Mutterkraut (Tanacetum parthenium), auch als "Falsche Kamille" oder "Fieberkraut" bekannt, ist eine traditionelle Heilpflanze, die seit Jahrhunderten in der Volksmedizin eingesetzt wird. Besonders anerkannt ist ihre Wirkung bei der Vorbeugung von Migräne. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Mutterkrauts, seine Wirkung, Anwendung und was bei der Verwendung zu beachten ist.
Was ist Mutterkraut?
Das Mutterkraut ist eine mehrjährige Pflanze, die zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) gehört und der Echten Kamille ähnelt. Es erreicht eine Höhe von bis zu 80 Zentimetern und verströmt einen starken, kampferartigen Geruch. Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem östlichen Mittelmeerraum, wird aber heute in Europa sowie Nord- und Südamerika als Zier- und Kräuterpflanze kultiviert. Wildes Mutterkraut findet man häufig in der Nähe von Gärten, an Zäunen, Hecken, Wegrändern oder in Gebüschen.
Der Name "Mutterkraut" deutet auf die traditionelle Verwendung der Pflanze bei gynäkologischen Beschwerden hin. Auch der wissenschaftliche Name (parthenium, von griechisch parthenos = Jungfrau) verweist auf die Anwendung bei Frauenleiden.
Verwechslungsgefahr: Mutterkraut kann leicht mit der Echten Kamille oder der Wiesen-Margerite verwechselt werden. Auch der Alpen-Mutterwurz wird gelegentlich als Mutterkraut bezeichnet.
Wie wirkt Mutterkraut?
Mutterkraut wird aufgrund langjähriger Erfahrung zur Vorbeugung von Migräne eingesetzt. Der Hauptwirkstoff, der für die schmerzlindernde, entzündungshemmende und antimikrobielle Wirkung verantwortlich gemacht wird, ist Parthenolid, ein Sesquiterpenlacton. Weitere Inhaltsstoffe sind ätherisches Öl (hauptsächlich Campher) und Flavonoide.
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In der Volksmedizin wird Mutterkraut auch bei anderen Beschwerden angewendet, darunter:
- Fieber
- Rheumatische Beschwerden
- Verdauungsstörungen
- Regelschmerzen (Dysmenorrhoe)
- Hautleiden
Zubereitungen aus Mutterkraut sollen auch als Mundspülung nach Zahnziehungen geeignet sein.
Forschungen deuten zudem auf eine Wirkung auf Nerven hin. Mutterkraut und Parthenolid könnten die Regeneration geschädigter Nervenfasern beschleunigen, was besonders für Diabetiker von Vorteil sein könnte.
Hilft Mutterkraut gegen Migräne?
Die Studienlage zur Wirkung von Mutterkraut bei Migräne ist nicht eindeutig. Einige Studien zeigen, dass Mutterkraut bei der Behandlung und Vorbeugung von Migräne nur geringfügig wirksamer ist als ein Placebo, während andere Studien keinen Effekt feststellen konnten. Daher ist weitere Forschung notwendig.
Trotz der uneindeutigen Studienlage gibt es Hinweise darauf, dass Mutterkraut einem Migräne-Anfall vorbeugen kann, da Serotonin dabei eine Rolle spielt. Mutterkraut kann die Freisetzung von Serotonin hemmen und somit der Entstehung einer Migräne entgegenwirken.
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Einige Studien deuten darauf hin, dass Mutterkraut die Häufigkeit, Schwere und Dauer von Migräneanfällen reduzieren könnte.
Wie wird Mutterkraut angewendet?
Verwendet wird das zur Blütezeit gesammelte Kraut (Tanaceti parthenii herba), bestehend aus Stängeln, Blättern und Blüten. Es kann als Tee zubereitet oder in Form von Fertigpräparaten wie Kapseln, Tabletten, Tinkturen und Salben verwendet werden.
Mutterkrauttee
Für einen Tee übergießt man etwa 150 Milligramm pulverisiertes Mutterkraut mit einer Tasse kochendem Wasser. Nach zehn Minuten wird das Pulver abgeseiht. Ideal ist es, über mehrere Monate täglich zwei bis drei Tassen vor den Mahlzeiten zu trinken, bevor die Dosis reduziert wird.
Die Wirkung von Mutterkrauttee wird jedoch als gering eingestuft, da die wirksamen Inhaltsstoffe kaum ins Wasser übergehen.
Fertigpräparate
Es wird empfohlen, Mutterkraut in Form von standardisierten Fertigpräparaten einzunehmen. Die Anwendung und Dosierung sind der jeweiligen Packungsbeilage oder dem Rat von Arzt oder Apotheker zu entnehmen. Mutterkraut Apomedica 200 mg Filmtabletten enthalten beispielsweise reines Mutterkraut-Pulver in hochwirksamer Dosierung und wirken zielgerichtet in den Blutgefäßen im Kopf, wo Migräne entsteht. Bei langfristiger Einnahme hemmt Mutterkraut mit seinem Wirkstoff Parthenolid deren Erweiterung und beugt so dem pochenden Kopfschmerz vor.
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Die Wirkung von Mutterkraut Apomedica 200 mg Filmtabletten baut sich kontinuierlich auf und sollte über einen längeren Zeitraum (mehrere Monate) eingenommen werden. Zu Beginn wird 1 Filmtablette täglich eingenommen. Sollte es nach 2 Monaten zu keiner Verbesserung gekommen sein, kann die Dosis auf 400 mg (2 x 200 mg) oder 600 mg (3 x 200 mg) gepulverte Droge pro Tag gesteigert werden.
Was ist bei der Anwendung von Mutterkraut zu beachten?
- Allergien: Verzichten Sie auf Mutterkraut, wenn Sie allergisch gegen Korbblütler wie Arnika, Ringelblume und Kamille reagieren.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Es gibt nicht viel Erfahrung mit der Anwendung von Mutterkraut während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern und Jugendlichen. Besprechen Sie die Anwendung daher zuerst mit einem Arzt oder einer Ärztin.
- Nebenwirkungen: Nach der Einnahme von Mutterkraut können Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen im Bereich der Haut, des Mundes und der Zunge auftreten. Manche Menschen klagen auch über leichte Magen-Darm-Beschwerden.
- Wechselwirkungen: Wer Medikamente einnimmt, sollte den Tee nur nach ärztlicher Rücksprache trinken, da das im Tee enthaltene Johanniskraut die Wirksamkeit verschiedener Medikamente beeinflussen kann.
Bezugsquellen für Mutterkrautprodukte
Getrocknetes Mutterkraut sowie verschiedene Fertigpräparate wie Kapseln oder Tabletten sind in Apotheken oder Drogerien erhältlich. Beachten Sie die jeweilige Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach der richtigen Anwendung und Dosierung. Mutterkraut Apomedica 200 mg Filmtabletten sind beispielsweise exklusiv in Apotheken erhältlich.
Weitere pflanzliche Mittel gegen Migräne
Neben Mutterkraut gibt es auch andere pflanzliche Mittel, die bei Migräne hilfreich sein könnten:
- Pestwurz: Für ein Pestwurz-Extrakt ist die Wirksamkeit in der Vorbeugung der Migräne in einigen Studien belegt worden. Allerdings besteht ein mögliches Risiko für Leberentzündungen.
- Ingwer: Ingwer-Zubereitungen werden von manchen Personen mit Migräne bei akuten Migräneanfällen als Hausmittel angewendet. Ob Ingwer gegen akute Migräne helfen kann, ist noch nicht ausreichend erforscht.
- Curcuma: Forschende untersuchen den Inhaltsstoff Curcumin auf eine mögliche Wirkung gegen Migräne, vor allem in der Migränevorbeugung.
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