Mutter-Kind-Kur bei Migräne: Ein ganzheitlicher Therapieansatz

Kopfschmerzen und insbesondere Migräne sind weit verbreitete Beschwerden, die Menschen jeden Alters betreffen können. Bereits im Vorschulalter klagt jedes fünfte Kind über Kopfschmerzen. Im Schulalter sind Kopfschmerzen sogar das häufigste Krankheitsproblem, das medizinische Behandlung erfordert. Unter Jugendlichen leidet jeder Fünfte unter Migräne oder chronischen Kopfschmerzen. Eine Mutter-Kind-Kur kann hier eine wertvolle Unterstützung bieten, um die physische und psychische Gesundheit von Müttern und Kindern zu stärken und zu stabilisieren.

Die Mutter-Kind-Klinik als Ort der Erholung und Therapie

In einer Mutter-Kind-Klinik finden Mütter und ihre Kinder die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kurmaßnahme. Ein interdisziplinäres Team aus Medizinern, Mitarbeitern der psychosozialen Abteilung und Therapeuten arbeitet Hand in Hand für das körperliche und seelische Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten. Das ganzheitliche Klinikkonzept basiert auf schulmedizinischer Grundlage unter besonderer Berücksichtigung psychosomatischer Aspekte und wird durch Elemente der Naturheilkunde ergänzt.

Die medizinische, psychologische und therapeutische Betreuung zielt darauf ab, das körperliche und seelische Wohlbefinden von Müttern und Kindern nachhaltig zu steigern. Abseits des Alltags kümmert man sich um die Bedürfnisse von Müttern und ihren Kindern. Während der Therapien werden die Kinder gut betreut, und schulpflichtige Kinder können unter Aufsicht ihre Hausaufgaben erledigen.

Die Bedeutung der Anamnese und des Kopfschmerzkalenders

In der ärztlichen Anamnese wird nach den Richtlinien der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Begleitpersonen verfahren. Den jungen Patienten wird nach einer Einführung ein Kopfschmerzkalender ausgehändigt, der über den gesamten Reha-Aufenthalt von ihnen geführt und von den jeweiligen Ärzten regelmäßig kontrolliert wird. Dadurch wird der Erkrankungsverlauf sichtbar, die Medikamentenwirkung kann beurteilt und über die Auslöser der Erkrankung können Aussagen getroffen werden.

Der Kopfschmerzkalender dient somit als wichtiges Instrument, um die individuellen Auslöser und den Verlauf der Migräne zu dokumentieren und die Therapie entsprechend anzupassen.

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Interdisziplinärer Therapieansatz

Ein interdisziplinärer Therapieansatz ist entscheidend für den Erfolg einer Mutter-Kind-Kur bei Migräne. Dieser Ansatz wird in den Bereichen Medizin, Psychologie, Ernährungsberatung, Sporttherapie, Physiotherapie und Akupunktur umgesetzt.

Medizinische Betreuung

Die medizinische Betreuung umfasst die Diagnose und Behandlung von Migräne und anderen Begleiterkrankungen. Ziel ist es, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu verbessern.

Psychologische Unterstützung

Psychologische Unterstützung ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie, da Migräne oft mit psychischen Belastungen wie Stress, Angst oder Depressionen einhergeht. In der Therapie lernen die Patientinnen und Patienten, mit diesen Belastungen umzugehen und ihre Ressourcen zu stärken.

Ernährungsberatung

Eine ausgewogene Ernährung kann einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Migräne haben. In der Ernährungsberatung lernen die Patientinnen und Patienten, welche Lebensmittel sie meiden sollten und welche ihnen guttun.

Sporttherapie und Physiotherapie

Regelmäßige Bewegung und Physiotherapie können helfen, Verspannungen zu lösen und die körperliche Fitness zu verbessern. Dies kann sich positiv auf die Häufigkeit und Intensität von Migräneanfällen auswirken.

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Akupunktur

Bei der Therapie von Kindern und Jugendlichen mit Kopfschmerzen sowie mit ADS/ADHS kann auch die Akupunktur eingesetzt werden. Bei dieser Therapie-Methode, die zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gehört, werden bestimmte Reflexpunkte unter der Haut mithilfe spezieller Akupunkturnadeln gestochen und auf diese Weise die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert. Akupunktur wirkt nachweislich entzündungs- und schmerzhemmend.

In Europa erfährt die Akupunktur seit den 1950er-Jahren eine beispiellose Erfolgsgeschichte und ist heute eine ernsthafte Therapie geworden, die erforscht und weiterentwickelt wird. Auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es offizielle Empfehlungen dafür, bei welchen Erkrankungen die Akupunktur eingesetzt werden kann. Dazu zählt unter anderem die Migräne.

Schulische Intervention

Durch die zur Klinik gehörenden St. Gallus Schule wird auch die schulische Entwicklung der Kinder und Jugendlichen während der Kur berücksichtigt.

Kneipp-Anwendungen als besonderes Element

Als Besonderheit setzen einige Mutter-Kind-Kliniken auf die Gesundheitslehre nach Kneipp. Als vom Kneipp-Bund e.V. anerkannte Einrichtung finden die verschiedensten Kneippschen Anwendungen Eingang in die Therapiepläne der Patientinnen und Patienten. Auch im Kindertreff werden die Lehren nach Kneipp gelebt und eröffnen den Kindern den Zugang und das Gespür für eine gesunde und bewusste Entwicklung. Wichtig ist, dass die Kinder das Kneippsche Gesundheitskonzept auf spielerische Art und Weise erlernen und verinnerlichen.

Kneipp-Anwendungen wie Wasseranwendungen, Kräuteranwendungen, Ernährung, Bewegung und Lebensordnung können dazu beitragen, das Immunsystem zu stärken, die Durchblutung zu fördern und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.

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Ganzheitliche Wahrnehmung des Menschen

Die Kliniken verfolgen eine ganzheitliche Wahrnehmung des Menschen unter Einbeziehung der medizinischen und psychosozialen Besonderheiten. Im Vordergrund stehen die Lebensgewohnheiten (Ernährung, Bewegung, Sport), allgemeine Stressfaktoren (Mehrfachbelastung, Kommunikation und Konflikte) und die besondere psychosoziale Problemsituation von Familien.

Ziele der Mutter-Kind-Kur

Ziel einer Mutter-Kind-Kur bei Migräne ist es, die körperliche und seelische Gesundheit von Müttern und Kindern nachhaltig zu verbessern. Dies umfasst:

  • Linderung der Migränesymptome
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Stärkung der psychischen Gesundheit
  • Erlernen von Strategien zur Stressbewältigung
  • Förderung einer gesunden Lebensweise
  • Verbesserung der Familiensituation

Nachhaltigkeit der Therapieerfolge

Die genannten Zielvorstellungen können in einem gewissen Umfang bereits während des Aufenthaltes in den Kliniken erreicht werden. Wichtiger jedoch ist es, dieses Ergebnis darüber hinaus auch nach dem stationären Aufenthalt über einen längeren Zeitraum zu erhalten und zu intensivieren. Dies gelingt durch:

  • Kontinuierliche Umsetzung der erlernten Strategien im Alltag
  • Regelmäßige Bewegung und Entspannung
  • Ausgewogene Ernährung
  • Aufrechterhaltung sozialer Kontakte
  • Inanspruchnahme ambulanter Therapieangebote bei Bedarf

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