Muskelkrämpfe nach Prellungen sind ein häufiges Phänomen, das viele Menschen betrifft, insbesondere Sportler. Eine Prellung, auch Kontusion genannt, ist eine stumpfe Verletzung, die durch einen Schlag, Stoß oder Sturz verursacht wird. Dabei werden die Weichteile unter der Haut gequetscht, was zu Schmerzen, Schwellungen und manchmal auch zu einem Bluterguss führen kann. In manchen Fällen kann es nach einer Prellung zu Muskelkrämpfen kommen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Muskelkrämpfen nach Prellungen.
Was ist eine Prellung?
Eine Prellung (Kontusion) ist eine direkte und durch Kompression entstandene Verletzung. Sie ist geschlossen - es gibt also keine sichtbare Hautverletzung und keinen Knochenbruch. Das Gewebe an der geprellten Stelle (zum Beispiel Haut, Fettgewebe, Faszien, Muskel, Sehnen, Gewebekapsel et cetera) wird gequetscht. Je nach Art und Lokalisation der Prellung spricht man etwa von Knochenprellung, Muskelprellung, Augapfelprellung, Lungenprellung, Gehirnprellung, Oberschenkelprellung („Pferdekuss“), Rippenprellung, Knieprellung oder Schulterprellung. Eine Prellung tritt auch an anderen Körperstellen wie zum Beispiel am Fuß oder am Handgelenk auf.
Ursachen von Muskelkrämpfen nach Prellung
Es gibt verschiedene Ursachen für Muskelkrämpfe nach einer Prellung:
Muskelverhärtung und Schutzspannung: Wenn ein Muskel durch eine Prellung verletzt wird, kann sich der Muskel als Schutzmechanismus reflexartig zusammenziehen und verhärten, um weitere Schäden zu verhindern. Der Körper reagiert oft auf Schmerzen und Verletzungen mit einer Schutzspannung der betroffenen Muskulatur. Die Muskelverhärtung kann auch aufgrund von Entzündungsreaktionen im Gewebe auftreten.
Einblutungen im Muskelgewebe: Eine Prellung kann zu Einblutungen im Muskel führen.
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Vernarbung des Gewebes: Im Heilungsprozess nach einer Prellung kann es zur Bildung von Narbengewebe kommen.
Mangelnde Durchblutung: Durch die Schwellung und die daraus resultierende Kompression der Blutgefäße kann die Durchblutung des verletzten Bereichs beeinträchtigt werden.
Fehlende oder falsche Behandlung: Eine unzureichende oder falsche Behandlung der Prellung kann ebenfalls zu einer Muskelverhärtung führen.
Verklebungen der Faszien: Die Faszien sind das Bindegewebe, das die Muskeln umgibt.
Muskelkrämpfe: Bei einem Muskelkrampf kommt es zu starken, unkontrollierbaren Muskelkontraktionen. Diese können so stark sein, dass einzelne Muskelfasern oder sogar ganze Sehnen reißen.
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Symptome von Muskelkrämpfen nach Prellung
Typischerweise führt eine Muskelverhärtung nach einer Prellung zu eingeschränkter Beweglichkeit in der betroffenen Region, sowie Schmerzen, die bei Berührung, Bewegung oder Belastung des Muskels verstärkt werden können.
Bei einer Muskelverhärtung nach einer Prellung können die Schmerzen unterschiedlich empfunden werden, da dies von Person zu Person variieren kann. Allerdings gibt es einige häufige Symptome und Empfindungen, die mit einer Muskelverhärtung einhergehen können. Dazu gehört die klare Lokalisierung der Schmerzen auf den betroffenen Muskel im Bereich der Prellung, eine Berührungsempfindlichkeit, Schmerzverstärkung bei Bewegung oder Belastung des Muskels (Beugung und/oder Streckung) und dadurch bedingte Einschränkung der Bewegungsfähigkeit, sowie ein Spannungsgefühl im Muskel.
Diagnose von Muskelkrämpfen nach Prellung
Die Diagnose einer Muskelverhärtung als Folge einer Schwellung wird in der Regel klinisch gestellt. Dazu gehört eine ausführliche Anamnese durch einen Mediziner, um die mögliche Ursache der Muskelverhärtung zu erörtern, sowie eine körperliche Untersuchung, die vor allem auch weitere Verletzungen ausschließen sollte.
Zudem besteht die Möglichkeit einer Bildgebung in Form von Ultraschall, Röntgen oder MRT des betroffenen Körperteils, um die Verletzung genauer zu beurteilen und Begleitverletzungen wie Knochenbrüche oder Sehnenrisse frühzeitig zu erkennen.
Der Ultraschall ermöglicht es dem Arzt, den betroffenen Muskel und das umliegende Gewebe in Echtzeit zu visualisieren. Dadurch können Veränderungen wie Muskelverhärtungen, Gewebeschwellungen oder Flüssigkeitsansammlungen (z. B. Hämatome) erkannt werden.
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Ein MRT (Magnetresonanztomographie) kann in bestimmten Fällen bei einer Prellung erforderlich sein, um zusätzliche Informationen über die Art und den Umfang der Verletzung zu erhalten. Wenn neben der Prellung auch Begleitverletzungen vermutet werden, wie zum Beispiel Sehnenrisse, Bänderverletzungen oder Knochenbrüche, kann ein MRT eingesetzt werden, um diese Strukturen genauer zu beurteilen. Auch wenn die Schmerzen nach einer Prellung anhalten oder ungewöhnlich stark sind, kann ein MRT helfen, die genaue Ursache der Beschwerden zu identifizieren.
Behandlung von Muskelkrämpfen nach Prellung
Die Behandlung einer Muskelverhärtung nach einer Prellung zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, Entzündungen zu reduzieren, die Beweglichkeit zu verbessern und den Heilungsprozess zu fördern.
Sofortmaßnahmen (PECH-Regel)
Eine hilfreiche Sofortmaßnahme ist die PECH-Regel, die ein Akronym für Pause, Eis, Compression und Hochlagern darstellt:
Pause: Auch wenn die Schmerzen schnell vorübergehen, gilt es zunächst auf weitere sportliche Tätigkeiten zu verzichten. Denn dies würde die Durchblutung steigern, zu Schwellung und Gefäßschädigungen führen.
Eis: Kühlen Sie die betroffene Stelle etwa 15 bis 20 Minuten lang. Dazu verwenden Sie Eispackungen oder Umschläge mit kaltem Wasser. Die Kälte bewirkt, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen und weniger Blut austritt. Achtung: Wegen der Gefahr lokaler Erfrierungen geben Sie Eis nie direkt auf die Haut!
Compression: Druck von außen verhindert möglicherweise, dass das Gewebe anschwillt und noch mehr Blut aus verletzten Gefäßen ins umliegende Gewebe übertritt. Legen Sie deshalb möglichst einen Kompressionsverband an der verletzten Stelle an.
Hochlagern: Lagern Sie die verletzte Stelle hoch, wenn es möglich ist. Auch das verringert den Blutfluss zum verletzten Gebiet.
Wärme oder Kälte?
Die Kühlung der betroffenen Körperstelle hilft gegen die Schmerzen und führt zu einem Zusammenziehen der Blutgefäße, was der Schwellung und Hämatombildung entgegenwirkt. In einigen Fällen kann die Anwendung von Wärme (z. B. Wärmflaschen, warme Kompressen) nach den akuten Phasen der Verletzung helfen, die Durchblutung zu verbessern und die Muskelentspannung zu fördern.
Schmerzmittel
Die Einnahme von rezeptfreien Schmerzmitteln wie Paracetamol oder nichtsteroidalen entzündungshemmenden Medikamenten (NSAIDs) wie Ibuprofen kann helfen, Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu reduzieren.
Physiotherapie und Dehnübungen
Sobald der akute Schmerz und die Entzündung abgeklungen sind, kann eine allmähliche Steigerung der Aktivität und Belastung des Muskels helfen, die Beweglichkeit und die Muskelkraft wiederherzustellen. Es ist wichtig, dies unter Anleitung eines Arztes oder Physiotherapeuten zu tun, um ein erneutes Verletzungsrisiko zu minimieren.
Der Besuch eines Physiotherapeuten kann hilfreich sein, um den Muskel zu mobilisieren, die Durchblutung zu fördern und die Beweglichkeit wiederherzustellen. Bei einer Muskelverhärtung können Dehnübungen helfen die Verspannung und dauerhaft kontrahierte Muskulatur zu lockern. Hierbei ist zu beachten, dass die Dehnübungen vorsichtig auszuführen sind, da der Muskel ohnehin schon unter Spannung steht. Je nach betroffenem Muskel variieren die Dehnübungen.
Pflanzliche Mittel
Gegen die Schmerzen und Schwellung sollen pflanzliche Präparate helfen, zum Beispiel eine Salbe oder ein Gel auf der Basis von Arnika. Traumaplant® Schmerzcreme eignet sich wegen ihrer speziellen Beinwell-Zubereitung hervorragend zur Behandlung stumpfer Verletzungen.
Wann ist ein Arztbesuch erforderlich?
Eine einfache Prellung erfordert im Allgemeinen keinen Arztbesuch. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden (wenn die Prellung oder Schwellung beispielsweise nicht zurückgeht) ist der Gang zum Arzt notwendig. Selbiges gilt, wenn sich bei einer anfangs banal erscheinenden Prellung die Beschwerden rasch verschlimmern.
Der Arzt hat zudem die Möglichkeit, durch entsprechende Tests beziehungsweise Untersuchungen herauszufinden, ob es sich tatsächlich um eine Prellung oder um einen Bruch handelt. Bei Schädelprellungen wird empfohlen, generell ärztlichen Rat einzuholen.
Im Zweifelsfall gilt es immer einen Arzt aufzusuchen. Insbesondere, wenn Kopf, Bauchraum oder Auge betroffen sind. So ist gegebenenfalls bei einer Augapfelprellung die Gabe von Medikamenten erforderlich, die den erhöhten Augeninnendruck senken. Hat die Prellung zu einer Netzhautablösung geführt, wird der Arzt operieren.
Bei sehr schweren Prellungen mit großen Blutergüssen, vor allem im Gelenk, ist gegebenenfalls eine Punktion sinnvoll. Dabei saugt der Arzt mit einer Nadel die im Gewebe angesammelte Flüssigkeit ab. Manchmal entfernt der Arzt einen bestehenden Bluterguss auch operativ.
Als Komplikation einer schweren Muskelprellung kommt es unter Umständen zu einer Druckerhöhung im Muskel, dem sogenannten Kompartmentsyndrom. Dabei wird der Muskel nicht mehr mit Blut (und damit Sauerstoff) versorgt und stirbt möglicherweise ab. Deshalb ist rasch operativ für Entlastung zu sorgen.
Bei einer Gehirnprellung überweist der Arzt den Patienten meist in ein Krankenhaus.
Dauer der Heilung
Die Dauer einer Muskelverhärtung nach einer Prellung kann von Fall zu Fall unterschiedlich sein und hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Schwere der Prellung, des betroffenen Muskels, der individuellen Heilungsfähigkeit und der angewandten Behandlung. In der Regel kann eine Muskelverhärtung nach einer Prellung mehrere Tage bis mehrere Wochen anhalten.
Die Heilungsdauer bei einer banalen Prellung beträgt meist zwei bis drei Wochen, in leichten Fällen auch nur wenige Tage. Bei einer Kontusion, die mit narbigen Veränderungen einhergeht, dauert die Heilung unter Umständen vier Wochen und länger.
Vorbeugung von Prellungen
Durch spezielle Schutzkleidung lässt sich das Risiko für eine Prellung und andere schwerere (Sport-)Verletzungen senken. So wird empfohlen, etwa beim Radfahren, Skifahren und Inline-Skaten einen Helm und beim Hockey und Fußball Schienbeinschützer zu tragen. Für Snowboarder und Mountainbiker werden Rückenprotektoren empfohlen.
Um einer Prellung vorzubeugen, helfen einfache Vorsichtsmaßnahmen:
Im Alltag Stolperfallen vermeiden, indem Sie lose Teppiche sichern und Gegenstände aus Laufwegen entfernen.
Sportverletzungen vermeiden durch richtiges Aufwärmen vorm Training und das Tragen von Schutzausrüstung wie Knieschonern oder Helmen.
Ergonomische Arbeitsgeräte nutzen und bei körperlicher Arbeit auf geeignetes Schuhwerk und Schutzausrüstung zurückgreifen.
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