten Temperaturen sollte man sich wärmende Strümpfe und eine lange Hose überziehen.
  • Nachts im Bett:
    • In liegender Position die Zehen nach oben in Richtung der Knie ziehen. Dabei die Ferse vom Körper wegtreten. Gleichzeitig kann man die Wade sanft massieren.
    • Krampflösend wirkt häufig auch aufzustehen und vorsichtig herumzulaufen.
    • Viele Betroffene profitieren zusätzlich von Wärme. Gegen nächtliche Wadenkrämpfe am besten eine kurze Fuß- oder Wadendusche nehmen.
    • Bei einigen Menschen hingegen kann Kälte die Krämpfe lösen. Dann hilft es, kalte Auflagen auf die harte Muskulatur zu bringen.
  • Dehnen: Anders formuliert bedeutet dies: Dehnen Sie den Muskel entgegen der Krampfrichtung. Leiden Sie beispielsweise unter einem Krampf in der Wade, strecken Sie den Fuß in Richtung Schienbein (Dorsalextension). Mediziner sind sich jedoch uneinig, inwieweit das Dehnen der verkrampften Muskulatur als vollkommen unbedenklich angesehen werden kann.
  • Essiggurken-Wasser: Zugegeben, etwas gewöhnungsbedürftig mag es sein, Essiggurken-Wasser zu trinken. Aber: Ist der Muskelkrampf sportbedingt, würden einer Studie zufolge 1 Milliliter Gurkenwasser pro Kilogramm Körpergewicht helfen, die Krampfdauer zu reduzieren.11 Doch was ist der Mechanismus, der hinter diesem Hausmittel steckt?
  • Wärme: Heiße Duschen und Vollbäder haben sich als geeignete, vorbeugende Maßnahmen bei Muskelkrämpfen herausgestellt, denn die Wärme entspannt die Muskulatur.

Prävention von Muskelkrämpfen

Die Kombination von homöopathischen Mitteln mit einer bewussten Lebensweise kann die Heilung unterstützen. Eine basische Ernährung mit viel Gemüse hilft, den Säure-Basen-Haushalt des Körpers im Gleichgewicht zu halten. Regelmäßige, sanfte Bewegungen wie Yoga oder Spaziergänge fördern die Durchblutung und lösen Verspannungen.

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  • Auf eine ausgewogene Ernährung achten: Gute Magnesiumquellen sind Kerne und Samen (z.B. Mandeln, Sesam), Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen, Linsen) sowie grünes Blattgemüse (z.B.
  • Ausreichend trinken, vor allem beim Sport und bei großer Hitze: mindestens 1,5 Liter täglich, am besten Wasser oder ungesüßten Tee.
  • Vorsichtiges Dehnen: ist nicht nur im Akutfall, sondern auch vorbeugend nutzbringend.11 Folgende Übung für beispielsweise die Wadenmuskulatur können Sie auch schnell zwischendurch machen: Füße in Schrittstellung positionieren, das hintere Bein strecken, das vordere Bein beugen. Dabei darauf achten, dass die Ferse des hinteren Beines Bodenkontakt hat.
  • Aufwärmen vor dem Sport: Bevor Sie sich sportlich betätigen, ist es wichtig, sich mit Dehn- und Streckübungen aufzuwärmen.
  • Isotonische Getränke und Snacks: In die Sporttasche sollten Sie darüber hinaus ein isotonisches Getränk sowie einen kleinen Snack einpacken. Gut geeignet sind beispielsweise getrocknete Aprikosen und Bananen. Beide Obstsorten enthalten reichlich Kalium, womit sich Muskelkrämpfe vorbeugen lassen.
  • Gezielter Muskelaufbau: Bei Bänder- und Muskelbeschwerden sind gezielter Muskelaufbau zur Gelenkentlastung und Training der Fußmuskulatur durch Physiotherapie enorm wichtig. Ebenso ist eine gut ausgebildete, stabilisierende Rumpf- und Rückenmuskulatur ein nicht zu vernachlässigender Aspekt zur Sturzprophylaxe - gerade bei älteren Menschen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wadenkrämpfen liegen meist harmlose Ursachen zugrunde. Zum Arzt sollte man allerdings gehen, wenn die schmerzhaften Krämpfe sehr häufig auftreten, wenn sie nachts den Schlaf rauben oder sich tagsüber bemerkbar machen und wenn die Wadenkrämpfe sich trotz Dehnen oder sanfter Massagen nicht auflösen. Kommen weitere Symptome wie Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Bewegungseinschränkungen hinzu, sollte ebenfalls ein Arzt konsultiert werden.

Diagnose von Muskelkrämpfen

Der behandelnde Arzt wird sich die Beschwerden genau erläutern lassen. Es ist unter anderem relevant, wann sich die Krämpfe zum ersten Mal gezeigt haben, ob sie häufig in bestimmten Situationen auftreten, beispielsweise beim Training oder nur nachts. Auch familiäre Hintergründe werden beleuchtet. So ist es wichtig zu wissen, welche Krankheiten in der Familie vorkommen. Aber auch eine mögliche Schwangerschaft oder Nebenwirkungen von Medikamenten werden als Auslöser der Krämpfe in Betracht gezogen. Eine körperliche Untersuchung schließt sich dem Gespräch an, wobei Nervensystem und Muskelfunktionen besonders genau angesehen werden. Auf Basis dieser Kontrollen kann nun schon entschieden werden, ob gegebenenfalls eine Überweisung zu einem Facharzt erforderlich ist.

Mögliche Untersuchungen

  • Elektromyografie (EMG): Zur Abklärung von Muskelkrämpfen wird oft eine Elektromyografie, eine Messung der elektrischen Muskelaktivität, durchgeführt. Sie lässt erkennen, ob eine Muskelerkrankung oder eine Nervenstörung vorliegt.
  • Elektroneurografie: Eine Elektroneurografie misst die Leitfähigkeit der Nerven. So kann die Funktionstüchtigkeit peripherer Nerven getestet werden. Außerdem ist es damit möglich, Nervenschädigungen zu erkennen.
  • Ischämietest: Ein Ischämietest stellt die Leistungsfähigkeit von Muskeln und Enzymen dar.
  • Dopplersonografie: Um beispielsweise Thrombosen nachzuweisen, kann eine Dopplersonografie sinnvoll sein.
  • Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT): Werden die Wadenkrämpfe auf bestehende Rückenbeschwerden zurückgeführt, können eine Computertomografie oder eine Magnetresonanztomografie Aufschluss über die Ursache geben.
  • Laboruntersuchung: Die Analyse des Blutes kann einen Mangel oder Überschuss an Elektrolyten wie Magnesium, Natrium oder Kalzium anzeigen. Auch Informationen zum Blutzucker sowie über Leber- und Nierenwerte können auf der Suche nach der Ursache der Krämpfe weiterhelfen. Bei Verdacht auf eine Fehlfunktion der Schilddrüse ist ein Hormonspiegel hilfreich.

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