Brilique und Muskelkrämpfe: Nebenwirkungen und Wissenswertes

Einführung

Brilique, dessen Wirkstoff Ticagrelor ist, wird in Kombination mit Acetylsalicylsäure zur Vorbeugung von atherothrombotischen Ereignissen eingesetzt. Es ist wichtig, die potenziellen Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Brilique zu kennen, um die Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlung zu gewährleisten. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung, Wirkungsweise, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Brilique und gibt Hinweise, worauf Patienten achten sollten.

Was ist Brilique und wofür wird es angewendet?

Brilique enthält den Wirkstoff Ticagrelor, einen Thrombozytenfunktionshemmer. Es wird bei Erwachsenen angewendet, die einen Herzinfarkt hatten oder unter instabiler Angina pectoris leiden. Brilique hilft, das Risiko eines erneuten Herzinfarkts, Schlaganfalls oder Todes aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern.

Wie wirkt Brilique?

Ticagrelor verhindert das Verklumpen von Blutplättchen, indem es an den P2Y12-Rezeptor bindet und dessen Aktivierung durch Adenosindiphosphat (ADP) verhindert. Dadurch wird die Bildung von Blutgerinnseln reduziert, die den Blutfluss zu Herz und Gehirn beeinträchtigen können.

Anwendung von Brilique

Dosierung und Einnahme

Die Initialdosis beträgt in der Regel 180 mg (zwei 90-mg-Tabletten), gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 90 mg zweimal täglich über einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten. Brilique sollte jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit eingenommen werden. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

Besondere Hinweise zur Einnahme

Bei Schluckbeschwerden kann die Tablette zerstoßen und mit Wasser vermischt eingenommen werden. Es gibt auch Schmelztabletten als Alternative. Ein Auslassen der Dosis sollte vermieden werden.

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Abbruch der Einnahme

Brilique sollte nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden, da dies das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen kann.

Mögliche Nebenwirkungen von Brilique

Wie alle Arzneimittel kann auch Brilique Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Da Brilique die Blutgerinnung beeinflusst, sind die meisten Nebenwirkungen blutungsbedingt.

Häufige Nebenwirkungen

  • Kurzatmigkeit (Dyspnoe)
  • Blutergüsse
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Durchfall oder Verdauungsstörung
  • Übelkeit
  • Verstopfung
  • Hautausschlag
  • Juckreiz
  • Hoher Harnsäurewert im Blut
  • Blutung, hervorgerufen durch Blutungsstörungen
  • Nasenbluten
  • Blutung nach Operationen oder Verletzungen

Gelegentliche Nebenwirkungen

  • Blutungen im Gehirn oder im Inneren des Hirnschädels (können Anzeichen eines Schlaganfalls hervorrufen)
  • Ohnmacht (Synkope)
  • Blutungen aus der Magenschleimhaut (Geschwür)
  • Zahnfleischbluten
  • Anzeichen einer Blutgerinnungsstörung, genannt Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP)
  • Gefühl von Schwindel oder Benommenheit oder verschwommenes Sehen (Anzeichen eines niedrigen Blutdrucks)
  • Blut im Urin
  • Blut im Stuhl
  • Blutiges Erbrechen

Seltene Nebenwirkungen

  • Harnsäureüberschuss im Blut
  • Verwirrtheit
  • Nervliche Missempfindungen
  • Ohrenblutungen
  • Schwindel
  • Bauchfellblutungen
  • Verstopfung
  • Gelenkblutungen
  • Anstieg des Kreatinin-Wertes im Blut
  • Blutungen an Wunden und Verletzungen

Muskelbeschwerden und Muskelkrämpfe

Obwohl in der vorliegenden Dokumentation keine direkten Hinweise auf Muskelkrämpfe als spezifische Nebenwirkung von Brilique gefunden wurden, ist es wichtig, Muskelbeschwerden oder -schmerzen, die während der Einnahme von Brilique auftreten, mit dem Arzt zu besprechen. Es könnte sich um eine Wechselwirkung mit anderen Medikamenten handeln, insbesondere mit Statinen, die häufig zur Senkung des Cholesterinspiegels eingesetzt werden.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es ist wichtig, sofort einen Arzt aufzusuchen, wenn schwere Blutungen auftreten, wie z. B.:

  • Blutungen im Gehirn
  • Blutungen, die nicht unter Kontrolle gebracht werden können
  • Unerwartete oder lang anhaltende Blutungen
  • Rosafarbener, roter oder brauner Urin
  • Erbrechen von rotem Blut oder Erbrochenes, das wie Kaffeesatz aussieht
  • Roter oder schwarzer Stuhl (sieht wie Teer aus)
  • Blut beim Husten oder Erbrechen von Blut

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Brilique kann die Wirkung anderer Arzneimittel beeinflussen und umgekehrt. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder anwenden, einschließlich:

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  • Rosuvastatin (Arzneimittel zur Behandlung von hohen Cholesterinwerten)
  • Simvastatin oder Lovastatin in Dosen über 40 mg täglich (Arzneimittel zur Behandlung von hohen Cholesterinwerten)
  • Rifampicin (ein Antibiotikum)
  • Phenytoin, Carbamazepin und Phenobarbital (zur Kontrolle von Krampfanfällen)
  • Digoxin (zur Behandlung von Herzleistungsschwäche)
  • Ciclosporin (zur Dämpfung Ihrer Abwehrkräfte)
  • Chinidin und Diltiazem (zur Behandlung von unnormalen Herzrhythmen)
  • Betablocker und Verapamil (zur Behandlung von Bluthochdruck)
  • Morphin und andere Opioide (zur Behandlung schwerer Schmerzen)
  • "Antikoagulanzien zum Einnehmen" (Blutverdünner) wie Warfarin
  • Nichtsteroidale antiinflammatorische Arzneimittel (NSAR) wie Ibuprofen und Naproxen
  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) wie Paroxetin, Sertralin und Citalopram
  • Ketoconazol, Clarithromycin, Nefazodon, Ritonavir und Atazanavir
  • Cisaprid
  • Mutterkornalkaloide

Brilique und Statine

Besondere Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Einnahme von Brilique und Statinen, insbesondere Simvastatin und Lovastatin. Ticagrelor kann die Konzentration dieser Statine im Blut erhöhen, was das Risiko von Nebenwirkungen, wie z. B. Muskelbeschwerden, erhöhen kann. Die gleichzeitige Einnahme von Ticagrelor mit hohen Dosen (über 40 mg/Tag) von Simvastatin oder Lovastatin wird nicht empfohlen.

Weitere wichtige Wechselwirkungen

  • CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Ketoconazol, Clarithromycin) erhöhen die Plasmakonzentration von Ticagrelor.
  • CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin) verringern die Plasmakonzentration von Ticagrelor.
  • Morphin verzögert und verringert die Konzentration oraler P2Y12-Inhibitoren, einschließlich Ticagrelor.
  • Die Kombination mit SSRI (z.B. Citalopram oder Sertralin) kann das Blutungsrisiko erhöhen.

Gegenanzeigen

Brilique darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Ticagrelor oder einen der sonstigen Bestandteile
  • Aktiven Blutungen
  • Schlaganfall aufgrund von Blutungen im Gehirn
  • Schwerer Lebererkrankung
  • Gleichzeitiger Einnahme von Ketoconazol, Clarithromycin, Nefazodon, Ritonavir oder Atazanavir

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Brilique einnehmen, wenn:

  • Sie ein erhöhtes Risiko für Blutungen haben
  • Bei Ihnen eine Operation geplant ist
  • Ihr Herzschlag unnormal langsam ist
  • Sie Asthma oder andere Lungenprobleme haben
  • Bei Ihnen unregelmäßige Atmungsmuster auftreten
  • Sie jemals Leberprobleme hatten
  • Sie sich einem Bluttest unterzogen haben, der mehr als die übliche Harnsäuremenge ergab

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Ältere Patienten (≥ 75 Jahre) können höhere Plasmakonzentrationen von Ticagrelor aufweisen.

Patienten mit Nierenfunktionsstörung

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion können eine geringere Plasmakonzentration von Ticagrelor aufweisen.

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Patienten mit Leberfunktionsstörung

Die Anwendung von Ticagrelor ist bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung kontraindiziert.

Asiaten

Asiaten haben eine höhere mittlere Bioverfügbarkeit von Ticagrelor als kaukasische Patienten.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Anwendung von Brilique wird während der Schwangerschaft nicht empfohlen. Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung mit Brilique geeignete Maßnahmen zur Empfängnisverhütung treffen. Es ist nicht bekannt, ob Ticagrelor in die Muttermilch übergeht. Daher sollte während der Behandlung mit Brilique nicht gestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es ist unwahrscheinlich, dass Brilique Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen hat. Wenn Sie sich während der Behandlung mit diesem Arzneimittel schwindelig oder verwirrt fühlen, sollten Sie beim Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen vorsichtig sein.

Zusammenfassung

Brilique ist ein wirksames Medikament zur Vorbeugung von atherothrombotischen Ereignissen bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom oder nach einem Herzinfarkt. Es ist wichtig, die potenziellen Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Brilique zu kennen und alle auftretenden Beschwerden, insbesondere Muskelbeschwerden, mit dem Arzt zu besprechen. Die Einhaltung der Dosierungsrichtlinien und die regelmäßige ärztliche Überwachung tragen dazu bei, die Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlung zu gewährleisten.

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